Es tut mir Leid! Oh Mann, ein ganzer Monat ohne Update. Der Grund ist, dass ich meine Abiklausuren geschrieben habe. So jetzt muss ich nur noch durch die Mündliche kommen und beten, dass ich nicht in die Nachprüfungen muss. Heißt, dass ich zumindest in zwei Wochen wieder eine Menge Zeit habe. Vorerst.
Disclaimer: Remus gehört mir auch nicht.
12. Kapitel
Remus Lupin
„McLangly! Wo waren Sie?"
Doch bevor er mir antworten konnte, hatte sich der andere Mann schon an mich gewandt.
„Sind Sie Juana Lucero?", fragte er leicht aufgebracht. Ich musterte ihn. Sein Aussehen sprach nicht gerade für ihn: Ein schäbiger Umhang, Haare die ihre Farbe fast verloren hatten und außerdem wirkte er als könne er durchaus ein paar Stunden Schlaf gebrauchen. Nein, vergesst das, die würden wahrscheinlich nicht reichen.
„Ja", sagte ich verblüfft darüber, dass er meinen Namen erraten hatte. Na, vielleicht hatte McLangly ihm ja ein Foto von mir gezeigt.
„Remus Lupin, erfreut Sie kennen zu lernen." Er streckte mir seine Hand entgegen und nach kurzem Zögern nahm ich sie an und drückte sie kurz. Was wollte dieser Mann hier?
„Juana Lucero, aber das wissen Sie ja schon."
„Können Sie mir mehr über diesen Torbogen berichten? Kann ich ihn mal sehen? Und", er zog ein Foto hervor, „kennen Sie diesen Mann?"
Hey, der Mann hatte mein Foto. Joseo hatte es doch nicht etwa... doch, musste er wohl. Sollte ich ihm sagen, dass ich dem Mann auf dem Bild schon begegnet war? Es wäre wohl das Beste angesichts der Tatsache, dass sie es von Joseo sowieso erfahren würden.
Doch bevor ich irgendetwas sagte, nutzte ich die Gelegenheit mein Bild zurück zu kriegen. Ich schnappte mir das Bild und steckte es ein. Remus Lupin sah mich verdattert an, tat aber nichts.
Auf dem Weg zum Torraum berichtete ich ihm von unserem grandiosem Unwissen, was die Mysterien um eine gewisse Durchgangmöglichkeit angingen. Okay, er erfuhr auch das wenige Wissen, was wir bisher angereichert hatten. Wahrscheinlich waren ihm die Sachen nicht neu, immerhin war er mit McLangly gekommen und hatte Jacks Foto bei sich. Doch er entpuppte sich als ein guter Zuhörer.
„Da bist du ja schon wieder, oh, wen hast du denn da mitgebracht?", fragte Alejandro überrascht. Ich machte die beiden kurz miteinander bekannt und dann war mein Mitmexikaner auch schon wieder weg. Meinte es sei an der Zeit, nach den übrigen Fotos zu gucken.
„Also, was den Mann betrifft, ich kenne ihn."
„Sie kennen Sirius?", platzte es aus Lupin heraus, der mich mit großen Augen ansah.
„Sirius? Nein, wenn Sie von Sirius Black reden, so kann ich Ihnen versichern, dass das nicht der Mann auf dem Bild ist."
„Aber ich habe Ihnen doch gesagt, dass er das ist", mischte sich nun auch McLangly ein.
„Ja, aber da müssen sie sich irren. Wenn..." Weiter kam ich nicht.
„Das ist Sirius. Juana, ich kenne Ihn schon seit meiner Schulzeit. Wir waren im selben Jahrgang. Ich weiß, dass er braune Augen auf dem Foto hat, die er eigentlich nicht haben dürfte. Aber ich bin mir hundertprozentig sicher, dass das Sirius ist. Nach allem, was sie mir über den Torbogen und diesem Raum hier erzählt haben, wäre es doch gar nicht so abwegig, dass es auch die Augenfarbe eines Menschen ändern könnte, oder? Immerhin hat sich zumindest die Farbe eines T-Shirts geändert."
Oh Mann, er hatte Recht... wahrscheinlich. Wieso war ich noch nicht darauf gekommen? Vermutlich weil ich nicht wollte, dass mein Jack ein Massenmörder war. Etwas, das jetzt wieder zu Debatte stand. Ich schnitt eine Grimasse. Warte, hatte nicht Jack selbst gesagt, dass etwas mit seinem Aussehen nicht stimmte? Gott, je mehr ich darüber nachdachte, umso mehr gelangte ich zu der Überzeugung, dass Jack wirklich ein gewisser Sirius Black war. Es gab nur eine Möglichkeit herauszufinden, ob sich meine schlimmsten Befürchtungen bestätigten.
„Ist dieser Black... ist er ein Animagus?"
Lupin starrte mich mit großen Augen an.
„Nun ja, er..."
„Ist er es oder ist er es nicht? Die Frage ist doch nicht so schwer, oder?"
Er nickte. „Hund, er kann sich in einen Hund verwandeln."
Jetzt war es meine Aufgabe zu starren. Dann war Jack also doch Sirius. Oh verdammt. Und schon war der Tag ruiniert, dabei hatte er so gut angefangen. Doofe Engländer! Immer vermiesten sie einem den Tag!
„Wissen Sie, wo er ist?"
Sie wollten ihn doch nicht etwa verhaften, oder? Konnte ich das zulassen? Es war meine Pflicht, immerhin war er ein Krimineller, ein Mörder, aber... nein, nein, nein, sie würden ihn nicht kriegen. Jack konnte unmöglich... er hatte kein Gefängnis verdient. Das konnte nicht sein. Das ging nicht. Es gab immer noch eine Stimme in meinem Kopf, die dagegen protestierte, dass Jack zu so etwas wie Mord fähig war. Sie protestierte nicht nur, sie schrie. Und mein Verstand und mein Gewissen waren einfach machtlos dagegen.
Ich zuckte mit den Schultern.
„Wissen Sie es oder nicht?"
„Ich... was wollen Sie denn von ihm?"
„Er... er ist mein Freund. Ich würde ihn wirklich gerne wiedersehen. Bitte." Er sah mich flehend an.
Sollte ich ihm wirklich glauben? Ich starrte ihn an. Ich wusste nicht mehr, was ich überhaupt noch glauben sollte. Zu oft war heute schon mein Bild von Jack geändert worden. Wenn er wirklich sein Freund und Jack wirklich ein Mörder war, wäre es dann klug seinem Freund zu vertrauen?
„Bitte, er bedeutet mir sehr viel."
Mann, so einen Blick sollte man verbieten! Bevor mein Verstand sich auch nur annähernd einschalten konnte, übernahm das Mitleid mit diesem Briten die Kontrolle über meinen Mund.
„Ich hab die Telefonnummer von der Frau, wo er gerade ist", sprudelte es aus mir heraus.
„Wirklich?", mein Gegenüber sah mich mit großen Augen an. Dann begann er zu schmunzeln. Was war nur so lustig?
„Er ist wirklich wieder da, nicht? Er lebt", kopfschüttelnd starrte er ins Nichts, so als wäre die Tatsache, dass sein Freund am Leben war ihm erst jetzt wirklich bewusst geworden. Und mit einem Mal waren alle Zweifel an diesem Mann dahin. Er würde Jack nichts tun, nein, da war ich mir sicher.
Jetzt musste ich nur noch herausfinden, ob das gut war.
Erstens war da immer noch die Sache mit den Morden und zweitens würde Jack vielleicht mit seinem Freund wieder zurück nach England gehen. Vor zwei Wochen ist mein Leben noch deutlich einfacher gewesen. Kaum zu glauben, dass das Ganze erst so kurz her war.
„Können Sie mir die Nummer vielleicht geben?" Er sah ungeduldig aus, als könnte er es gar nicht erwarten mit Jack zu sprechen.
„Sie liegt in meiner Wohnung. Ich kann sie ihnen zuschicken sobald ich Feierabend habe."
Lupin nickte, doch ich konnte ihm ansehen, dass er nicht zufrieden damit war die Nummer so spät zu bekommen.
„Du kannst im Aufenthaltsraum warten und dann später mit zu mir ins Hotel kommen", schlug nun McLangly vor und machte Anstalten, den müdeaussehenden Mann an seiner Seite mit in Richtung Ausgang zu drücken.
Ich brauchte einige Sekunden um zu realisieren, dass mir gerade die Möglichkeit davonlief mehr über Jack alias Sirius zu erfahren. Vielleicht gab es ja wirklich einen Haken an der ganzen Mordgeschichte. Oder hatte ich mich wirklich so in ihm getäuscht? Liebe macht blind, nicht wahr?
„Wartet, ich begleite euch", rief ich den beiden nach und schickte mich an sie einzuholen.
McLangly sah ganz und gar nicht glücklich über meine Gesellschaft aus und Lupin schien mich nicht zu bemerken.
Ich räusperte mich und nachdem ich die Aufmerksamkeit von Sirius' Freund hatte, begann ich auch schon ihn mit Fragen zu löchern.
„Sie haben gesagt, dass du Sirius aus seiner Schulzeit kennst. Wie war er denn so?" Ich traute mich noch nicht die ganze Mördergeschichte zu hinterfragen.
Was mich erwartete war die Geschichte von vier Regelbrechern, die ihre Schule unsicher gemacht hatten. Am Anfang kamen die Erzählungen noch zögernd, aber schon nach kurzer Zeit blühte der „Marauder", so hatten sie sich damals selbst genannt, auf.
Doch mir fiel auf, dass er den Namen von einem von ihnen, Peter, vermied. Warum, wusste ich nicht und ich wollte ihn auch nicht in seinem Erzählfluss stoppen, um es herauszufinden.
Sie passte zu ihm. Eine solche Jugend stimmte einfach überein mit dem Bild, was ich mir von Jack in den letzten Wochen gemacht habe. Eine Schande, dass er sich nicht mehr daran erinnern konnte.
Für mich viel zu schnell waren wir dann schon wieder in den von uns geschaffenen Räumlichkeiten angekommen.
„Hallo Remus." Joseo lächelte ihn an.
Ich sah verwirrt zwischen beiden hin und her. Anscheinend kannten sich die beiden. Ach ja, hatte Joseo nicht mal seinen Namen erwähnt?
„Joseo, schön dich zu sehen", entgegnete ihm Lupin herzlich.
Zehn Minuten später wurde ich in meinem Wissensdurst, was Sirius betraf gebremst. Nur weil Joseo nun anwesend war, ließ ich mich nicht davon abhalten, Lupin weiter auszufragen.
Jetzt jedoch stand ein schelmisch grinsender Alejandro in der Tür. Er hielt ein Foto in der Hand. Musste wohl gerade mit dem Entwickeln neuer Bilder fertig sein.
„Wie ich gehört habe, spielst du Obdachlosenheim für Briten?"
Joseo! Na warte, der konnte was erleben, wenn ich wieder mit ihm alleine war. Nein. Halt! Dafür müsste ich mich ja dazu herablassen ein Gespräch mit ihm zu führen.
„Und wie hat dir dein ehemaliger Mitbewohner so gefallen?", fuhr Alejandro unbeirrt fort, als er bemerkte, dass ich nicht dazu bereit war ihm auf eine solche Frage zu antworten.
Ich sah ihn verwirrt an. Er konnte nicht wissen, dass ich einen Narren an dem Ausländer gefressen hatte, oder?
„Er ist Engländer", erwiderte ich, so als ob das Antwort genug wäre. War es normalerweise auch. Aber Sirius war nun mal nicht normal.
„Und bis jetzt dachte ich immer, du verabscheust sie." Bedeutungsvoll sah er sich das Bild in seiner Hand an und grinste als wäre er gerade befördert worden.
Das Bild. Ich musste dieses Bild haben. Das stand fest.
„Richtige Engländer verabscheue ich auch", gab ich zur Ablenkung zurück, während ich den Tisch umrundete und mich Alejandro näherte. Dann zog ich blitzschnell das Foto aus seiner Hand.
Bei seinem Anblick begann mein Herz zu klopfen. Mann, heute war doch ein toller Tag! Geradezu perfekt.
Ich fühlte mich so glücklich wie... seit heute morgen nicht mehr. Okay, schlechter Vergleich. Ich war jedenfalls euphorisch... wegen eines Fotos. Dieses Fotos um genau zu sein.
„Er ist also kein richtiger Engländer?", fragte mein Lieblingsfotograf (wer so tolle Bilder schießen konnte, musste einfach verehrt werden) und deutete auf das Abbild einer verheißungsvollen Zukunft.
„Nee, kann er gar nicht sein. So ein Typ ist niemals reinrassiger Brite", erwiderte ich voller Überzeugung. Aber mal ehrlich dieser Mann konnte unmöglich nur englischer Abstammung sein, oder?
Neugierig sahen die drei Männer unserem Schlagabtausch zu.
„Dürfen wir erfahren, was an diesem Foto so toll ist?", klinkte sich Joseo in das Gespräch ein.
„Nein", stieß ich prompt aus während mir Alejandro einen verbalen Dolch in den Rücken stieß:
„Klar", meinte er.
Wir sahen uns für einen kurzen Moment gegenseitig an. Nach ein paar Sekunden Starren hatte ich ihm klar gemacht, dass er, wenn er vorhatte weiterhin hier für die Fotos zuständig zu sein und nicht nur für's Kaffeekochen, die Sache mit dem Foto besser mir überlassen sollte. Na ja, zumindest hatte ich versucht ihm das mitzuteilen. Wenigstens dass es eine Drohung war, war angekommen. Hoffte ich.
Doch es half alles nichts, denn Joseo hatte die kurze Zeit genutzt um sich an uns heran zu pirschen und mir das Objekt seiner Neugier über meine Schulter zu betrachten.
Ich konnte spüren wie er mich von hinten angrinste.
„Ahhhh. Ich verstehe. Ein wirklich höchst interessantes Bild", bemerkte Joseo amüsiert, „Nur muss ich dich leider enttäuschen. Sirius ist in London geboren und ausländische Eltern hat er auch nicht. Oder Remus?"
Dieser schüttelte den Kopf. Wäre auch zu schön gewesen.
Drei Stunden später und das Bild war immer noch nicht von meiner Seite gewichen. Ich spielte mit dem Gedanken, ob ich es eingerahmt an die Wand hängen sollte. Ana würde sich freuen, wenn sie das nächste Mal käme. Und dann... dann würde sie mich für verrückt erklären und ein „du bist ja total verschossen" von sich geben. Und wahrscheinlich würde sie Recht damit haben.
Nein, streicht das „wahrscheinlich".
Es klingelte. Merkwürdig. Es gab niemanden, den ich erwartete UND der die Klingel benutzen würde.
Ich schickte mich an die Tür möglichst schnell zu öffnen, denn anscheinend hatte es der jemand ziemlich eilig bei dem Klingelterror, den er veranstaltete.
Ich spähte das Treppenhaus herunter.
Mein Herz machte einen Hüpfer, als ich den Besucher endlich erkannte.
Kurzes Kapitel. Ich weiß! Ja, ich fühle mich schuldig. Trotzdem wäre es toll, wenn ihr eine Review hinterlässt. Wirklich. Ehrlich. Ihr kriegt auch ein dickes: BITTE!
