Titel: No Choice – Keine Wahl

Version: Dezember 2007

Autor: XIProngsIX

E-Mail:

(ab) Band: zeitlich irrelevant

Kategorie: Romance, Story

Kapitel: 3/?

Ratings: PG

Pairing: Harry Potter – Draco Malfoy

Inhalt: Unerwartet trifft Harry Malfoy nach einiger Zeit wieder. Sie könnten sich beide für einen neuen Anfang entscheiden. Ohne Verpflichtungen, Etiketten und Vorurteilen. Aber wenn Gefühle im Spiel sind, hat er da eine Wahl?

Sonstiges: Es tut mir Leid, dass ich in den letzten Wochen nicht aktualisiert habe. Aber ich war u. a. Krank und hatte auch noch andere Dinge zu erledigen. Ich versuche, dass so bald wie möglich aufzuholen.

WARNUNG: OOT – SLASH FANFICTION

Disclaimer: Figuren gehören J.K.R., Schauplätze und Idee mir. Ich verdiene kein Geld damit.

Motorradkluft

Oh, Scheiße."

Harry sah den Motorradfahrer immer näher auf sich zu kommen. Angespannt umklammerte er das Lenkrad wie ein Ertrinkender ein Stück Holz.

„Scheiße, Scheiße, Scheiße!"

Der Motorradfahrer blieb in der Nähe seines Autos stehen und hielt die Waffe immer noch auf ihn gerichtet. Harry wurde immer nervöser. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, sein Magen zog sich zusammen. Am ganzen Körper brach ihm der Schweiß aus.

Was wollte der Typ bloß von ihm? Ihn ausrauben? Er hatte kein Geld dabei. Ihn umbringen? Er kannte ihn nicht. Na ja, das hatte nichts zu bedeuten. Eine Menge Leute würden ihn gerne tot sehen, die er noch nie gesehen hat. Wollte er sein Auto? Er sah nicht so aus, als ob er sich nicht ein Besseres leisten könnte. Vielleicht ein Irrer?

Plötzlich fiel Harry etwas auf. Der Typ kam nicht mehr näher. Was hatte das zu bedeuten? Wenn er ihn bedrohte, wieso blieb er dann in einiger Entfernung stehen? Jetzt winkte der Typ mit der Waffe. Heißt das, er soll aussteigen? Dann war er ihm erst recht schutzlos ausgeliefert. Harry rührte sich nicht. Der Typ kam einen Schritt näher und winkte ihn ungeduldig aus dem Wagen. Was soll er nur machen?

Langsam ließ Harry das Steuer los und langte nach dem Türgriff. Der Typ nickte mit dem Kopf. Etwas mutiger öffnete er die Tür, stieg aus und verschränkte die Arme vor der Brust. Perplex betrachtete Harry den Motorradfahrer, der ihn eindeutig mit der Hand vom Auto weg winkte.

„Was... Was willst du?", fragte Harry und hörte erstaunt, wie aufsässig er klang.

Der kalte Wind wehte ihm ins Gesicht und er glaubte, ein Seufzen gehört zu haben. Seit wann seufzt denn ein Verbrecher? Unerwartet ging der Motorradfahrer mit weit ausholenden Schritten auf ihn zu. Harry wich zum Auto zurück. Doch bevor er etwas tun konnte, hatte der Typ ihn auch schon am Arm gepackt.

„Hey! Was soll-"

Mit Schwung wurde er halb beiseite, halb hinter den Typen in Lederkluft gezerrt und Harry drohte, hinzufallen. Der Typ hingegen schien sich dafür aber nicht im geringsten zu interessieren, sondern wandt sich wieder dem Wagen zu.

„Und jetzt zu dir."

Wie bitte?

Hatte der Typ gerade wirklich mit seinem Auto geredet oder wollte er Harry bloß zum Narren halten? Er verstand die Welt nicht mehr. Und wieso hatte er ihn weggezogen?

„Los! Aussteigen!", fuhr der Motorradfahrer weiter sein Auto an.

Das ist doch...

Dem Motorradfahrer wurde es zu bunt und er riss die Hintertür auf.

„Wenn du nicht sofort aussteigst, wird das jetzt sehr hässlich werden", knurrte er.

Harry schluckte.

Und endlich regte sich etwas. Auf seinem Rücksitz kroch ein Mann hervor und richtete sich vor seinem Auto auf. Er hatte dunkle, ungepflegte Haare. An einzelnen Stellen schienen sie auszufallen. Als hätten Mäuse dran genagt. Seine Kleidung war zerrissen und schien zu dünn für diese Jahreszeit zu sein. Dann sah Harry sein Gesicht. Es war fleckig und eingefallen. Eine Narbe verlief quer über der rechten Wange. Buschige Augenbrauen umrandeten kalte, hasserfüllte Augen. Sein ganzes Gesicht wirkte düster und machte einen erschreckenden Eindruck.

Der Mann sah erst den Motorradfahrer an, dann Harry und wieder zurück. Ein hämisches und boshaftes Lächeln huschte über sein Gesicht. Er hatte eine Zahnlücke. Harry lief es eiskalt den Rücken runter.

„Habt ihr mich entdeckt", sagte das Fleckengesicht und beim Klang seiner Stimme fühlte sich Harry noch unwohler. Sie war rau, er krächzte fast. Und sie klang bedrohlich. Allerdings nicht minder bedrohlich wie die Stimme des Motorradfahrers, als er seine nächsten Worte sagte.

„Messer weg. Sofort!"

Erst jetzt bemerkte Harry, dass der Alte ein Messer in der Hand hielt. Es glänzte im Licht der Scheinwerfer und Harry zog zischend die Luft ein. Es war lang. 20 Zentimeter vielleicht. 30. Und es war alt. Rostspuren überzogen die Klinge. Beim Gedanken, wie dieser ihn mit dem Messer bedroht hätte oder noch schlimmer, ihn verletzt hätte, fasste sich Harry unwillkürlich an die Kehle.

„Ha ha ha!", lachte der Mann rau und legte seinen Kopf in den Nacken. Es hörte sich krankhaft an.

Dann blickte der Mann Harry an und unwohl ging er einen Schritt zurück.

„Ja ja, Bürschen. Das wäre ekelhaft gewesen, wenn ich dich damit aufgeschlitzt hätte." Seine Augen funkelten und ein dunkler Schatten huschte über sein Gesicht. „Warst erst ewig lang weg und lässt mich im kalten Auto warten. Und dann taucht auch noch dieser Lackaffe hier auf und vermasselt mir die Tour. Blinkt ständig auf. Oder hätt' ich's doch wagen sollen und uns damit gegen einen Baum fahren lassen? Schlimm genug, dass du das Schwein nicht gesehen hast. Bringst einen alten Mann in Lebensgefahr. Unverantwortlicher!."

Er spukte dem Motorradfahrer vor die Füße und wischte sich den Mund mit dem schmutzigen Ärmel ab. Harry verzog angewidert das Gesicht.

„Hey! Bist du taub? Messer weg hab ich gesagt." Der Motorradfahrer ließ die Waffe ein bisschen zappeln und trat näher auf den Lumpenmann zu.

„Ja ja, schon gut. Ich leg's ja schon weg", erklang die Stimme des Alten. Und tatsächlich, er warf das Messer von sich weg.

„Umdrehen. Hände auf das Dach." Der Alte gehorchte sogar, ohne zu meckern.

Der Motorradfahrer war gerade im Begriff, das Messer aufzuheben, als sich der Alte plötzlich wieder umdrehte. Er bemerkte es zu spät. Mit einem irren Grinsen im Gesicht trat der Alte nach ihm.

„Vorsicht!", rief Harry.

Der Alter traf genau den Schritt seines Retters.

„Autsch." Mitleidvoll verzog Harry das Gesicht.

„Tehehehe, das kommt davon, wenn man nicht aufpasst." Der Alte grinste wieder und Strähnen seines Haares fielen ihm ins Gesicht, als er den Motorradfahrer von oben herab anblickte. Dann schlug er ihm in den Nacken und der Motorradfahrer brach auf dem Boden zusammen.

„Hey, alles okay?", rief Harry, aber da drehte sich der Alte um und lief um das Auto. Er will das Messer holen. Harry spurtete los. Der Alte rannte auf das Messer zu und Harry wollte ihn schon an der Schulter packen, als dieser sich umdrehte und plötzlich ein zweites Messer in den Händen hielt. Abrupt hielt Harry an.

„Komm mir nicht zu Nahe, Bürschen. Sonst stech' ich dich ab."

Der Alte fuchtelte mit dem Messer und Harry wich angespannt zurück.

„Ja, da haste Schiss, was?" Der Alte grinste noch mal und entblößte seine gelben Zähne mit der Lücke. Dann drehte er sich um und rannte in den Wald. Begleitet von seinem irren Lachen. Harry sah ihm nach und war froh, dass der Verrückte endlich weg war.

Von der anderen Seite des Autos kamen ihm Geräusche entgegen. Oh, verdammt! Den hatte er ganz vergessen. Harry lief zurück und sah, wie sich der Motorradfahrer aufgesetzt hatte. Die Schusswaffe lag achtlos neben ihm.

„Alles okay mit dir?", fragte Harry. Immerhin war so ein Tritt und Schlag ziemlich schmerzvoll.

Der Motorradfahrer antwortete ihm nicht, sondern zog lediglich seinen Helm aus. Zum Vorschein kamen silberne, blonde Haare, die sein Besitzer kurz zurecht schüttelte. Von unten herauf sah er Harry ärgerlich an.

Potter, du Idiot."