Kapitel 4
Als ich am darauffolgenden Abend erwachte, schliefen alle noch.
Ich schob den Sargdeckel sanft zur Seite, streckte mich und gähnte herzhaft.
Um die Anderen nicht zu stören ging ich in die Bibliothek, in der das Feuer des Kamins vpr sich hin prasselte.
Ich setzte mich auf die blutote Samtcouch, die direkt vor dem Kamni stand und beobachtete, wie das Feuer die Holzscheite langsam zerfraß.
Ich war so in Gedanken, dass ich nicht bemerkte, die der Graf den Raum betrat, bis er sich neben mich setzte und seufzte.
Ich schrak auf.
"Entschuldige, dass ich dich so erschreckt habe", er seufzte erneut und blickte ins Feuer.
"Herr Graf... was ist denn los?... Sie wirken ganz anders als sonst... nimmt sie das mit dem Professor dermaßen mit?, erkundigte ich mich.
Der Graf sah wirklich nicht gerade gut aus in diesem Moment.
Seine langen schwarzen Haare waren stähnig, obwohl ich mir sicher warm dass er sich am Abend zuvor entschuldigt hatte um ein Bad zu nehmen.
Augenringe waren zwar unter Vampiren relativ normal... aber in einem solchen Ausmaß waren sie es sicher nicht.
Er setzte zu einer Antwort an, doch wurde von Koukol uunterbrochen, der ins Zimmer kam und irgendetwas von wegen "Professor" und "aufgewacht" faselte.
Der Graf nickte und wir standen beide auf um zum Schlosskerker zu gehen.
Dort saß Professor Abronsius auf einem Holzstuhl und schien etwas auzutüfteln.
Als er uns bemerkte durchlöcherte er und mit einem Blick, der uns hätte töten können, wenn wir nicht bereits tot gewesen wären.
"Herr Professor...", begann ich doch er reagierte nicht.
Er starrte uns einfach unentwegt an.
Der Graf seufzte bald, rief Koukol herbei und befahl diesem eines von Aeneas Werken zu holen.
"Herr Professor, wie geht es Ihnen hute?", fragte der Graf, nachdem eine Weile Stille war.
Der Professor sah uns nur weiter an.
Bald darauf kam Koukol zurück und schob das Buch zum Professor hin, doch dieser reagierte nicht.
"So antworten Sie doch!", platzte es nach einer weiteren halbn Stunde aus mir heraus.
Endlich öffnete der Professor seinen Mund um mir zu antworten.
"Verschwindet! Ich will weder mit Ihnen Graf, noch mit dem Monster, das Besitz von meinem treuen Assistenten genommen hat."
Verzweiflt sah ich ihn an.
"Aber Herr Professor ich bin es wirklich. Ich bin Alfred. Ich bin jetzt zwar ein Vampir, aber immernoch der Selbe!", schwor ich, doch der Professor glaubte mir nicht.
"Ach red doch keinen Stuss! Du bist nicht mein Schüler und wirst es nie sein!"
Die Worte trafen mich so hart, dass ich weglief.
Ich lief Gäng entlang, Treppen hoch und runter aber als ich stoppte wusste ich nicht im geringsten wo ich mich befand.
In diesem Moment lehnte ich mich an die Wand und sank dort weinend nieder.
Mir liefen die Tränen das Gesicht herunter, so traurig war ich über die Worte des Professors und so verzweifelt war ich.
Was, wenn ich nes nicht pünktlich zum Sarg schaffen würde?
Ich würde irgendwo als Aschehäufchen verkommen.
Ich würde nie wieder lesen können!
Nie wieder die Sterne anschauen können!
Nie wieder Herbert sehen!
Ich schluchzte immer wieder auf und saß total verzweifelt da.
Ich blickte aus dem Fenster und sah, dass die Nacht bald enden würde.
Das wars also mit mir.
Ich legte meinen Kopf auf meine Knie und schloss die Augen.
Ich war mir so sichr, dass ich hier verbrennen würde, dass ich dachte ich träume, als ich Schritte hörte, die immer näher kamen.
Ich öffnete die Augen und als ich Herbert um die Ecke rennen sah sprang ich auf und rannte in seine Arme.
"Herbert... ich dachte ich sterbe hier... Ich hatte solche Angst dich nie mehr zu sehen! Bitte sag mir, dass ich nicht träume!", schluchzte ich in seinen Armen.
Er strich mir sanft durch die Haare und wies mich an, mich zu beruhigen.
"Endlich habe ich dich gefunden. Du solltest nicht mehr alleine durchs Schloss gehen. Du verirrst dich nur wieder. Jetzt schaffen wir es nicht mehr in die Gruft. Zum Glück hat Vater in jedem Gang einen Notfallsarg hingestellt.", ich atmete erleichtert aus... Das bedeutete ich würde weiter tot sein.
"Nur ein Problem gibt es da...es ist nur ein Sarg, also müssten wir zusammen schlafen, was ja nicht heißen muss,...", erklärte er bis ich ihm einen Finger an den Mund hielt und lächelte.
"Ist schon okay lass uns einfach schlafen gehen." Er nahm meine Hand und wir gingen zu dem Sarg und kuschelten uns hinein.
Bald darauf schlief ich auch schon in seinen Armen glücklich ein.
Die Sorgen der Nacht waren fürs erste irrelevant und vergessen!