Zurück nach Ellesmera

Katrina saß mit Eragon und Roran in ihrem Gemach und erzählte ihnen von ihrer Zeit in Urû'baen. „In der Zelle neben der in der ich saß, war Zeitweise ein junger Mann. Galbatorix hat uns beide dieser Hexe überlassen. Das was sie mit mir angetan hat, tat nicht so weh, wie mit anhören zu müssen, was sie ihm antat." Roran schloss di Zitternde Katrina in die Arme. „Eines Abends habe ich versucht mit ihm zu sprechen. Erst hat er gar nicht reagiert, doch dann hat er geantwortet. Seinen Namen hat er mir nicht verraten. Aber ich habe eine Weile mit ihm gesprochen. Einfach nur so. Nach einer ihrer Besuche schien es ihm besonders schlecht zu gehen. Also habe ich ihm eine Geschichte erzählt, auf die er sich konzentrieren konnte, ich musste doch irgendwas tun." Sie hielt inne, doch bevor jemand etwas fragen konnte sprach sie weiter. „Ich habe ihn nie wirklich gesehen, ich weiß auch nicht, wie wir es geschafft haben uns durch die Wand hindurch zu unterhalten. Nur einmal konnte ich einen Blick auf ihn werfen. Als die Soldaten ihn hinausgeschleppt haben. Sein Kopf war gesenkt, doch er hatte pechschwarze Haare und auch sonst eine Vorliebe für dunkles." Murtagh, schoss es Eragon durch den Kopf. Katrina holte ihn wieder zurück, bevor er in Gedanken versinken konnte. „Versprichst du mir etwas, Eragon." Eragon nickte leicht. „Versuch bitte ihn zu retten, wenn es möglich ist. Er schien ganz nett zu sein, auch wenn ihm etwas fast das Herz brach. Ich weiß nicht, was mit ihm geschehen ist, aber ich will nicht, dass ihm etwas geschieht." „Ich tue mein möglichstes", versprach er. Doch wenn es wirklich Murtagh war, dann standen die Chancen ihn zu retten wirklich schlecht.

Stunden später flogen sie über das Land hinweg. Rion saß vor Lilu, in seinen Armen hielt er Sasra, die aufgeregt alles betrachtete, was unter ihnen weg rauschte. Valeska saß hinter Nolan, dem es doch ein wenig unangenehm zu sein schien, da er noch immer fürchtete, gleich die nächste Schimpftirade zu hören. Hinter Eragon saß Arya, obwohl die Elfe gesagt hatte, dass sie mit Eragon reden wollte, hatten sie noch keine zwei Sätze miteinander gewechselt. Sie flogen den ganzen Tag hindurch, mit Hilfe des Windes hatten sie die Wüste schnell überquert. Erst gegen Abend landeten sie am Rande der Wüste. Sasra erkundete ihre Umgebung und suchte sich etwas zu fressen. Nimm die Nase aus dem Loch, schnappten Ailia und Saphira gleichzeitig. Da könnte etwas drin sein, das zurück beißt. Fügte Saphira an. Das Drachenmädchen blickte beleidigt drein und ignorierte die Drachendamen. Plötzlich war sie bis zur Schwanzspitze im Loch verschwunden, schoss aber sofort wieder heraus. Nur noch der Schwanz einer Ratte hing aus ihrem Maul. „Du tust gerade so, als hättest du deine Nase nicht in jedes Loch gesteckt", zog Nolan seine Drachendame auf. Ich habe auch oft genug eins auf die Nase bekommen. Eragons Blick fiel auf Rion, der Junge starrte traurig ins Feuer. „Was fehlt dir denn?" Rion hob den Kopf. „Es ist nichts, ich vermisse meine Familie nur ein wenig." Nolan nickte verstehend. „Das verstehe ich, ich vermisse meine Familie auch jeden Tag wenn ich nicht bei ihnen bin." Valeska schnaubte. Doch bevor sie etwas sagte, warf Lilu ein: „Das verstehen wir doch alle. Weißt du was, bis du wieder bei ihnen bist, sind wir deine Familie." Die anderen nickten zustimmend.

Die Nacht verging nur Langsam. Jeden am Feuer schien etwas zu beschäftigen. Irgendwann erhob Lilu sich und setzte sich zu Arya. „Warum tust du das?" Die Elfe sah sie fragend an. „Was tue ich denn." Lilu schmunzelte: „Die Art wie Eragon dich ansieht und du siehst ihn manchmal genauso an, wenn er nicht hinsieht. Ich wünsche mir mein Leben lang jemanden, der mich so ansieht." Arya hielt inne und betrachtete die Sterne. „Du siehst eine Menge für jemanden deines Alters." Die Tänzerin lachte leise. „Ich habe gelernt zuzusehen. Sagst du mir, jetzt, warum du es nicht erlaubst?" Die Elfe löste ihren Blick wieder vom Himmel. „Es gibt viele Gründe. Zum einen bin ich beinahe 100 Jahre älter als er", Arya sah Lilu an, dass sie ihr die Ausrede nicht abnahm, denn mehr war es eigentlich auch nicht. „Zum anderen habe ich mir einmal geschworen, dass ich mich nicht verliebe, solange der Krieg tobt. Kein Schwur in der alten Sprache, einfach nur ein Versprechen." „Das ist Unsinn", entfuhr es Lilu. „Liebe ist Liebe, sie lässt sich nicht beeinflussen, nicht so." Arya lächelte schief. „Das habe ich bereits bemerkt. Aber ich weiß wo dass alles hin führen kann. Ich weiß, wie es aussieht, wenn das Herz bricht, weil der Gefährte starb und das will ich nicht." Lilu Lächelte sanft. „Ach und es hilft, wenn du dir dein Glück versagst. Pass nur auf, sonst bricht dein Herz nicht, es erfriert."

Eragon betrachte die Flammen. „Was beschäftigt dich?" hörte er Nolan plötzlich sagen. Eragon überlegte einen Augenblick lang, dann erzählte er die ganze Geschichte. Nolan lächelte mild. „Wenigstens weißt du, dass dein Bruder dich nicht freiwillig bekämpft. Wenn du Katrina richtig verstanden hast, dann besteht für … Murtagh noch Hoffnung." Nolan warf Lilu einen Blick zu. „Unsere Mutter dagegen ist schon lange verloren. Es tut mir leid was sie deinem Bruder antut." Eragon seufzte Leise. „Seine Familie kann man sich nicht aussuchen." Valeska mischte sich nun auch ein. „Genau genommen habt ihr das vor wenigen Stunden getan. Ihr habt euch zur Familie erklärt und warum auch nicht. Ihr seid eine Familie. Wenn ihr Glück habt, könnt ihr bald noch weitere Mitglieder aufnehmen. Mit sehr viel Glück sogar deinen Bruder, dass heißt, wenn es euch gelingt vorher einige kleinere Probleme zu lösen."

Sie brauchten noch zwei weitere Tage, bis sie Ellesméra erreichten. Sasra hatte ein wenig an Größe zugelegt, doch sprechen konnte sie noch nicht. Neugierig beäugte das Drachenmädchen wirklich alles. Nach ihrer Landung, machte sie nicht einmal vor Islanzadi halt. Die Elfenkönigin war im ersten Augenblick überrascht, doch dann ließ sie das Junge gewähren. Nach einer förmlichen Begrüßung betrachtete Islanzadi jedes Mitglied der kleinen Gruppe. „Wie ich sehe, ist während der Vergangenen Tage einiges Geschehen." Eragon lächelte leicht. „Das ist wahr Hoheit. Ich möchte euch die Zwillinge Lilu und Nolan, sowie ihre Drachen Daray und Ailia vorstellen. Ihre Lehrmeisterin Valeska." Dann trat er hinter Rion und legte ihm beruhigend die Hände auf die Schultern. „Und dies hier ist Rion, mit seinem Drachenmädchen Sasra." „Und Mutter, wir haben noch etwas mitgebracht", Arya holte. Aus ihrem Beutel holte Arya vier der Dracheneier hervor. „Eine Gabe, des fahrenden Volkes. Wir konnten leider nicht alle Eier herbringen, die sie beschützten." „Das fahrende Volk … Dracheneier? Was hat das alles zu bedeuten?" Arya lächelte: „Das Mutter, ist eine lange Geschichte."