Titel: die gestiefelte Katze – Teil 3
Autor: lorelei_lee1968
Rating: ab 16
Pairing: SS/RL (ich kann's nicht lassen) und heute ein bisschen RL/LM
Challenge: „Märchen 2009"
Disclaimer: Alles JKR – mir nix

Warnungen: AU (was nix anderes heißt als „alle leben noch")


Die gestiefelte Katze

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Remus aus dem See zu holen und in die Kutsche des Königs zu verfrachten, war die Arbeit eines Augenblicks.

Dort saß Remus nun also, tropfnass und immer noch splitternackt auf den weichen Samtpolstern und ertrug die begehrlichen Blicke des schönen blonden Königs mit größtmöglichem Anstand.

„Endlich lerne ich den Mann kennen, dem ich diese wunderbaren Pfauen verdanke", sagte der König mit seiner melodischen Stimme.

„Ach! Allergnädigster König!", meldete sich da Minvera von der Straße aus erneut zu Wort. „Solltet ihr jetzt nicht Kleidung für meinen Herrn holen lassen? Möglichst schön und teuer?", half sie nach.

„Und mich diesen Anblicks berauben?" Der König lächelte schmal. „Eher nicht."

Minerva war für einen Moment sprachlos und Remus' Wangen verfärbten sich dunkelrot.

„Er friert!", protestierte Minerva energisch. „Dann hätte ich ihn ja genauso gut zum Sterben im See lassen können."

„Sie hat da nicht ganz Unrecht", erklang da eine tiefe Stimme. In einer der dunklen Ecken der Kutsche hatte bislang unbemerkt ein schwarzhaariger Mann in ebensolcher Kleidung gesessen, der sich erst jetzt vorbeugte und dadurch ins Blickfeld rückte. „Lucius – er wird sich so noch den Tod holen. Außerdem werden die Polster nass."

Der König seufzte.

„Na schön. Du bist zwar ein Spielverderber – aber du hast Recht. Nasse Samtpolster sind wirklich lästig." Er schenkte dem dunklen Mann einen leicht höhnischen Seitenblick. „Dann gib du ihm deinen Mantel. Es war ja schließlich auch deine Idee, Severus."

„Jawohl, mein Herr und König", erwiderte der dunkle Mann und erst jetzt wusste Remus, mit wem er es hier zu tun hatte. Severus Halbblutprinz war ein Bastard, der königliches Blut in sich hatte und auf Geheiß von König Lucius bei Hofe leben durfte.

Prinz Severus entledigte sich seines Mantels und warf ihn Remus ohne ein weiters Wort über die Schultern.

Remus schmiegte sich dankbar in die wärmenden Falten des Kleidungsstückes und ließ es sich nun gerne gefallen, dass er König nach seiner Hand griff und diese streichelte.

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Die Kutsche fuhr schließlich weiter und Minerva sah dem Gefährt erleichtert hinterher.

Doch dann verwandelte sie sich zurück in eine Katze und sprang davon.

Sie wusste, welche Strecke die Kutsche fahren würde und sie wusste auch, dass dieser Weg an einem prächtigen Wald und an sehr ertragreichen Feldern vorbeiführen würde.

Sie nahm also eine Abkürzung und überredete die Arbeiter, die sie auf dem Feld und im Wald antraf, dem König zu sagen, dass dieses herrliche Bauerwartungsland niemand anderem als ihrem Herrn, dem Grafen Remus de Loup-Garou gehören würde.

Die Leute waren zuerst nicht sehr kooperativ, doch als Minerva zwei-, drei Mal mit ihrer Peitsche durch die Luft geknallt hatte, waren sie äußerst dienstbeflissen.

Sie bemerkten jedoch noch, dass ihr wirklicher Herr – der böse Zauberer Lord Voldemort – sicher alles andere als begeistert von dieser Eigentumsübertragung sein würde.

Minerva zuckte jedoch nur mit den Schultern. Ein Zauberer. Pfft. Wenn das alles war. Zaubern konnte sie auch. Sie ließ sich von den Arbeitern den Weg zum Wohnsitz des Zauberers erklären. Das Anwesen war von dem Wald aus zu sehen und so machte sie sich auf, Lord Voldemort einen Besuch abzustatten.

Nachdem König Lucius erfahren hatte, dass das ertragreiche Feld Remus gehörte, war er dazu übergegangen die Innenseite seiner Schenkel zu liebkosen, was Remus einerseits ungemein erregte, andererseits jedoch ziemlich peinlich war, denn Prinz Severus saß immer noch mit in der Kutsche. Dem Gesichtsausdruck des Prinzen nach zu schließen, langweilte er sich entweder sehr stark oder er hatte so etwas schon tausend Mal beobachten müssen.

Remus wusste nicht, welche dieser Optionen ihm lieber war.

Als man dem König mitteilte, dass auch dieser herrliche Wald dem Grafen de Loup-Garou gehörte, fing der König an, Remus' Hals und Schultern mit Küssen zu bedecken.

Der einzige Kommentar von Prinz Severus bestand in einem gequälten Seufzen und darauffolgendem eisigen Schweigen.

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Minerva hatte mittlerweile das prunkvolle Anwesen Lord Voldemorts erreicht und klopfte an.

Die Tür wurde so rasch aufgerissen, dass Minerva vor Schreck einen kleinen Schritt zurücktrat. Ein kahlköpfiger Mann mit sehr heller Haut und seltsam blutunterlaufenen Augen stand auf der Schwelle und starrte die gestiefelte Dame an.

„Sind Sie Lord Voldemort?"

„Ja – Sie wünschen?", erwiderte Voldemort griesgrämig. Sein Blick fiel dann jedoch auf Minervas Stiefel und seine Miene hellte sich auf. „Möchten Sie nicht hereinkommen?"

„Äh, nein – eigentlich nicht… ich will dieses Haus."

„Das Haus? Stolzer Stundensatz", meinte Voldemort trocken. „Dafür müssten Sie mir schon was Besonderes anbieten."

„Was Besonderes?", fragte Minerva argwöhnisch. „Was genau verstehen Sie darunter?"

„Naja… fesseln, demütigen, Golden Shower, Kerzenwachs… schlagen…" Voldemorts Augen huschten sehnsüchtig zu Minervas Peitsche.

Minerva dachte sehr intensiv an Remus.

„Was tu ich nicht alles für diese Flachpfeife", murmelte sie vor sich hin.

„Wie bitte?", fragte Voldemort.

„Ich sagte: leg' noch den Wald und das Feld drauf, dann darfst du mir den Weg in deine Folterkammer zeigen."

„Fünf Stunden?", versuchte Voldemort zu handeln.

„Vier!"

„Fünfeinhalb."

„Vier! Und jetzt keine Widerworte mehr oder ich gehe!"

„Ja, Mistress", flüsterte Voldemort und wirkte sehr, sehr glücklich.

Minerva verdrehte genervt die Augen, änderte noch den Namen am Türschild und folgte dem vorfreudigen Lord Voldemort in den Keller.

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Nur kurze Zeit später rollte die Kutsche des Königs in die Einfahrt.

„Und wem gehört dieses wundervolle Anwesen?", fragte König Lucius.

Prinz Severus nahm es auf sich, aus dem Kutschfenster zu sehen.

„Ihm", sagte er einsilbig und deutete mit dem Daumen auf Remus. „Zumindest steht sein Name auf dem Türschild."

Lucius schenkte Remus einen feurigen Blick.

„Severus, lass uns allein", sagte er, ohne den Blick von Remus abzuwenden.

„Ja, mein Herr und König", sagte Severus leise, als ob er diesen Satz in dieser Situation schon tausend Mal gesagt hätte und verließ die Kutsche.

Endlich – in der relativen Abgeschiedenheit seiner Kutsche - konnte der König dem vermeintlichen Grafen zeigen, wie sehr er ihn und seine Dienste für die Krone schätzte.

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Fortsetzung folgt…