Kapitel 6
Das Besuchsthema wurde in den folgenden Telefonaten von beiden vermieden. Aber irgendwann gab es keine Ausrede mehr und Grissom erzählte Sara, dass er am Freitag in San Fransisco eintreffen würde. Das Hotel sei auch gebucht und der Rest liege nun bei ihr.
„Ich könnte dich vom Flughafen abholen?", bot sie ihm vorsichtig an.
„Wirklich ? Ist es nicht zu aufwändig?"
„Nein, ich habe am Nachmittag frei. Wenn du willst komme ich."
So stand sie nun in der Eingangshalle und wartete auf ihn. Auf dem Weg zum Flughafen war die Aufregung ins Unermessliche gestiegen, aber mit jeder Minute die sie hier stand, wurde sie ruhiger. Endlich sah sie ihn kommen.
Grissom hatte das Gefühl sein Gepäck war das Letzte auf dem Band, obwohl noch viele andere Passagiere mit ihm warteten.
Einerseits konnte er es nicht erwarten Sara endlich wieder zu sehen, andererseits hatte er Angst, dass die Realität nicht mit seinen Vorstellungen übereinstimmen würde. Sie hatten sich schließlich nur einmal gesehen.
Was wenn das Prickeln nicht mehr da war?
Er hatte den Eindruck, dass er mit Sara auf einer Wellenlänge lag, aber reichte es für mehr als eine Freundschaft?
Endlich hatte er seine Tasche und konnte die Ankunftshalle verlassen.
In der Vergangenheit hatte ihn noch nie jemand vom Flughafen abgeholt. Er war oft neidisch auf die Leute gewesen, die mit großen Augen Ausschau gehalten hatten und dann strahlten, wenn sie die Person sahen, die sie erwartete. Diesmal gehörte er dazu – jemand wartete auf ihn.
Seine Schritte wurden langsamer als er Sara sah. Sein Herz schlug schneller als sie ihn sah und anlächelte.
Eigentlich wollte er so schnell wie möglich zu ihr hingehen, aber stattdessen blieb er stehen.
Zum Glück war Sara nicht erstarrt und als sie vor ihm stand, waren alle Ideen wie er sie begrüßen sollte, vergessen. Er lies die Tasche fallen und umarmte sie.
Sekundenlang standen sie einfach nur so da. Dann löste er sich von ihr.
„Entschuldige."
Sara wollte davon nicht hören.
„Unsinn. Sieh dich doch um. Wir sind nur den Vorbildern gefolgt und das nicht einmal zu 100 ."
Er wusste was sie meinte, denn die meisten beließen es nicht bei einer Umarmung.
Aber damit war der Bann gebrochen.
„Komm, meine Parkkarte gilt nur für eine Stunde."
Grissom nahm seine Tasche auf und folgte ihr zum Auto.
Auf der Fahrt in die Stadt redeten sie nicht viel. Grissom erzählte von seinem Flug und Sara schilderte ihm die Probleme mit dem geborgten Auto.
Schließlich standen sie vor Grissoms Hotel.
„Was nun?", fragte Sara.
„Es war ein langer Tag."
„Willst du schon nach Hause?", fragte Grissom erstaunt.
„Ich dachte, dass ich nur einchecke und wir dann noch etwas unternehmen."
Sara schüttelte den Kopf.
„Ich muss das Auto zurückbringen."
So hatte sich das Grissom nun wirklich nicht vorgestellt. Den restlichen Abend allein im Hotel verbringen, nein das kam nicht in Frage.
„Ich mache dir einen anderen Vorschlag. Wir bringen das Auto zurück und dann setzen wir uns irgendwo in eine gemütliche Gaststätte und reden noch ein wenig. Bitte Sara."
Sie hatte nichts dagegen, wollte aber das ernsthafte Gespräch über ihren Job noch etwas herausschieben. Albern, das Ganze, denn schließlich war es gut, dass sie keiner Beschäftigung dieser Art nachging. Aber sie hatte Angst, dass sie Grissom zu lange nicht die Wahrheit gesagt hatte. Hoffentlich reagierte er darauf nicht allzu schlecht.
Sorry, ein kurzes Kapitel. Aber ich wollte es trotzdem posten.Nicht dass Ihr denkt, dass ich Euch hängen lassen.
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