Wieder saß ich im Flugzeug und war auf dem Weg nach LA. Ich starrte jetzt schon die ganze Zeit auf mein Handy, denn Taylor hatte mich einmal angerufen aber so doof wie ich bin, hatte ich ihn ausversehen weggedrückt. Seitdem hatte er sich nicht mehr gemeldet und am Liebsten hätte ich mir eine geknallt. Wieso musste ich auch immer so ungeschickt sein? Oh Gott, ich hasse mich so! Wahrscheinlich dachte er jetzt, dass ich ein richtiger Freak war und nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte. Seufzend legte ich mein Handy weg und hörte bei dem Gespräch meiner Bodyguards zu, sie waren wohl schon mittendrin. Wieso hätten sie auch schon auf mich warten sollen?

„Aber der Film „Bodyguard" ist ja wohl total unrealistisch."

„Ja, find ich auch. Der Film ist sowieso scheiße!"

„Was? Wie jetzt? Ihr würdet nicht alles dafür tun um mich zu beschützen?", mischte ich mich in das Gespräch ein. Vielleicht war es etwas viel verlangt, aber es war immerhin ihr Job.

„Naja...öhm.."

„Doch na klar! Aber der Film ist trotzdem unrealistisch. Wir würden doch nie mit dir zusammenkommen, verstehst du?", erklärte mir Simon. Ach das meinten sie, hätte mir auch gleich einer sagen können.

„Achso..", meinte ich nur und nahm mir meinen Ipod. Seufzend stölpstelte ich mir mal wieder die Kopfhörer in die Ohren und schlief nach kurzer Zeit ein.

[…]

Durch ein Rütteln wurde ich wach und sah mich verschlafen um. Ich hatte das Gefühl, dass die Kopfhörer in meine Ohren reingerutscht waren. Das tat verdammt weh. Schnell nahm ich sie raus und verzog das Gesicht, ekelhaft..

„Sapph, wir sind gelandet.", drang die Stimme von George in mein Ohr. Ich stand stöhnend auf und watschelte aus dem Flugzeug. Am Flughafen musste ich noch ein paar Autogramme geben, konnte dann aber gleich wieder weiter. Jetzt musste ich noch zu einem Interview mit Johnny und Ashton. Ich freute mich irgendwie die Beiden wiederzusehen, auch wenn ich sie neulich erst gesehen hatte. Sie waren einfach toll und der Dreh verlief auch super witzig ab, Johnny und Ashton hatten die ganze Zeit Scherze gemacht.

„Schatz, jetzt beeil dich mal ein bisschen!", sagte mein Manager und ich rannte schon fast zum Auto.

[…]

Ashton, Johnny und Ich saßen auf einer roten Plüschcouch und ließen tausend Fragen über uns ergehen. Eigentlich war es ja ganz unterhaltsam, aber nur weil die beiden Jungs oder, wie auch immer, nur die ganze Zeit Schwachsinn machten. Gerade wurde mir wieder mal die Frage gestellt ob ich Single wäre, da klingelte mein Handy. Hektisch suchte ich es raus und schaute auf das Display.

Taylor

Ich war so aufgeregt und die Reporterin, oder was immer das auch war, schaute mich interessiert an.

„Entschuldigen sie mich kurz..", meinte ich und verschwand um die nächst beste Ecke.

„Hallo?", fragte ich als ich endlich abgenommen hatte.

„Hey, ich bin's Taylor."

„Oh hi..", meinte ich und tat so als hätte ich es nicht gewusst, dass er es war.

„Und..ähm wie geht's dir?"

„Also mir geht's gut, und dir?"

„Könnte jetzt nicht besser sein..jetzt wo ich bin solch einer Schönheit rede."

„Hehe..das ist ja schön..", meinte ich und merkte wie ich rot anlief. Er war so verdammt süß.

„Also, unser Date läuft noch?", fragte er leise und etwas unsicher, dass brachte mich unweigerlich zum lächeln. Taylor Lautner war nervös.

„Ja, na klar!"

„Toll! Also wo bist gerade? Ich hoffe du bist nicht an anderen Ende der Welt."

„Ich bin in LA...", meinte ich etwas schüchtern. Ich konnte es immer noch nicht richtig glauben. Taylor Daniel Lautner wollte mit mir auf ein Date gehen. Ich war wohl doch ein kleiner Glückspilz. Und ja..ich weiß, ich hab Gefühlsschwankungen.

„Cool! Da bin ich auch. Also hast du heute Abend schon was vor?"

„Ähm..", kurz musste ich überlegen. Aber soweit ich wusste, war ich ausnahmsweise mal frei. „Nein, hab ich nicht."

„Also dann treffen wir uns heute Abend. Wie wär's wenn wir ins Koi Restaurant gehen?", schlug er vor und ich konnte sein Grinsen hören.

„Ja, das klingt gut. Um 8?"

„Ja gut, dann bis um 8 Sonnenscheinchen. Bye."

„Bye..", hauchte ich ins Telefon und legte dann auf. Es war unglaublich seine Stimme wiederzuhören. Sie klang so tief, männlich und einfach nur sexy. Dann fiel mir plötzlich ein, dass ich ja noch wieder zum Interview musste. Schnell lief ich also wieder zur roten Plüschcouch und setzte mich wieder.

„Wer war das?", wurde ich gleich gefragt. Was sollte ich denn jetzt sagen?

„Ähm, meine Mutter.", sagte ich nur und Johnny wechselte zum Glück geschickt das Thema. Dafür warf ich ihm einen dankbaren Blick zu. Johnny zwinkerte mir kurz zu und schaute dann wieder zur Reporterin.

[…]

Jetzt saß ich auf meinem Hotelzimmer, es war 19:00 Uhr und ich wühlte wie eine Blöde im Kleiderschrank rum. Was sollte ich bloß anziehen? Entweder etwas was sexy aussah oder lieber was schlichtes. Ich wollte auf jedenfall nicht den Eindruck machen, dass ich mich Taylor an den Hals werfen wollte. Aber jetzt mal ehrlich, wenn er mich küssen würde, würde ich ihn bestimmt nicht wegstoßen. Immerhin waren wir Beide single und wollten nur etwas Spaß haben. Während und so vor mich fantasierte, hatte ich endlich das richtige Kleid gefunden. Ich fand es toll und es sah nicht zu billig aus oder so. Im Bad machte ich mich fertig und etwas später saß ich dann auf dem Bett und starrte die Uhr an. Wie lange brauchte er denn? Es war jetzt schon 19:45 Uhr. Ja, ich weiß. Er wollte er um Acht kommen..warte mal..scheiße! Er wollte mich ja gar nicht abholen, verdammt! Schnell rannte ich so gut es mit diesen Mörderschuhen ging, nach draußen. Scheiße! Wie konnte ich auch nur so blöd sein? Ich brauchte jetzt dringend Jemanden der mich fuhr. Hektisch sah ich mich um, nirgendwo war ein Taxi in der Nähe. Sollte ich einfach laufen? Aber das würde, denke ich, viel zu lange dauern. Wenn man diese Papparazzis brauchte, waren sie natürlich nicht da. Einer von denen hätte mich bestimmt gefahren. Nochmal warf ich einen Blick auf die Uhr und musste feststellen, dass es schon 19:55 Uhr war. Ich konnte nicht anders und schrie einmal entsetzt auf. Einige Leute schauten mich erstmal total komisch an, als wäre ich vom Mars. Naja gut, war ja auch irgendwie verständlich. Kurzerhand entschloss ich einfach zu Fuß zu gehen. Ich zog mir schnell meine hohen Schuhe aus und rannte dann los. Es war klar, dass ich nicht rechtzeitig kommen würde und ich hasste mich jetzt schon dafür. Gerade als ich die letzte Ampel überquert hatte, latschte ich in irgendwas Spitzes. Als ich nach unten sah, erblickte ich eine riesige Scherbe, die sich schön in meinen Fuß reingequetscht hatte. Einmal stöhnte ich voller Schmerzen auf und humpelte außer Atem auf's Restaurant zu. Komischerweise drehten sich alle Leute nach mir um. Nur weil ich barfuß, völlig außer Atem und mit einer riesen Scherbe im Fuß das Koi betrat? Ich hatte hier schließlich ein Date, da war das nicht so schlimm. Ach ja..apropos Date. Ich sah mich um, konnte Taylor aber nirgends entdecken. Er war nicht da. Es war schon 20:30 Uhr und am Liebsten hätte ich jetzt auf der Stelle losgeheult. Seufzend ließ ich mich auf einen freien Stuhl sinken. Na klasse.., dachte ich, ließ meine Schuhe fallen und sah deprimierend auf meinen verletzten Fuß.

Ich hatte ihn wohl oder übel, ohne Absicht, versetzt....


Hoffe das Kap gefällt euch ^^