Liebestränke und andere verbotene Substanzen

Erst gestern hatte das neue Schuljahr begonnen, und schon war Daphne wie so viele Male im letzten Jahr im Badezimmer der Vertrauensschüler und Vertrauensschülerinnen. Pansy hätte ihr nie ihr Passwort dafür gegeben, also musste sie Draco davon überzeugen wie wichtig es wäre es ihr zu geben. Hätte Pansy gewusst, wie sie das anstellen würde, wäre sie bestimmt weit weniger zickig gewesen und hätte es ihr sofort verraten.

Nun lag Daphne in der Badewanne und versuchte ihren Schmerz in dem heißen Dampf zu ersticken.

Daphne kam aus einer alten reinblütigen Familie in der es noch üblich war die Kinder bereits kurz nach der Geburt jenen einer anderen Familie zu versprechen. Alles im Namen des reinen Blutes, was Daphne gut verstehen konnte. Sie hatte auch keinerlei Einwände gegen den Mann mit dem ihre Eltern sie zu verheiraten gedachten. Theodor Nott war nicht nur der attraktivste, sondern auch der einflussreichste und intelligenteste junge Mann, den Daphne kannte. Bedauerlicherweise galt sein Interesse Blaise Zabini.

Das alles wäre ihr recht gleichgültig – schließlich wusste sie, dass in versprochenen Ehen prinzipiell Affären zum Alltag gehörten – wäre Blaise nicht zu allem Überdruss ein Androgynmagus. Das bedeutete, dass es zwei Erscheinungsformen von Blaise gab: eine weibliche und eine männliche. Natürlich fand Theodor das in gewisser Weise abstoßend, aber es zog ihn offenbar auch übermässig an. Wer Daphne kannte, wusste, dass sie Vorurteile gegenüber Homosexuellen und Transsexuellen hatte. Sie war in einer konservativen Familie aufgewachsen und hatte diese konservativen Gedankenmuster tief in sich aufgenommen. Es war bedauerlich zu was für einen Abbild ihrer Mutter sie in dieser speziellen Sache geworden war.

Ehe Daphne sich das Bad eingelassen hatte, versuchte sie ihren seelischen Schmerz wie so viele Male mit körperlichem Schmerz zu kompensieren. Außer einer krankhaften Obsession für ihren zukünftigen Mann hatte sie auch eine krankhafte Leidenschaft für Blut und Rasierklingen und eine Liebe zu Verbrennungen, da sie nichts mehr liebte, als wenn Schmerzen letztendlich nachließen. Sie konnte nicht leugnen, dass sie diese Art ihren Körper zu misshandeln nicht auf eine gewisse Art und Weise erregend fand. Natürlich hatte sie, ehe sie in das Bad stieg, sämtliche Hinweise auf ihre Selbstverletzungen verschwinden lassen, dafür kannte sie eine Vielzahl von Zaubersprüchen.

Der Preis den sie dafür zahlen musste, um ihre Neigungen ausleben zu können, war für sie durchaus erträglich und hatte durchaus auch befriedigende Seiten. Draco hatte ihr das Passwort unter der Bedingung gegeben, dass sie das Bad einmal im Monat gemeinsam benutzen würden. Draco war kein Junge der es auf die sanfte Art liebte, er hatte wie sie eine gewisse Neigung für Schmerzen. So gesehen war es weniger ein Gefallen den sie ihm in Gegenzug machte, es war genau genommen ein zusätzlicher Reiz.

Pansy würde von diesen Ausschreitungen natürlich nichts erfahren, Draco sorgte dafür, dass sie nichts von all seinen sexuellen Abenteuern erfuhr. Daphne konnte ihn gut verstehen, zwar war Pansy nicht wirklich prüde, aber sie war eine kleine Lady die auch im Bett so behandelt werden wollte. Und zwar nur im Bett, etwas anderes kam für sie gar nicht in Frage. Sie war ein paar Tage außer sich gewesen, als Draco ihr vorgeschlagen hatte einmal gemeinsam ins Bad zu gehen.

Da Theodor schon am ersten Tag damit begonnen hatte wieder mit Blaise herumzumachen, war Daphne frustriert. Er wusste, dass er und Daphne früher oder später heiraten würden, aber er hatte keinerlei sexuelles Interesse an ihr. Er glaubte wohl, dass sie ähnlich wie Pansy war, was Sexualität betraf.

Ihre Affäre mit Draco war zwar in ihrer Hinsicht befriedigend, aber es befriedigte nur einen kleinen Teil ihrer Lust, weshalb sie sich nach einem neuen Subjekt der Begierde umsah.

Etwas, das ihr depressives Gemüt ein wenig erheiterte war die Tatsache, dass Remus Lupin sie wie schon in ihrem 3. Schuljahr in Verteidigung gegen die dunklen Künste unterrichten würde. Schon damals war sie wie beinahe sämtliche ihrer Mitschülerinnen etwas in ihn verknallt gewesen. Während ihre Mitschülerinnen ihr Interesse verloren, als sie erfahren mussten, dass er ein Werwolf war, wurde er für Daphne nur noch spannender. Wenn Daphne etwas ganz und gar nicht mochte, dann war es Gewöhnlichkeit.

Am folgenden Tag begab sich Daphne in die Bibliothek, in zwei Tagen wäre ihre erste Stunde mit Remus Lupin und sie wollte ihr kleines Spielchen mit ihm treiben, weshalb sie es als vorteilhaft empfand sich etwas in die Thematik einzulesen, um ihn mit ihrem Wissen und Können zu begeistern. Schließlich musste sie ihn zuerst einmal darauf aufmerksam machen, dass sie überhaupt existierte. Er sollte bereits nach der ersten Stunde ihren Namen wissen und ihn auch im Gedächtnis behalten.

Als sie die Bibliothek betrat, sah sie Hermine Granger. Natürlich war es anzunehmen, dass diese kleine Streberin keine Minute verlieren würde, ehe sie sich wieder in ihr eigentliches Zuhause, die Bibliothek begab. Ein paar Tage in ihrem ersten Schuljahr, hatte sie Hermine bewundert, weil sie dachte, sie wäre wie sie eine gekonnte Spielerin. Daphne vermutete, dass sie wie sie darauf aus war, den Menschen von Interesse gerecht zu werden – zumindest in deren Augen. Denn ihre eigentlichen Motive offenbarte sie prinzipiell niemandem. Leider hatte sich Granger als wirkliche Streberin entpuppt, deren Ziel es lediglich war die besten Noten zu bekommen, und aus diesem Grund Ansehen der Professoren und Professorinnen zu bekommen. Sie fand dieses Mädchen wirklich erbärmlich.

Im dritten Jahr schließlich war sie dazu übergegangen zu glauben, dass Hermine sich hier nur aufhielt um ihren Frust zu verdrängen. Schließlich war ihr Interesse an Ron Weasley schon immer mehr als offensichtlich gewesen, zumindest für alle bis auf Ron und dessen besten Freund Harry Potter. Ja, der ach so berühmte Potter, war sogar zu kurzsichtig, um zu sehen, dass seine beste Freundin vor Sehnsucht für ihren besten Freund fast verging. Es war für Daphne aber keineswegs überraschend, als Hermine sich dann im vierten Jahr an Victor Krum heranmachte. Sie war eine temperamentvolle Frau, was hatte Weasley erwartet, was passieren würde, wenn er sich nicht um sie kümmerte.

Obwohl Daphne eine Abneigung für Hermine empfand, amüsierte sie diese Ähnlichkeit. Während Hermine nichts mehr wollte als diesen Weasley, wollte Daphne Theodor. Daphne hätte ihr beinahe nicht zugetraut, dass sie ihre Befriedigung woanders suchen könnte. Aber bestimmt war Hermine ein unschuldiges Lämmchen. Eine zeitlang wollte Daphne Draco anstiften sie zu verführen, aber er wies sie zurecht darauf hin, dass er sich nicht mit einem Schlammblut abgeben würde. Auf der anderen Seite galt das aber nicht für Blutsverräterinnen wie Ginny Weasley. Draco hatte ihr geschworen, dass er es in seinem sechsten Schuljahr schaffen würde sie zu entjungfern und eine Menge Spaß mit ihr zu haben. Daphne fragte sie, ob er wirklich schneller sein würde als dieser Dean Thomas, der offenbar schon seit einigen Jahren einen gewissen Notstand hatte.

Als Daphne zum Buchregal ging musste sie bedauernd feststellen, dass das Buch nach dem sie suchte nicht da war. Ein Blick zu Hermine erübrigte sämtliche Spekulationen.

„Hermine Granger.", flötete sie mit einer sanften Stimme und setzte sich neben sie.

„Daphne Greengrass? Richtig?", fragte Hermine irritiert.

Daphne nickte und beugte sich näher zu ihr.

„Du liest gerade ein Buch, das ich auch gerne lesen würde. Da dachte ich, wir könnten uns vielleicht darüber unterhalten. Ihr hattet doch heute bereits eure Stunde in Verteidigung gegen die Dunklen Künste?", lächelte sie etwas zu hinterhältig für Hermines Geschmack.

„Ja.", meinte Hermine kühl.

„Vielleicht willst du mir ja erzählen, was ihr heute gelernt habt?", fragte sie und Hermine erkannte sofort, dass Daphne etwas ausheckte.

„Ich wüsste nicht wieso ich das tun sollte.", blieb sie distanziert.

„Schließlich bist du die Jahrgangsbeste und es wäre bestimmt nicht zu deinem Nachteil.", grinste sie verschlagen.

„Willst du mir vielleicht sagen, was genau du damit bezweckst?", fragte Hermine genervt.

„Nun, du hilfst mir und ich helfe dir. Frauensolidarität, wenn du verstehst was ich meine.", blieb sie bei ihrem Grinsen.

Hermine war sich sicher, dass Daphne unter Frauensolidarität etwas ganz anderes verstand als das Wort eigentlich implizierte.

„Nun, wie den meisten anderen ist mir nicht entgangen, dass du ein gewisses Interesse an Ronald Weasley hast. Ich dachte mir, ich könnte dir vielleicht ein paar nützliche Ratschläge geben und dir vielleicht behilflich sein.", meinte sie mit einer zuckersüßen Stimme und setzte ein Unschuldsgesicht auf.

„Ich wüsste nicht was dich das angeht. Außerdem wüsste ich auch nicht, weshalb gerade du mir helfen solltest.", meinte sie desinteressiert.

„Das sind doch nicht etwa diese Vorurteile gegenüber Slytherins? Von einem hoch intelligenten Mädchen wie dir hätte ich das aber nicht erwartet.", spielte sie ihr vor entsetzt zu sein, „Ambitionen sind doch nichts Schlechtes, du selbst wirkst sehr ambitioniert, was das Lernen betrifft!"

Hermine seufzte laut und legte das Buch beiseite.

„Also meinetwegen. Ich muss ohnehin wiederholen was wir gelernt haben, du kannst so nett sein, und mit dem Buch überprüfen, ob es auch stimmt, was ich dir sage.", schlug Hermine vor, schließlich war es durchaus hilfreich, wenn jemand sie den Stoff abfragte.

„Weißt du, wir könnten doch öfter zusammen lernen. Ich finde auch nie jemanden, der mit mir den Stoff durchgeht. Vielleicht hätte ich den Rat des Sprechendes Hutes, dass auch Ravenclaw nicht so verkehrt für mich wäre doch beherzigen sollen.", seufzte Daphne.

Sie würde noch ihren Spaß mit Granger haben, überlegte Daphne. Vielleicht würde es ihr sogar gelingen eine kleine Schlampe aus dem Streberlein zu machen. Zumindest würde Daphne das sehr amüsieren. Deshalb log sie was die Sache mit dem Sprechenden Hut betraf. Generell sagte Daphne immer nur das, was ihre Gesprächspartner und Partnerinnen gerne hören wollten, wenn es ihr dabei half ihre Ziele zu erreichen. Die Menschen wurden immer so wunderbar geschmeichelt und zugetan, wenn wesen ihnen nur das Gefühl gab verstanden zu werden. Immerhin wusste Daphne aus sicherer Quelle, dass Hermine beinahe eine Ravenclaw geworden wäre.

„Wieso eigentlich nicht!", meinte Hermine nun mit einem Lächeln, schließlich suchte sie schon seit Ewigkeiten nach einer geeigneten Lernpartnerin oder einem geeigneten Lernpartner.

So begann Hermine mit ihren detaillierten Schilderungen von Lupins Stunde. Daphne hätte vermutlich nicht mehr gelernt, auch wenn sie selbst anwesend gewesen wäre. Hermine hatte ein Talent dafür alles wortwörtlich wiederzugeben und noch dazu ergänzend ihr eigenes Wissen hinzuzufügen.

Nachdem sie die ganze Stunde noch diskutiert hatten, machte sich Hermine daran Hintergrundlektüre zu finden. Daphne war davon zwar etwas gelangweilt, aber vielleicht könnte sie Lupin so etwas imponieren, das war schließlich immer noch ihre Absicht.

„Du hast versucht ihn mit Krum eifersüchtig zu machen.", meinte sie dann neckisch.

„Was meinst du?", tat Hermine unwissend.

„Unter Frauen, Hermine. Du bist doch total verschossen in Weasley. Aber der Junge ist wohl etwas naiv und kindlich. Vermutlich hast du mal einen richtigen Mann gebraucht und nebenbei konntest du Weasley auch noch zeigen, dass du eine begehrenswerte Frau bist.", brachte Daphne es auf den Punkt.

„Ron ist ein guter Freund.", meinte Hermine kühl.

„Das ist mir auch schon aufgefallen, aber das reicht dir nicht, oder?", meinte sie keck.

Hermine schwieg und suchte weiter nach Büchern.

„Vielleicht solltest du ihn mal darauf hinweisen, dass Sexualität für dich doch ein Thema von Interesse ist. Du könntest doch andeuten, dass die Beziehung zwischen dir und Krum wesentlich tiefer ging.", schlug Daphne mit einem gefährlichen Grinsen vor.

Hermine nahm das letzte Buch, nachdem sie gesucht hatte und ging wortlos zum Tisch zurück.

„Zwischen mir und Victor war nicht mehr, ist das klar?", meinte sie dann böse.

„Natürlich, weil dein Interesse nur Weasley gilt. Aber glaubst du er kann eine temperamentvolle Frau wie dich wirklich befriedigen?", flüsterte sie verschwörerisch in Hermines Ohr.

„Daphne!", stieß Hermine so laut und erschrocken hervor, dass Madam Pince ihnen einen ermahnenden Blick zuwarf.

Daphne schüttelte den Kopf.

„Tu doch nicht so, als wäre es kein natürlicher Trieb. Weißt du was Hermine, du solltest einfach auf Weasley zugehen und ihn vor vollendete Tatsachen stellen. Entweder er wird endlich erwachsen, oder du musst dir jemand anderen suchen, der deine Bedürfnisse befriedigt.", blieb sie gelassen.

Hermine wurde unterdessen rot. Sie ging nicht näher auf das Gespräch ein und schlug einen Fluch nach, über den sie sofort zu sprechen begann. Daphne schüttelte grinsend den Kopf und begann sich Notizen zu machen.

„Ich komme Draco!", stöhnte Pansy.

Draco keuchte.

Plötzlich hörte Pansy wie Daphne lachte.

„Du hast schon wieder keinen Schallschutz-Zauber gesprochen.", wurde sie zornig und ihre Lust war dahin.

„Es ist doch nur Daphne.", war Draco genervt, dass diese Zusammenkunft sich nun derart entwickelte.

Er ignorierte Pansys Aufstand, bis er seine Befriedigung gefunden hatte und sich erschöpft neben sie legte. Dass sie nun nicht wirklich viel Spaß daran gehabt hatte, kümmerte Draco wenig, sie war seiner Meinung nach immerhin selbst schuld. Er hatte nicht die geringste Lust ihre Geräusche zu verschleiern, der einzige Nervenkitzel am Sex mit Pansy war, dass andere sie hören konnte. Sonst war es ihm viel zu langweilig, er würde sich doch diesen Spaß nicht nehmen lassen.

„Kannst du nicht rausgehen?", maulte Pansy nun Daphne an.

„Es ist spät, ich habe keine Lust da draußen zu warten, bis ihr mit euren Kindereien fertig seid.", murrte Daphne, nahm sich aber ein Buch und zog einen Morgenmantel über.

Sie sah hinüber zum Bett von Millicent Bullstrode. Die Vorhänge waren zugezogen.

„Und Millicent ist dir egal?", belächelte Daphne Pansy, sie bedauerte es den Raum verlassen zu müssen, sie hatte immer ihren Spaß dabei den beiden beim Sex zuzuhören.

„Millie ist bei Vincent und Gregory.", erklärte Pansy genervt.

Pansy war noch aufgebrachter, als Daphne lustvoll Draco anstarrte, der sich keine Mühe machte seine Blöße zu verdecken. Aufgebracht warf Pansy eine Decke über seinen nackten Körper.

„Sexy, nicht?", meinte Draco und leckte sich die Lippen.

„Ich glaube deiner kleinen Freundin würde meine Antwort nicht gefallen.", meinte Daphne und sah dabei Pansy mit einem höhnischen Grinsen an.

„RAUS!", schrie sie dann und warf mit einem Polster nach ihr.

Mit rollenden Augen verließ sie den Raum.

Im Gemeinschaftsraum saß Theodor. Wunderbar, auch das noch, dachte sich Daphne und setzte sich mit einem finsteren Blick neben ihn. Eigentlich tat sie es nur, weil ihr klar war, wie genervt er sein würde.

„Miss Greengrass beglückt mich wieder einmal mit ihrer Anwesenheit.", seufzte Theodor genervt, „Solltest du nicht schlafen, Daphne?"

„Dito."

„Das Treiben in meinem Schlafsaal hat mich nicht sonderlich zum Bleiben angeregt.", meinte Theodor genervt.

„Dito.", meinte sie, obwohl es ihr in Wirklichkeit durchaus Spaß gemacht hatte.

„Wir sind heute aber sehr einsilbig.", meinte er nur.

„Erwartest du etwa, dass ich begeistert mit dir spreche, wo du den ganzen Tag nichts anders getan hast, als mit Blaise herumzumachen?", meinte sie herablassend.

Theodor wandte nun zum ersten Mal seine Augen von dem Buch das er las ab und rückte seine Lesebrille zurecht, als er sie ansah.

„Nur weil wir einander versprochen sind glaubst du doch nicht etwa, dass ich auch nur das geringste Interesse an dir hätte? Solange du nur einen Jungen in die Welt setzt, sobald wir verheiratet sind, ist das doch gleichgültig. In dem großen Haus in dem wir leben werden, müssen wir uns nicht einmal oft über den Weg laufen.", meinte er gleichgültig.

„Nun, es ist deine Sache, wenn du dir den ganzen Spaß entgehen lässt.", meinte sie kühl und schlug ihr Buch auf.

Theodor betrachtete es verwundert.

„Wir hatten noch gar nicht Verteidigung gegen die Dunklen Künste in diesem Jahr. Du willst doch nicht etwa die Seiten wechseln?", meinte er irritiert.

„Falls es dich interessiert: Ich bilde mich nun einmal gern fort.", erklärte sie wenig daran interessiert weiter darüber zu sprechen.

„Das ist ja einmal etwas Neues. Ich wusste nicht, dass du etwas anders tust als Leute zu manipulieren und andere mit deiner Anwesenheit zu belästigen.", meinte um sie zu kränken.

Daphnes Augen funkelten böse, er war wirklich naiv, wenn er glaubte, dass das die einzigen Beschäftigungen waren, denen sie nachging.

„Eines Tages wirst du noch sehr froh sein, eine Frau zu haben, die weiß wie sie mit Leuten umgehen muss, um das zu bekommen was sie will.", meinte sie arrogant.

„Bei mir gelingt dir das nicht, also kann nicht so viel dahinter stecken.", sagte er unbeeindruckt.

„Du bist wohl etwas zu schlau, außerdem kennst du mich zu gut.", meinte Daphne eingeschnappt.

„Mit seiner zukünftigen Frau aufzuwachsen ist wirklich etwas Bedauerliches. Unsere Eltern hätten soweit denken sollen, dass ich da zwangsläufig jegliches sexuelles Interesse verlieren muss. Obwohl du das bestimmt auch innerhalb eines Tages geschafft hättest.", murmelte er während er unbekümmert weiter las.

Daphne würdigte ihn keiner Antwort und vertiefte sich selbst in ihr Buch. Sie hatte genug Männer die ihr bestätigen würden, wie attraktiv und reizvoll sie war, deshalb war ihr Theodors Kommentar nicht so wichtig, auch wenn er sie etwas verärgerte. Sie war ein reiches, verwöhntes Mädchen, dass immer alles bekam was es wollte. Da war es nur klar, dass sie gerade das wollte, was sie nicht haben konnte.

Keine zwei Minuten später kam Draco aus dem Zimmer der Mädchen. Bereits in ihrem ersten Jahr war es ihnen gelungen den Fluch zu brechen, der es Jungs unmöglich machen sollte, die Mädchenzimmer aufzusuchen. Draco war sich ziemlich sicher, dass außer den Slytherins niemand soweit gedacht hatte.

„In fünf Minuten hat sich Pansy bestimmt abgeregt und du kannst ins Bett.", rief Draco Daphne zu.

Theodor sah vom Buch auf und schüttelte den Kopf.

„An deiner Stelle würde ich nicht in unser Zimmer gehen.", warnte er ihn dann, längst wieder in sein Buch vertieft.

Als er einen relativ lauten Aufschrei aus der Richtung ihres Zimmers hörte, machte er kehrt und setzte sich zu Theodor und Daphne.

„Ihr sitzt schon da wie ein altes Ehepaar. Es ist faszinierend.", machte sich Draco über die beiden lustig.

„Ich lese wie du siehst!", meinte Theodor mit einem missmutigen Seufzen.

„Millie, Greg und Vin haben offenbar mehr Spaß als ich. Pansy ist so langweilig im Bett, das ist unerträglich.", beschwerte sich Draco ungehalten und wechselte so abrupt das Thema.

Wieder sah Theodor von seinem Buch auf.

„Ich glaube niemand in diesem Raum interessieren deine Sexgeschichen, Malfoy.", stellte Theodor in einem genervten Tonfall fest.

Er seufzte als Draco und Daphne sich verschwörerisch zugrinsten.

„Du bist momentan offensichtlich zu sehr auf dem Intellektuellen – Trip, als dass du bemerken würdest, was für ein kleines Goldstück dir da versprochen wurde.", funkelte Draco ihn provokant an.

Dann wandte er sich Daphne zu.

„Wenn er dich langweilt, Süße, dann weißt du ja wo du mich findest.", lachte er verschlagen und ging dann doch ins Bett.

Sekunden später verließ Millicent das Zimmer, sie konnte Dracos Voyeurismus einfach nicht ertragen. Sie wusste nicht, dass Draco das Treiben wenig interessierte und er lediglich so tat als würde er die drei beobachten, weil er Millicents gewohnte Reaktion, das Zimmer zu verlassen herbeisehnte. Leider ließen sich Vin und Greg nicht davon aufhalten, dass eine Person weniger im Bett war. Also legte Draco einen Schallschutzzauber über ihr Bett und legte sich ins Bett. Da er mit Daphne eine kleine Wette laufen hatte, dass er es schaffen würde Ginny Weasley dieses Jahr zu entjungfern, musste er sich langsam einen guten Plan einfallen lassen.

„Ich verstehe nicht, was Frauen an einem schleimigen Kerl wie Draco Malfoy finden.", schüttelte Theodor den Kopf und beehrte Daphne ausnahmsweise wieder einmal mit seiner Aufmerksamkeit.

„Weißt du Theodor.", meinte sie abfällig, „Ich denke du verstehst generell recht wenig was Liebe und Sexualität betrifft."

„Ach, nur weil ich an dir kein Interesse habe, heißt das nicht, dass ich kein Sexleben habe.", wurde er nun zornig, weil er sich in seinem Stolz verletzt fühlte.

„Wenn du das so bezeichnen willst.", schüttelte sie den Kopf und klappte das Buch zu.

„An deiner Stelle würde ich nicht in dein Zimmer gehen.", meinte Theodor warnend, als Daphne aufstand, „Du weißt doch, was Millicent und Pansy machen, wenn sie bei ihren Jungs keine Befriedigung gefunden haben."

Daphne ließ sich wieder auf den Sessel fallen.

„Ich hasse es wenn sie das tun.", schimpfte sie.

„Ist da vielleicht jemand sexuell frustriert.", machte sich Theodor über sie lustig.

Daphne sprang auf und sah ihn böse an.

„Wohin willst du denn jetzt gehen?", belächelte er sie.

„Zu Draco.", meinte sie finster, nur um ihn zu ärgern und ging dann doch in Richtung Bad.

Theodor schüttelte nur den Kopf.

„In diesem Haus denken offenbar wirklich alle nur an das eine."

„Du bist wohl selbst frustriert.", rief ihm Daphne giftig zu und schlug im selben Moment die Tür hinter sich zu.

Daphne ging nicht grundlos ins Badezimmer der Mädchen. Schon im dritten Jahr hatte sie einen Gang gefunden, der von hier direkt nach Hogsmeade führte. Slytherin Mädchen waren schließlich nicht gerade bekannt dafür Stubenhockerinnen zu sein, weshalb sie das nicht sonderlich verwunderte.

Da sie oft nicht mehr in ihr Zimmer kam, ehe sie den Gang benutzte, bewahrte sie im Geheimgang stets Kleidung und Schuhe für den Notfall auf. Und der Notfall war meist der Regelfall.

In ihren Umhang verhüllt und durch die Kapuze gut getarnt, betrat Daphne den Eberkopf in dessen Damentoilette der Geheimgang mündete und ließ ihre Blicke durch den Raum schweifen. In einer Ecke entdeckte sie einen ihrer vielen Dealer. Außer ihm war keine bekannte Gestalt im Lokal zu entdecken, weshalb sie auf ihn zuging und gegenüber Platz nahm. Als Stammkundin waren seine Preise wenigstens nicht ganz so unverschämt und er war einigermaßen erträglich, also störte es Daphne nicht übermäßig nur ihn zu treffen.

„Ah, Ruby. Was wollen wir denn heute?", fragte er gleich nachdem sie die Kapuze ein klein wenig aus ihrem Gesicht geschoben hatte.

Niemand hier verwendete seine richtigen Namen, und der ältere etwas verschrobene Mann nannte sie seit sie das erste Mal etwas von ihm gekauft hatte Ruby. Sie erinnerte sich noch gut an dieses Gespräch.

„Ziemlich blass, aber du siehst nicht aus wie ein Vampir. Obwohl mir das auch egal wäre. Entzückende schwarze Locken und Lippen so rot wie Blut. Ich würde dich ja Schneewittchen nennen, aber du wirkst nicht besonders unschuldig. Eher wie eine kleine Schlampe, also passt Ruby wohl besser zu dir.", meinte er höhnisch lachend und spielte mit ein paar Rubinen, die vor ihm auf dem Tisch lagen.

Daphne fand ihre Lippen keineswegs besonders rot, sie hoben sich in dem Zwielicht aber bestimmt sehr von ihrem blassen Teint ab. Sie lächelte ihm nur abschätzig zu, und nannte ihn seither „Alter Mann".

„Was hast du denn heute, alter Mann?", fragte sie und spielte desinteressiert.

„Tu nicht so, als würdest du nur auf einen netten kleinen Plausch kommen. Ich bin schon lange im Geschäft und weiß was ihr Süchtigen alles für ein bisschen Stoff geben würdet.", meinte er und gab ihr zu verstehen, dass er nicht handeln würde.

„Also, wenn wir das geklärt hätten, könntest du mir freundlicherweise meine Frage beantworten.", meinte sie unbeeindruckt.

„Ich mag keine Spielchen, Ruby. Das solltest du mittlerweile wissen.", meinte er mit einem finsteren Blick und beugte sich näher zu ihr, „Also ich habe einige spannende neue Substanzen. Gerade erst heute habe ich „San Isidro" bekommen, das sind nette Zauberpilze, mit ein paar anderen Zutaten kannst du dir daraus sogar einen äußerst halluzinogenen Trank brauen, aber sie sind auch so recht angenehm. Wie ich dich kenne wird dir „Yohimbe" bestimmt auch gefallen. Ein herrliches, wahrnehmungsveränderndes Halluzinogen, dass auch sexuell erregend ist."

„Ich bin nicht gekommen um Kräuter zu kaufen. Aber wenn du mir schon das Angebot machst, dann hätte ich gerne von beiden je fünf Gramm und bestimmt hast du dann auch Stechapfel und Tollkirsche.", meinte sie nicht abgeneigt, aber nicht besonders angetan.

„Wie viel von beiden?", meinte er und steckte unter dem Tisch die beiden Säckchen mit Yohimbe und San Isidro in die Tasche, die Daphne unter den Tisch gestellt hatte.

„Je vier Gramm. Bestimmt hast du auch Samen der Palma Christi.", meinte sie dann.

„Du hast vor jemanden zu vergiften. Wie nett. Ich habe nicht mehr viel, vielleicht zwanzig. Aber wenn du unbedingt willst. Und ein wenig vom Honig gebe ich dir dazu, vielleicht kommst du ja auf den Geschmack.", lächelte er böse und warf die nächsten vier Bestellungen in ihre Tasche.

„Kommen wir jetzt endlich zu den spannenden Dingen?", meinte sie dann gähnend.

Der alte Mann lachte höhnisch.

„Ich hätte gerade einen Tantrum-Trank. Darin sind so wunderbare Dinge wie Chamäleon-Schuppen, Drachenblut, Schleim von Giftkröten, natürlich Tollkirschen und eine Vielzahl anderer psychoaktiver Kräuter. Er versetzt dich in einen ziemlich paranoiden Zustand. Wenn du ihn vor dem Schlafen nimmst, hast du grauenhafte Albträume dämonischer Natur. Einige andere Kunden haben beschrieben, dass es sie in eine Art Endzeit-Stimmung versetzt hat und sie in ihrer Phantasie Schmerzen, Erniedrigungen und vielerlei anderer Grausamkeiten ausgesetzt waren. Das gefällt dir doch oder?", funkelte er sie gefährlich an, „Der Trank ist aber nicht gerade billig. Zwanzig Galleonen für 15 Milliliter."

Daphne lächelte zufrieden.

„Dreißig Milliliter. Und ich hätte gerne auch noch dieselben Zutaten wie das letzte Mal. Du weißt schon, um diesen speziellen Liebestrank herzustellen.", flüsterte Daphne.

„Sie sind allerdings um dreißig Prozent teurer geworden. Die Haltung vieler Kreaturen von denen einige der Zutaten stammen sind teilweise illegalisiert worden, und daher sind die Preise gestiegen, außerdem wurden die Strafen für den Besitz verschärft.", erklärte er, packte ihr aber alles unbeirrt in die Tasche, „Du solltest dich also besser nicht damit erwischen lassen."

„Hast du auch noch diesen einen Trank, der Personen willig und hörig macht. Du weißt schon, den du als einer Succubus/Incubus-Erfahrung ähnlich, beschrieben hast?", fragte sie weiter.

„Du meinst Imperius-zum-Trinken?", fragte er.

„Was für ein lächerlicher Name. Aber das trifft es wohl gut.", meinte sie mit rollenden Augen, „Ja, genau den. 50 Milliliter."

„Der kostet 6 Galleonen pro Milliliter. Die Preise sind auch hier teurer geworden. Seit der dunkle Lord zurück ist, haben sie auch die Drogenkontrolle verschärft.", meinte der alte Mann und wartete nicht auf ihr Einverständnis, sondern steckte auch diesen Trank in ihre Tasche, „Ich hoffe du kannst es dir leisten, sonst können wir uns ja andere Arten der Bezahlung ausdenken."

Dabei lächelte er lüstern und bedrohlich.

„Ich glaube damit habe ich keine Probleme. Wie viel bekommst du alter Mann?", meinte sie ziemlich angewidert.

Sie wollte nur so schnell als möglich weg von diesem Typen. Der Nachteil bei ihm war es nämlich, dass es immer entsetzlich lange dauerte, bis ein Geschäft abgeschlossen war.

„432 Galleonen und 14 Silbersickel.", meinte er grinsend, „Aber die Sickel kannst du dir behalten, schließlich bist du eine Stammkundin."

Daphne fummelte eine Weile unter ihrem Umhang herum und reichte dem alten Mann dann unter dem Tisch einen Beutel. Er überprüfte die Anzahl der Münzen mit seinem Zauberstab und nickte dann.

„Ich frage mich wie du nur zu soviel Geld kommst, Mädchen.", schüttelte er dann den Kopf, natürlich erwartete er keine Antwort auf diese indiskrete Frage.

Daphne verabschiedete sich hastig und nahm die Tasche an sich. Als sie gerade in der Mitte des Lokals war, betraten ein paar Zauberer und Hexen das Lokal. Offensichtlich kamen sie vom Ministerium.

„RAZZIA!", schrie eine hysterische Hexe und löste dadurch eine Massenpanik aus.

Daphne duckte sich und zog die Tasche fest an sich, als alle wie wild durcheinander liefen. Sie kroch direkt an der Bar, unter den Hockern in Richtung Toilette. Sie hatte einen Vorteil, da sie so klein war, und einen der wenigen Fluchtwege kannte. Die Mädchen, die ihn vor Jahrzehnten angelegt hatte, hatten den Gang so behext, dass es nur Slytherin-Mädchen möglich war ihn zu benutzen.

Sie bekam einige Tritte ab und verlor beinahe ihre Tasche. Gerade noch rechtzeitig, ehe die Zauberer und Hexen des Ministeriums Ruhe in das Lokal gebracht hatten, konnte sie sich durch einen Spalt in der Toilette zwängen. Natürlich hatten sich hier einige Gestalten versteckt. Unbeirrt ging sie auf eine der Kabinen zu. Diese Tür würde nur für sie öffnen, und das tat sie auch. Unbekümmert öffnete sie schnell das Portal in der Steinwand direkt neben dem Klo. Sie zwängte sich durch den schmalen Eingang und es gelang ihr den Gang noch zu versiegeln, ehe ein paar Gestalten über die Wände der Kabine klettern konnten, nur um festzustellen, dass sie verschwunden war.

Erschöpft fiel sie in ihr Bett, nachdem sie ihre Einkäufe in einem magischen Tresor, der direkt in der Wand hinter ihrem Bett verborgen war, verstaut hatte. Heute würde sie den Tantrum-Trank noch nicht ausprobieren. Sie wollte zunächst eine Erlaubnis für die verbotene Abteilung in der Bücherei bekommen, um die genau Dosierung herauszufinden. Schließlich hatte sie nicht vor sich mit ihren kleinen Zaubermittelchen umzubringen. Für morgen hatte sie schon einen ganz konkreten Plan, sie würde wieder einmal einen Liebestrank brauen. Auch dafür war das Bad der Vertrauensschüler und Vertrauensschülerinnen der perfekte Ort. Dort war sie ungestört und es bestand nicht die Gefahr, dass sie aufflog, wenn sie sich vorsah. Liebestränke waren Daphnes Lieblingsspielzeug. Sie benutzte sie häufiger dazu um zwei andere Menschen zu behexen, sie selbst fand es äußerst unbefriedigend von einem Mann umgeben zu sein, der ihr nur aufgrund eines Liebestrankes hörig war. Was Hörigkeit betraf war der Imperius-zum-Trinken wesentlich interessanter. Dieser Trank war so gut wie gar nicht nachweisbar und daher kaum zu brechen. Damit würde sie bestimmt noch eine Menge Spaß haben.

Zwei Tage später saß Daphne beim Frühstück mit einer Ampulle gefüllt mit dem Liebestrank am Tisch der Slytherins. Draco wäre beinahe hinter ihr Geheimnis gekommen, da er es gerade gestern notwendig hatte, seine Bezahlung einzufordern. Vermutlich war er immer noch frustriert wegen Pansy gewesen. Und dann hatte er auch noch nichts Besseres zu tun gehabt, als Daphne nach dem Sex über Pansy vorzujammern und sich über Harry Potter zu beschweren. Potter dies, Potter das. Sie konnte es wirklich nicht mehr hören. Ehe sie ihn dann endlich loswurde, erinnerte sie ihn noch an die Wette. Sollte es Draco nicht schaffen Ginny Weasley dazu zu bringen sich freiwillig und ohne die Verwendung jeglicher magischer Hilfsmittel von Draco entjungfern zu lassen, so hatte er ihr versprochen, dass er Blaise verführen würde – so sehr ihn das auch anwiderte – und dafür sorgen würde, dass Theodor das sehr wohl mitbekommen würde. Sollte er die Wette gewinnen, würde Draco ihr bei einem Dreier mit Vin und Greg zusehen und diesen auch dirigieren, etwas das sie ganz und gar nicht begeisterte. Sie war sich auch sicher, dass Draco nur darauf bestanden hatte, weil er sie erniedrigen wollte. Das war der Unterschied zwischen ihr und Draco, während sie ihre Lust aus Schmerzen gewann, war es bei ihm Erniedrigung anderer.

Da Draco sie gestern so sehr mit Potter nervte, hatte sie einen gemeinen Plan geschmiedet. Sie würde sowohl Draco, als auch Potter Liebestrank einflößen. Sie musste grinsen, als sie sah, wie Draco Potter einen giftigen Blick über die Tische hinweg zuwarf. Ein paar Sekunden später benutzte sie ihren Zaubertrank um jeweils ein paar Tröpfchen in Dracos und ein paar Tröpfchen in Potters Glas zu zaubern.

Sie beobachtete, wie Harry, der in ein Gespräch mit Weasley und Hermine vertieft war einen Schluck von seinem Trank nahm. Draco hob sein Glas, aber Pansy lenkte ihn ab. Sie beschwerte sich am Frühstückstisch, dass er zu wenig zärtlich zu ihr wäre, und sie das von ihrem Freund erwarten würde. Während ihr Draco unmissverständlich sagte, dass ihm das herzlich egal wäre, stellte er das Glas ab. Als dann auch noch Vincent und Gregory ein sinnloses Gespräch mit ihm begannen, befürchtete Daphne schon, dass ihr Plan fehlschlagen würde. Wie schade.

Als Draco den Becher endlich wieder hob und schon seine Lippen berührte, musste ihr auch noch ihr Bruder einen Strich durch die Rechnung machen. Damon Greengrass war etwas mehr als ein Jahr älter als Daphne, also in seinem letzten Jahr.

„Wie sieht es aus Draco? Dieses Wochenende ein wenig Spaß in Hogsmeade mit Theodor und mir?", zwinkerte er ihm zu.

Pansy war kurz vor einem hysterischen Anfall, weil sie genau wusste, dass Frauen im Spiel waren, sobald Damon von Spaß sprach. Das brachte Daphne auf die grausame Idee Pansy heute Nacht etwas von dem Tantrum-Trank einzuflößen. Aber sie war sich nicht ganz sicher, ob es nicht eine Verschwendung wäre.

„Klar doch!", meinte Draco und nahm jetzt endlich einen Schluck von seinem Glas.

Im selben Moment in dem Draco nun hinüber zu Harry Potter sah, richtete auch der seine Augen auf ihn. Anstatt sich wie üblich finster anzustarren, lächelten sie einander nun zu.

„Was ist denn los Draco?", schüttelte Damon den Kopf, da Draco plötzlich so abgelenkt war.

„Nichts.", murmelte er und versuchte sich wieder auf Damon zu konzentrieren.

Der schüttelte nur den Kopf und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter.

„Und wie geht es dir, Schwesterherz?", meinte er etwas sarkastisch.

„Nachdem du mich mit deiner Aufmerksamkeit beglückt hast natürlich blendend.", meinte sie kühl.

„Zynisch und kalt wie immer. Das liebe ich an dir Schwesterlein.", grinste er dann ernst gemeint, „Du könntest uns doch auch begleiten, wenn du und Theodor es schafft euch einen Abend lang einmal nicht anzugiften. Obwohl ich es natürlich unterhaltsam finde."

Daphne grinste verschlagen und nickte dann.

Harry und Daphne waren die beiden letzten, die zur Zaubertränke Stunde kamen. Daphne konnte sich nach wie vor nicht ganz erklären, wie Potter es in diesen Kurs geschafft hatte. Sie hätte nicht damit gerechnet, dass Snape es zulassen würde, dass er seinen UTZ-Kurs besucht. Als die beiden hintereinander den Saal betraten, sah Daphne, dass nur noch zwei Plätze frei waren: Neben Draco und Hermine Granger.

Daphne ahnte schon, was Harry tun würde, und war vor allem schon gespannt auf das Gesicht von Hermine. Das ganze entwickelte sich tatsächlich sehr zu ihrem Vorteil, so könnte sie die kleine Hermine noch ein bisschen mehr einwickeln und über das seltsame Verhalten ihres kleinen Freundes hinwegtrösten.

Tatsächlich würdigte Harry Hermine keines Blickes und lächelte Draco an, der sogleich auf den Platz neben ihn deutete. Allerdings nur mit seinen Blicken, so dass es niemand außer Daphne und Harry auffiel. Daphne setzte sich neben Hermine und schenkte ihr ein unschuldiges und unwissendes Lächeln.

„Warum setzt sich Harry denn freiwillig zu Draco?", schüttelte sie den Kopf und sah Daphne fragend an.

„Er liebäugelt wohl mit seiner dunklen Seite, er kann doch schließlich auch Parsel. Wäre er kein Halbblut, wäre er bestimmt in Slytherin.", meinte Daphne überzeugt.

„Ach was, das…", aber Hermine brach den Satz ab, beinahe hätte sie ein paar Worte über Harry und Voldemort verloren.

„Das?", fragte Daphne nachbohrend.

„Das war sicher ein Versehen, er dachte wohl es wäre der einzige freie Platz.", versuchte Hermine sich herauszureden und gleichzeitig eine Entschuldigung für Harrys merkwürdiges Verhalten zu finden.

„Komisch, wenn ich mich recht erinnere, hätte Harry für gewöhnlich alles versucht, um nicht neben Malfoy sitzen zu müssen. Es sei denn…", meinte sie verschwörerisch, „Ach nein, vergiss das."

Daphne hatte sich natürlich nicht versprochen, sie wollte bewusst Hermines Neugierde wecken und wartete darauf, dass sie nachhaken würde. Sie tat ihr den Gefallen.

„Es sei denn?", fragte sie verstört.

Daphne grinste.

„Du weißt doch wie Jungs sind. Sie tun immer so, als würden sie jemand ganz und gar nicht leiden können, und in Wirklichkeit sind sie verliebt.", lächelte sie mit ihrer falschen Unschuldsmiene.

Hermine schüttelte entsetzt den Kopf.

„Bestimmt nicht. Das hätte ich bemerkt.", war sie fest überzeugt.

„Ach ja?", belächelte Daphne sie nun, „Du hast auch bis heute noch nicht bemerkt, dass Weasley gleich für dich empfindet wie du für ihn. Wo ist er denn überhaupt?"

„Das…", Hermine schüttelte den Kopf und fand nicht die passenden Worte, „Ron besucht den Kurs nicht.", war schließlich das einzige, dass sie noch herausbrachte.

Bereits zu Mittag waren Harry und Draco das Schulgespräch. Eine 3.Klässlerin aus Hufflepuff behauptete sie hätte sie Händchen halten gesehen. Eine 1.Klässlerin aus Ravenclaw wollte schwören, sie hätten sich geküsst, und ein 7.Klässler aus Hufflepuff erzählte überzeugt sie hätten weitaus mehr getan als sich nur zu küssen, als er um eine dunkle Ecke in den Kellergewölben bog.

Pansy war das Essen vergangen, sie saß – soviel wusste Daphne von Millicent – im Bad der Vertrauensschüler/innen und heulte. Es könnte gar nicht besser laufen, dachte sich Daphne, doch da sah sie Blaise und Theodor auf den Tisch zukommen. Natürlich fiel ihnen nichts Besseres ein, als sich zu küssen. Daphne ersehnte schon die Zeit in der Blaise endlich wieder in Jungengestalt herumlaufen würde, dann wäre Theodor wieder eine Weile angewidert und sie hätte ihn für sich. Die Höhe war dann, dass Theodor sich zusammen mit Blaise gegenüber von ihr setzte.

„Hast du schon von Potter und Draco gehört.", amüsierte sich Theodor köstlich.

Daphne und Blaise warfen sich abschätzige Blicke zu.

„Wie könnte ich das noch nicht gehört haben? Ich habe heute noch niemanden von etwas anderen sprechen gehört.", meinte sie und schenkte Theodor ein zuckersüßes Lächeln.

Daraufhin funkelte sie Blaise triumphierend um. Das ermunterte diese allerdings nur dazu, ihre Hand auf Theodors Oberschenkel zu legen und ihr böse zuzuzwinkern.

„Es muss wohl ein ziemlicher Schock für Pansy gewesen sein.", stellte Blaise fest, dann küsste sie Theodor sanft auf die Wange.

Langsam reichte es Daphne. Um sich abzulenken, da sie Blaise nicht den Triumph gönnen wollte, entschloss sie sich zu etwas wirklich bestialischem. Sie würde warten bis Draco und Potter intim miteinander werden würden und dann in der Mitte des Gefechts den Zauber von ihnen nehmen. Zuerst von Draco und dann mit einer gewissen Verzögerung auch von Harry. Wenn die Gerüchte auch nur annähernd stimmten, konnte sie sich so wenigstens auf eine zufrieden stellende Abendunterhaltung freuen. Sonst hätte sie immer noch den Tantrum-Trank oder die Pilze. Vielleicht würde sie sich auch einen Trank mit Yohimbe brauen. Oder Snape um ein paar Zutaten für ein Antidepressivum anflehen. Er würde bestimmt nicht nein sagen, er wusste, dass sie eine ausgezeichnete Schülerin in Zaubertränke war, und natürlich sehr verantwortungsbewusst, zumindest in seinen naiven Augen. Einer unglücklichen, ausgezeichneten Schülerin würde er diesen kleinen Gefallen bestimmt nicht abschlagen.

Ein Blick auf den Stundenplan versöhnte sie wieder etwas mit der Welt. Sie hatte beinahe vergessen, dass sie nach dem Mittagessen Verteidigungen gegen die dunklen Künste hätte. Sie sah hinüber zum Tisch der Professoren. Remus Lupin war in ein Gespräch mit Severus Snape vertieft, aber als sie ihn so beharrlich anlächelte, schien er es zu bemerken, sah kurz in ihre Richtung, lächelte und wandte sich dann wieder Snape zu.

Das war ja einfacher, als sie sich dachte.