Ich schon wieder. Mann, das ging ja fix. Also nochmal ein Dank an alle die eine Review hinterlassen haben... und einen Tadel an diejenigen, die sich davor drückten. Schämt euch! Aber wie gesagt, es ist nie zu spät um auf die reviewschreibende Seite der Macht zu wechseln. Also: Konvertiert!!!! Zumindest mich würdet ihr dadurch glücklich machen und alle anderen Leser wahrscheilich auch, da Reviews unheimlich anspornen.
Disclaimer: Es tut richtig weh, immer wieder behaupten zu müssen, dass Sirius mir nicht gehört. Wieso nur?????
15. Kapitel
Taten statt Worte
Da lag eine Leiche!
Mein Gehirn hatte etwas gebraucht um das zu realisieren. Oh mein Gott, wir hatten soeben eine Leiche gefunden.
Blonde Haare verdeckten das Gesicht des Mannes, der bis auf seinen Arm in einem makellosen Zustand zu sein schien. Sein Arm hingegen bestand nur noch aus den Knochen. Auch der Übergang von Arm zu Schulter bot keinen gerade leckeren Anblick. Und gerade an diese Stelle hielt Sirius seine Nase.
„Er riecht nach Eukalyptus! Der Geruch kommt von der Leiche", stellte Sirius verblüfft fest.
„Wie soll denn eine Leiche nach Eukalyptus riechen?"
„Keine Ahnung. Woher soll ich das wissen? Sie tut es!"
Mmpf, Eukalyptus. Seit wann entstand bei der Verwesung Eukalyptus? In was für einer Welt war ich hier überhaupt?
Außerdem hatte ich keine Lust auf eine Leiche. Meine Lust konzentrierte sich immer noch darauf, Sirius anzuschreien und danach... danach könnte ich ihn vielleicht noch mal küssen. Aber nur vielleicht. Er hatte sich nämlich verdammt gut angefühlt.
Langsam schritt ich auf den Toten zu. Nach seiner Kleidung zu urteilen musste er hier schon eine Ewigkeit liegen. Die Mode war sicherlich nicht in diesem Jahrhundert aktuell gewesen. Die Vielfalt an Tintenflecken auf seinem Umhang ließ vermuten, dass er viel per Hand geschrieben hatte. Etwas, das im Zeitalter von Schnellschreibfedern und –sprüchen unüblich war.
„Es scheint so, als sei nur sein Arm verwest", gab Sirius das Offensichtliche preis, während er die Leiche untersuchte.
„Und ein Teil des Beins", korrigierte er sich, als er den Umhang des Verstorbenen etwas hochgezogen hatte und mir auch gleich direkt seine neugewonnene Erkenntnis mit stichhaltigen Beweisen untermauerte. Der Anblick des Beins war nicht gerade förderlich für meine Laune.
„Sollten wir das Untersuchen der Leiche nicht lieber dem Ministerium überlassen?", schlug ich vor.
„Ach, quatsch. Die Leiche muss schon eine ganze Weile hier liegen, schließlich war der Raum vorhin noch nicht da, oder? Also fällt sie in euren Zuständigkeitsbereich und ist somit ein Fundstück."
Ich wollte aber nicht für eine Leiche zuständig sein. Zumindest nicht heute Abend. Mir reichte es, mich um mein Gefühlschaos und einen unsensiblen Briten kümmern zu müssen.
„Lass uns nach Hause gehen", maulte ich.
„Gleich" war Sirius einziger Kommentar. Und schon beugte er sich noch weiter über die Leiche.
„Weißt du, der Mann hier hat braune Augen."
„Ja, und? Es gibt viele Menschen die braune Augen haben."
„Ja, schon. Aber er hat von Natur aus blonde Haare und seine Haut ist schneeweiß. Normalerweise haben solche Männer keine braunen Augen."
Ich hatte noch keine Studie über Männer mit blonden Haaren gelesen und persönlich kannte ich nicht allzu viele. In Mexiko waren sie immerhin eine seltene Spezies. Also musste ich leider bei diesem Thema passen. Dennoch musste ich zugeben, dass es merkwürdig war, dass auch dieser Mann braune Augen und eine unnatürlich helle Haut hatte.
„Sirius, lass uns nach Hause gehen", probierte ich es erneut. Ich hatte heute schon zuviel erlebt. Irgendwann war auch mal Schluss.
„Bitte", setzte ich aus schierer Verzweifelung hinzu. Ich konnte ihn auch nicht hier einfach so stehen lassen. Was, wenn ihm etwas passieren würde? Offiziell hatte ich beschlossen ihn für mindestens ein, zwei Tage kühle Schulter zu zeigen. Das änderte jedoch nichts daran, dass ich unheimlich an ihm hang.
„Ja, schon gut. Was sollen wir mit der Leiche machen?"
„Liegen lassen! Sie wird schon nicht weg laufen. Und wenn doch, möchte ich weit, weit weg sein."
oOoOoOo
Zehn Minuten später war ich weit, weit weg. Das beruhigte mich wenigstens ein bisschen.
Ich saß auf meinem Sofa während aus dem Badezimmer das Plätschern der Dusche ertönte. Sirius war unter das warme Nass geflohen und hatte mich mit meinen Gedanken alleine gelassen. Diese schweiften immer wieder zu dem, was kurz vorher passiert war.
Er hatte mich wirklich geküsst! Aber meinte er es auch so? Wollte er wirklich etwas von mir? Oder war ich nur ein Paulaersatz mit dem er sich die Zeit vertreiben konnte? Aus welchem anderen Grund war er sonst aufgeschreckt und hatte beteuert, dass so etwas nie wieder passieren würde? Er wollte ja noch nicht mal mit mir darüber reden. Der Traum, den mir das Foto in meiner Tasche vorgegaukelt hat, war wohl endgültig vorüber. Zerplatzt wie ein Luftballon, der von einer Stecknadel zerstochen wurde. Mir fiel der Gedanke schwer, dass das mit mir und Sirius keine Zukunft hatte. Wieso hatte er nur eine solche Dummheit getan?
Und dann, dann war da immer noch dieser kleine, winzige Funken an Hoffnung. Was wenn der Kuss doch nicht so bedeutungslos war, wie er vorgab? Vielleicht hatte er ja nur Angst vor meiner Reaktion.
Es half doch alles nichts. Wir mussten reden und da führte kein Weg dran vorbei.
Angespannt wartete ich wie ein zum Tode Verurteilter vor seiner Hinrichtung. Endlich, nach langen quälenden Minuten hörte ich, wie der Wasserhahn abgestellt wurde. Kurz darauf stand Sirius im Türrahmen.
„Sirius, wir müssen reden."
Sein Gesicht verhärtete sich und er blickte mich an wie einen unliebsamen Mitbewohner.
„Du hast mich geküsst und jetzt tust du so, als sei nichts passiert."
„Ich... ich weiß nicht, was in mich gefahren ist. Das habe ich dir doch schon gesagt!", verteidigte er sich. Er wirkte wie ein verletztes Kind, das man in eine Ecke gedrängt hatte.
Na super, jetzt war ich die Schuldige, die den armen, armen Sirius unter Druck setzte.
„Ich will einfach nur wissen, woran ich hier bin. Trauerst du vielleicht immer noch hinter Paula her?" –Er schüttelte entsetzt den Kopf- „Ist dir vielleicht einfach nur tierisch langweilig und du willst dir mit mir nur die Zeit totschlagen?" –Er sah mich irritiert an- „Oder bist du vielleicht heimlich in mich verliebt?" Er wurde kreidebleich.
„Ich... es... ich..." Er sah mich mit großen Augen an. Hatte ich mit meiner Vermutung ins Schwarze getroffen? War er wirklich in mich verliebt? Er hatte kein klares und entschiedenes „Nein" geäußert.
Jedenfalls war klar, dass ich mit Reden nicht weiterkam. Ich würde wohl auf die männliche Art und Weise zu kommunizieren umschwenken müssen: Taten statt Worte.
Er stand immer noch in der Tür zum Bad. Und jetzt war ich es, die den Raum zwischen uns mit ein paar Schritten beseitigte, sich zu ihm hochbeugte und ihn küsste.
Nach kurzer Regungslosigkeit küsste er mich zurück. Und dieses Mal dauerte es an.
„Wow!" Er sprach mir aus der Seele.
„Was...?", wollte ich anfangen. Doch viel weiter kam ich nicht.
„Keine Zeit zu reden", meinte Sirius und legte einen Finger auf meinen Mund. Dieser wurde schon bald darauf von seinen Lippen ersetzt
oOoOoOo
„Guten Morgen", murmelte etwas in mein Haar hinein.
Ich drehte mich um und sah in sein strahlendes Gesicht. Heute würde mir nicht mal eine ganze Stunde verpasster Schlaf den Tag vermiesen. Ich war im siebten Himmel! Und der Mann, der gerade seinen Arm um meine Hüfte schlang, war Schuld daran.
„Wie spät ist es?", fragte ich.
„Keine Ahnung. Ist doch unwichtig."
Da hatte er Recht. Na ja, zumindest solange bis Joseo mit einem anklagenden Gesichtsausdruck vor mir stand und mir vorhielt, dass ich viel zu spät sei und besonders als Grabungsleiterin die Pflicht hätte pünktlich zu kommen. Aber zum Glück war dieser Zeitpunkt noch nicht jetzt. So konnte ich mich noch etwas an Sirius herankuscheln und in einem Halbschlaf versinken.
Das nächste Mal, als ich aufwachte, schlief Sirius wieder. Ich konnte es immer noch nicht richtig fassen, was da eigentlich passiert war. Gestern Morgen noch sah es so aus, als wären wir zwei nur Freunde, und heute lag er schon splitterfasernackt bei mir im Bett.
Mein Blick fiel auf die Uhr auf meinem Nachtschränkchen.
Erst halb zehn.
Halb zehn?
Oh mein Gott, wir hatten es schon halb zehn?
Scheiße, scheiße, scheiße. Ich musste zur Arbeit und zwar schleunigst. Ich probierte mich aus Sirius Armen zu winden. Das gelang auch, doch wurde dieser durch meinen Entfesselungsakt geweckt.
„Willst du schon gehen?", brummte er.
„Ja, ich muss seit über einer Stunde bei der Arbeit sein."
„Ach, komm, bleib noch ein bisschen. Du willst sicherlich nicht nach draußen gehen, da ist es doch so ungemütlich."
„Ich muss aber. Und obwohl es hier zusammen mit dir sicherlich angenehmer ist, scheint draußen die Sonne, also was soll daran ungemütlich sein?"
„Es scheint keine Sonne! Es regnet. Bestimmt", sagte Sirius mit solch einer Überzeugung, dass ich ihm geglaubt hätte, wäre nicht das Fenster direkt vor meiner Nase gewesen. Und er hatte noch immer die Augen geschlossen.
„Es regnet nicht."
„Dann wird es eben regnen", erwiderte Sirius, der anscheinend den Beruf des Wetterfrosches für sich entdeckt hatte. Oder sollte ich Wetterhund sagen?
„Selbst wenn es regnen würde, muss ich zur Arbeit. Da bin ich die meiste Zeit sowieso drinnen."
„Ja, aber nur die meiste Zeit. Ich will doch nicht, dass meine Juana unter Nässe zu leiden hat."
Das klang schon überzeugend. Juana wollte das nämlich auch nicht, das kann ich euch versichern.
„Und selbst wenn es regnet. Dafür gibt es wasserabweisende Sprüche. Selbst Muggle haben dafür den Regenschirm erfunden. Du siehst es gibt jede Menge, die man dagegen unternehmen kann."
„Zum Beispiel daheim bleiben. Besonders das Bett sei für solche Zwecke bestens geeignet, hab ich gehört."
„Du willst wohl, dass ich gefeuert werde."
„Dann hast du immerhin mehr Zeit für mich."
Egoist! Das konnte ich ihm nur leider nicht sagen. Sirius hatte sich nämlich gerade aufgerichtet und gab mir somit freie Sicht auf einen Oberkörper, der sämtliche Gehirnzellen für sich beanspruchte.
Zur Arbeit, Juana, du musst zur Arbeit. Arbeit, los.
„Wolltest du nicht gerade zur Arbeit gehen?", fragte Sirius, während er selbstzufrieden meinem Blick folgte und mich danach angrinste.
Ich hasste ihn. Zumindest wollte ich das. Er hatte es verdient! Aber ein weiterer Blick auf diese fantastische Ansammlung von Muskeln ließ mich anders entscheiden. Wieso hatte der Mann nur so gute Argumente?
„Ich...", fing ich an ohne je die Absicht gehabt zu haben, diesen Satz zu beenden. Und dann war ich auch schon durch die Tür ins Wohnzimmer geschlüpft.
Ein Zettel lag auf dem Couchtisch. Eigentlich nichts ungewöhnliches, aber von unserer gestrigen... Umdekorierung waren auch die Dinge vom Tisch nicht verschont geblieben. Die waren nämlich mit diversen Kleidungsstücken auf dem Boden gelandet.
Ich habe mir die Freiheit genommen und dich bei Joseo abgemeldet mit der Begründung, dass es dir nicht so gut gehe und du vielleicht später noch kommst. Eult mir, wann Sirius wieder zur Verfügung steht.
Einen schönen Tag,
Remus
Einen tollen Freund hatte Sirius sich da zugelegt. Nach seinem Benehmen von gerade zu urteilen, hatte er den überhaupt nicht verdient. Klasse Mann, dieser Remus Lupin. Hatte er eigentlich eine Freundin?
Nein, halt! Ich hatte mir ja schon jemanden angelacht. Und außerdem war Remus britischer Abstammung. Und was sollte ich bitteschön mit einem Briten anfangen?
Ein gewisser Mr Black stand im Türrahmen zu meinem Schlafzimmer und schaute mich fragend an.
„Seit wann arbeitest du denn hier?" Sein Grinsen war so breit wie seine Kleidung abwesend war.
„Seit dem dein brillanter Freund heute morgen hier war", antwortete ich und schob ihm den Brief unter die Nase.
„Mann, ich hab aber einen klasse Freund", entgegneter er nicht ohne Stolz in der Stimme.
Doch unsere traute Zweisamkeit endete, als ein Knallen Joseo ankündigte.
„Ah", fing er an, verstummte aber, als er Sirius sah. Dann blickte er mich amüsiert an. „Ich sehe, ihr seit euch näher gekommen."
Sirius sah an sich herunter.
„Ja, da kann ich dir nur beipflichten", meinte er dann und verschwand völlig ungeniert im Bad. Der Typ hatte Nerven.
„Beschränkt sich deine Krankheit nur auf das „Ich will noch etwas mit meinem Briten im Bett bleiben"-Syndrom?"
Wieso „nur"? Ich fand, dass das eine sehr schlimme und schwerwiegende Krankheit war. Engländer führten eben nur zu Krankheiten, da hatte ich den Salat.
„Öhm, so könnte man das nennen."
„Aber ich bin nicht ohne einen Grund hierher gekommen. Wir haben etwas gefunden, beim Torraum." Oh, was ein Wunder. Lass mich raten, eine Leiche?
„Da war ein zusätzlicher Raum, den man durch ein Loch in der Wand erreichen kann. Es ist fast so, als hätte jemand dieses Loch in die Wand gehämmert."
Ich sah ihn erwartungsvoll an.
„Und was ist mit der Leiche?"
„Welche Leiche?"
Hihi, ich mag ja solche Enden... okay, nur wenn ich sie schreibe und weiß wie es weitergeht. Ist ja bei diesem zumindest der Fall. Und ein paar Reviews spornen mich dazu an, euch ebenfalls zu verraten, was los ist... also teilt mir eure ungeschönte Meinung mit... Ich will sie hören!!!
