Ich bin's wieder. Was für eine Überraschung. Hier kommt das Kapitel, auf das zumindest ich die ganze Zeit gewartet habe. ;) Noch einmal einen Dank an all die fleißigen Reviewer.

Disclaimer: Alles was mit HP zu tun hat, gehört mir nicht. Tja, wusstet ihr schon, ich weiß, muss es trotzdem schreiben. ;)

10. Kapitel

Wie der Hundsstern

Gleich nachdem Ana gegangen war, stürzte ich mich auf meinen Mülleimer. Ich musste die Telefonnummer finden. Zum Glück hatte ich noch nichts außer der leeren Milchpackung hineingeworfen. Gut, den Zettel aus einem Joghurtbecher (ich möchte betonen, dass er von Jack stammte) zu fischen, war nicht gerade angenehm, aber ich tat es immerhin für meinen Engländer.

Schnell lief ich zu meinem Telefon und nahm es mit zu meinem Bett.

Okay Juana, ein- und ausatmen nicht vergessen. Ganz ruhig. Auf mein immer schneller rasendes Herz einzureden brachte nichts. Schade auch, es war einen Versuch wert gewesen, auch wenn dieser von vornherein zum scheitern verurteilt war.

Ich begann die Nummer einzutippen. Dann stoppte ich. Was sollte ich sagen? Was wenn Paula dranging? Und das würde sie sicher, schließlich war es ihr Telefon und Jack hatte keine Ahnung von den Dingern. „Ähh, ich bin es Juana. Du weißt schon, die die euch beide aus dem Apartment rausgeschmissen hat" wäre sicherlich nicht der Brüller. Was wenn sie nicht direkt auflegte, Jack mich aber gar nicht sprechen wollte? Vielleicht hatte er es sich ja anders überlegt. Warum sollte er noch etwas mit mir zu tun haben wollen?

Ich starrte unschlüssig auf das Gerät in meiner Hand.

Nein. Nein, ich würde nicht anrufen. Zumindest nicht jetzt. Ich wollte mich nicht der Möglichkeit aussetzten, dass er mich nicht mehr sehen wollte.

Seufzend ließ ich mich auf mein Bett fallen. Schöne Scheiße, diese ganze Sache. Was sollte ich nur tun, damit er mit mir sprach? Damit ich mir sicher sein konnte, dass er mit mir sprechen würde?

Es viel mir wie Schuppen von den Augen: Ich musste seinen Namen erfahren. Seinen richtigen Namen, meine ich. Wenn ich herausfand, wer er war, dann wäre das doch ein Zeichen der Wiedergutmachung für ihn. Und dann wäre ich diejenige, durch die er seine Identität erfahren hätte und nicht Paula.

Aber wie sollte ich das anstellen? Ich könnte... nein, oder? Sollte ich wirklich? Mir blieb wahrscheinlich nicht viel anderes übrig als McLangly um Rat zu fragen. Vielleicht hatte ich ja Glück und er kannte ihn.

oOoOoOo

Am nächsten Morgen stand fest, dass es keinen Sinn hatte bis Montag zu warten. Ich musste endlich etwas unternehmen. Es war mittlerweile schon fast egal, was. Hauptsache ich saß hier nicht mehr nutzlos rum und dachte darüber nach, was Jack momentan wohl tun würde.

Seit ungefähr einer halben Stunde tat ich nichts anderes, als auf das Foto von Jack zu starren. Das Foto aus dem Torraum. Im Nachhinein betrachtet, sah Jack auf dem Bild ihm selbst gar nicht ähnlich. Gut, die Haare, die Gesichtsform, die Augen, das alles stimmte, aber trotzdem... ich hatte ihn in den letzten Tagen als einen lebensfrohen Menschen erlebt und auf dem Foto sah er so verängstigt, so verwirrt aus.

Ich wollte meinen Jack zurück. Jetzt. Sofort. Wieso gab es für so etwas keinen Zauberspruch? Es gab für die unnützesten Dinge Sprüche, wieso also nicht auch dafür? Das war schließlich etwas wirklich wichtiges.

Seufzend betrachtete ich das Foto. Ich musste etwas unternehmen und zwar jetzt.

Hatte McLangly mir nicht die Adresse des Hotels gegeben, in dem er momentan zu finden war?

Ich sprang auf und durchforstete meine Tasche. Ah, da war sie ja. Ich holte einen vergilbten Zettel hervor auf dem ein Hotel und eine Zimmernummer vermerkt waren.

Schnell steckte ich das Foto ein, nahm meine Tasche und meine Jacke und disapparierte. Zum Glück war das „Travellers Hotel" ein magisches Hotel, das einen eigenen Apparierpunkt hatte.

Ich erschien in einem kleinen, mit reichlichen Dekorationen geschmückten Raum.

„Willkommen im Travellers Hotel, was kann ich für sie tun?", fragte mich ein Mann in einer roten Uniformrobe.

„Ich wollte jemanden besuchen, einen Timothy McLangly. Er müsste hier eigentlich ein Zimmer haben."

„Warten Sie", er sah in einem Buch nach, „ja, hier Zimmer 163, das ist im linken Korridor auf der dritten Etage."

Ich bedankte mich bei ihm und ging aus dem Foyer hinaus.

Zehn Minuten später stand ich auch schon vor einer dunklen Holztür, auf der in Messinglettern die Nummer 163 angeschlagen war.

McLangly würde wahrscheinlich aus allen Wolken fallen, wenn er mich vor der Tür seines Zimmers fand, wo ich ihm doch klar gemacht hatte, wie wenig ich von Engländern hielt.

All meinen Mut zusammennehmend klopfte ich an.

„Komme gleich", rief mir eine Stimme entgegen. Eine Stimme, die eindeutig zu einem gewissen Briten gehörte.

Kurz darauf schaute mich das erstaunte Gesicht McLanglys an.

„Juana, was machst du denn hier?"

„Ich... ich wollte dich was fragen." Ich trat einen Schritt auf ihn zu in der Hoffnung, dass er mich eintreten ließe. Aber er tat nichts dergleichen. Stattdessen baute er sich vor mir auf und sah mich mit einem abschätzigen Blick an. Um ehrlich zu sein: Ich kam mir mächtig bescheuert vor.

„Worum geht es denn?"

Vorsichtig holte ich das Foto hervor und hielt es ihm entgegen.

„Kennst du diesen Mann?"

Er betrachtete es kurz und sagte dann: „Klar, das... warte, ist das eins der Fotos, die Alejandro gemacht hat?"

Ich nickte nur kurz zu mehr war ich nicht fähig: Er kannte ihn. Er kannte seinen Namen. Oh wow. Es war wirklich so einfach. Mein Herz klopfte wie verrückt.

„Das ist Sirius Black. Er ist vor ungefähr einem Jahr durch den britischen Vorhang gefallen."

Ich wollte vor Glück losquietschen, konnte mich aber gerade noch zurückhalten. Sirius hieß er also. Wie der Hundsstern, wie passend.

„Kennst du ihn? Weißt du was über ihn?", fragte ich begierig.

Er sah mich misstrauisch an. Vielleicht klang ich ein bisschen zu aufgeregt. Aber es ging hier schließlich um Jack, ähh, nein Sirius, mein ich. Mann, das war verwirrend. Wie sollte ich mich je daran gewöhnen?

„Nein, ich kenne ihn nicht." Irgendetwas in der Art, wie er es sagte, verriet mir, dass es nicht ganz stimmte, dass er etwas über ihn wusste. „Du kannst mir ja das Foto dalassen, dann gucke ich ob ich mehr Informationen über ihn bekommen kann."

„Ähh, nein, lieber nicht. Du weißt ja seinen Namen, das müsste doch reichen." Schnell fischte ich das Foto aus seiner Hand. McLangly benahm sich komisch, er war doch sonst nicht so abweisend. Mir war die ganze Sache nicht geheuer.

„Danke schon mal, du hast mir wirklich geholfen", fügte ich schnell hinzu und schon war ich verschwunden.

Was hatte McLangly nur?

oOoOoOo

Tja, jetzt wusste ich also seinen Namen. Na Klasse und jetzt? Wieso bist du nur so schnell abgehauen, Juana? Na ja, so wie er drauf war, hätte er mir sowieso nichts mehr verraten.

Sirius, Sirius, Sirius. Mmh, merkwürdiger Name, musste man schon sagen. Aber vielleicht hatten es die Briten ja mit seltsamen Namen. Bei denen wusste man nie.

Wie konnte ich nun mehr über ihn erfahren? Wenn ich noch mehr wüsste, wäre Jack, nein Sirius mir bestimmt sehr dankbar. Wer weiß, ob er mir überhaupt glauben würde, wenn ich bei ihm anrufe nur um ihm zu sagen, dass sein Name Sirius lautete? Nein, ich sollte erst mehr herauskriegen und dann... ich fing an zu grinsen. Ja, ein guter Plan, eindeutig.

Vielleicht kannte mein Vater ihn ja? Immerhin war er vor fast drei Jahren für ein paar Monate in England gewesen? Ja, ich würde ihn gleich fragen.

Ich kam mir vor wie ein Kind das Detektiv spielte und gerade auf eine bedeutende Spur getroffen war.

oOoOoOo

„Papa", schrie ich eine knappe halbe Stunde später. Ich war soeben in das Wohnzimmer meiner Eltern appariert.

„Was ist denn?", mein Vater kam zur Tür reingestürmt. „Ach, du bist es Juana. Schön dich hier zu sehen. Was gibt es denn so Wichtiges?"

„Ich wollte dich nur mal wiedersehen", antwortete ich und umarmte ihn.

„Ach, normalerweise schreist du zum „nur mal wiedersehen" aber nicht das ganze Haus zusammen", erwiderte mein Vater schmunzelnd.

„Mmpf, ich hab doch nicht geschrieen, nur ein bisschen lauter gerufen."

„Nein, das war eindeutig Schreien", mischte sich nun Ana ein, die gerade zur Tür hereingekommen war. „Und hast du bei ihm angerufen?"

Sie sah mich neugierig an. Mein Vater hatte den selben Gesichtsausdruck, Ana musste ihm wohl schon von J... Sirius erzählt haben.

Ich schüttelte leicht den Kopf in der Hoffnung, dass sie das Thema fallen lassen würde. Aber leider hatte sich meine kleine Schwester in den letzten vierundzwanzig Stunden nicht gebessert.

„Wieso denn nicht?"

Ich zuckte mit den Schultern.

„So wird das nie etwas aus euch."

Ein Blick von mir brachte sie zum Schweigen.

„Papa, weißt du etwas über einen Sirius Black?" Ich konnte meine Neugierde nicht länger zurück halten.

Mein Vater runzelte die Stirn.

„Ja, ja ich glaube schon. Als ich in England war, da... da wurde nach ihm gesucht. Ja, so war es. Er ist, wenn ich mich richtig erinnere, aus dem Gefängnis ausgebrochen."

Ich spürte wie mir alle Farbe aus dem Gesicht wich. Was? Jack... Jack war ein Verbrecher? Wie... das war unmöglich, nicht Jack. Mein Vater musste sich vertan haben.

Mein Vater sah mich besorgt an. „Ist etwas nicht okay? Kennst du diesen Black?"

Ich wusste nicht, was ich antworten sollte.

„Ich... bist du dir sicher?", flehte ich ihn fast schon an.

Er nickte ernst und sah mich verwirrt an.

„Was.. weshalb soll er denn im Gefängnis gelandet sein?", fragte ich scheu aus Angst davor wie die Antwort lauten könnte.

„Das war... ja, Mord... ich glaube sogar das er über zehn Menschen mit einem Fluch getötet haben soll."

Ein Mörder? Das ging nicht. Es musste eine Erklärung dafür geben. Jack, nein, Jack würde doch nie einer Fliege was zu Leide tun. Vielleicht hatte McLangly sich ja vertan. Ich fand einfach keine andere Erklärung dafür.

„Was ist denn los mit dir?"

„Nichts... ich..." ich verstummte. Schweigen war doch eine schöne Sache! Da konnte man sich wenigstens nicht bei versprechen.

„Na los, spuck's aus. So schlimm kann es gar nicht sein." Mein Vater lächelte mich aufmunternd an.

Er hat gut reden. Wenn er nur wüsste? Seine Tochter war in einen Massenmörder verliebt. Nein, das war doch nicht schlimm. Man hätte mein Herz genauso gut ausreißen und es in Drachenfeuer grillen können. Aber das machte doch nichts? Stimmt's?

Ich schaute betreten zu Boden. Aber mein alter Herr ließ nicht locker, er nahm mein Gesicht in seine Hände und zwang mich dazu ihn anzusehen.

„Juana, ich bitte dich. Du weißt doch, dass du mir alles sagen kannst."

Ich wollte einen schnippischen Kommentar abgeben, dass er mich in Ruhe lassen sollte und ich alleine mit meinen Problemen klarkam. Aber das entsprach nicht der Wahrheit.

„Ich habe mich in ihn verliebt", nuschelte ich kaum hörbar.

„Du... ich dachte, dieser Jack sei momentan der Mann deiner Träume?", sagte mein Vater und starrte mich verblüfft an.

„Du verstehst nicht, Papa, Jack ist Sirius. Das ist sein richtiger Name. Er..." Und schon sprudelte ich los und erzählte ihm die ganze Geschichte. Davon wie ich ihn im Torraum gefunden hatte bis zu dem Moment, als mein Vater selbst mir eröffnete, dass ich einen Mörder geholfen hatte.

„Oh mein Gott, ich stand echt einem Mörder gegenüber?", trug Ana mitfühlend zu meiner Aufmunterung bei und verzog dabei das Gesicht.

„Scheint so", war meine gemurmelte Antwort angesichts so viel Barmherzigkeit.

Mein Vater sah mich ernst an und schien zu überlegen. Ich fühlte mich als wäre ich die Angeklagte und jede Minute würde ich das Urteil verlesen bekommen.

„Pa, jetzt sag doch was."

Er atmete tief durch: „Ich werde probieren an ein Foto von ihm ranzukommen. Vielleicht ist es ja gar nicht so, wie es scheint. Vielleicht hat sich McLangly vertan."

Er lächelte mich an und dieses Mal lächelte ich zurück. Vielleicht war es ja wirklich nicht so.

oOoOoOo

Als ich Zuhause war, sah ich die ganze Sache schon etwas anders.

Wieso sollte sich McLangly geirrt haben? Auch wenn er komisch auf mich wirkte. Er hatte nicht den Eindruck erweckt, dass er auch nur den geringsten Zweifel an Jacks wahrer Identität hegte.

Und was sollte ich tun, wenn es wirklich stimmte? Was wenn auf dem Bild, was mir mein Vater zeigen würde, wirklich Jack zu sehen war?

Ich wusste es nicht. Wenn ich pflichtbewusst wäre, sollte ich vermutlich zum Britischen Ministerium gehen und ihn ausliefern. Oder würde der Teil in mir siegen, der sich strikt weigerte, irgendetwas zu tun, was ihm schaden könnte?

Ich darf ihn schreiben Jubbel. Ich darf den (Kraftausdruck einfügen) Namen schreiben. Kein Si... ach ne, muss ja Jack schreiben mehr. Ist die Welt des Schreibens nicht schön?