Keine Review??? Manno, tja zur Strafe hat das Updaten dann ein wenig länger gedauer. ;) Außerdem war die Vorklausur in Mathe nicht unerheblich (morgen schreib ich Bio und sollte eigentlich lernen :( ). Wie dem auch sei, habt Spaß mit dem Kapitel, ihr Nicht-Review-Schreiber. Aber denkt dran, ihr könnt noch konvertieren, die Hoffnung ist noch nicht verloren: Eine Review heilt euch!!!

Disclaimer: Siehe letztes Kapitel oder das davor... (ihr solltet es mittlerweile verstanden haben)

6. Kapitel

Vorurteile, von wegen

Der Engländer blickte mich vorwurfsvoll an. Nein, nicht mein Engländer sondern der andere. Der, der mir bei der Arbeit das Leben schwer machte, nicht Zuhause.

„Sie sind eine Viertelstunde zu spät."

Das wusste ich, er musste es mir nicht auch noch unter die Nase reiben.

„Dreizehn Minuten. Höchstens", zischte ich zurück.

„Punkt für sie", sagte er freundlich.

„Ist Alejandro schon da?", fragte ich Joseo, der dem Kaffeekochen nachging. Er tat das meistens, vorrausgesetzt niemand anders erbarmte sich.

„Er sitzt gerade in seinem stillen Kämmerchen und brütet seine Fotos aus."

„Nein, tut er nicht mehr, denn er hat bereits seine Fotos ausgebrütet. Na ja, die ersten zehn zumindest", Alejandro stand mitten in der Tür.

Ich sprang auf und folgte ihm in sein kleines Reich.

„Und wie sehen sie aus?", meinen Enthusiasmus konnte man deutlich heraushören.

„Eins von ihnen bildet tatsächlich den Torbogen ab. Aber die anderen, tja du weißt ja wie die aussahen..."

Er reichte mir ein Foto, auf dem man einen Teil der Schriftzeichen vom Bogen erkennen konnte.

„Aber es gibt eins, dass wirklich merkwürdig ist. Ich meine noch merkwürdiger als bisher alle anderen." Er griff nach einem weiteren Foto und gab es mir. „Hier siehst du, dass bin ich wie ich den Bogen fotografiere."

Es stimmte. Da stand Alejandro vor dem Torbogen und machte Fotos, aber das war noch nicht mal das erstaunlichste: Er bewegte sich. Für die Ausgrabungen benutzen wir eine Kamera, die darauf ausgelegt war Bilder zu machen, die sich nicht bewegten. Das besondere an der Kamera war, dass man die Fotos auf einfachere Art und Weise entwickeln konnte mit Hilfe von Magie. Auch brauchte man keine Muggelfilme wie die normalen Kameras. Sie war ideal für jemanden, der keinen Wert darauf legte, dass sich die Bilder hinterher bewegten.

Nun veränderten sich nicht nur die Motive, sondern auch noch die Machart.

Das musste ich Joseo erzählen. Aber der Engländer war ja noch bei ihm und zumindest ich hatte ihm noch nichts von den Bildern mit den Menschen drauf erzählt. Ich hoffte, dass Joseo und die anderen es auch nicht getan hatten. Was würde er nur dann von mir halten? Nicht dass mich das interessieren würde, er war Brite, sollte er doch denken, was er wollte: Wir waren die Besseren und dabei würde es bleiben!

Hach, eine ordentliche Prise Patriotismus konnte manchmal echt gut tun. Was würde ich ohne sie machen? Nett zu Engländern sein wahrscheinlich. Stelle sich das einer vor, Juana Lucero und nett zu Briten. Wobei ich zugeben musste, dass der Brite bei mir Zuhause eine Ausnahme bildeteEr war ja nicht mal ein gescheiter Brite, schließlich konnte er sich nicht an seine Zeit dort erinnern.

Als ich in den Aufenthaltsraum kam, sah ich wie Joseo und McLangly angeregt miteinander redeten. Den Moment, in dem sie mich bemerkten, verstummten sie abrupt. Das einzige Wort, was mir im Gedächtnis blieb, war „Todesser". Es fiel mir auf, weil ich es noch nie zuvor gehört hatte und stempelte es als eine britische Eigenart ab.

Joseo musste meinen verwirrten Gesichtsausdruck gesehen haben, denn er probierte sofort die Situation zu erklären: „Wir haben uns nur gefragt, wann die geforderten Unterlagen vom britischen Ministerium endlich eintreffen."

Sollte ich das jetzt glauben? Denn die Gesichter der beiden verrieten mir etwas anderes.

Sowieso hatten die beiden in der letzten Zeit viel gemeinsam unternommen und schienen sich gut zu verstehen. Vielleicht lag es nur daran, dass sie einen gemeinsamen Bekannten in Großbritannien hatten, aber irgendetwas sagte mir, dass es nicht nur das war. Sie hatten ein Geheimnis. Und Geheimnisse zogen mich magisch an, vor allem wenn Joseo, der mir sonst immer alles erzählte, es bewahrte.

Ich wollte wissen, was sie mir verheimlichten.

oOoOoOo

Ich hatte sie ihm gezeigt. Natürlich ohne das von meinem Engländer, aber ich hatte McLangly die anderen Bilder von den Personen gezeigt. Joseo sollte stolz auf mich sein.

Aber er war es nicht. Stattdessen bedachte er mich mit einem tadelnden Blick.

„Wieso hast du ihm nicht auch das von dem Mann gezeigt, Juana? Ich finde es ja gut, dass du endlich deine Vorurteile soweit in Schach hältst, dass du ihm die anderen Bilder gezeigt hast. Aber wieso dann noch das letzte verheimlichen?"

Pah, er sprach von „verheimlichen"! Auf meine dezente Frage, ob nicht mehr hinter dem Gerede von vorher steckte, als ein Gespräch über die geforderten Unterlagen, hatte er mir immer noch nicht geantwortet.

„Er muss ja nicht alles wissen. Alles zu seiner Zeit."

Er musterte mir skeptisch.

„Aber wieso ausgerechnet das? Verbindest du irgendetwas damit?"

„Ist doch egal!", keifte ich ihn an, „Lass mich einfach machen, okay? Schließlich bin ich hier die Leiterin!"

Schon in dem Moment, in dem ich es sagte, tat es mir Leid. Er war der Erfahrenere und ich arbeitete jetzt schon sehr lange mit ihm zusammen. Es war einfach ungerecht von mir meine Position so auszunutzen.

Joseos Gesichtszüge verhärteten sich. Er sah mich enttäusch an und ging.

oOoOoOo

Es gab nur einen einzigen Menschen, der es wagen würde, mich an einem Samstagmorgen um kurz nach neun aus dem Bett zu klingeln. Dieser jemand stand gerade vor mir an eben einem solchen Samstagmorgen.

„Hey, Schwesterchen, ich wollte mal gucken, wie es dir geht."

Meine kleine Schwester Ana stand vor mir und grinste mich an. Sie lebte noch bei unseren Eltern und hatte anscheinend heute Hundedienst. Das verriet mir der aufgeregt mit dem Schwanz wedelnde Groenendalemischling, der probierte sich an Ana vorbeizuschieben um mich anzuspringen.

„Komm doch rein", sagte ich und trat einen Schritt bei Seite. Dies tat meine siebzehnjährige Schwester auch gleich, was sich als fatalen Fehler erwies, denn nun war die Bahn für Parlo frei und ich wurde einer heftigen Abschleckattacke unterzogen.

„Wow, sag nicht, dass du gerade dabei warst zu duschen."

Erst jetzt wurde ich darauf aufmerksam, dass im Badezimmer der Wasserhahn lief.

„Öh, nein, Jack duscht wohl." Ich war dazu übergegangen den Namen zu übernehmen, wer wollte schon „Typ" heißen?

„Jack? Wer ist Jack?", sie sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an.

Tja, wenn ich das nur wüsste.

„Nur ein Freund... er wohnt momentan bei mir", erwiderte ich.

Sie warf mir einen Blick zu, der mir verriet, dass das Gespräch noch lange nicht zu Ende wäre, sie aber so gütig ist, mich nicht direkt zu löchern.

„Hast du was zu Frühstücken? Hab heute nämlich noch nichts gegessen."

Ich kramte die Sachen hervor, die mein Mitbewohner gekauft hatte.

„Hier, bedien dich."

Sie blickte mich erstaunt an: „Wow, Mister „Nur-ein-Freund" scheint einen guten Einfluss auf dich zu haben. Die letzten paar Male, als ich dich nach Frühstück gefragt habe, hattest du nie welches da."

Dafür erntete sie einen finsteren Blick von mir.

„Iss lieber bevor ich es mir anders überlege."

„Du bist ja schon wach, Juana. Und da dachte ich, ich hätte noch ein paar gemütliche Stunden für mich."

Jack stand im Türrahmen und rubbelte sich die Haare mit einem Handtuch.

„Ist er Engländer?", giggelte Ana vergnügt auf Spanisch.

Ich nickte nur, während unser Gesprächsthema mir einen fragenden Blick zuwarf.

„Du bist dann wohl Jack, nicht?", fragte sie in makellosem Amerikanisch. Sie ging auf dieselbe schreckliche Schule wie ich, hatte aber dort noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Zumindest behauptete sie das.

„Ja, und wer bist du?"

„Ana Lucero, Juanas jüngere und vernünftigere Schwester. Wobei das bei Juana nicht schwer ist."

War Ana nicht die perfekte Schwester? War sie nicht liebenswürdig? Einfach ein reizendes Geschöpf? Und hatte irgendjemand eine Torte, die man ihr ins Gesicht werfen könnte?

Mein baldiger Exmitbewohner lachte laut.

„Na ja, ich kenne sie noch nicht so lange, aber nach dem ersten Eindruck zu urteilen hast du Recht."

„Darf ich zusammenfassen: Dein Name ist Jack, du bist nur ein Freund von Juana. Schläfst aber bei ihr, obwohl du sie erst seit kurzem kennst und bist zu dem auch noch ein Brite, also prädestiniert dafür von meiner vollkommen vorurteilsfreien Schwester hier verabscheut zu werden."

„Ach, du magst keine Briten?", fragte der einzige Mann im Raum überrascht.

„Nein, du kennst sie wirklich noch nicht lange", schaltete sich Ana ein ohne mir eine Chance zu geben mich zu erklären.

„Bist du fertig?", fragte ich leicht genervt.

„Oh, wer ist denn das?", Jack hatte gerade Parlo bemerkt und sah ihn mit gerunzelter Stirn an.

„Unser Hund Parlo", meinte Ana, „ursprünglich gehörte er Juana, aber als sie ausgezogen ist, wollte sie ihn nicht mehr."

„Ich hatte einfach keine Zeit mehr für einen Hund und du weißt selbst, wie sehr Vater an ihm hängt." Ich hatte das Gefühl mich verteidigen zu müssen. Ana stellte es so hin, als hätte ich ihn gerne abgegeben, doch das war nicht der Fall. Mit einer Vierzig-Stundenwoche hatte man nun mal keine Zeit für einen Hund.

„Irgendwie kommt er mir bekannt vor", murmelte der vermeintliche Jack.

„Könnte sein, dass du ihn auf einem meiner Fotos gesehen hast, hab schließlich einige mit ihm."

„Mmh, könnte sein", brummte er nicht überzeugt.

„Oder er hat schon mal einen ähnlichen Hund gesehen, ich meine, große schwarze Hunde gibt es recht häufig", mischte sich Ana ein.

oOoOoOo

„Das war ich."

Ich schaute von meinen Aufzeichnungen auf. Was meinte er?

Doch er beachtete mich gar nicht und fuhr mit seinem Gemurmel fort den Blick auf seine Hand gerichtet.

Meine Schwester und ihre neckischen Bemerkungen waren schon seit einer Stunde fort und ich hatte es mir gerade auf der Couch gemütlich gemacht. Die Abschriften von dem Torbogen lagen vor mir und ich versuchte sie noch immer zu entziffern.

„Das war ich." Der Ausspruch schien an niemanden bestimmtes gerichtet zu sein.

„Was meinst du?", fragte ich neugierig. Doch er steckte zu tief in Gedanken, als dass er mich hörte.

„Hallo! Ich rede mit dir!", probierte ich seine Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen.

Es gelang.

„Was?", er schreckte auf und sah mich perplex an.

„Du hast irgendwas von „das war ich" gemurmelt. Was meinst du damit?"

Er starrte mich an.

„Das ... der ... ach, vergiss es." Seine Schultern sackten zusammen und er wandte seinen Blick wieder der Hand zu. Er schien seine Hand echt interessant zu finden, vielleicht sollte ich auch mal einen genaueren Blick darauf riskieren.

Momentan stand ich jedoch vor dem Problem, dass ich keine Ahnung hatte, was mit ihm los war.

„Konntest du dich an irgendwas erinnern?", versuchte ich es weiter.

„Der ... der ... dieser Hund. Das war ich."

Ich guckte ihn komisch an und merkte, wie sich meine Mundwinkel zu einem Grinsen verzogen. Er hielt sich also für einen Hund oder besser gesagt er hielt den Hund für sich und nach seiner Mimik zu urteilen meinte er es vollkommen ernst.

Jetzt sah er mich entrüstet an.

„Ja, lach du nur", schleuderte er mir entgegen und verschwand im Schlafzimmer, wobei er demonstrativ die Tür hinter sich zu knallte.

Ich schwankte zwischen Lachen und Schuldbewusstsein. Das Lachen gewann und so prustete ich los. Mitleid mit ihm konnte ich später haben.

Er war aber auch ein Spinner, denkt er wäre ein Hund. Tja, ein waschechter Brite eben. Und da sagte Joseo immer, ich solle meine Vorurteile überwinden. Vorurteile, von wegen!

Nachdem mein Lachen erloschen war und Platz für ein schlechtes Gewissen ließ, fühlte ich mich mies ihn so verspottet zu haben. Es schien wirklich so, als hätte er das ernst gemeint.

Aber wie konnte man so etwas ernst meinen? Hatte er etwa vergessen, dass Hunde keine Menschen waren?

Das war doch lächerlich. Wahrscheinlich hätte er es gar nicht so gemeint. Ja, so musste es sein. Ich sollte zu ihm gehen und ihn fragen, was er gemeint hatte. Ja, genau!

Nein, das war inakzeptabel. Damit würde ich ja eingestehen, dass ich im Unrecht war. Einem Engländer gegenüber. Nein, sicherlich nicht.

Und was jetzt?

Warten! Das war die Divise. Vielleicht kam er irgendwann aus meinem Schlafzimmer um seine verwirrende Aussage zu erklären.

oOoOoOo

Verdammt! Ich musste auf der Couch eingeschlafen sein. Mein Rücken fühlte sich an, als wäre er durchgebrochen. Meine Arme und Beine schmerzten und mein Kopf tat weh. Gut, mein Kopf tat nicht weh. Aber er hätte wehtun können!

Ein Blick auf meine Uhr verriet mir, dass es viel zu früh war um wach zu sein. Es war halb sechs.

Ich rappelte mich hoch, wobei ich probierte meine Glieder möglichst wenig zu bewegen.

Ich durchforstete mein Gedächtnis nach einem Hinweis darauf, wann ich wohl eingeschlafen war. Tja anscheinend waren meine Erinnerungen genauso aufgeräumt wie mein Schreibtisch.

Ich gähnte und rieb mir die Augen. Es half ja nichts. Schließlich wollte ich nicht noch mehr Stunden auf dieser ungemütlichen Couch verbringen.

Auf nicht gerade elegante Weise ging ich zur Tür. Sollte ich anklopfen? Ach, quatsch, wie war mir denn der Gedanke gekommen? Das war mein Zimmer! Außerdem schlief er bestimmt. Etwas, das ich jetzt eigentlich auch tun sollte.

Mit einer Visage, die jede gute Laune vertreiben konnte, öffnete ich die Tür.

Da lag er friedlich schlafend auf meinem Bett, so als ob er kein Wässerchen trüben könnte. Und dabei hatte er mir gerade das Bett weggenommen und mich um einige wohlverdiente Stunden Schlaf gebracht. Na, warte, das würde er büßen.

Ein weiteres Gähnen entrann meinen Lippen. Okay, meine Racheaktion musste wohl warten bis ich vollständig wach war, aber dafür brauchte ich wohl oder übel mein Bett.

Ich entschloss mich dazu meinen Feind mit seinen eigenen Waffen zu schlage und fing an ihn in die Schulter zu pieksen.

„Hey du, aufwachen. Ich will mein Bett zurück."

Ein Stöhnen war seine Antwort.

Kein Problem wenn er nicht freiwillig aus meinem Bett ging, würde ich ihm dabei helfen.

Kurz darauf erreichte meine Ohren ein dumpfer Ton. Es war gar nicht so schwer gewesen ihn aus dem Bett zu drücken.

„Was?"

„Hier ist mein Bett!", ich deutete auf die weichen, flauschigen Matratzen, die mir entgegenriefen, dass ich mich hinlegen sollte.

Doch er schien mich gar nicht zu hören und ein Blick auf ihn sagte mir auch warum: Er schlief wieder. Dort auf dem Boden vor meinem Bett. Na Klasse!

Ach, sollte er sich doch die Rückenschmerzen holen, war mir egal, ich hatte mein Bett zurück und den Sieg errungen.

oOoOoOo

Der nächste morgen hingegen stoppte die Euphorie der Nacht.

Im Gegensatz zu gestern erklärte sich mein Mitbewohner nicht dazu bereit Frühstück zu holen mit dem Satz: „Mach das verflucht noch mal selbst!" Eben jener litt jetzt auch an Rückenschmerzen und ließ es mich deutlich spüren, in dem er sich lauthals darüber beklagte. Na ja, wenn er sich dazu herabließ mit mir zu reden. Er gab nämlich sein Bestes mich zu ignorieren, was in meiner kleinen Wohnung nicht das Einfachste ist.

Gut, es stimmte, ich hätte ein wenig netter sein können, aber er war immerhin derjenige, der sofort beleidigt davon gezogen ist und sich in meinem Schlafzimmer verbarrikadiert hatte. Unklug, wenn man bedenkt, dass ich darin noch schlafen wollte. Er hatte es doch heraufbeschworen, dass ich ihn aus meinem Bett rausgeschmissen hatte. Also traf mich keine Schuld!

Das blöde war, dass Jack das genauso sah. Er dachte, dass ich allein für das ganze verantwortlich wäre und er nur das arme Opfer war.

Wieso hatte ich den Kerl eigentlich bei mir aufgenommen? Und wieso war er noch immer hier?

Ach ja, da war so was: Wenn die Engländer Wind von ihm bekämen, dann würden sie uns unsere Grabung wegnehmen. Und außerdem ... nein, das spielte keine Rolle. Einen Briten sollte man so schnell wie möglich loswerden.

Aber ich musste zugeben, dass mich dieses frostige Klima in meiner Wohnung nervte. Warum konnte er sich nicht endlich für sein Benehmen entschuldigen?

oOoOoOo

Gegen vier Uhr hatte er es endlich eingesehen. Nein, nicht das mit dem Entschuldigen, aber er redete wenigstens mit mir. Um genau zu sein fragte er mich über den Forschungsstand unserer Arbeit aus. Es war wenigstens ein Anfang. Und er plauderte ganz normal mit mir und ignorierte die eisige Stimmung heute Morgen.

Mich soll's nicht stören, auch wenn er im Unrecht war und ich eine Entschuldigung verdient hätte.

Was mich hingegen schon störte, war seine Penetranz, mit der er mich nach einem Weg fragte sein Gedächtnis wiederzuerlangen. Er schien es ja eilig zu haben von mir wegzukommen. Ich fasste es als eine Beleidigung gegen meine Gastfreundlichkeit und, ja, auch gegen mich als Person auf. Und der Gedanke, dass er mich nicht leiden konnte, missfiel mir erheblich.

Das war eine weitere Sache, die mich störte. Warum war es mir nicht egal, was er von mir hielt? Ich sollte doch sogar Stolz darauf sein, dass ich ihn so schlecht behandelte, dass er wieder von mir weg wollte. Er war Brite und so eine Behandlung verdienten Leute wie er.

Ich konnte mir keinen Reim darauf bilden.

Das passiert also, wenn zwei stolze Sturköpfe aufeinander treffen. Und denkt an die heilende Review, ihr wisst schon lila Knöpfchen und so...