Wow, vier Reviews!!! Das ist doch mal was. Danke nochmal an alle die gereviewt haben. Für euch hab ich gerade auch extra ausgetrickst damit ihr das hier lesen könnte (es wollte nämlich nicht, dass ich meine Datei hochladen kann).
Disclaimer: Um den Standartspruch zu bringen: Würde ich hier sitzen und das hier schreiben, wenn mir die HP-Bücher gehören würden? Nein! Siehste!
8. Kapitel
„Siehste"
Kurz bevor ich nach Hause aufbrechen wollte, erreichte mich die Eule meines Vaters. Sie überbrachte mir eine Liste mit zwölf Namen und zwölf Tieren, die daneben standen.
Hastig überflog ich sie.
Kein Hund.
Nicht mal ein Wolf oder etwas anderes hundeähnliches.
Er könnte eine Katze sein. Doch dann hätte er sich nicht nur im Tier geirrt, sondern auch in seinem Geschlecht. Unwahrscheinlich, aber vielleicht sollte ich mal nachgucken. Nur um sicherzugehen, versteht sich.
„Was grinst du denn so?", fragte Joseo, der wohl gerade eben in den Aufenthaltsraum gekommen sein musste.
„Ist es mir nicht erlaubt zu grinsen, oder wie?", erwiderte ich schnippisch und faltete schnell die Liste zusammen, die ich auch sogleich in meine Tasche stopfte.
Oh, was für eine Überraschung: Er seufzte. Das tat er in letzter Zeit oft. Um genauer zu sein, immer dann, wenn ich auf eine seiner nettgemeinten Fragen mit einer sarkastischen Antwort reagierte. Meine Instinkte sagten mir, dass dieses höfliche Betreiben einer nichtsbedeutenden Konversation sein Angebot eines Waffenstillstandes war. Aber ich wollte Krieg. Schließlich hatte er zuerst die Flüche in meine Richtung gefeuert und jetzt sollte ich aufhören zurückzuschießen. Nein, das könnte er vergessen. Könnte ihm so passen, wenn ich nett zu ihm wäre.
„Schon verstanden, ich gehe wohl besser", sagte Joseo abwehrend und ging wieder zur Tür raus.
Ich sollte dem Möchtegernhund bei mir Zuhause wohl sagen, dass er sich besser ein anderes Tier hätte aussuchen sollen. Denn ein Animagus, der sich in einen Hund verwandeln konnte, war er sicherlich nicht.
Darauf gespannt seinen Gesichtsausdruck zu sehen bei solch einer unerfreulichen Nachricht apparierte ich in meine Wohnung.
„Hey, Jack! Ich hab die Liste!"
Ich blickte mich um und bemerkte, dass ich ganz umsonst geredet hatte. Jack war nicht da.
Vielleicht war er ja einkaufen. Zumindest war das Geld weg, dass ich ihm heute Morgen auf der Küchentheke liegengelassen hatte, während er Duschen war.
Ein Geräusch ertönte aus meinem Schlafzimmer.
Ein Geräusch, was nicht hierhin gehörte..
„Was, verflucht?"
Ich riss die Tür auf und starrte auf das, was auf meinem Bett lag.
„Ich glaub's nicht."
Da lag ein Hund. Ein Hund, der Parlo sehr ähnlich sah. Ein Hund, der mich in einer Sekunde fröhlich anbellte und in der nächsten als Mann auf mich einredete.
„Siehste, ich wusste doch, dass ich ein Hund bin."
„Du kannst kein Hund sein", protestierte mein Verstand, der in letzter Zeit viel zu stur war um sich von meinen Sinnen beeindrucken zu lassen.
„Mann, Juana, du hast doch gesehen, dass ich mich in einen Hund verwandeln kann."
„Aber du stehst nicht auf der Liste."
„Oh, gibt sicher ne Erklärung dafür", gab er gut gelaunt zurück.
„Wenn du dir so sicher bist", ich klang nicht sehr überzeugend selbst für meine Ohren. Aber ich hatte es gesehen, wieso sollte ich dran zweifeln?
„Ist das nicht toll? Stell dir vor, was für Möglichkeiten wir haben. Du könntest mich mit zur Arbeit nehmen und sagen ich wär dein Hund."
Tolle Idee, Jack. Wirklich erstklassig. Wieso sollte ich einen Hund auf meine Ausgrabung mitnehmen?
„Und ich könnte diesem McLangly aus Versehen ans Bein pinkeln", plapperte er munter weiter.
Okay, das Argument war überzeugend. Ein Animagus war gar nicht so übel, beschloss ich. Da könnte man sich dran gewöhnen.
„Und eure Praktikantin kann ich ein wenig anknurren, vielleicht macht sie ja dann mal Kaffee."
„Hast mich überzeugt, kannst mitkommen. Wie wär's mit morgen?" Diesmal war es an mir zu grinsen.
„Nee, da kann ich nicht. Paula hat mich zum Essen eingeladen."
„Paula?", stieß ich entsetzt aus.
„Ja, die nette Ladenbesitzerin hat mir verraten, dass das auf dem Zettel eine Teletonnummer oder so ähnlich ist. Und dann hat sie mich angewiesen, dass ich die Nummern auf so ein komisches Gerät eingeben soll, das man sich dann ans Ohr hält." Seine Laune schien noch gestiegen zu sein, „und dann hab ich Paulas Stimme gehört. Die kam direkt aus dem Ding. Unglaublich nicht? Auf jeden Fall hat sie gesagt, dass sie es schön fände, wenn wir uns morgen treffen könnten."
Ich weiß, ich sollte mich eigentlich für ihn freuen, aber ich konnte es nicht. Am liebsten hätte ich diese Paula in Stücke gerissen und Elvira auch, dafür dass sie Jack gesagt hatte, dass auf dem Zettel eine Telefonnummer stand.
„Du scheinst dich ja echt drauf zu freuen", entgegnete ich ihm bitter.
Jetzt schien er stutzig geworden zu sein. Seiner guten Laune schien jedenfalls Einhalt geboten zu sein.
„Stört dich das etwa?", fragte er mit großen Augen.
Ja, gottverdammt. Es störte mich. Er sollte gefälligst bei mir sein und nicht bei irgendeinem Flittchen, das er im Einkaufzentrum aufgegabelt hatte.
Und könnte er endlich damit aufhören mich mit diesen verflixten braunen Augen anzustarren. Sonst blieb mir wohl keine andere Wahl, als ihm meine Unzufriedenheit ins Gesicht zu schreien.
Bevor die Situation eskalieren konnte, entschied ich mich dazu mein Desinteresse an diesem Gespräch mit einem Schulterzucken kundzutun und in Richtung Küche zu verschwinden.
Wieso regte mich die ganze Sache nur so auf?
oOoOoOo
Am nächsten Tag hatte ich nicht so gute Laune, als ich nach Hause kam. Ich hatte den Rest des vergangenen Tages kaum ein Wort mit Jack gewechselt und an diesem Morgen war er bereits weg, als ich aufgestanden war.
Jack lag auf der Couch und schlief wie ein Baby. Na gut, ein Baby hätte es wahrscheinlich nicht geschafft seine vier Gliedmaßen an allen drei Seiten des Sofas herunterhängen zu lassen.
Ich wusste nicht mal genau, wann sein Date, nein nennen wir es lieber sein Treffen mit Paula gewesen war. Wenn ich Glück hatte, war er gerade dabei es zu verschlafen.
Und was wenn nicht? Was ist, wenn er diese Paula so toll findet, dass er am liebsten gleich morgen bei ihr einziehen würde?
Nein, Juana. Denk jetzt nicht daran! Lenk dich mit irgendetwas ab. Zum Beispiel wäre da noch ein gewisser Bericht zu schreiben.
Ich schüttelte mental meinen Kopf. Ich war definitiv nicht in der Stimmung dazu einen Bericht zu schreiben. Na ja, also alles wie immer.
Bevor ich mich weiter damit befassen konnte, woraus meine Ablenkung denn nun bestehen sollte, wachte der König der Ablenkung auch schon auf.
„Morgen, Jack. Na, hast du schön von deiner Paula geträumt?" Der sarkastische Unterton war kaum zu überhören, aber dennoch schaffte Jack es ihn zu ignorieren.
„Nee, ich hab davon geträumt, dass ich zusammen mit einem Hirsch einem Wolf hinterher jage. Verrückt oder?"
Er runzelte die Stirn.
„Da hast du Recht."
Ich schwieg während Jack probierte sich in eine aufrechte Position zu begeben.
Sollte ich ihn nach dem Treffen fragen?
Ich entschied mich dagegen. Ich hatte Angst davor, dass er mir vorschwärmen würde, wie toll es gelaufen ist, wie unheimlich sympathisch sie war oder wie wunderbar es sei, dass er sie schon bald wiedersähe.
Es war kindisch ihn so für sich zu beanspruchen, das wusste ich. Doch ich konnte nichts dagegen machen.
Aber er hatte die Entscheidung, ob ich über sein Treffen mehr erfahren wollte, bereits für mich gefällt.
„Weißt du, Paula und ich waren in einem Fischrestaurant. Das war vielleicht lecker. Und ich war verdammt froh, dass sie die ganze Zeit geredet hat. Was hätte ich ihr schon groß erzählen können. Sie weiß noch nicht mal, dass ich keine Ahnung habe, wie ich in Wirklichkeit heiße. Ist noch ein wenig früh für diese Art von Gesprächen."
Oh, nein. Hätte er nicht einfach seinen Mund halten können. Er gefiel mir schweigend deutlich besser.
„Sie denkt, dass ich nur nicht so schnell aus Mexiko rauskomme und du mich deshalb netter Weise aufgenommen hast. Ich glaub sie hat mich gefragt, ob mein Pflug wegen dem Sturm in Großbritannien gestrichen wurde und ob ich jetzt auf einen neuen warte. Ich hab einfach ja gesagt und sie schien damit zufrieden zu sein. Weißt du was ein Pflug ist?"
„FLUG wie von FLIEGEN mit einem FLUGzeug", sagte ich genervt. Könnten wir nicht das Thema wechseln?
„Oh, okay. So wie mit Besen oder wie?"
„So ähnlich", stöhnte ich. Ich hatte jetzt keinen Nerv ihm das zu erklären, vor allem nicht, wenn er mein Wissen dazu verwenden würde bei dieser Paula gut anzukommen.
„Wann willst du eigentlich mit zu meiner Arbeit kommen?" Ich klopfte mir gedanklich selbst auf die Schulter für diese geniale Art das Thema zu wechseln. Keine Paula. Außer... nein, keine Paula.
„Wie wäre es mit nächste Woche Montag?", schlug er vor.
Erst dann? Brauchte er die Zeit vorher für seine Verabredungen mit Paula oder was?
Er schien meinen Gesichtsausdruck bemerkt zu haben und setzte schnell für einen Erklärungsversuch an.
„Ich dachte mir, dass du so deinen Leuten vielleicht sagen kannst, dass du deinen Hund mitbringst und außerdem wollte ich noch ein wenig üben, damit das verwandeln einwandfrei klappt."
Ich entschied mich dafür, es erst mal so hinzunehmen. Wenn er üben wollte, sollte er üben. Außerdem war die Erklärung deutlich befriedigender, als die dass er sich dort schon mit Paula traf.
„Okay. Wird bestimmt lustig." Meine Taktik bestand daraus die Richtung unseres Gesprächs zu bestimmten und es auf keinen Fall abbrechen lassen, denn so lange er über irgendetwas anderes als Paula redete, war ich glücklich.
Und meine Taktik ging sogar auf. Wir haben an diesem Abend wahrscheinlich mehr geredet, als alle anderen Abende zusammen, aber wenigstens fiel der Name Paula nicht noch einmal.
Dafür wusste ich über so gut wie alle Dinge bescheid, die seiner Meinung nach grausig schmeckten. Ein Wissen, das man sicherlich noch verwenden konnte.
Und mein Glück hielt an.
Denn was mich erwartete, waren zwei vollkommen paulafreie Tage. Fantastisch, sag ich euch. Sie schien wohl doch keine so spitzenmäßige Frau zu sein.
Man hatte das Gefühl als wäre Jack ihr nie begegnet.
oOoOoOo
Ich hätte wissen müssen, dass nur weil er zwei Tage kein Wort über sie verloren hatte, sie nicht einfach aus seinem Leben verschwunden war. Es war wohl mein Wunschdenken, das mich dazu gebracht hatte die Situation so zu interpretieren.
Für mich hatte sich das Thema Paula erledigt.
Ich irrte mich, wie sich an dem dritten Tag herausstellte.
Meine Reaktion später war wohl dadurch zu erklären, dass ich mir an diesem Tag bereits eine Standpauke von meinem Boss hatte anhören dürfen, darüber dass ich McLangly die restlichen Fotos erst so spät gezeigt hatte. Er war ein bisschen spät mit dem Tadel, was wohl daran lag, dass seine als Praktikantin getarnte Spionin den Anfang der Woche und wahrscheinlich auch das ganze Wochenende im Bett mit Grippe verbracht hatte.
Hinzu kam noch, dass Ofelia auf der Beerdigung ihrer Großtante war und ich so gezwungen war mit Joseo und McLangly alleine klarzukommen, da Alejandro die meiste Zeit in seinem Fotolabor verbrachte und weitere Fotos entwickelte.
Wären all diese Dinge nicht passiert, hätte ich wohl, als ich nach Hause kam, anders reagiert.
oOoOoOo
Müde und kaputt packte ich meine Sachen zusammen. Endlich nach Hause, endlich Wochenende.
Das war ein Tag, der danach schrie mit einem Gang in die Sauna beendet zu werden. Es war eine alte Angewohnheit von mir besonders anstrengende Wochen mit einem entspannten Saunabesuch ausklingen zu lassen um gelassen ins Wochenende zu gehen. Praktisch war auch, dass die nächste öffentliche Sauna direkt um die Ecke lag.
Vielleicht ließ sich Jack sogar dazu überreden mitzukommen.
Ach verdammt, jetzt hatte ich auch noch die Schüssel mit den Müsliresten vom Schreibtisch geschmissen.
Heute lief irgendwie nichts so, wie ich es wollte.
Sauna, Juana denk an Sauna. Und an Jack, der vielleicht mitkommt, fügte eine Stimme aus dem Off meines Bewusstseins hinzu. Jack und Sauna, na wenn das kein aufmunternder Gedanke war.
Mit einem leichten Lächeln fiel es auch schon einfach die Scherben zu beseitigen.
Ich räumte so schnell es ging den Rest meiner Sachen ein und kontrollierte nochmals die Räumlichkeiten. Nachdem ich sichergestellt hatte, dass alle Schutzzauber aktiviert waren und auch sonst alles bereit war für das Wochenende, konnte es endlich nach Hause gehen.
Voller Vorfreude disapparierte ich.
Doch die Freude verschwand schnell bei dem Anblick, der sich mir in meinem Wohnzimmer bot. Alle Gedanken an die Sauna waren in nullkommanichts verschwunden.
Tolles Ende, nicht wahr? Ich liebe es einfach gemein zu sein. Kann nichts dagegen tun. Aber vielleicht hilft mir ja eine Review?? Wer weiß?
