Da bin ich wieder. Erst einmal einen herzlichen Dank an die zwei Reviewer. Bis jetzt scheint alles darauf hinauszulaufen, dass die Story Canon wird. Aber noch ist nichts entschieden. Also reviewt.
Hoffe, ihr habt genau sie viel Spaß beim Lesen wie ich beim Schreiben.
Disclaimer: Mir gehört immernoch fast alles, natürlich gehört das, was euch bekannt vorkommt gehört, J. K. Rowling ;)
Dieses Kapitel ist meinen zwei Reviewern und meinen beiden Mädels, die ich dazu genötigt habe das hier zu korrigieren, gewidmet
2. Kapitel
Fotos
Ein Klingeln riss mich aus meinem wohl verdienten Schlaf. Unbeholfen tastete ich nach meinem Wecker. Meine Oma hatte ihn mir mal geschenkt. Sie war wie ihre Tochter eine Muggle. Jedes Mal, wenn er klingelte, erinnerte er mich an sie auf zwei Arten:
Meine Oma hatte ebenfalls so eine schrille Stimme
Sie schmiss mich auch jeden Tag um kurz nach halb acht aus dem Bett, wobei das ihrer Meinung nach viel zu spät war
Stöhnend drehte ich mich, nach einem weiteren vergeblichen Versuch den Wecker zu erhaschen, auf die Seite und drückte mir mein Kopfkissen auf meine Ohren. Ich weiß, damit erfüllte ich den Stereotyp eines Morgenmuffels. Aber ich war nun mal einer. Dagegen konnte ich nichts tun. Meint ihr nicht auch, dass mir Aufstehen mit einem Grinsen auf dem Gesicht nicht viel besser gefallen würde? Okay, man musste es nicht gleich übertreiben.
Aber vielleicht half es ja, wenn ich damit anfing, dann aufzustehen, wenn der Wecker klingelte.
Oder zehn Minuten danach ...
Oder zwanzig ...
Jaja, ich seh es ein, ich bin einfach ein hoffnungsloser Fall, was das Aufstehen angeht.
Apropos zwanzig Minuten: Zwanzig Minuten nach dem Klingeln sollte ich eigentlich schon längst aus dem Haus sein.
Und ich befürchtete gerade, dass diese an diesem Morgen schon um waren.
Bei dem Versuch meine noch schlaftrunkenen Beine so zu koordinieren, dass man auf ihnen aufstehen konnte, fiel ich halb aus dem Bett. Na ja, das hatte den Vorteil, dass ich danach wenigstens wach war.
Ich traute mich nicht auf den erbitterten Feind meines Schönheitsschlafs zu sehen und entschied mich dafür ins Bad zu taumeln und gegen die letzte mir noch verbleibende Zeit anzukämpfen. Ein Kampf, den ich leider jeden Wochentag bestreiten musste.
Das Gesicht, das mich vom Spiegel aus anblickte oder besser gesagt verdrießlich anstarrte, steigerte meine Laune nicht gerade. Habe ich schon mal erwähnt, wie sehr ich früh aufstehen hasste? Und mit früh meinte ich alles vor elf Uhr.
Ein dunkler, krauser Wust, der sich auch noch erdreistete den Namen Haar zu tragen, umrahmte das Gesicht vor mir. Wenn ich keine Hexe wäre, würde ich wahrscheinlich jeden morgen beim Haarekämmen durchdrehen. So musste ich nur einmal mit meinem Zauberstab rumwedeln und, nun gut, meine Haare sahen danach nicht wirklich besser aus, aber ich hatte wenigstens das Gefühl, dass sie entwirrt waren. Mit einem weiteren Schwenker meines hölzernen Freundes waren sie brav und ordentlich in einem buschigen Pferdeschwanz untergebracht.
Es gab nur einen Haken bei dem Pferdeschwanz. So schön es auch war, die dunkelbraune Mähne gezähmt zu wissen, so abstoßend fand ich es die gut zehn Zentimeter lange, hässliche Narbe zu sehen, die quer über meinem Hals lief. Jedes mal erinnerte sie mich daran, dass ich es lernen musste meine Neugierde zu zügeln.
Die Narbe war nämlich ein Andenken, das ich, dumm wie ich nun mal war, wenn etwas meine Neugier erweckt hatte, mir beim Arbeiten geholt hatte. Ich war vor circa zwei Jahren auf die Idee gekommen ein Kästchen von innen zu fotografieren. So weit so gut. Hätte ich daran gedacht nachzufragen, ob man das kleine Objekt schon auf Flüche untersucht hatte, oder hätte ich es selbst gemacht, wäre wahrscheinlich auch nichts passiert. Aber nein, ich musste ja dieses Ding öffnen. Und zehn Sekunden später lag ich zehn Meter entfernt auf dem Boden und hatte eine klaffende Wunde am Hals.
Da sie durch Magie, von der wir nur sehr wenig wussten, entstanden war, gab es auch keine Möglichkeit eine Bildung der Narbe zu verhindern. Und nun musste ich mit dem Beweis meiner Unvorsicht auf dem Hals leben, ein extrem hässlicher Beweis, den ich nicht allzu gerne offen zeige. Dies war einer der Gründe, weshalb ich oft selbst bei brüllender Hitze noch etwas mit Rollkragen trug.
Mit einem weiteren Zauber waren meine Zähne sauber und der nächste verwandelte meinen Pyjama in eine Jeans und ein T-Shirt mit Hemd drüber. Den Kragen konnte man übrigens auch benutzen um einen unwillkommenen Halsschmuck zu verdecken.
Ich schnappte mir noch schnell meine Tasche und zehn Sekunden später stand ich auch schon in meinem Büro ...
... und blickte in das Gesicht meines Vorgesetzten. Der Bericht! Ich hatte ihn über den Trubel gestern ganz vergessen, so sehr war ich von dem Torbogen fasziniert, nicht das wir etwas heraus gekriegt hätten. Wäre ja auch zu schön gewesen.
„Äh, ich kann das erklären ..." Tja, zu mehr war mein immer noch unter dem Trauma des Frühaufstehens leidendes Gehirn nicht fähig.
Und was verflucht sollte jetzt meine Erklärung sein? Das wir gestern einen sensationellen Fund gemacht hatten, der mich leider davon abgehalten hatte, den Bericht zu dem üblichen verspäteten Termin abzugeben. Mal wieder eine Glanzleistung der schlechten Ausreden. Gut gemacht, Juana, ich bin stolz auf dich.
„Das war nicht das, worüber ich mit ihnen sprechen wollte." - Nicht? – „Aber danke für die Erinnerung, sie deswegen nachher zur Schnecke zu machen."
Na ganz Klasse. Hätte ich nicht einmal meine viel zu große Klappen halten können.
„Ich bin vielmehr wegen dem Tor hier, das sie gestern gefunden haben."
Wie ...? Paula! Ich hätte es wissen müssen, dass unsere liebe Praktikantin ihrem Onkel regelmäßig einen Bericht liefert und bei so außergewöhnlichen Sachen direkt zu ihm rennt. Ihr Onkel stand übrigens gerade vor mir.
„Im Gegensatz zu Ihnen bin ich so vernünftig und kommunikativ mich bei einem so wertvollen Fund mit anderen Archäologen in Kontakt zu setzen. Und siehe da, die Regierung in Großbritannien hat ein ziemlich ähnliches Exemplar. Sie schicken einen ihrer Leute vorbei. Er wird heute Nachmittag hier eintreffen." Ein Brite! Hier auf meiner Grabung! Niemals!
„Und ich bin nicht hierher gekommen um sie vorzuwarnen, sondern um sie zu ermahnen, dass sie ihn nicht direkt wieder wegekeln."
„Aber genau das werde ich tun!", platze es aus mir heraus. Ups, das waren nicht gerade die richtigen Worte an jemanden, dessen Bericht man vor gut einer halben Woche hätte abgeben sollen. Ich sollte ernsthaft darüber nachdenken mir für solche Momente einen Knebel bereitzulegen.
„Das sollten Sie sich gründlich überlegen, denn wenn sie es doch tun, dann kann ich ihnen garantieren, dass sehr bald jemand anders diese Ausgrabung leiten wird!"
Mit einem harmlosen, ihm überhaupt nicht angemessenen Plop verschwand er.
Ein Engländer! Von Ratlosigkeit überfallen starrte ich in die Gegend. Ein Kaffee, ja genau, das wär' jetzt das Richtige.
oOoOoOo
Seit nunmehr einer halben Stunde war ich wieder in dem Raum mit dem Torbogen.
Das einzige, was wir wussten, war, dass er magischer Natur war.
Auf meinen ausdrücklichen Befehl hin hatte sich niemand dem Ding näher als zwei Meter genähert. Ich hatte das seltsame Gefühl, dass dieses Gebilde nichts Gutes bedeutete. Und solange, wie wir nicht wussten, wofür die Magie gut war oder wir sie nicht ausgeschaltet hatten, würde sich das wahrscheinlich nicht ändern.
Der Bogen bestand aus gelblichem Sandstein, der den Untergrund für einige kunstvolle, schwarze Zeichen bot.
Ofelia und ich saßen dicht beieinander und schauten mehrere Bücher durch, in denen die alten Schriften und Runen aufgeführt wurden.
Aber bisher hatten wir einfach kein Glück.
Von dem leisen Rascheln der Seiten begleitet fuhren meine Augen über die Seiten und verglichen die Zeichen auf ihnen mit denen auf dem Bogen.
Schon bald fingen die Zeichen vor einem Auge an zu verblassen, es war einfach anstrengend sie genau zu studieren und immer wieder von denen weiter weg zu denen, die direkt vor mir lagen, zu blicken.
Es war eine Arbeit, die nicht nur Zeit raubte, sondern auch nerven kostete. Regelmäßig hatte man bei einer Schrift das Gefühl einen Treffer gelandet zu haben, nur um bei einer genaueren Betrachtung festzustellen, dass sich einige Details von einander unterschieden, andere jedoch sehr wohl übereinstimmten.
„Äh, ich hab die Fotos entwickelt." Alejandro stand in dem Durchgang und sah mich unsicher an.
„Ist was dabei schief gegangen? Sind sie nicht scharf geworden?"
„Sieh dir die Fotos am Besten selbst an." Er ging ein paar rasche Schritte nach vorne und überreichte mir ein Bündel Fotos.
Ein Blick darauf verriet mir, was er damit meinte. Die meisten waren gestochen scharf. Das war nicht das Problem. Der Haken war jedoch, dass das nicht die Fotos waren, die wir gemacht hatten. Da war eine Vase, ein Holzschemel oder Ofelia, die sich über ein dickes schweres Buch beugte.
Warte! Ofelia, die sich über ein Buch beugte? Das Buch kam mir ziemlich vertraut vor. Ich blickte zur Seite: Da saß Ofelia genauso wie auf dem Foto mit dem selben Buch in der Hand. Das selbe gelbe T-Shirt, das ihr absolut nicht stand. Die selbe Jeans, die an der selben Stelle ein Loch hatte.
Was ging hier vor?
„Oh mein Gott", ertönte es leise links neben mir. „Das, das ist unmöglich!"
Ein Punkt, den man unter normalen Umständen nicht hätte bestreiten können.
„Scheint aber doch so", sagte ich etwas lahm.
„Was ist denn los?", schaltete sich nun auch Ofelia in das Gespräch ein.
„Alejandro hat gestern ein Foto von dir gemacht, wie du heute dieses Buch liest. Er hat es übrigens gemacht, als er seine Kamera auf den Torbogen gerichtet hielt."
„Das, das ist doch unmöglich!" Sie eilte zu uns rüber und sah sich das Bild an. Fassungslosigkeit spiegelte sich in ihrer Miene.
„Hier, guckt euch das an." Alejandro deutete auf eine Foto, auf dem eine Frau zu sehen war. Ich kannte diese Frau nicht und nach ihrer Kleidung zu urteilen bestand der Grund darin, dass sie vor mehr als einem halben Jahrhundert gelebt hat. Sie sah erschrocken aus und hielt ... warte, das war doch der Meißel, den ich gestern in der Hand hielt? Sein Muster war mir sofort ins Auge gefallen.
Ich sprang auf und rannte in den fast leerstehenden Raum. Da lag er. Zum Glück hatten wir bisher noch nicht die Gelegenheit die kleineren Stücke zu archivieren. Ich nahm ihn und ging zu den beiden anderen zurück, die mich verwundert ansahen.
„Da. Das ist der Meißel auf dem Bild", sagte ich und streckte ihn ihnen entgegen.
Alejandro starrte zwischen dem Foto und dem Meißel hin und her. Während Ofelia mich einfach nur verzweifelt an sah.
„Irgendetwas stimmt hier nicht", murmelte sie kaum hörbar, „ich begreif das einfach nicht, wie ist so etwas möglich, wie kann so etwas möglich sein."
Ich wusste es nicht.
Wir hatten einen magischen Torbogen, Fotos, die nicht das zeigten, was man fotografiert hatte, und das in einem Raum, der eigentlich nicht da sein sollte. So etwas konnte nicht sein, bei allen Gesetzen der Magie. Es durfte so etwas nicht geben. Und doch: Hier war es.
Und was nun?
Nach Hause gehen, ins Bett legen und den Schlaf von heute Morgen nachholen, war das erste, was mir einfiel.
Problemlösen ist halt mein Ding.
Solange man sie löste, indem man ihnen aus dem Weg ging.
Mir fiel einfach nichts ein. Also sah ich mir die Fotos genauer an. Vor allem die, die Personen zeigten.
Es waren insgesamt fünf: Das von Ofelia, der Frau mit dem Meißel und noch drei andere.
Das erste bildete zwei spielende Kinder ab. Sie mussten so um die fünf Jahre alt sein und ungefähr in der selben Zeit gelebt haben, wie die Frau mit dem Meißel. Sie hielten jeweils eine Holzfigur in der Hand.
Dann gab es noch eins auf dem man nur eine Hand sah. Eine Hand, die zu einer Frau gehörte und auf ihr waren feine Linien zu sehen. Die Finger schienen etwas zu umklammern, aber man konnte nicht genau sehen, was es war.
Und dann war da noch das letzte: Es zeigte einen Mann Mitte dreißig. Er hatte schwarzes, langes Haar und dunkle Augen. Nichts ungewöhnliches für einen Mexikaner. Doch er schien kein Mexikaner zu sein. Seine Haut war viel zu hell, selbst für einen hellhäutigen, als ob er die Sonne meiden würde. Aber das war nicht alles: Er trug eine Zaubererrobe. Sie war an einigen Stellen aufgerissen, aber es war nichtsdestotrotz eine.
Vielleicht ... ja, vielleicht war es der Engländer, der heute Nachmittag ankommen sollte.
Wie absurd das alles klang. Eine Erklärung, die beinhaltete, dass man ein Foto von der Zukunft geschossen hatte. Meine Lehrerin für Wahrsagen wäre entzückt gewesen.
Zu meiner Schande musste ich gestehen, dass ich nun doch ein wenig neugierig auf diesen Briten war.
„Vielleicht sollten wir mal Joseo nach der ganzen Sache hier fragen?"
Joseo! Natürlich, wieso war ich nicht eher darauf gekommen? Wenn jemand die Lösung dieses Rätsels wissen konnte, dann war das unser Grabungstechniker.
„Du hast Recht", sagte ich und probierte so schnell wie möglich durch den viel zu kleinen Tunnel zu kommen.
Erleichtert aus dieser Enge herauszukommen, kletterte ich hastig aus dem Loch und stieß gegen etwas hartes.
„Das ist dann übrigens Juana Lucero, unsere Chefin."
Was da wohl los ist? Wer es wissen will, einfach reviewen. Das ist die beste Art mit dazu zu motivieren weiterzuschreiben.
Und scheut nicht davor fragen zu stellen, wenn ihr welche habt! Ich beantworte sie gerne.
