Alle Figuren gehören natürlich Stephenie Meyer und nicht mir. Ich spiele nur etwas mit ihnen :)
Viel Spaß beim Lesen!(Und nicht vergessen eine Review zu hinterlassen, gute und/oder konstruktive Kritik ist immer willkommen)
Wir hielten vor einem Wald. Ich hatte noch nie in meinem Leben soviel grün auf einem Haufen gesehen. „Was nun?" fragte ich leicht verwundert und wandte mich an Carlisle. Ich fragte mich, was wir hier wollten. Schließlich tranken Vampire Blut, soweit ich wusste, und dieser Ort hier sah ziemlich menschenverlassen aus. „Wir gehen jagen," erklärte Emmett und sah sehr zufrieden aus.
„Und was jagen wir?" fragte ich skeptisch.
„Alles was uns nicht entkommen kann. Berglöwen und Bären. Vielleicht hier und da ein paar Rehe oder Elche. Aber die schmecken ziemlich fade."
Nun war ich vollends verwirrt. „Ihr meint, wir wollen Tiere jagen und essen."
„Wir essen sie nicht, Tiffany, wir trinken ihr Blut." Erklärte Carlisle sachlich. Ich zuckte zusammen, nicht wegen der Tatsache, dass ich Tierblut trinken sollte, sondern weil Carlisle mich bei meinem Namen angesprochen hatte. Erstens hatte ich ihm den nie gesagt und zweitens versetzte es mich in eine ferne Welt und Zeit zurück, meine menschliche Zeit. „Also ihr trinkt Blut von Tieren?" fragte ich mich um von meiner Irritation abzulenken. „Ich dachte Vampire trinken Menschenblut, vorzugsweise von Jungfrauen."
Emmett grinste anzüglich über mein Vampir-Klischee. „Du hast noch viel zu lernen Kleine," sagte er und legte einen seiner riesigen Arme um meine Schultern. Normalerweise mochte ich es nicht, wenn Fremde mich berührten, aber Emmett hatte so eine lockere, unschuldige Art dabei an sich, dass es mir gar nichts ausmachte. „Also, die meisten Vampire trinken schon Menschenblut, aber es gibt auch die Freaks unter den Vampiren. Wir trinken Tierblut. So können wir lange an einem Ort bleiben und unter Menschen sein ohne, dass wir sie gleich töten wollen."
Ich nickte. Es klang plausibel, aber ich fand es komisch, wie man es schaffen konnte seine Natur und Bestimmung zu verleugnen.
„Also ich wäre soweit," sagte Carlisle und schaute Emmett und mich an. Carlisle sah so unglaublich elegant aus in seinem Cashmere Sweater und den hellen Leinenhosen, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass er damit Bären jagen wollte.
„Ready to rumble?" fragte Emmett herausfordernd. „Folg mir- wenn du kannst." Mit diesen Worten sprintete er los, rein in den dichten Wald. Carlisle schüttelte den Kopf, lächelte aber dabei. „Los, lass uns hinterher, sonst lässt er uns nichts übrig." Nun rannte auch er los und ich folgte ihm. Die Geschwindigkeit war unglaublich, ich hatte beinahe das Gefühl zu schweben. Und je mehr ich rannte, desto schneller und kräftiger schien ich zu werden. Bald hatte ich Carlisle hinter mir gelassen und war kurz hinter Emmett. Obwohl dieser mich zu bemerken schien, wurde er nicht schneller. Plötzlich hielt er abrupt an und ich knallte mit einer enormen Wucht auf ihn drauf. Er fiel nicht auf den Boden und ich tat mir nicht weh, aber der Aufprall machte einen enormen Lärm, wie ein Donnerschlag.
„Vorsichtig junge Dame," sagte Emmett spielerisch und hob einen Zeigefinger. „Wir wollen die Bären doch nicht verschrecken."
„Meinst du wir sollten gleich mit Bären einsteigen Emmett? Vielleicht erstmal ein paar Rehe, das wäre einfacher für sie." Warf Carlisle ein, der nun auch bei uns auf der Lichtung angekommen war.
„Es sind drei Bären etwas nördlich von hier. Für jeden von uns einen." Sagte Emmett. Ich war erstaunt. Woher wusste er das bloß. „Hörst du sie auch," fragte Emmett mich plötzlich und berührte meine Schultern.
„Ehm, nein." Gab ich zu. „Machen Bären überhaupt Geräusche?"
„Alles macht ein Geräusch," erklärte Emmett. „Du musst dich nur darauf konzentrieren. Lass dich von deinen Sinnen leiten."
Ich schloss meine Augen und versuchte mich nur auf mein Gehör zu konzentrieren. Ich konnte einfach alles hören. Jedes Krabbeln und Zwitschern. Ich konnte hören wie die Blätter von den Bäumen fielen. Doch bevor ich die Bären hören konnte, roch ich sie. Es war im keinen Fall mit den Geruch der Menschen in Vancouver zu vergleichen, aber dennoch roch es gut. Vielleicht weil in dem Geruch das Versprechen mitschwang meine brennende Kehle zu löschen. Und dann hörte ich auch die Herzen der Bären. Wie sie das Blut durch ihre Adern pumpten. Ich öffnete die Augen und war komplett fokussiert. Es würde nur noch mich und diese Bären geben. Lautlos bewegte ich mich nördlich, bis die Bären in mein Sichtfeld kamen. Ein Teil meines Gehirns registrierte, dass Carlisle und Emmett hinter mir waren. Aber das war nun uninteressant. Ich peilte den mittleren der Bären an, den größten. Dann sprang ich auf ihn drauf. Es war leicht, ich musste über nichts nachdenken. Meine Zähne versanken in seinem Nacken und ich stöhnte laut, als sein Blut in meinen Mund floss. Die Wärme tat so gut, auch wenn der Geschmack nicht so ganz stimmte. Es belebte mich, wärmte mich auf bis in die Fingerspitzen. Ich saugte solange an dem Bären rum, bis er komplett ausgetrocknet war. Dann ließ ich von ihm ab und schaute nach Carlisle und Emmett. Auch sie hatten sich bereits einen Bären geschnappt. Carlisle biss ihm sehr stilvoll in den Nacken. Er war auf keinen Fall ein Vampir der einem Angst einjagen konnte. Emmett hingegen ging sehr forsch vor. Er hatte den Bären binnen von Sekunden erledigt.
„Das tat gut," sagte ich. Meine Laune hatte sich erheblich gebessert und das Brennen im Hals war nur noch halb so schlimm.
„Du jagst wie ein Profi," sagte Emmett und lachte. „Wir sollten öfter zusammen Bären erlegen. Das würde eine Menge Spaß bringen."
„Emmett, wir müssen noch wichtigere Sachen mit Tiffany besprechen. Wir sollten zum Wagen zurück. Wir haben noch ein Stück Strecke vor uns."
Zu dritt rannten wir zum Wagen zurück. Es war unglaublicher Kick und am liebsten wäre ich bis an unseren Zielort nur gerannt. Das Autofahren würde schrecklich langsam sein, verglichen mit dem Rennen.
Als der Mercedes jedoch wieder in unser Sichtfeld kam, war er nicht mehr das einzige Auto. Daneben stand ein silberner Wagen, ein Volvo. Und davor warteten drei andere Vampire.
