Sorry, dass es so lange gedauert hat, aber wenn ich eine Schreibblockade habe, dann richtig...


Kapitel 3

"Mag sein, Professor, aber vielleicht vermisse ich sie ja nicht sonderlich", rutschte es Hermine heraus bevor sie darüber nachdenken konnte. Im selben Moment wurde ihr aber klar, dass es stimmte. Harry, Ron und Ginny würde sie in der nächsten Zeit noch oft genug sehen und mit ihren restlichen Klassenkameraden hatte sie nicht wirklich viel zu schaffen gehabt in ihrer Schulzeit.

Snapes rechte Augenbraue hob sich etwas doch er schwieg und trat nur neben sie an die Brüstung. Auch Hermine wandte sich wieder der Aussicht zu und so standen sie schweigend eine Zeit lang nebeneinander und blickten auf die Ländereien hinab. Die junge Frau hatte kurz den Eindruck Professor Snape würde sie von der Seite mustern, aber als sie ihren Kopf leicht in seine Richtung drehte sah er nur geradeaus.

"Wie sieht Ihre Zukunft aus, Hermine?", unterbrach er plötzlich die Stille. "Ich nehme an Sie bedauern es, sich für ein oder zwei Fächer entscheiden zu müssen und nicht alle Studiengänge gleichzeitig belegen zu können?"

Es lag kein Spott in seiner Stimme, im Gegenteil, er schien aufrichtiges Interesse an ihrer Zukunft zu haben.

"Nun, Professor, vielleicht nicht gleichzeitig, aber wenn ich mich anstrenge könnte ich bis ich sterbe doch die meisten hinter mir haben", erwiderte Hermine trocken.

Professor Snape schnaubte und das Mädchen meinte so etwas wie ein wehmütiges Lächeln auf seinem Gesicht zu erkennen, welches jedoch nach wie vor dem Schulgelände unter ihnen zugewandt war.

"Reden Sie nicht vom Sterben, Hermine, Sie sind noch so jung und der Krieg ist vorbei. Sie haben sicher noch einiges vor sich."

"Ich mag jung sein, aber der Krieg hat an uns allen Spuren hinterlassen und ich komme mir schon lange nicht mehr so vor wie ich es wohl, gemessen an meinem Alter, tun sollte."

"Ja, da haben Sie durchaus Recht."

Hermine lachte leise.

"Dass ich das noch erleben darf. Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals hören würde, wie Sie mir Recht geben, Sir."

"Sollten Sie das jemand anderem gegenüber erwähnen werde ich selbstverständlich alles abstreiten, ich hoffe das ist Ihnen klar!", erwiderte der Tränkemeister mit gespielter Strenge.

"Was treibt Sie eigentlich hier herauf, wenn ich fragen darf, Sir?", wechselte Hermine mit einem Mal das Thema.

"Sie stellen immer noch zu viele Fragen, Hermine, das war schon immer Ihr Problem", bekam sie nur als Antwort zu hören.

"Nein, Professor, mein Problem war es immer keine Antwort zu bekommen", schnaubte die junge Frau trocken.

Der Tränkeprofessor wandte nun endlich seinen Blick ihr zu und Hermine meinte in seinen dunklen Augen versinken zu müssen. Unbewusst lehnte sie sich ihm entgegen, unfähig ihren Blick abzuwenden.

"Nun, heute Abend kann ich Ihnen mit ihrem Problem vielleicht sogar behilflich sein und Ihnen eine Antwort geben", sagte Snape mit seiner tiefen Stimme.

Die Spannung zwischen den beiden war beinahe greifbar und Hermine war zu nichts mehr fähig als ein leises "Ja?" zu hauchen. Was ihr Problem war hatte sie jedoch schon längst wieder vergessen. Als ihr seine körperliche Nähe plötzlich bewusst geworden war, hatte sich ihr Gehirn plötzlich verabschiedet und der Klang seiner dunklen Stimme tat den Rest.

Auf einmal fand sie sich in einem Kuss wieder und hätte nicht einmal sagen können wer letztendlich die Initiative ergriffen hatte. Ehrlich gesagt war es ihr in diesem Moment auch mehr als egal.

Severus legte eine Hand auf Hermines Rücken und drückte sie so nah wie möglich an sich. Die junge Frau wiederum vergrub ihre Hände in seinen Haaren und zog seinen Kopf zu sich herunter.

Nach einer - Hermines Ansicht nach viel zu kurzer - Weile beendete Severus den Kuss, hielt die junge Hexe jedoch weiter ganz nahe bei sich. Sie ließ ihren Kopf an seiner Brust ruhen und er bemerkte, dass sie zu zittern schien.

"Ist dir kalt?", fragte er vorsichtig, nicht sicher wie sie jetzt reagieren würde, wobei es momentan nicht so aussah als ob sie wie vorher in der großen Halle wieder vor ihm flüchten würde.

"Nein, es geht schon", erwiderte die Hexe und war nicht gewillt diesen Moment zu zerstören nur weil ihr verräterischer Körper anfing zu frieren.

Er breitete seinen Umhang nun auch über ihre Schultern und bemerkte mit einem Lächeln, wie sie sich unwillkürlich näher an ihn drängt.

"Hermine…", begann er vorsichtig, "...lass uns wieder reingehen."

Doch er merkte nur, wie sie ihren Kopf schüttelte.

"Nein, wenn wir jetzt reingehen ist es wieder vorbei und das will ich nicht…", flüsterte die junge Hexe gegen seine Brust.

Severus zog eine Augenbraue nach oben. Sie wollte nicht, dass 'es' vorbei ist? Was war 'es'? Und wieso verdammt nochmal bereute sie 'es' nicht? Und wieso, zur Hölle, bereute er es nicht?

"Hermine...", fing er wieder an, aber eben diese ließ ihm keine Zeit einen vollständigen Satz zu formulieren.

"Nein, Severus, sag nicht, dass du es bereust und dass es falsch ist und wir es vergessen sollten! Das war soeben einer der schönsten Momente in meinem Leben und ich werde nicht zulassen, dass du das zerstörst nur weil du meinst keine menschliche Nähe ertragen zu können!"

Wie zum Zeichen, dass sie es ernst meinte schlang sie ihre Arme noch fester um seinen Körper und drückte sich noch näher an ihn. Severus lächelte von ihr unbemerkt vor sich hin.

"Dein Mut und deine Ehrlichkeit in allen Ehren, aber eigentlich wollte ich dich nur fragen, ob ich dir bei mir noch einen Tee anbieten kann", murmelte er mit leiser Stimme in ihr Ohr und beugte sich dabei so weit nach unten, dass einige seiner Haarsträhnen sie im Gesicht kitzelten.

"Oh…", meinte sie nur und kam sich auf einmal ziemlich doof vor, "aber nichtsdestotrotz, was ich gerade gesagt habe zählt auch für später noch!"

tbc