Neue Schwerter
Das unerbittliche Geräusch zweier Weckkugeln hallte durch Gemächer der Drachenreiter. Seufzend erhob Eragon sich aus dem Bett. Saphira blickte hinaus, sie beobachtete etwas am Himmel. Eragon folge ihrem Blick und entdeckte Daray und Lilu. Der lilane Drache setzte zur Landung an. Er ist ein gut aussehender Drachen, er sieht um so vieles besser aus als Dorn, Eragon war sich nicht sicher, ob er bei Saphira ein Gefühl der Verliebtheit spürte, zumindest aber eine Schwärmerei. Er nahm sich vor, zu erkunden, wie nah sich Daray und Ailia standen. Eragon beeilte sich, sich fertig zu machen, zu lange wollte er Lilu nicht warten lassen. Saphira sprang aus dem Baumhaus und ließ sich einfach Fallen. Mit einem dumpfen Knall landete sie neben Daray, guten Morgen. Begrüßte sie sie. Kurz nach dem Eragon bei ihnen angekommen war, traf auch Nolan ein, der junge Mann wirkte alles andere als wach, er brummte etwas, das mit etwas Phantasie wie eine Begrüßung klang. Warum um alles in der Welt ist dieses Mädchen schon so wach, brummte Ailia. Daray lachte es liegt in der Natur des fahrenden Volks, früh auf den Beinen zu sein. Vor Sonnenaufgang wird gepackt, am Tag wird gereist und am Abend bringen die die Menschen zum Lachen. „Aber das gilt wohl nicht für alle. Du bist etwas aus der Übung, Bruder." Wieder murmelte er etwas Unverständliches. „Gut, lasst uns aufbrechen, das Schwerttraining wartet." Lilu schmunzelte. „Nein, tut er nicht." Die Männer sahen sie fragend an, also erklärte sie. „Ich war heute Morgen bei Oromis und habe ihm von unserer Entdeckung erzählt. Er hat uns für heute frei gegeben. Wir können dem also in aller ruhe nachgehen." „Und Rion?" warf Nolan ein. „Auch dafür ist gesorgt, er, Sasra und Valeska sind bereits bei Oromis. Er und Valeska werden sich heute um ihn kümmern." Eragon lächelte schief. „Du hast an alles gedacht." Lilu nickte leicht und Daray schmunzelte wenn ihr Schlafmützen uns nicht hättet…
Arya kam auf sie zu: „Wenn ihr nichts dagegen habt, würde ich euch gern begleiten." Einige Augenblicke später machten sie sich auf Pferden auf den Weg, der Wald war zu dicht um die Strecke fliegend auf den Rücken der Drachen zu bewältigen. Deshalb brauchten sie auch eine Stunde, bis sie ihr Ziel erreicht hatten. Sie standen auf einer Lichtung, die groß genug für die Drachen war. Also landeten sie, doch ihr Ziel hatten sie sich ein wenig anders vorgestellt. Sie standen vor einer alten, verfallenen Hütte. Hier war wirklich nichts besonders. Vorsichtig trat Eragon vor die Tür und klopfte. Schon während er die Tür berührte, öffnete sie sich. Das Innere war erstaunlich aufgeräumt. Nirgendwo lag auch nur ein Staubkorn. Vorsichtig traten die Drachenreiter ein. Die Hütte war nur spärlich eingerichtet, gerade das nötigste. „Verzeiht", sagte Eragon, in der Hoffnung, dass ihm jemand antworten würde. Doch alles blieb still. „Wunderbar", grummelte Nolan. „Dann sind wir den ganzen Weg umsonst her geritten?" „Das kommt ganz und gar darauf an, was ihr sucht", erschreckte sie eine männliche Stimme. Die Drachenreiter fuhren zu ihm herum. Ein Elf stand in einer Tür am anderen Ende des Raumes. Argwöhnisch nahm er die Eindringlinge unter die Lupe. „Verzeiht, dass wir euch stören", Arya war vorgetreten. „Aber diese Drachenreiter fanden eure Karte." „Und weiter", in seiner Stimme klang ein kalter Ton mit. „Vor einer Weile", begann Eragon zu erklären. „Gab mir eine Werkatze den Rat, ich sollte unter dem Menoabaum suchen, wenn ich ein Schwert bräuchte und dieser Rat führte uns zu euch." „Werkatzen. Dann hatte Maud also eine kleine Unterredung mit Solembum. Ich nehme an, er hat euch zu mir geführt?" Eragon nickte bestätigend. „Aber ich weiß nicht genau, warum er das tat." Der Elf begann zu lachen. „Da bestehen wohl nicht all zu viele Möglichkeiten. Ich war Rhünons Schüler, ihr bester, wie sie zu behaupten pflegte. Solembum war wohl der Meinung, ich würde dir ein Schwert anfertigen." Eragon musterte den Elf. „Würdet ihr Maël Elda." Der Elf schwieg einen Moment lang. „Auch ich habe einen Eid abgelegt. Ich habe mir geschworen, nur noch für Drachenreiter Schwerter zu schmieden, die Gegen das Galbatorix sind. Nun Junge seit ihr das." „Natürlich", antwortete Eragon in der alten Sprache. „Gut, dann werde ich es tun, damit wir endlich von ihm befreit sind." Sein Blick viel auf Esterni. „Es scheint mir Mädchen, du brauchst kein Schwert Mädchen." Lilu schüttelte den Kopf. „Nein, ich trage dieses Schwert mit stolz. Aber außer uns gibt es noch einen Drachenreiter. Einen Jungen, der eigentlich noch nicht alt genug ist zu Kämpfen. Würdet ihr ihm dennoch ein Schwert anfertigen?" Maël seufzte ergeben. „Ich denke ich werde Rhünon eine Weile in ihrer Schmiede Gesellschaft leisten müssen. Ich weiß nur nicht, wie lange ich die Vettel ertrage."
Die alte Schmiedin empfing ihren ehemaligen recht freundschaftlich, aber es dauerte nicht lange, bis sie sich stritten. Doch beide hatten an dieser Auseinandersetzung ihre Freude. Der Schmied brauchte einige Tage, bis die Schwerter fertig waren. Rhünon konnte es nicht unterlassen, ihn zu kritisieren, wo sie nur konnte. In ihrer Umgebung war es nie Lange still. „Jetzt weiß ich, warum Rhünon gerade ihn als ihren Schüler auserwählt hat. Er ist ihr sehr ähnlich"; grinste Arya. „Und er lässt sich nichts gefallen."
Natürlich hatte Maël sich an Tradition gehalten und so schimmerten die neuen Schwerter der Drachenreiter in den Farben der Schuppen ihrer Drachen. Lilu hatte sich zu ihrem Drachen gesetzt und hatte sich gegen Daray gelehnt. Gemeinsam beobachteten sie, wie Eragon und Nolan zum ersten Mal ihre Schwerter führten. Eragons Adurna, Wasser, wurde von feinen Silbernen Adern durchzogen, die Adern von Nolans Manin waren Golden. Voller Stolz trugen sie ihre Schwerter. Oromis hatte befunden, dass Rion, sein Schwert, Garjzla, das dunkelgrau und silbern war, erst später bei sich tragen durfte, noch war er in den Augen des Elfs etwas zu Jung.
