Titel: die gestiefelte Katze – Teil 2
Autor: lorelei_lee1968
Rating: ab 16
Pairing: SS/RL (ich kann's nicht lassen) und heute ein bisschen RL/DM und RL/LM
Challenge: „Märchen 2009"
Disclaimer: Alles JKR – mir nix

Warnungen: AU (was nix anderes heißt als „alle leben noch")


Die gestiefelte Katze

Minerva fackelte nicht lang. Sie hörte sich um und erfuhr, dass der König eine Vorliebe für spezielles Geflügel hatte.

Also machte sie sich auf und fing ein paar dieser Tiere ein. Kaum war das geschehen, ging sie zum Schloss und gab das Federvieh dort ab.

Natürlich mit den besten Empfehlungen ihres „Herrn" Remus de Loup-Garou.

Im Schloss war man hocherfreut und bezahlte in Gold.

Das Gold trug Minerva sehr zufrieden nach Hause zu Remus.

„Hier", sagte sie und warf ihm den Beutel mit den Goldstücken hin, den er reichlich ungeschickt auffing. „Da ist schon mal die Kohle. Das mit dem Reichtum hätten wir also schon fast. Bleibt nur noch Glück und Sex."

„Liebe", korrigierte Remus sie hartnäckig und zählte weiter das Gold.

„Was auch immer", meinte Minerva.

„Was hast du eigentlich dafür getan?", fragte Remus und deutete auf das Gold.

Minerva lächelte schmal.

„Ich dachte schon, du fragst nie. Der König steht auf Pfauen. Ich hab' ihm welche beschafft."

„Pfauen?", staunte Remus. „Isst er so was?"

Minerva zuckte mit den Schultern.

„Keine Ahnung. Mir auch egal. Ich denke, ich werde noch ein paar davon für ihn fangen, dann kommt noch ein bisschen mehr Geld in die Kasse. Ach ja – bevor ich es vergesse… du bist jetzt adlig."

„Ach?", fragte Remus schwach. Irgendwie ging ihm das alles ein bisschen zu schnell. „Gehört das schon zum Thema Glück?"

Minerva schnaubte verächtlich.

„Nein – das gehört in den Bereich Flunkern für Fortgeschrittene. Ich habe heute im Schloss von weitem den Prinzen gesehen. Das ist ein richtiger Schnuckel. Der wär' was für dich. Dann hätten wir auch das Thema Sex abgehakt. Wenn du bei Prinz Draco landen willst, dann macht sich ein Titel immer gut. Du bist also ab heute der Graf Remus de Loup-Garou."

„Nett, dass ich das auch mal erfahre…", äußerte Remus schwach. „Aber… der Prinz… ist der nicht ein bisschen zu jung für mich?"

Minerva verdrehte die Augen.

„Zu jung? Zu jung gibt es nicht! Da biete ich dir was Knackiges auf dem Silbertablett und du willst es nicht. Versteh' einer die Schwulen." Sie stemmte die Hände in die Hüften. „Aber gut – du willst also höher hinaus. Okay. Ist zwar schwieriger, aber nicht unmöglich. König Lucius ist Witwer, das ist also schon mal kein Problem."

„Der König?!" Remus schnappte nach Luft.

„Klappe! Ich denke nach", herrschte Minerva ihn an. „Ah – weiße Pfauen. Das ist die Masche! Davon werde ich ihm morgen welche besorgen. Ich denke mir, dass er dafür wirklich dankbar sein wird."

Remus sah seine ehemalige Katze lächeln und dabei beschlich ihn ein äußerst ungutes Gefühl.

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Minerva fuhr also damit fort, das Schloss mit gewöhnlichen und weißen Pfauen zu beliefern und war dort bald ein gern gesehener Gast.

Geld und Gold brachte sie im Überfluss zu Remus, der so ganz nebenbei und ohne große Anstrengung zu einem reichen Mann wurde.

Eines Tages kam Minerva völlig außer Atem zu Remus.

„Was sitzt du noch hier rum?! Beweg deinen Hintern, aber pronto!", schrie sie ihn an und zerrte ihn hinaus auf die Straße.

„Dürfte ich vielleicht mal erfahren…", wagte Remus zu fragen.

„Später… jetzt haben wir keine Zeit. Himmel! Diese Stiefel bringen mich noch um!", fluchte sie verhalten. „Ich hätte doch auf Turnschuhe bestehen sollen. Mit diesen Absätzen kann man nicht rennen."

Als sie an einem kleinen See angelangt waren, blieb Minerva stehen.

„Okay…", keuchte sie. „Pass gut auf – ich sag's nicht zwei Mal. Ich habe vorhin mitgekriegt, dass der König in seiner Kutsche ausfahren will. Du ziehst dich jetzt aus und planscht ein bisschen in dem Tümpel herum. Den Rest mach' ich dann schon."

„In den See?" Remus beäugte das Gewässer misstrauisch. „Ist der denn auch sauber? Was ist mit Blutegeln oder Wasserschlangen? Was ist wenn…"

Minerva knallte mit ihrer Peitsche durch die Luft.

„Klappe. Ausziehen. See."

Remus war bleich geworden und hob begütigend die Hände.

„Ist ja schon gut – ich mach ja schon. Alles im grünen Bereich."

Remus entledigte sich seiner Kleidung und wollte schon in den See steigen, als Minerva ihn aufhielt.

„Was soll das werden?", kreischte sie.

„Ja, aber, ich dachte, ich soll in den See…", stammelte Remus verwirrt.

„Ich sagte ausziehen! Und zwar alles! Wir haben keine Zeit für diesen Quatsch." Mit diesen Worten riss sie ihm kurzerhand die Unterhose vom Körper und schubste ihn in den Tümpel.

Eilig versteckte sie die Kleidungsstücke, so dass sie nicht mehr zu sehen waren und wollte wieder zur Straße rennen, als Remus sie noch einmal anrief.

„Minerva – woher weißt du, dass er genau hier vorbeikommt? Er könnte doch überall spazieren fahren?"

„Weil dieses Märchen sonst nicht funktioniert!", gab sie zurück. Sie verschwieg ihm dabei, dass am Ende dieser Straße ein Strip-Schuppen war, den der König regelmäßig aufsuchte – wie auch heute wieder.

Von weitem hörte sie die Kutsche anrollen und so lief sie zum Straßenrand und machte Anstalten, das Gefährt aufzuhalten.

„Ach! Allergnädigster König! Mein Herr, der hat sich hier im See zum Baden begeben, da ist ein Dieb gekommen und hat ihm die Kleider gestohlen, die am Ufer lagen; nun ist der Herr Graf im Wasser und kann nicht heraus, und wenn er sich noch länger darin aufhält, wird er sich erkälten und sterben."

Die Kutsche hielt auch tatsächlich an, die blonden, langen Haare von König Lucius wurden im Kutschfenster sichtbar.

Der König sah hinaus auf die gestiefelte Minerva und warf dann einen Blick zum See hin.

„Der Mann, der mich immer so trefflich mit Pfauen versorgt, befindet sich in einer Notlage? Und dazu noch nackt?", fragte Lucius gedehnt und ein Lächeln huschte über seine Lippen.

„Allerdings", bestätigte Minerva. Ihrer Meinung nach konnte das Thema Sex bereits als erledigt betrachtet werden.

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Fortsetzung folgt…