Und schon bin ich wieder da. Und was hab ich im Gepäck? Das längste Kapitel dieser Geschichte, zumindest vorerst. Da hat sich das Warten doch gelohnt, oder? Noch mal einen herzlichen Dank an meine vier Reviewer! Ohne euch hätte ich das wahrscheinlich nicht so schnell hinbekommen.

Disclaimer: Wem gehört die Buchreihe, auf der das ganze hier beruht? Rowling! Rowling!

11. Kapitel

Schwarz und Weiß

In der Nacht schlief ich nur sehr wenig. Immer wieder wachte ich schweißgebadet auf. Ich träumte davon, dass Sirius mit einem Messer in der Hand über mir stand und mich auslachte, mich fragte, warum ich so naiv gewesen war und ihm geglaubt hatte.

Am nächsten Morgen wusste ich gar nichts mehr. Ich wusste nicht, ob ich die ganze Sache glauben sollte oder nicht. Manchmal hatte ich das Gefühl, als wäre das ganze nur ein böser Alptraum und wenn ich dann zur Arbeit ging, dann war da Joseo, der mich freundlich anlächelte, ohne dass er jemals auch nur das kleinste Geheimnis vor mir gehabt hatte. Und dann schien alles wieder so wirklich, als hätte ich gestern erst Jack zu mir nach Hause geholt.

Nachdem ich aus meinem Bett gekrochen war, wankte ich in die Küche. Es war alles noch genauso chaotisch, wie ich es gestern Abend hinterlassen hatte. Doch jetzt saß eine Eule auf meinem Tisch und pickte in den Essensresten herum. Wie war sie... natürlich, ich hatte ja das Fenster aufgelassen.

Sie sah auf und begrüßte mich mit einem leisen „Schuhu". Der Vogel kam mir nicht bekannt vor. Wer sollte ihn geschickt haben? Vielleicht Jack? Meine Miene erhellte sich ohne dass ich etwas dagegen unternehmen konnte. Doch dann betäubten die gestrigen Ereignisse meine Freude. Und was, wenn es wirklich Jack war? Sollte ich ihm zurückschreiben? Auf die Gefahr hin, dass ich einem Mörder schrieb?

Ich hatte schon jetzt keine Lust festzustellen, was mir diese Eule überbrachte. Die Eule jedoch war von dem Gegenteil überzeugt und streckte mir fordernd ihren Fuß mit dem zusammengerollten Stück Pergament entgegen.

Als ich das Pergament ausrollte, fiel ein Stück Papier heraus: Ein Zeitungsartikel. „Black immer noch auf freiem Fuß" verkündete die Überschrift. Doch nicht das Geschriebene hielt meine Augen gefangen. Ein Bild zeigte eben jenen Black. Er hatte lange, schwarze, verfilzte Haare, die ihm bis zu den Ellbogen herabreichten. Viel schlimmer jedoch war sein Gesicht. Wenn er sich nicht bewegen würde, hätte man ihn wahrscheinlich für tot gehalten. Die unnatürlich weiße Haut erweckte den Eindruck, als sei sie über den Schädel gespannt worden.

Das Schreckliche an der ganzen Sache war, dass ich ihn erkannte. Er war zwar nur ein Schatten von dem lebensfrohen, gutaussehenden Mann, den ich kennen gelernt hatte, aber dennoch gab es keinen Zweifel... halt! Ich starrte in das paar graue Augen vor mir und unwillkürlich machte sich ein warmes Gefühl in meiner Magengegend breit. Jack hatte keine grauen Augen. Er hatte braune. Folglich konnte mein Jack unmöglich Sirius mit richtigem Namen heißen. Ich hatte mich nicht in einen Massenmörder verliebt. Ich wollte laut vor Glück aufschreien. Wenn jemand in der Nähe gewesen wäre, hätte ich ihn wahrscheinlich fest an mich gedrückt. Nur mein Stolz hielt mich davon ab, nicht ans Fenster zu gehen und meine Nachbarschaft von meiner Erleichterung zu berichten.

Ich kramte das Foto von Jack heraus und legte es daneben. Graue Augen, braune Augen, grau, braun, grau, braun. Ja, ich war wirklich der glücklichste Mensch der Welt.

Blieb nur noch ein Problem: Paula.

oOoOoOo

Joseo sah mich schmunzelnd an. Gut, ich war zu spät und ja, ich konnte mir ein Grinsen einfach nicht verkneifen. Aber ich musste erst meinem Vater antworten. Der Brief stammte nämlich von ihm, wie ich herausfand und bei der fremden Eule handelte es sich um eine Eule von seiner Arbeit. Mein Vater war ein echter Früharbeiter. Wie er das nur durchhielt?

„Wir haben heute endlich dass Magiometer gekriegt."

Ach ja, wir wollten in dem Torraum die magische Strahlung messen. Das kann man normalerweise auch mithilfe eines Zauberspruchs erreichen, aber die einzige Auswirkung war bei uns, dass ein Blumentopf in der Mitte des Raumes erschien oder der Zauberstab Funken versprühte. Also haben wir vor mehr als einer Woche dieses Gerät beantragt und es ist tatsächlich gekommen. Man glaubt es kaum.

„Willst du dabei sein, wenn wir es testen?"

Ich nickte einfach mal, da ich viel zu sehr mit Grinsen und glücklich sein beschäftigt war, als dass ich mir darüber Gedanken machte wozu ich da gerade einwilligte.

„Na dann komm am besten direkt mit. Wir wollen nämlich gleich loslegen."

Während sich meine Gehirnaktivitäten um einen gewissen Jack drehten, der übrigens KEIN Massenmörder war, trottete ich hinter Joseo her. Dabei stellte ich abermals fest, dass die Gänge eindeutig ausbesserungswürdig waren.

„Du bist auch noch gekommen", grinste mich Alejandro an. Ging man so mit seinem Chef um? Nein, sicherlich nicht. Störte mich das? Nein, definitiv nicht.

„Eine Sensation, nicht? Hatte erst gar nicht vor zu kommen, wollte dich dann aber nicht enttäuschen. Du bist wahrscheinlich extra nur für mich aus deinem Bau gekrochen oder wollen deine Fotos auf einmal nichts mehr mit dir zu tun haben?", gab ich spielerisch zurück.

„Ich hatte gehofft, dass, nachdem du schon eine halbe Stunde zu spät warst, du nicht mehr auftauchen würdest und ich beruhigt aus meinem Versteck kriechen kann um mich Joseos und Tims Geheimbund anzuschließen. Aber wie ich sehe, liege ich falsch. Tja, dann müssen wir unser Treffen wohl auf heute Abend verschieben."

Joseo sah uns mit einem „wann-lasst-ihr-es-endlich-sein-Blick" an. Es war schön zu sehen, dass nicht nur mir das Verhalten der beiden auf die Nerven ging.

„Und wie funktioniert das Ding?", fragte Ofelia, die sich gerade über das Messgerät beugte. Es sah klein und unscheinbar aus, wie ein schwarzer Kegel.

„Zuerst muss ein Aktivierungsspruch gesprochen werden. Danach wird sich die Farbe ändern. Je heller der Mantel wird, desto mehr Magie befindet sich hier. Normal sind Werte im dunkelgrauen bis mittelgrauen Bereich. Es kommen auch mal hellere Schattierungen vor, aber wie gesagt, das ist ein wirklicher Ausnahmefall. Wahrscheinlich werden wir gleich etwas warten müssen. Die Messungen dauern immer so um die zwanzig Minuten."

Joseo hockte sich neben Ofelia und tippte das Magiometer, wirklich ein seltendämlicher Name, wenn ihr mich fragt, an. Leicht gelangweilt schaute ich zu und stellte mich innerlich auf zwanzig Minuten sinnloses Starren ein.

Aber, wie sich herausstellte, brauchte ich das gar nicht: Innerhalb von einer Minute verwandelte sich das schwarz in ein strahlendes weiß und Joseos Gesichtsausdruck von gespannter Aufregung in Fassungslosigkeit.

„Lasst mich raten, DAS hätte nicht passieren dürfen?" Ich verstand zwar nicht, was genau dieses Ergebnis jetzt zu bedeuten hatte. Aber ich war zumindest nicht so begriffsstutzig, dass ich nicht merkte, dass hier etwas schief gelaufen war.

„Entweder unser Magiometerexemplar ist kaputt oder in diesem Raum steckt die höchste Konzentration, die je gemessen wurde."

„Wir können ja Mc... Wo steckt der eigentlich?" Erst jetzt bemerkte ich, dass mir die Nervensäge heute noch gar nicht über den Weg gelaufen war, dabei klebte er normalerweise an Joseo wie eine Klette. Na ja, lag wahrscheinlich daran, dass mir seine Gesellschaft nicht wirklich fehlte, vor allem nach seinem gestrigen Auftritt.

„Er ist in England. Er muss da etwas erledigen", antwortete Joseo ruhig und bedächtig.

Wieso hatte er mir nicht Bescheid sagen können? Solange er hier arbeitete, war ich immerhin sein Boss (in diesem Zusammenhang genoss ich den Ausdruck ausnahmsweise). Ich hatte ihn gestern doch noch gesehen, da hätte er mir doch eben sagen können, dass er heute nicht kommt. Argh, ich wusste, warum ich Engländer nicht mochte.

„Und jetzt? Vielleicht funktioniert das Ding wirklich nicht." Ich würde mich nicht dazu herablassen, so einen Namen wie „Magiometer" in den Mund zu nehmen. Nein, danke. So eine Bezeichung hatte nicht mal diese lächerlich aussehende schwarze, mittlerweile weiße mathematische Form verdient.

„Wir sollten vermutlich noch ein zweites zur Kontrolle beantragen", schlug unser Techniker vor. Mit „wir" meinte er übrigens mich, denn den ganzen offiziellen Kram habe ich zu erledigen.

„Jaja, mach mich schon auf den Weg. Je schneller der Antrag rausgeht umso schneller ist das Ding da", entschied ich und trottete los. Da war man einmal nicht gezwungen einen Bericht zu verfassen und schon durfte man Anträge stellen.

oOoOoOo

Mit einem Haufen Essen beladen machte ich mich auf den Weg in mein Büro. Wie immer war ich nicht direkt dorthin gegangen, dafür war ich ein zu großer Drückeberger. Ich hatte noch einen Abstecher zum Altarraum unternommen um dort zu sehen, was die Säuberungszauber auf den Fresken bewirkt hatten. Wenn man Säuberungszauber zu schnell wirken ließ, konnten sie die Arbeiten beschädigen. Also hieß es Abwarten und in meinem Fall ging dieses Warten über das Wochenende hinaus. Danach war ich noch in den Aufenthaltsraum gegangen, um mich mit eben jenem Essen auszustatten. Um Papierkram zu erledigen brauchte man genug Proviant, das war schließlich Schwerstarbeit.

Ich lud die Nahrungsmittel auf einer halbwegs freien Ecke meines Schreibtisches ab. Dann wandte ich mich dem Gerümpel zu, das ich heute Morgen auf meinen Schreibtisch gelegt hatte und das nun meine Schreibfläche überdeckte. Zum Beispiel ein gewisser Zeitungsartikel, der mir den heutigen Tag versüßt hat, und daneben... Wo war es hin? Wo war das Foto von Jack?

Ich begann, die Zettel zu durchforsten. Es konnte doch nicht weg sein? Oder? Fast schon panisch grub ich mich durch die Papiere. Aber ich fand es nicht. Es war einfach weg. Das konnte es mir doch nicht antun. Das war das letzte, was ich von ihm hatte... das und sein T-Shirt.

Auf dem Boden war auch nichts. Ich hatte alles abgesucht, aber ich konnte es nicht finden. Ein Foto konnte sich doch nicht einfach so in Luft auflösen, oder? Vielleicht war das ja eine Eigenschaft der Bilder. Das war wohl die unrealistischste Erklärung, die es für das Verschwinden meines Lieblingsfotos gab. Fast so abwegig wie die Vorstellung, dass man Fotos von der Zukunft machen könnte. Okay, es war doch nicht sooo unmöglich.

Mit ein paar schnellen Handgriffen zog ich eins der anderen Bilder, die Alejandro gemacht hatte, aus dem Zettelwust. Es sah vollkommen normal aus. Na ja, so normal wie diese Fotos sein konnten. Heißt, dass etwas anderes geschehen sein musste. Aber was?

Jemand musste es genommen haben. Eine andere Möglichkeit viel mir auf die Schnelle nicht ein. Doch wer? Und wieso? McLangly, ja, der wollte es doch haben, nicht? Aber er war heute gar nicht hier, sondern in England. Wer? Joseo, nein, Joseo würde..., doch wahrscheinlich schon. Ach verdammt, ich sollte ihn wohl am besten selbst fragen bevor ich mir hier weiter den Kopf zermartre.

Ich fand ihn im Aufenthaltsraum. Gerade als ich zur Tür hereinkam, sah ich wie er das Fenster schloss und mich überrascht ansah.

„Hast du mein Foto?", schnauzte ich ihn an.

„Welches Foto?" Er sah mich unschuldig an. Zu unschuldig, wenn ihr mich fragt.

„Na das von Jack." Verflucht! Hatte ich das gerade wirklich gesagt? Nein, nein, nein. Wie doof war ich nur?

„Welcher Jack? Ich kenne keinen Jack." Joseo musterte mich mit hochgezogenen Augenbraun. Mein kreidebleiches Gesicht war wahrscheinlich sehr überzeugend und mein erschrockenes Starren trug auch nicht zur Besserung meiner Situation bei.

„Ich... Jack ist ein Freund von mir", war meine lahme Antwort, wenigstens war es bis jetzt die Wahrheit. Na ja, vielleicht auch nicht, ich wusste schließlich nicht, ob Jack überhaupt noch mit mir befreundet sein wollte.

„Ein Freund von dir? Sein Name klingt recht englisch, wenn ich das anmerken darf. Er ist doch nicht etwa ein Engländer, oder?"

„Nein", sagte ich schnell, „er... er... seine Familie fand den Namen einfach nur schön. Ich hätte ihm einen mehr mexikanischen Namen gegeben, schließlich ist er ja auch Mexikaner."

Ich merkte, wie mir die Röte ins Gesicht stieg. Hoffentlich bemerkte Joseo es nicht. Okay, er würde es bemerken, er war Joseo und Joseo bemerkte alles, besonders das, was er nicht entdecken sollte.

„Und wie sieht dein Jack so aus?"

„Blond, er hat blonde Haare" – pff, blond, also wirklich, schon mal einen Mexikaner mit blonden Haaren gesehen? - „gefärbt, er hat sie sich gefärbt, damit er mehr auffällt. Ja, genau." Das klang wirklich sehr überzeugend, mein Gestammel. Wie sollte ich da nur wieder rauskommen?

Joseo sah mich amüsiert an. Na schön, er glaubte nichts.

„Und seine Augen? Was für eine Farbe hatten die?"

Unwillkürlich dachte ich an das Foto des Häftlings.

„Grau?"

„Ich weiß nicht, du kennst diesen Mann, nicht ich." Er konnte sich ein Lachen kaum verkneifen. Idiot. Er wollte mich nur leiden sehen, der Sadist.

„Ähh, er ändert sie manchmal in grau, aber eigentlich hat er natürlich braune."

„Ah, so ist das also. Du meinst nicht reinzufällig den Mann von einem der Fotos? Den, den wir nicht identifizieren konnten? Dann hättest du dich zwar ein wenig bei einigen Farben geirrt, aber ich halte es für recht wahrscheinlich bei dem Gestotter, was du da von dir gibst." Im Gegensatz zu seinen Worten, war sein Blick freundlich und er lächelte sogar ein wenig. Nicht dass mich das beruhigte.

„Welcher..." Weiter kam ich nicht, denn Joseo sah mich mit einem Blick an, der eindeutig sagte, dass ich endlich mit der Lügerei aufhören sollte.

„Ja", gab ich leise zu.

„Was?"

„Ich sagte: Ja. Du hast Recht. Es tut mir Leid."

„Du bist diesem Mann also begegnet? Und er heißt Jack?"

„Ja, ich habe ihn hier getroffen und ihn mit zu mir genommen, aber ich weiß nicht, wie er heißt. Das weiß nicht mal er selbst. Er hat sein Gedächtnis verloren. Er stammt aus England, zumindest lässt sein Akzent das vermuten." Es sprudelte einfach aus mir heraus. Jetzt, wo ich einmal angefangen hatte die Wahrheit zu erzählen, konnte ich sie nicht mehr bei mir halten. Es tat gut, das ganze jemand anderem zu berichten. Auch wenn der Jemand allen Grund hatte deswegen auf mich wütend zu sein.

„Der Mann hat sein Gedächtnis verloren?"

Ich nickte nur.

„Und wo ist er jetzt?"

Ein Achselzucken war meine Antwort. „Bei irgend so einer Frau. Wir haben uns gestritten und da hab ich ihn rausgeschmissen."

„Also ist er weg? Hast du irgendeine Möglichkeit ihn zu kontaktieren?"

„Ich... ich hab eine Telefonnummer von der Frau."

„Dann solltest du ihn so schnell wie möglich anrufen und ihn hierher bringen."

„Wieso?"

Joseo lachte leicht auf. „Wieso? Dieser Mann hat etwas mit dem Torbogen zu tun, der reinzufällig zu unseren Angelegenheiten zählt."

„Ja, aber er weiß doch überhaupt nichts."

„Aber vielleicht können wir einen Weg finden, dass er sich wieder erinnern kann. Vielleicht gibt es Sprüche, die das erreichen können."

„Du willst ihn als Versuchskaninchen benutzen?", platze es aus mir heraus, „Nein, ohne mich. Er kann doch nichts dafür, dass er durch diesen Bogen gekommen ist."

„Juana, wir werden ihm so helfen können, es ist nicht nur, dass ich herausfinden will, was hier vor sich geht."

Ich nickte knapp. Dann würde ich ihn wohl anrufen müssen.

oOoOoOo

Nach zwei Stunden hatte ich es endlich geschafft den Antrag loszuschicken. Zwei Stunden? Ja, ich weiß. Ich konnte mich einfach nicht konzentrieren. Die ganze Sache mit Jack musste noch ein Nachspiel haben. Joseo würde mich bestimmt nicht so einfach davon kommen lassen, immerhin hatte ich sie die ganze Zeit angelogen und ihnen etwas Wichtiges verheimlicht.

Ich war geschafft, nicht von dem Schreiben, sondern vom Sorgenmachen. Da war auch noch ein Telefonat, vor dem ich mich die letzten zwei Tage gedrückt hatte.

Um mich abzulenken beschloss ich nach Alejandro zu sehen. Neue Erkenntnisse waren jetzt genau das, was ich gebrauchen konnte.

Nach dem mühsamen Weg wurde ich auch sogleich belohnt. Alejandro stand mit gerunzelter Stirn vor dem, dessen Namen ich nicht nenne und das mir gerade den Weg versperrte, da es irgendjemand mitten vor den Eingang gestellt hatte, und starrte es an.

„Huhu, na schon was Neues herausgefunden? Oder gefällt es dir das Starrduell gegen den Kegel zu verlieren. Denn notwendigerweise wirst du es verlieren müssen, das Ding kann nämlich nicht Zwinkern. Nur so zu deiner Information."

„Was?", fragte unser Fotograf.

„Neuigkeiten? Bezüglich einer Helligkeit, die nicht da sein sollte?" Ich sah ihn erwartungsvoll an.

„Ja, hier ist es weiß, wie du siehst, aber wenn ich es hier" – er stellte das Ding vor meine Füße ab, sodass es gerade innerhalb des Ganges stand – „hintue, dann bleibt es fast komplett schwarz."

Er tippte es mit seinem Zauberstab an und es nahm tatsächlich einen beinah schwarzen Farbton an.

„Bedeutet das jetzt das, was ich befürchte, was das bedeutet?" Ich sah Alejandro perplex an. Das ganze war doch schier unmöglich, oder etwa nicht?

„Ich weiß nicht. Meinst du mit dem, was du sagst, wirklich das, was ich glaube, was du meinst?", erwiderte er mit einem dicken Grinsen im Gesicht. Ein Grinsen das nur eine Antwort meinerseits zuließ. Ich boxte ihm spielerisch in die Rippen.

„Jetzt sag schon", nörgelte ich.

„Ja, ich denke es. Aber ich verstehe nicht, wie das ganze funktionieren soll. Innerhalb von weniger als einem Zentimeter nimmt die Magie schlagartig ab. Das geht nicht. Es muss einen Übergang dazwischen geben. Auch wenn er nur einen Meter breit wäre, es muss ihn geben. Und bei so einer hohen Konzentration... um ehrlich zu sein, keine Ahnung, was sich hier abspielt."

„O-okay. Hast du schon einige andere Messungen in diesem Raum gemacht?"

Mein Gegenüber nickte. „Innerhalb dieses Raumes ist das Ergebnis immer weiß, und sobald man im Gang misst wird es schwarz."

Wenn das an das Ministerium weitergegeben würde, hätten wir wahrscheinlich in Kürze hier jede menge anderer Leute hier, die alle unsere Ausgrabungsstätte verwüsten würden. Dieser Torbogen hatte alles vermasselt. Außer Jack natürlich. Ahh, verdammt, der Anruf.

Da war meine gute Laune wieder fort. Na Spitze!

„Ich wollte gleich die Strahlung in einigen anderen Räumen messen, willst du mitkommen?"

„Nein, danke. Ich denke, ich werde mal Joseo ausfragen, was er von dieser ganzen Sache hält."

Alejandro nickte mir zu und wandte sich mit seiner Kamera dem Tor zu. Was die Fotos anging, hatte er eine richtige Obsession entwickelt.

Und schon trottete ich den Weg wieder zurück. Doof, dass man in alten magischen Gebäuden nicht apparieren sollte. Das ist übrigens genauso unklug, wie ein Kästchen zu öffnen ohne es vorher auf Flüche zu untersuchen. Und auf noch eine Narbe hatte ich nun wirklich keine Lust.

Als ich die Hälfte des Weges geschafft hatte, hörte ich Stimmen. Stimmen, die mit ziemlicher Sicherheit von zwei Männer stammen mussten. Merkwürdig, McLangly war doch eigentlich gar nicht hier. Oder war er doch schon wieder zurück gekommen?

Eine Stimme hörte sich aufgebracht an, während die andere viel ruhiger und leiser sprach, sodass ich sie kaum hören konnte. Je näher ich kam, desto sicherer war ich mir, dass ich die lautere Stimme noch nie gehört hatte. Und es war definitiv Englisch, das sie sprachen.

„Tim, du weißt, wie viel er mir bedeutet." Also redete der Mann vielleicht wirklich mit McLangly.

Angestrengt versuchte ich mitzukriegen, was der vermutliche McLangly zu sagen hatte, aber ich konnte es nicht verstehen.

„Nein, ich werde mich nicht wieder einkriegen. Du kanntest ihn doch noch nicht mal", hörte ich jetzt die andere Stimme sagen.

Jetzt waren sie soweit in Hörweite, dass ich McLangly, den ich nun definitiv als meinen nervigen Kollegen identifizieren konnte, verstand.

„Bitte, ich kann doch noch mal mit ihnen reden."

„Nein, ich will jetzt Antworten. Jetzt sofort. Verstehst du, seit du uns von dem Bogen erzählt hast..." Er brach ab.

Und ich war der Grund. Ich sah in die erstaunten Gesichter zweier Männer.

Ich geh mich schon mal verkriechen und lass dafür meine Betaleserin A-Team nr 1 sprechen: "Zudem überbringe ich hiermit noch eine Nachricht an Ihre Hausherrin. Sie möge doch bitte in Zukunft ähnliche Enden unterlassen. Letztere sind eine Qual für jegliche Leserschaft." War ich so schlimm? Oh, nein, besser nicht auf die Frage antworten, aber trotzdem Reviewn. ;) Aber die gute Nachricht ist, dass das erste Stück des nächsten Chaps schon geschrieben ist. Bei so einem Ende konnte man nicht mal mit dem Schreiben aufhören.