Das Geheimnis unter den Wurzeln

Eragon und Saphira hatten ihre Freunde auf den Berg geführt, auf dem sie Oromis das Erste mal Begegnet waren. „Nun habe ich eine gewaltige Überraschung für euch." Am Horizont erschien der goldene Drache. „Gleadr", entfuhr es Valeska. „Wie ist das Möglich." Als der Drache näher kam, sah sie auch seine Verletzung und schüttelte den Kopf. Der alte Elf stieg von seinem Drachen. „Wahrlich eine Überraschung, dich hier zu sehen. Ich dachte, Galbatorix hätte dich getötet." Valeska schüttelte den Kopf. „Nein, er hat mir das Liebste genommen, aber ich habe überlebt." Oromis Blick wanderte zu Daray, Ailia und Sasra. „Und wie ich sehe, habt ihr damals, gegen Vraels Willen gehandelt. Wie viele Eier konntet ihr Retten." Valeskas ernste Züge hellten sich einen Moment lang auf. „Wir konnten zwanzig Eier retten. Und wie du siehst, alter Freund. Sind einige Drachen bereits geschlüpft." Vorsichtig näherte Sasra sich Gleadr. Einen Moment lang wartete sie, ob der goldene Drache es wohl zuließ. Als Gleadr sich nicht regte beschnüffelte das graue Drachenmädchen ihn behutsam weiter. Verzeih Meister. Aber sie ist sehr neugierig, erklärte Saphira. Der goldene Drache begann Leise zu lachen. Nicht neugieriger als andere Drachenjunge auch. Ich habe schon ungestümere Exemplare erlebt. Lilu lehnte sich an Daray. Auch Oromis Lächelte: „Erzähle mir bitte was dir in den letzten 100 Jahren widerfahren ist und dann werde ich deine Schüler prüfen." Valeska nickte leicht. „Gerne." Sie hielt den Blick auf Lilu und Nolan gerichtet. „Sie haben ihre Stärken und Schwächen. Lilu ist eine der besten Heilerinnen die mir je begegnet ist. Ihr Schwertkampf ist sehr … eigenwillig. Und Nolan. Eigenwillig ist gar kein Ausdruck. Zu seinen Fähigkeiten kann ich nicht viel sagen." Sie biss die Zähne zusammen, was den jungen Mann freute, mit ihm wurde erst einmal genug geschimpft.

Sie flogen zu Oromis Hütte. Dort nahmen Oromis und Gleadr sich einen nach dem anderen vor. „Deine Meisterin nannte deinen Kampfstil eigenwillig. Lass ihn mich sehen. Eragon …" Lilu und Eragon stumpften ihre Klingen ab. Dann wartete Lilu einfach ab, bis Eragon die Geduld verlor und angriff. Geschickt wich sie jeder seiner Bewegungen aus, sie drehte sich und Sprang. „Es sieht aus, als würde sie tanzen", murmelte Rion irgendwann. Einige Augenblicke später spürte Lilu das Metall der Klinge, die Eragon trug, seit Murtagh ihm Zar'roc abgenommen hatte. „Wahrlich einmalig", kommentierte Oromis. „Aber ich denke doch, dass es noch einiges zu verbessern gibt, Tänzerin." Auch Nolan unterlag, seine Technik war eine ganz andere. Während Lilu auf Schnelligkeit und Beweglichkeit setzte, lag Nolans große Stärke in seiner Kraft. Während ihres Übungskampfes bemerkte Eragon, dass auch sein Gegner ein Stück der Schale seines Drachen um den Hals trug. Ebenfalls an einem Lederband. Doch wie Eragon, trug auch Nolan keine Elfenklinge. Auch Magie beherrschten sie, obwohl Nolan dort andere Erfahrungen zu haben schien, als seine Schwester. Sie beherrschten die unterschiedlichsten Zauber. Dann wandte Gleadr sich den Drachen zu. Er sorgte dafür, dass Ailia und Daray sie wild verbogen. Der lilana Drache lies fast alles ohne zu murren über sich ergehen, auch wenn er einige Übungen doch ein wenig albern fand. Gleadr zog den direkten Vergleich, zwischen den Drachen der Zwillinge und Saphira. Er stellte fest, dass Ailia wie Saphira die geborene Fliegerin war, Daray der geborene Krieger. Der Lilana Drache war schwerer und etwas größer als Ailia, die immerhin am selben Tag geschlüpft ist, wie er und auch Saphira würde in ihrem achten Jahr nicht Darays Größe und Gewicht erreichen. Wir haben alle unsere Stärken und Schwächen, gab der lilane von sich und ließ sich wieder neben seiner Reiterin nieder. „Ich habe vergessen zu erwähnen, dass meine Schülerin manchmal etwas kindisch ist", Valeska beobachtete gerade, wie Lilu einige Kieses in der Luft zum Tanzen brachte um so Rion ein wenig von seinem Heimweh abzulenken. Sofort fielen die Steine zu Boden. „Entschuldigung." Oromis schmunzelte. „Es ist gar nicht schlimm, etwas kindisch zu sein. Doch im rechten Moment." Lilu nickte nur schwach. „Ich habe schon lange kein Kind mehr unterrichtet. Aber ich würde es gerne versuchen, wenn du dazu bereit bist." Rion nickte eifrig. „Natürlich Meister, sonst wäre ich gar nicht hier." Wieder lächelte Oromis. „Gut, dann werde ich einen Lehrplan für dich zusammenstellen."

Sie saßen noch bis in den späten Abend zusammen. Rion und Sasra tobten über die gesamte Wiese. Oromis gefiel es, wieder ein Kind und seinen Schlüpfling um sich zu haben. „Meister, ich habe eine Frage, eine sehr ernste." Oromis nickte leicht. „Dann bitte Lilu, stell sie." Lilu atmete tief durch. „Eragon hat uns von seinem Bruder erzählt, dem Reiter des roten Drachen. Und dieser Reiter hat behauptet, Galbatorix kennen seinen wahren Namen, aber wie ist das möglich, ich dachte nur die Elfe kennen die wahren Namen der Dinge?" Der alte Elf nickte nachdenklich. „Und dem ist auch so." Die Anwesenden verstanden Oromis gleichzeitig. „Aber das bedeutet dann noch, dass ein Elf Galbatorix, den wahren Namen verraten haben muss." Oromis nickte mit einem traurigen Lächeln auf den Lippen. „Ich fürchte, Galbatorix hat einen Verräter in meinem Volk gefunden. Einen Verräter, der nahe zu alles zu tun bereit ist. Selbst einen Jungen und dessen Drachen an einen Menschen wie Galbatorix auszuliefern." Eragon schwieg eine ganze Weile. „Ist es möglich, den wahren Namen eines Menschen zu ändern?" „Du willst wissen, ob du deinen Bruder so retten kannst? Nun eigentlich ändert nur der Tod einen wahren Namen", eine eindeutige Antwort.

Eragon wanderte betrübt mit Saphira an seiner Seite durch Ellesméra. Es war spät, Rion schlief bereits Lilu, Nolan und ihre Drachen wanderten ebenfalls umher. „Es gibt vielleicht doch eine Möglichkeit Eragons Bruder zu retten, doch das wird schwierig." Nolan erklärte es seiner Zwillingsschwester. „Schwierig, das ist beinahe unmöglich." „Nichts ist unmöglich Schwesterchen. Aber wir sollten das alles erst einmal für uns behalten."

Unter dem Menoabaum trafen sie auf Eragon. „Stören wir euch?" fragte Nolan vorsichtig. Eragon schüttelte den Kopf, immer noch beschäftigte ihn das Gespräch des Abends, doch noch etwas beschäftigte ihn. Die Worte Solembums. Dann sollten wir vielleicht suchen, meinte Daray. „Aber wir dürfen hier nichts zerstören, dieser Baum ist den Elfen wichtig." Lilu lächelte schief. „Wir sind Drachenreiter oder, dann sollten wir uns vielleicht auch so auf die Suche begeben." Vorsichtig tasteten sich die Geister der Drachenreiter vorwärts, bis sie auf etwas stießen. Unter einer der Wurzeln des Baumes fanden sie einen versiegelten Behälter. Eragon öffnete ihn und ein Papier viel ihm entgegen, als er es öffnete bemerkte er, dass es sich um eine Karte handelte. Auf ihr war ein Weg hinaus aus Ellesméra eingezeichnet, tief hinein in die Wälder Du Weldenvardens. Am oberen Rand stand ein Name. Maël, der Schmied. Was hatte das alles zu bedeuten?

Eragon hoffte, dass Rhünon, die einzige Schmiedin, die er hier kannte, ihm bei der Beantwortung dieser Fragen vielleicht Helfen konnte. Auch mitten in der Nacht Hämmerte Rhünon noch in ihrer Schmiede auf etwas herum. Sie wandte sich um, als sie Eragon und die anderen bemerkte. „Du schon wieder? Solltest du nicht irgendwo kämpfen." Dann viel ihr Lilus Schwert ins Auge. „Esterni! Ein kraftvolles Schwert das du da trägst." Lilu nickte Lächelnd. „Eine wunderbare Arbeit und sie hat mir sogar schon Glück gebracht, bis heute musste ich es nie im Kampf gebrauchen." Rhünon hob eine Augenbraue. „Dann hoffe ich für dich, dass du die Klinge nie gebrauchen musst." Dann wandte sie sich Eragon zu: „Also, was wollt ihr." Er gab Rhünon das Pergament. „Wir haben das in den Wurzeln des Menoabaumes gefunden." Rhünon nahm es entgegen. „Maël, mein Schüler. Das heißt, er war es, bevor Galbatorix die Macht an sich riss. Er hat sein erstes Schwert zur Zeit des Verrats angefertigt, für einen jungen Drachenreiter, der es nie erhalten hat. Es brach ihm das Herz und noch schlimmer wurde es, als ich meinen Eid ablegte. Kurz darauf ist er spurlos verschwunden. Mehr kann ich euch nicht sagen. Es ist traurig, er war sehr talentiert."

Ohne eine richtige Antwort verließen sie Rhünons Schmiede wieder. Was haben wir jetzt vor, fragte Saphira. „Ich denke, wir gehen auf Schatzsuche."

Bedeutet Glück (Vorausgesetzt, ich habe das Richtige Wort aus dem Satz herausgepickt)