Oh Mein Gott, ein halbes Jahr ist vergangen und ich schaffe es jetzt erst das 16te Kapitel hochzuladen. Es tut mir so Leid. Ich hab schon die ganze Zeit ueber ein schlechtes Gewissen. Ich musste mich erstmal sammeln und planen, was denn nun geschiet, da es jetzt gilt, die Geschichte paralell zum siebten zu halten. Da ich schon die englische Version gelesen habe, hatte ich wenigstens einen Vorsprung. Ich denke, ich werde es nicht komplett paralell halten, und ihr duerft euch frei fuehlen Ungereimtheiten zu bemeckern. Ich hab hier naemlich keine Ausgabe von HP7 (Minni, die hast immer noch du, also darfst du mir ab jetzt alle Fragen dazu beantworten ;). Das wird sich auch das naechste halbe Jahr nicht aendern, denn ich muss erstmal wieder in Deutschland sein um sie mir zurueck zu holen. (Habt ihr die aes und ues bemerkt?)

Das ist naemlich der zweite Grund, weshalb es solange gedauert hat. Auslandsaufenthalte zu planen braucht seine Zeit und jetzt bin ich schon seit ueber einem Monat von Zuhause weg. Wo? Am Arsch der Welt... Neuseeland. Aber keine Bange im Text sind keine aes und ues, Wordtastenkuerzel sind schon was feines. Und eine Betaleserin... Danke, Anni!!!!!!

Also noch einmal... Sorry!! Jetzt sollte es besser werden, fuer die, die noch wissen wollen, wie das hier ausgeht. Zu ende schreiben werd ich es auf jeden Fall.

16. Kapitel

Unwissen

„Die Leiche... die, die da in dem Raum lag", stammelte ich.

„Da war keine Leiche in dem Raum... warte, woher weißt du von dem Raum?" Joseo sah mich skeptisch an.

„Öh, ich... wir..." – Sirius war wieder aus dem Bad erschienen und grinste mich jetzt an, so als wollte er sagen, wir hätten doch was mit der Leiche machen sollen - „wir... wir waren gestern noch mal da. Und da hat Sirius diesen Raum entdeckt... er war es, der die Wand eingerissen hat." Auf die Umstände wollte ich nicht näher eingehen... verziehen hatte ich ihm nämlich noch nicht, auch wenn die vergangene Nacht ihm positiv angerechnet werden musste.

„Ihr habt den Raum entdeckt? Wieso habt ihr nicht Bescheid gesagt?"

„Wir... es... ich dachte, dass hätte noch bis heute Zeit." ...außerdem hatte Sirius mich geküsst ohne jegliche Erklärung und ich wollte nichts anderes als mich in mein Bett zu verkriechen. Aber das war etwas, was man eher einer Angehörigen meines Geschlechtes anvertrauen sollte.

„Hatte es anscheinend aber nicht", sprach Joseo das Offensichtliche aus. Vielen Dank! Da wäre ich jetzt auch selbst draufgekommen.

Auch Sirius nickte besserwisserisch. Na warte, der konnte was erleben... doch das hatte Zeit bis wir alleine waren.

„Und was machen wir jetzt?"

„Wir gehen jetzt gemeinsam zu diesem Raum und suchen die Leiche. Schließlich kann eine Leiche wohl kaum weglaufen", sagte Sirius entschieden und ein merkwürdiges Glitzern trat in seine Augen.

oOoOoOo

Von wegen eine Leiche konnte nicht weglaufen! Da waren eindeutig Fußspuren!

Okay, ganz so eindeutig waren sie auch nicht, aber eine Spur aus Bröckchen und Erdklumpen führte von dem Torbogen aus zu dem Platz, wo keine Leiche mehr lag.

„Ich glaube, die Leiche ist im Torbogen verschwunden", meinte Sirius, nachdem er meinem Blick gefolgt war.

Ach, echt? Schlaui!

„Die Leiche ist aufgestanden und dann darein marschiert", erwiderte ich fest von meinen Worten überzeugt. Mein Mitbewohner sah mich skeptisch an.

„Dir ist schon bewusst, dass Leichen nicht laufen können?" Er dachte wohl, ich wäre verrückt!

„Aber du siehst doch die Fußspuren!"

„... die nur bedeuten, dass irgendjemand dort aus dem Vorhang gekommen ist und die Leiche weggeschleppt hat."

„Das ist doch absurd. Wer kommt schon aus so einem Vorhang?"

„Ähh... ich?" Sirius sah mich an, als hätte ich behauptet, dass ein mal eins drei ergibt. Aber nicht nur das... ebenfalls rang er mit seiner Gesichtsmuskulatur, damit diese sich nicht zu einem Grinsen verzog.

Verdammt! Er und seine Argumente! Blöder Brite! Ein Mann mit seiner Nationalität durfte nicht Recht haben.

„Also willst du behaupten, du hast die Leiche entführt?"

„Was? Ach Juana, jetzt rede doch keinen Quatsch." Sirius sah mich entnervt an. Ich glaube, jetzt war der richtige Zeitpunkt gekommen um meinen Mund zu halten.

„Also vermuten wir, dass hinter dem Tor jemand ist, der die Leiche weggezogen hat", fasste Joseo unser Gespräch zusammen.

„ICH vermute das. Ja. Juana dagegen glaubt an Zombies." Sirius grinste mich an.

Aufgeblasener Idiot! Konnte nicht irgendwer sich erbarmen und dieses Lächeln von seinem Gesicht wischen. Argh! Wenn er so weiter machte, würde er heute Abend wieder auf der ach so gemütlichen Couch schlafen dürfen. Selbst Schuld!

„Also...", fing ich mit Schärfe in der Stimme an, „sollen wir jetzt dadurch gehen und nachgucken, wer dahinter ist? Und wieso sollte irgendwer die Leiche entfernen?"

„Bist du bescheuert? Dir liegt wohl nicht allzu viel an deinen Erinnerungen, was?" Sirius sah mich perplex an.

„Aber vielleicht schaffen wir es zu dritt? Oder wenn wir noch mehr Verstärkung holen", meinte ich. Sirius schien nicht überzeugt zu sein, sein Gesichtsausdruck erinnerte an eine eingedötschte Pflaume.

„Ich mag meine Erinnerungen wirklich... wirklich-wirklich", jaulte er.

„Ja, aber vielleicht finden wir da drin eine Möglichkeit noch mehr deiner Vergangenheit ans Licht zu bringen." Die Antwort auf all unsere Fragen stand wahrscheinlich direkt vor uns. Nur ein paar Schritte entfernt. Es wäre so einfach hindurch zu gehen. Dann müssten wir nicht Ewigkeiten damit verschwenden unseren Kopf zu zerbrechen und sinnlose Untersuchungen zu machen.

„Oder wir verlieren die mühsam zusammengekratzten und eure noch dazu." Pessimist!

„Ja, aber..."

„Kein aber, ich denke Mr Black hat Recht, wir sollten nicht durch den Bogen gehen, solange wir nicht wissen, was sich dahinter verbirgt. Vielleicht können wir herausfinden, wer der Mann war. Woran könnt ihr euch noch erinnern?" Joseo holte einen Notizblock aus seiner Jackentasche.

„Er war blond, so Mitte dreißig und er hatte altmodische Kleidung an, in blau glaub ich."

„...Tintenflecke...und braune Augen...und er war bleich, richtig bleich."

„Sein Arm und ein Teil seines Beines waren verwest, sein Arm sogar schon so weit, dass man nur noch Knochen sah."

„Woher wisst ihr, dass der Arm verwest war? Könnte es nicht auch sein, dass mit Hilfe eines Fluches das Fleisch von den Knochen entfernt wurde?"

„Stimmt, könnte auch sein", räumte Sirius ein. „Er roch außerdem nach Eukalyptus, besonders am Arm."

„Okay? Noch etwas?"

„Nein, mir fällt nichts mehr ein, dir Juana?"

Ich schüttelte den Kopf.

„Nun, ich würde sagen, dass die Beschreibung nicht auf einen klassischen Mexikaner zutrifft. Es könnte also sein, dass er ebenfalls aus Großbritannien stammt. Vielleicht ist er durch das selbe Tor gekommen wie Mr Black, vielleicht gibt es aber auch noch andere Tore."

„Andere Tore?", fragten Sirius und ich wie aus einem Mund.

„Ja, warum nicht? Was wäre daran so abwegig? Dieses haben wir schließlich auch gerade erst gefunden. Nichtsdestotrotz wissen wir immer noch nicht, was sich dahinter befindet."

„Wahrscheinlich Menschen", wandte Sirius ein, „oder etwas anderes, was eine Leiche dort hindurch ziehen würde."

„Das wäre doch eine Erklärung dafür, dass du kein Gedächtnis mehr hast. Vielleicht befinden sich dahinter Zauberer, die nicht wollen, dass du weißt, wie es dort aussieht."

„Ja, aber dann hätte es dort gereicht, meine Erinnerungen an diese Zeit zu löschen. Der Spruch ist nicht so kompliziert. Und wenn sie wirklich nicht wollen, dass die Außenwelt irgendwelche Informationen über sie bekommt, dann frage ich dich, warum sie mich nicht einfach da behalten haben. Warum mich nicht gefangen nehmen oder gleich umbringen? Das ist die einfachste Methode jemanden zum Schweigen zu bringen."

„Vielleicht hast du es geschafft zu fliehen."

„Aber..."

„Und der Verlust deines Gedächtnisses könnte auf eine hohe Magiekonzentration zurückzuführen sein. Die Konzentration in diesem Raum hier ist schon abnormal, wie muss sie dann erst hinter dem Vorhang sein?"

Sirius schien wenig überzeugt. Sein Gesichtsausdruck übermittelte folgendes: Er war zu stolz um sich von dem Werkzeug eines Zauberers seine Erinnerungen nehmen zu lassen.

„Ich, aber... warum... ach, ich weiss auch nicht."

„Ja, genau das ist unser größtes Problem", bemerkte Joseo mit einem schweren Seufzen.

Nach einer Pause des Schweigens gingen wir langsam zurück zu unserem Camp. Der Raum wurde mir langsam unheimlich und deshalb war ich froh dort wegzukommen. Wir wussten nichts, rein gar nichts über ihn. Mein Blick glitt zu dem Animagus an meiner Seite. Seine Augen starrten den Gang hinunter, doch sein Gehirn schien keine Zeit zu haben die übermittelten Informationen auszuwerten, zu sehr war es damit beschäftigt seine Gedanken zu ordnen. Armer Kerl. Wenn mich die ganze Sache schon so sehr beunruhigte, wie nahe musste sie dann Sirius gehen? Er hatte fast ein Jahr hinter dem Ding verbracht.

Der Tag verging wie im Flug und doch schien er eine Ewigkeit zu beanspruchen. Unser kleines Trüppchen traf sich im Aufenthaltsraum und diskutierte bis spät nach Feierabend. Und dabei entkrochen unseren Gehirnen die wildesten Theorien: Von der Möglichkeit, dass das Tor in eine andere Zeit führte, zu der, dass man dadurch in eine andere Dimension oder gar auf einen anderen Planeten gelangen könnte. Das Lachen wurde lauter, während sich die Ideen auf immer abstrusere Ebenen der Phantasie begaben.

Nur Sirius schwieg, seinen Blick auf die triste Steinwand ihm gegenüber gerichtet.

Etwas später starrte er die Wand meines Wohnzimmers an.

„Was ist los mit dir?", fragte ich besorgt. Mir gefiel sein Verhalten nicht. Die Nachdenklichkeit passte nicht zu ihm. Er war wie ein Hund, der plötzlich beschlossen hatte, dass das Katzendasein doch viel besser sei.

„Nichts." Es war jenes Nichts auf das für gewöhnlich ein Aber folgte. Doch es ließ auf sich warten, während Sirius weiterhin die Wand fixierte.

„Nichts?", entgegnete ich ihm mit meinem „Verarschen-kann-ich-mich-selber"-Gesichtsausdruck. Sirius sah mich verärgert an.

Gut, vielleicht hätte ich ihn in Ruhe lassen sollen. Das ganze war bestimmt nicht leicht für ihn. Das war selbst mir Unsensibelchen klar. Ich wollte doch nur, dass es ihm besser ging und Reden half doch. So hieß es zumindest immer und auch ich hatte schon positive Erfahrungen damit gemacht.

„Mensch, Juana! Kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen? Ich habe jetzt echt keine Lust darauf mir von dir blöde Fragen anhören zu müssen. Okay?"

Ich sah ihn beleidigt an. Na gut, taktvoll war nicht gerade das Wort, das ich für mein Verhalten wählen würde, aber musste er denn gleich ausrasten? Ich wollte doch nur helfen. HELFEN! Nicht verletzen! Warum ging das nicht in seinen Dickschädel rein?

„Gut, wenn du umbedingt weiter für den ‚Wer kann die grössten Löcher in die Wand starren'-Wettbewerb üben willst. Bitte, lass dich nicht aufhalten." Mit stampfenden Schritten ging ich in mein Schlafzimmer. Sollte er sich doch den Kopf zerbrechen. Ich jedenfalls würde die Scherben hinterher nicht wieder zusammensetzen.

Schon zehn Minuten später hatte ich herausgefunden wie verdammt langweilig Sichausdemweggehen sein konnte, wenn man nur zwei Räume zur Verfügung hatte. Und ich hatte eindeutig das schlechtere Los gezogen. Mist! Letztes Mal hatte ich wenigstens das Wohnzimmer. Schlecht zum Schlafen, aber gut für alles andere.

Weitere zehn Minuten später beschloss ich, dass die Langeweile deutlich schlimmer war als ein nöckelnder Sirius.

Mit einem Quietschen öffnete sich die Tür und ich spähte hindurch. Ah, alles unverändert. Er bemerkte mich gar nicht. Ich nahm mein Buch von dem Schrank zu meiner rechten und stahl mich zu dem kleinen grünen Sessel. Sirius Miene blieb unverändert.

„Weiβt du...", fing er mitten im dritten Kapitel an, „ich versteh das einfach nicht. Egal, wie ich es drehe oder wende, es ergibt einfach keinen Sinn. Wenn sich dahinter wirklich Leute befinden und es scheint ganz so, warum bin ich dann hier? Wenn sie mich gefangen hielten und währenddessen mein Gedächnis gelöscht haben und ich es geschafft habe zu fliehen, dann müsste ich mich trotzdem an die Flucht erinnern. Ich war selbst schon soweit die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass der Vorhang durch einen Schutzzauber gesichert ist, sodass Unbefugten das Gedächnis beim Heraustreten gelöscht wird. Aber das wäre ein sehr komplizierter Zauber, ich zum Beispiel kenne keinen solchen und ich weiβ, wie schwer es ist solche Zauber zu entwickeln. Wer das kann, kann auch sicherstellen, dass Gefangene keine Chance haben die Flucht zu ergreifen. Auβerdem war der Zauber nicht perfekt... meine Erinnerungen kommen so langsam wieder, nur nicht die, die mit meiner Zeit hinter dem verdammten Ding zu tun haben. Wieso?

Und dann wäre da noch etwas: Warum kommen diese Menschen oder was auch immer sie sein mögen nicht mal raus? Wir haben noch nichts von ihnen gesehen."

„Vielleicht haben wir es nur nicht bemerkt...", warf ich ein.

„Nein, ich denke das wüsste man. Die Departments of Mysteries sind zwar... merkwürdig, aber ich denke, dass man es bemerkt hätte. Es wurden schon genug Untersuchungen an dem Vorhang durchgeführt und auch nach menschlichen Spuren geguckt, aber man hat nichts gefunden.

Wir haben nichts auβer abertausenden von Theorien. Es muss ja nicht einmal heiβen, dass Menschen oder eine andere intelligente Spezies dahinter verborgen sind. Die Leiche kann einfach so verschwunden sein. Wer weiβ das schon?"

„Und die Spur?"

„Mein Gott, das waren nichts weiter als Erdklumpen. Die könnten selbst wir herein getragen haben oder diese scheiβ Magie da drin hat sie erscheinen lassen. Was ist schon sicher?" Sirius starrte verärgert meine Wandlampe an. Ich konnte ihn gut verstehen, aber Wut brachte uns nicht weiter.

„Was schlägst du vor?"

Sirius seufzte.

„Ich würde ja am liebsten selbst da hineingehen und demjenigen, der mir das angetan hat, das Fell über die Ohren ziehen. Aber das wäre Blödsinn. Ich habe wirklich keine Lust darauf noch mal in der Situation zu sein, in der ich mich nicht mal an meinen eigenen Namen erinnern kann. Und solange uns andere Möglichkeiten offenbleiben, sollten wir uns nicht in noch gröβere Gefahr bringen."

„Noch gröβere Gefahr?"

„Ja!" Sirius sah mich eindringlich an. „Du arbeitest jeden Tag vor diesem beschissenen Flatterding. Vielleicht sitzt genau dahinter jemand, der alles mitkriegt, was wir sagen. Immerhin ist die Leiche kurze Zeit, nachdem wir sie gefunden haben, verschwunden."

Ich verzog das Gesicht. Musste er das ausgerechnet sagen? Wie wollte ich mich je wieder in diesen Raum trauen? Ich sah mein Gegenüber an. Er sah aus, als sei ihm der Gedanke gerade erst gekommen und er war nun mit der Auswertung beschäftigt.

„Ich bleibe bei dir", sagte er festentschlossen.

„Was?"

„Bei deiner Arbeit, da bleibe ich bei dir."

„Was?", wiederholte ich baff.

„Ich möchte nicht, dass du zu diesem Ding alleine gehst. Das ist viel zu gefährlich, Juana."

Ich sah ihn an, als hätte er nicht mehr alle Tassen im Schrank. Gut, das hatte er vermutlich auch nicht mehr. Mindestens die Hälfte des Porzellans musste schon vor einiger Zeit kaputt gegangen sein.

„Sirius", fing ich mit einer Stimme an, die kleine Kinder beruhigen oder, wie in diesem Fall, beschützerische Freunde beschwichtigen sollte, „diese Leute haben es schonmal geschafft dich gefangen zu halten und bisher ist es niemanden ausser dir gelungen, dort raus zu kommen. Ich denke nicht, dass deine Anwesenheit mir so viel nützen würde."

Sirius Miene verdunkelte sich. Zugegeben die Worte trugen nicht ernsthaft dazu bei meine Bedenken in Luft auf zu lösen. Im Gegenteil, sie meißelten sie in eine riesige Felswand.

„Dann gehst du eben nicht zur Arbeit."

Ich stockte und starrte ihn fassungslos an. Das hatte er jetzt nicht wirklich gesagt!

Ich starrte weiter. Doch er schien fest davon überzeugt zu sein die ideale Lösung gefunden zu haben. Nur leider hatte er bei der ganzen Sache etwas wichtiges vergessen: Mich und meine Meinung. Ich mochte es selbst für mich zu entscheiden.

„Was?", erwiderte ich. Meine Worte waren mit einer ordentlichen Prise Schärfe gewürzt. „Das ist die einzige Möglichkeit, dass du sicher bist."

Halt, halt, halt, halt, halt, Freundchen! Nur weil wir einmal miteinander geschlafen hatten, hieβ das noch lange nicht, dass er mir irgendetwas vorschreiben durfte.

„Spinnst du?"

„Ich will..."

„Beende diesen Satz besser nicht, wenn du vorhast heute Nacht nicht auf der Couch zu schlafen. Ich werde morgen früh zur Arbeit gehen und wenn du willst und nicht nochmal auf so dämliche Ideen kommst, kannst du mich begleiten. So, ich bin geschafft und leg mich jetzt hin. Gute Nacht!"

Ein paar Tassen waren dann wohl doch übrig geblieben, denn zu seinem Glück schwieg er.

oOoOoOo

Oh, ich hasste es, wenn meine Blase mitten in der Nacht beschloss, dass sie nicht mehr länger warten konnte um ihren Inhalt loszuwerden. Dieses verdammte penetrante Ding gab aber auch einfach nie nach.

Ich rappelte mich hoch und warf die Decke zur Seite. Das vermutete Stöhnen blieb aus. Ein Blick nach rechts gab die Antwort. Wo war Sirius? War er etwa immer noch eingeschnappt, weil er seinen Kopf nicht durchsetzen konnte? Mein Gott, schaffte er es nicht seinen Rücken über seinen Stolz zu stellen? Ich schüttelte den Kopf. Und stutzte dann. Stimmen? Aber... war das Remus?

Vorsichtig öffnete ich die Tür.

„Und du willst wirklich nicht mitkommen?" Der Werwolf saβ auf dem Sessel und sah Sirius besorgt an.

„Nein, nein. Ich bleibe hier und passe auf Juana auf." Ich rollte mit den Augen. Wie sollte ich ihm nur klar machen, dass er mich nicht zu beschützen brauchte? „Halt mich auf dem laufenden. Und Remus... bitte sag Harry noch nichts von mir, ich will nicht, dass er auf doofe Gedanken kommt." Remus zog amüsiert die Augenbraun hoch. „Wenn er in Schwierigkeiten steckt, dann komme ich sofort."

Remus nickte. Ich konnte ihm ansehn, wie schwer es für ihn war seinen Freund erneut zurückzulassen. Dann zog er Sirius in eine feste Umarmung. „Pass auf dich auf, ja? Und wirf dich nicht wieder in irgendwelche Vorhänge, Padfoot." Der Lohn für den letzten Satz war ein Knuff in die Seite. Mit einem tiefen Seufzer disapparierte er.

Ich beobachtete Sirius wie in Gedanken versunken die Stelle anstarrte, die eben noch sein Freund ausgefüllt hatte. Dann trat ich ins Zimmer.

„Jetzt ist er weg, mmh?"

Graue Augen sahen zu mir auf und der dazugehöhrige Kopf nickte.

„Du hättest nicht wegen mir hier bleiben müssen."

Jene Irritation war in dem Grau zu erkennen, die einen veranlasste das Gesagte zu erklären bevor sie in Schmerz umschlug.

„Es ist nicht so, dass ich dich nicht hier haben will, aber da ist alles, was dir wichtig ist. Das ist deine Heimat." Und zum ersten Mal wurde mir bewusst, dass er wirklich nicht in dieses Land gehörte. Er war Brite, kein Mexikaner. Seine Freunde und Familie waren meilenweit entfernt. Dort war alles, was ihn ausmachte. Ich könnte ihn nicht ewig in meinem kleinen Appartment einschlieβen.

„Du bist hier", sagte er in einer vollkommen sachlichen Tonlage. Und die Irritation blieb Irritation.

„Ich... oh... ähm... wow." Ich starrte ihn völlig überrannt an, während mein Herz für den nächsten Marathon übte. Er lächelte leicht und gab mir einen kurzen Kuss.

„Lass uns schlafen gehen, okay?"

Ich nickte nur und sah zu wie er im Schlafzimmer verschwand.

Dann meldete sich meine Blase wieder zu Wort.

Wenigstens ist es ein extra langes Kapitel geworden? Vielleicht habe ich mir dadurch ja doch noch eine Review verdient? Bitte?