Bis zur Besinnungslosigkeit

Es waren drei Wochen vergangen, seit Daphne den Tantrum-Trank zu sich genommen hatte. Diese Wochen waren rasch und ohne herausragende Ereignisse an ihr vorbeigegangen.

Sie hielt Draco immer noch bezüglich des Liebestrankes hin.

„Wie geht die Arbeit voran, Daphne?"

„Ich arbeite gerade ein Alternativ-Konzept aus, das dir viel besser gefallen wird, als ein Liebestrank."

„Heißt das, dass du keinen Liebestrank brauen kannst?"

„Ich sagte doch, ich müsste mich länger mit der Materie befassen, und du hast es doch so eilig. Aber meinetwegen."

Und genoss wie Pansy von sämtlichen Slytherins systematisch fertig gemacht wurde. Für Daphne besonders erfreulich war, dass ihr Bruder Damon sich nun mit ihr die Zeit vertrieb.

„Ich könnte dir die alle vom Leib halten, Pansy. Für ein paar nette Gegenleistungen versteht sich.", grinste Damon voller Hintergedanken.

„Lass mich in Ruhe. Ich hab dir in den letzten Tagen schon mindestens hundert Mal gesagt, dass ich sicher nicht dein kleines Flittchen werde, Damon."

„Das wird schon noch. Ich bin schließlich der Einzige der noch mit dir redet, du solltest es dir lieber nicht mit mir verscherzen."

Mit Hermine traf sich Daphne nun jeden Tag und immer mehr erfuhr sie über Hermines Leben. Zunehmend erschlich sie sich ihr Vertrauen und zweimal in der Woche lernten sie gemeinsam im Raum der Wünsche, anstatt in der Bibliothek, da sie dort gemütlich Tee trinken und tratschen konnten. Etwas das Hermine zunächst widerstrebte, aber zur Abwechslung ein Mädchen zu Freundin zu haben, schien auch etwas in ihr verändert zu haben. Langsam näherten sich ihre Gespräche auch Ronald Weasley. Wenn auch sehr zaghaft.

„Es war doch eine feine Idee diesen Raum aufzusuchen, das musst du mittlerweile doch auch zugeben. Gemütliche Teepausen regen den Geist doch sehr dazu an sich wirklich mit der Materie zu befassen. In Gesprächen lernt wesen doch viel mehr, als durch stures Strebern aus Büchern.", meinte Daphne scheinbar motiviert und nahm einen Schluck Tee.

„Na ja, mir scheint es trotzdem, als würden wir die meiste Zeit nur über Jungs reden.", seufzte Hermine nicht ganz überzeugt.

„Aber du musst doch zugeben, dass es durchaus angenehm ist, einmal gedankenlos mit einer Freundin plaudern zu können. Bei den Leuten in Slytherin muss ich immer genau aufpassen was ich sage. Die meisten stammen schließlich aus sehr intoleranten Familien, die sich die ganze Zeit auf ihr reines Blut berufen, meine Familie ist da leider keine Ausnahme.", jammerte Daphne und lobte innerlich ihr schauspielerisches Talent.

„Weißt du, wenn du so redest, wundere ich mich ernsthaft, wieso du in Slytherin gelandet bist.", meinte Hermine doch etwas skeptisch.

„Kannst du ein Geheimnis für dich behalten?", flüsterte Daphne verschwörerisch.

Hermine wurde neugierig und nickte.

„Eigentlich wollte der Sprechende Hut mich nicht nach Slytherin schicken, ich habe ihn darum angefleht, weil ich wusste, wie meine Familie reagiert hätte, wenn ich in ein anderes Haus gekommen wäre.", meinte sie mit gesenktem Kopf.

„Ich wusste nicht… Es tut mir leid.", murmelte Hermine und wusste nicht recht, was sie sagen sollte.

„Ach, lass uns über erfreulichere Dinge sprechen. Ronald Weasley zum Beispiel.", grinste Daphne sie nun an.

„Ach Daphne.", versuchte Hermine das Thema abzutun.

„Nun komm schon. Ich weiß doch, dass du ihn ziemlich attraktiv findest. Was hält dich denn davon ab.", schüttelte sie den Kopf.

„Wir sind gute Freunde. Und das soll auch so bleiben, verstehst du?", sagte Hermine gedankenlos und schlug sich dann erschrocken darüber, was sie gerade preis gegeben hatte, die Hände vor den Mund.

„Du musst mir doch nichts vormachen.", gab sich Daphne verständnisvoll.

Gelegentlich schlüpfte Daphne unter den Unsichtbarkeitsmantel und beobachtete das eingeschweißte Trio. Sie wusste, dass Hermine vermied ihnen von ihrer neuen Freundschaft zu erzählen.

„Du lernst jetzt ziemlich oft mit diesem einen Slytherin-Mädchen.", meinte Ron etwas anschuldigend.

„Daphne ist eine ausgesprochen gute Lernpartnerin.", versuchte Hermine das Thema schnell unter den Tisch zu kehren.

„Du passt doch auf, was du ihr sagst. Ich meine wir wissen nicht, wem wir wirklich vertrauen können.", meinte Harry vorsichtig.

„Wir verstehen uns gut und lernen zusammen, ich weiß nicht, was du dagegen einzuwenden hast. Wir helfen uns in den Fächern, in denen die jeweils andere besser ist.", erklärte Hermine.

„Jemand ist in einem Fach besser als du? Und das gibst du zu? Das sind ja ganz neue Töne.", meinte Ron stichelig.

„Ich kann nicht bestreiten, dass Daphne ein Ass in Zaubertränke ist. Ihr Vater hat früher in Durmstrang Zaubertränke unterrichtet, sie ist praktisch damit groß geworden.", meinte Hermine, „Und ich weiß nicht, wieso du so tust als wäre ich so selbstherrlich und würde glauben niemand könnte mir in irgend einem Fach das Wasser reichen."

„Na ja, offenbar tut dir der Umgang mit Daphne ja ganz gut.", murmelte Harry und beendete damit die Diskussion die zwischen Ron und Hermine entfacht war.

In Lupins Stunden brillierte Daphne und er widmete ihr in den Stunden immer sehr viel Aufmerksamkeit. Irgendwann würde der Zeitpunkt kommen, an dem sie ihn darum bitten würde ihr Privatunterricht zu geben, natürlich nicht mit der eigentlichen Absicht mehr zu lernen.

„Sie schaffen es immer wieder mich zu überraschen, Miss Greengrass. Ich stelle Fragen über Fragen, suche sogar schon nach besonders schwierigen, aber sie haben immer eine kreative Antwort parat. Daran merkt wesen, dass sie nicht einfach nur aus unserem Schulbuch lernen, sondern sich offenbar wirklich sehr intensiv mit der Materie befassen. Ich wundere mich nur ob ihnen die Schulbibliothek nicht bald zu langweilig und oberflächlich werden wird.", lobte er sie einmal nachdem sie einen Abwehrzauber demonstriert hatte, den Hermine und sie nach Stunden der Diskussion im Raum der Wünsche in einem verstaubten, fast vergessenen Buch in der Bibliothek entdeckt hatten.

Potter hatte das kleine Sexabenteuer noch immer nicht ganz überstanden. Draco gelang es täglich ihn schmerzlich daran zu erinnern.

„Bekomme ich deinen knackigen Hintern mal wieder zu Gesicht, Potter?", stichelte Draco der in Begleitung von Crabbe und Goyle an ihm vorbeiging.

„Vergiss es Harry. Lass uns nach draußen gehen, wir haben noch Zeit bis zur nächsten Stunde.", versuchte Hermine ihn zu beruhigen.

„Luna wartet bestimmt schon.", grinste Ron und brachte ihn so auf andere Gedanken.

Hermine lächelte Daphne ganz unauffällig im Vorbeigehen an, und sie tat dasselbe. Es war undenkbar für Hermine, dass sie Daphne mit den anderen bekannt machen würde, und Daphne hatte ihr auch gesagt, dass es nicht gut für sie war, viel mit Hermine gesehen zu werden, da sie sonst Ärger mit den anderen Slytherins bekommen würde.

Außerdem schien es Potter nahe zu gehen, dass auch eine schulweite Suche seinen Unsichtbarkeitsumhang nicht wiederbrachte.

„Wir haben alles versucht Harry, aber offenbar befindet sich der Umhang nicht in Hogwarts oder er wurde zerstört.", belauschte Daphne einmal heimlich ein Gespräch zwischen ihm und Dumbledor.

Aber das vermutlich erfreulichste für Daphne war die Tatsache, dass Blaise Zabini seit gestern wieder in seiner männlichen Hülle durch Hogwarts wandelte.

Daphne saß wie so oft im Gemeinschaftsraum der Slytherins und blätterte diesmal in einem Buch über besonders schwer herzustellende Zaubertränke. Draco war vermutlich überzeugt davon, dass sie etwas über Liebestränke nachlas. In Wirklichkeit suchte Daphne nach einer neuen, aufregenden Droge für Zwischendurch. Die viele Zeit die sie mit Hermine in der Bibliothek und im Raum der Wünsche verbrachte, hatte ihr kaum Zeit gelassen sich neue grausame Pläne und Spielchen auszudenken und das führte in ihr zu einer unerträglichen Leere, der sie nun mit einem neuen Drogencocktail entgegenwirken wollte. Da ihr die Zeit und Motivation fehlte eine neue Droge herzustellen, hatte sie heute in ihrer Verzweiflung ein paar Reste alter Tränke zu sich genommen und fühlte sich jetzt etwas betäubt. Vermutlich war die Kombination nicht gerade die beste Idee gewesen, aber in ihrer Verzweiflung hatte sie sich nicht anders zu helfen gewusst.

„Wie kann sie mir das nur antun.", seufzte Theodor und setzte sich zu ihr.

„Kannst du vielleicht jemand anderen mit deinen Problemen Blaise betreffend vorjammern. Du kannst dir vorstellen wie wenig mich das interessiert.", blieb Daphne kühl.

„Seltsam, ich dachte es würde dich ausgesprochen freuen, wenn Blaise wieder einmal ihre Phase hat."

„Seine Phase.", korrigierte Daphne.

„Ihre.", meinte Theodor überzeugt.

„Außerdem ist es keine Phase, sondern die Hälfte ihres Ichs, falls du das vergessen hast.", funkelte ihn Daphne gefährlich an.

„Glaub mir, ich weiß, dass sie eine Frau ist.", meinte er mit einem lüsternen Blick.

„Du solltest dich mal selbst sehen, Theodor. Du machst dich wirklich lächerlich.", höhnte sie.

„Ach, mache ich das. Du dich aber auch. Mir ist zu Ohren gekommen, dass du dich mit einem Schlammblut abgibst."

„Ich benutze sie um bessere Noten zu bekommen, meinst du wohl?", korrigierte in Daphne finster.

„Oder um einem gewissen Lehrer zu schmeicheln?", stichelte er.

„Ich genieße nun einmal Lob.", meinte sie desinteressiert und widmete sich weiter ihrem Buch, aber Theodor ließ nicht ab.

„Was willst du denn genau von ihm?", funkelte er.

„Das geht dich nichts an."

„Was malst du dir in deinem kranken Hirn eigentlich aus, Daphne. Glaubst du er verwandelt sich in einen Werwolf, um es dir dann einmal so richtig zu besorgen. Wie naiv. Er bekommt doch sein Tränklein und wenn nicht würde er dich zerfleischen. Oder legst du es darauf an gebissen zu werden?" höhnte er.

„Vielleicht lege ich es darauf an dich dann beißen zu können.", meinte sie böse.

„Dummes Gör. Ich weiß nicht was du dir krankes davon versprichst mit einem Freak herumzumachen."

„Du musst dich darüber gerade beschweren. Wenn jemand Erfahrung mit Freaks hat, dann doch wohl du."

„Dreckiges Miststück.", schrie er und verpasste ihr eine heftige Ohrfeige.

Ihre Lippe blutete und sie schleckte sich das Blut genüsslichen ab, während sie ihm einen tödlichen Blick schenkte.

„Als nächstes kommst du vielleicht noch mit einem Vampir um deine Blutgelüste zu stillen.", schrie er wütend.

„Ach, das alles muss ich mir von dir sagen lassen.", meinte sie finster und sah dann hinüber zu Blaise, der mit Draco eine Partie Schach spielte, „Zu dumm, dass du nicht auf Männer stehst, hmm?"

„Ich gehe besser bevor ich mich vergesse.", meinte er voller Zorn und sprang auf, um den Gemeinschaftsraum zu verlassen. Draco, der die Szene beobachtet hatte, hielt Theodor am Arm fest als er an ihm vorbeiging.

„Du solltest besser aufpassen was du tust, klar?", sprach Draco eine ernstgemeinte Drohung aus und nickte hinüber zu Daphne, „Sonst werde ich mich ganz bestimmt vergessen. Wir verstehen uns?"

Theodor sah zuerst ihn an und dann Blaise. Das versetzte ihm offenbar einen Stich ins Herz. Er riss sich los und stürmte aufgebracht aus dem Gemeinschaftsraum. Unterdessen begann Draco zu lachen.

„Blaise, weißt du, dass du mir so viel besser gefällst. Ich liebe es einfach Theodor in einer derartigen Verfassung zu sehen.", freute er sich am Leid des anderen.

„Das ist gar nicht lustig.", meinte Blaise erzürnt, „Schach matt."

Er verließ ohne Draco noch eines Blickes zu würdigen ebenfalls den Gemeinschaftsraum.

Draco schüttelte den Kopf.

„Ist Theodor eigentlich schon einmal aufgefallen, dass Blaise die meiste Zeit in seiner männlichen Gestalt umherwandelt?", fragte Draco und setzte sich zu Daphne die das Buch zuklappte.

„Er will es wohl nicht sehen.", grinste Daphne, „Dummer kleiner Junge."

Draco tippte mit seinem Zauberstab auf Daphnes Lippe und sprach einen Spruch der sie heilte.

„Das hätte ich auch selbst geschafft.", meinte sie nur giftig.

Draco nahm keine Notiz von ihrer Bemerkung.

„Wie geht es mit deinem Auftrag voran?", fragte er sachlich.

„Ich muss mir heute von Snape ein paar Zutaten ausleihen. Glücklicherweise braucht wesen sie auch für einen ausgesprochen wirksamen Antidepressionstrank.", erklärte Daphne ihre Absichten. Sie tat sich bereits schwer Sätze zu formulieren. Wäre ihr Kopf nicht so betäubt, hätte sie Theodor bestimmt einen kleinen Kampf geliefert.

„Und wie willst du das anstellen? Glaubst du er erlaubt dir genau diesen Trank zuzubereiten?", fragte Draco, „Was wenn er es für dich machen will?"

Daphne rollte mit ihren Augen.

„Seit meine Mutter im dritten Jahr heulend zu ihm gegangen ist, und gesagt hat, dass er mir unbedingt erlauben muss Antidepressionstränke zu nehmen wenn ich darauf bestehe oder er den Eindruck hat, dass mit mir etwas nicht stimmt, hat er mir diese Bitte noch nie abgeschlagen. Außerdem weiß er, dass ich Tränke brauen kann, von denen wir in der Schule vermutlich nie etwas hören werden. Schließlich weiß er, dass Vater in Durmstrang unterrichtet hat, und natürlich auch seine Kinder in den Ferien weiterbildet.", erklärte sie überzeugt.

„Deine Mutter hat geheult? Wegen dir?", meinte er ungläubig.

„Sie kennt da so einen Zauber, der auf die Tränendrüse drückt. Es wäre ihr nur unangenehm eine Selbstmörderin in der Familie zu haben.", meinte Daphne kühl.

„Vielleicht wäre der Trank aber gar nicht so übel, du wirkst in letzter Zeit etwas… merkwürdig. Du hast bisher nicht mal die Chance genutzt Pansy so richtig fertig zu machen, sie hat dir heute doch wirklich die beste Chance dafür gegeben. Und Potter? Zu dem hast du auch noch kein böses Wort gesagt.", schüttelte er beinahe besorgt den Kopf, „Schmeißt du gerade zu viele Drogen, oder hat dich jemand mit dem Imperius-Fluch belegt, bist du vielleicht gar nicht Daphne sondern jemand der den Vielsafttrank getrunken hat?"

„Was meinst du denn?", meinte sie irritiert, langsam wurde ihr schwindlig und sie konnte sich nur unklar erinnern, dass Pansy heute irgendetwas unverständliches gemurmelt hatte. Das war kurz nachdem sich Daphne diesen Drogencocktail gegönnt hatte und noch alles ziemlich verzerrt gesehen hatte.

„Du bist in letzter Zeit so durchschnittlich. So… wenig grausam.", meinte er.

„Pansy fertigmachen ist doch langsam langweilig, oder?", meinte sie schnippisch und leicht beleidigt und hatte das Gefühl wieder etwas klarer im Kopf zu werden, „Und Potter kann ich nicht dumm anmachen, weil ich sonst mein Spielchen mit Hermine nicht weiter treiben kann."

„HERMINE! Du nennst sie sogar schon HERMINE und nicht mehr Granger. Kann es sein, dass du deine Rolle zu ernst nimmst. Dieses Schlammblut färbt wohl auf dich ab.", meinte Draco entsetzt.

Daphne schüttelte den Kopf.

„Entspann dich, es ist alles im grünen Bereich. Ich hab nur so wenig Zeit, weil dieser eine Plan all meine Energien in Anspruch nimmt.", seufzte sie.

„Dann solltest du diesen einen Plan endlich durchziehen und zwar schnell, dann kommst du hoffentlich endlich wieder von diesem Trip runter."

„Sie soll immerhin die größte Schlampe Hogwarts werden.", meinte Daphne.

„Das heißt aber nicht, dass du ohne Tricks arbeiten musst.", überlegte Draco immer noch besorgt.

„Aber sie mit einem Zauber zu belegen, den wesen leicht aufheben kann ist doch sinnlos. Sie soll das alles möglichst nicht mit mir in Verbindung bringen können, damit ich noch länger meinen Spaß mit ihr haben kann.", erklärte Daphne, „Ich will doch nicht auffliegen."

„Du musst doch irgendetwas kennen, irgendetwas!"

„Ich habe überlegt ob ich sie nicht solange mit Drogen voll pumpe, bis sie nicht mehr wirklich weiß wer sie ist, aber das könnte alles auf mich zurückfallen. Ich muss irgendwie ihre Persönlichkeit manipulieren, verstehst du was ich meine."

„Aber dann fehlt doch der grausame Ernüchterungseffekt auf den du so abfährst.", warf Draco so beiläufig ein.

Daphne verstand sofort worauf er hinauswollte, mittlerweile hatte er ihr genug Indizien geliefert, die dafür sprachen, dass er immer noch Daphne verdächtigte beim Liebestrank ihre Finger im Spiel gehabt zu haben.

„Früher oder später wird sie schon von selbst bemerken, was sie alles verloren hat und welche elende Wende ihr Schicksal genommen hat. Außerdem würden genug andere darunter leiden.", meinte sie und stieg nicht auf sein Spielchen ein.

„Aber du willst sie doch vernichten und ihre gesamte Existenz zerstören, es soll ihr doch so richtig wehtun, oder?", fragte Draco.

„Vermutlich ist das Problem, dass ich mir noch keinen richtigen Plan zurecht gelegt habe. Vielleicht sollte ich mir wirklich einfach einen Antidepressionstrank brauen.", meinte sie lethargisch.

„Ich glaube du brauchst Sex.", meinte Draco mit lüsternen Blick.

„Na gut, nachdem ich bis heute Abend ohnehin noch keine Pläne habe.", meinte sie matt.

„Hast du heute irgendwas genommen? Irgendwas, das dich ziemlich gleichgültig macht?", schüttelte er den Kopf und führte sie dann an der Hand raus aus dem Gemeinschaftsraum in Richtung Bad der Vertrauensschüler und Vertrauensschülerinnen.

Als sie sich wieder angezogen hatten, bemerkte Draco ihren gleichgültigen Blick.

„Weißt du ich glaube das ist alles seit Damon dieser Idiot…", er brach den Satz ab und bemerkte, dass ihre Augen ziemlich glasig waren und ihre Pupillen sich unnatürlich weit öffneten.

„Vielleicht genügt es mir einfach nicht mehr. Es ist alles so langweilig und öde. Ich meine es amüsiert mich nicht, dass Theodor leidet. Es unterhält mich nicht, dass Pansy Höllenqualen durchlebt. Es sind doch alles nur Kindereien.", seufzte sie.

„Wie wäre es gemeinsam Damon fertig zu machen?", schlug Draco vor.

„Hört sich verlockend an, aber was erwartest du als Gegenleistung?", fragte sie, weil sie natürlich keinen selbstlosen Akt erwartete.

Sie bemerkte, dass ihr langsam schwindlig wurde und alle Umrisse verschwammen.

„Wir könnten uns zweimal in der Woche hier treffen.", überlegte er, „Außerdem wäre es schon angenehm, wenn du wieder du selbst wärst."

Seine Worte schienen so langsam, dass sie sich in die Unendlichkeit zogen. Alles um sie herum wurde schwarz und sie kollabierte. Draco konnte sie gerade noch auffangen.

Das erste was sie sah, als sie die Augen wieder öffnete, waren die Umrisse von Dracos Gesicht.

„Wo bin ich?", murmelte sie und setzte sich auf.

„Im Krankenflügel. Pomfrey wird gleich wiederkommen, sie meinte du dürftest jetzt bald aufwachen.", erklärte er, „Sag mal was genau hast du heute genommen?"

„Sämtliche Restbestände irgendwelcher Tränke die ich teilweise nicht richtig identifizieren konnte.", sagte sie matt.

„Sie konnte dir zum Glück nur Tollkirschen nachweisen. Sag mal willst du dich umbringen?", schüttelte er den Kopf.

„Mir war langweilig.", zuckte sie mit den Schultern, mittlerweile fühlte sie sich wesentlich besser.

„Dann quäl doch ein paar Hufflepuffs oder Pansy.", schlug er vor.

„Muss ich mich jetzt belehren lassen, oder was?", sagte sie stur.

„Snape war da, als du noch bewusstlos warst. Ich soll dir ausrichten, dass du heute um 8 in seinem Büro erscheinen sollst. Also nichts mit den Zutaten für den Liebestrank."

„Ich denk mir schon was aus.", blieb sie bockig.

In dem Moment erschien auch schon Madam Pomfrey. Sie stellte sie neben sie ans Krankenbett und schien sie mit ihrem Blick zu durchlöchern.

„Würden sie mir jetzt freundlicherweise sagen, was genau sie zu sich genommen haben.", meinte sie ziemlich verärgert.

„Ein so ein Antidepressionstrank. Heute morgen.", blieb Daphne gelassen.

„Ich könnte mich an keinen derartigen Trank erinnern, der Tollkirschen als Zutat verwendet.", wurde ihre Stimme lauter.

„Mein Onkel hat ihn mir gegeben und meinte, dass sei einer der wirksamsten Antidepressionstränke auf dem Markt.", gab sie sich entrüstet.

„Fragt sich nur auf welchen Markt.", schüttelte Madam Pomfrey den Kopf, „Wenn das alles ist steht es ihnen frei zu gehen. Ihr Hauslehrer wird ohnehin noch mit ihnen über diesen Vorfall sprechen."

Daphne sprang vom Bett und murmelte ein paar Abschiedsworte. Draco folgte ihr.

„Was genau hast du ihnen erzählt, damit unsere Geschichten zusammenpassen?", fragte Daphne am Gang.

„Ich habe ihnen erzählt, dass wir etwas Privates zu besprechen hatten und deshalb ein bisschen durch das Schloss gewandert sind. Vor dem Bad der Vertrauensschüler und Vertrauensschülerinnen bist du dann plötzlich zusammengebrochen. Wenn Snape dich nach unserem genauen Weg oder Zeiten fragt, sag ihm einfach, dass du dich nicht mehr klar erinnern kannst, weil du schon da ziemlich benommen warst.", schlug Draco vor.

Daphne nickte.

„Also wie steht es mit unseren dämonischen Plänen für Damon?", grinste er sie an.

„Oh ja.", meinte sie böse und funkelte Draco an.

„Dafür zweimal die Woche? Der Deal steht?", versicherte er sich, dass Daphne das Gespräch noch in Erinnerung hatte.

„Wenn es sich nicht vermeiden lässt.", sagte sie kühl, ohne ihn anzusehen.

Draco grinste siegessicher und legte ihr seinen Arm, die Schulter. Er war zufrieden mit sich selbst, als sie sich nicht wie üblich dagegen wehrte.

„Ich denke wir werden eine Menge Spaß haben.", meinte er mit lüsternen Blick und dachte dabei ganz und gar nicht an Damon.