Noch immer unentschieden - Freundschaft oder mehr ?
Teil 2
Sara bemerkte, dass sich die Stimmung im Auto geändert hatte. Lag es an ihr?
Was hatte sie getan oder gesagt?
Aber bevor sie fragen konnte, waren sie am Wohnheim angekommen.
Grissom zwang sich nicht auszusteigen und sie höflich zu verabschieden. Das tat ein Professor nicht.
„Nochmals danke, Sara. Wir sehen uns dann morgen?"
Sie schüttelte den Kopf.
„Nein, eigentlich erst übermorgen. Außer es gibt noch etwas für mich zu tun."
Grissom überlegte. Ein Tag Abstand würde reichen um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.
„Nein, ich hatte es vergessen. Bis dann."
Grissom stand auf dem Podium und hielt seine Vorlesung. Er hatte schlecht geschlafen und merkte selbst, dass sich das auf den Vortrag auswirkte.
Und schuld daran war seine junge, langbeinige Assistentin.
Sara saß über ihrer Arbeit. Eigentlich sollte sie etwas zu Papier bringen, aber irgendwie war das heute nicht möglich. Sie hing Tagträumen hinterher und sie alle drehten sich um Grissom. Obwohl – wenn sie bei Tageslicht daran dachte, dann wurde sie ganz verlegen. So etwas war ihr noch nie passiert. Jedenfalls nicht in dieser Intensität.
Sie hatte sich vorgestellt wie Grissom sie geküsst hatte, dann waren seine Hände unter ihr T-Shirt geglitten. Sie hatte total die Kontrolle verloren und ihm zugeflüstert was er alles mit ihr machen sollte.
Und dann war sie plötzlich aufgewacht. Außer Atem und so erregt, dass sie sich selbst berühren musste um sich zu entspannen. Ihr wurde ganz warm, wenn sie nur daran dachte.
Ob Grissom auch solche Gedanken hatte? Er war älter als die Jungs, die sie sonst kannte und sie wusste nicht, ob er solche Sehnsüchte haben würde. Ob er so leidenschaftlich war, wie sie es sich vorstellte.
Aber wahrscheinlich war es albern sich Gedanken zu machen. Sie hatte bestimmt nie die Gelegenheit es zu überprüfen.
Am nächsten Nachmittag
Grissom sah ungeduldig auf die Uhr. Sara hätte vor 5 Minuten da sein müssen.
Sie würde ihn doch nicht im Stich lassen.
Er hatte auch in dieser Nacht schlecht geschlafen. Aber sicher war alles nur Einbildung gewesen. Sie konnte nicht so sexy gewesen sein wie in seinem Traum. Verdammt, sie war seine Studentin. Und er war ihr Boss. War er etwa schon in der Midlifecrisis? Bestimmt nicht.
Sara hatte die Tür leise geöffnet und hatte nun Gelegenheit Grissom zu beobachten.
Mein Gott, er war so sexy.
Vielleicht sollte sie ihn verführen. Aber sie hatte noch nie jemanden verführt. Laura hatte da sicher viel mehr Erfahrung. Vielleicht sollte sie sie fragen. Aber natürlich würde sie das nie tun.
„Grissom ?"
„Oh, da bist du ja. Ich hatte schon gedacht, dass du nicht kommst."
„Sorry, ich bin zu spät. Was gibt es zu tun?"
Grissom ging gern auf das Thema Arbeit ein. Es war eine sichere Basis, besser als seinen Phantasien nachzuhängen.
Beide arbeiteten wie immer perfekt zusammen und erst beim Abschied schauten sie sich in die Augen.
Grissom war der erste, der dem Blick nicht mehr standhielt.
„Ja, dann."
„Bis zum nächsten Mal, Dr.Grissom."
„Einfach Grissom oder Griss", erwiderte er. Das Eis war für den Moment gebrochen.
„Noch einen schöne Abend", sagte Sara und verabschiedete sich.
Grissom sah ihr hinterher. Genauso sollte es sein. Und so würde er sich in den nächsten Wochen und Monaten verhalten.
Das war sicher – für ihn und seinen Ruf als Professor.
Anfangs fragte sich Sara warum Grissom sein Verhalten zu ihr verändert hatte. Er war freundlich, aber viel distanzierter.
Sara konnte sich keinen Reim darauf machen. Aber vielleicht war es auch besser so.
Als es an der Tür klopfte, war sie gerade dabei einen Kaffee zu machen. Eigentlich erwartete sie niemanden.
„Sara.", tönte es durch die Tür.
„Grissom. Ich komme."
Als Sara die Tür öffnete, sah sie „ihren" durchnässten Professor.
Sie hatte gar nicht gemerkt, dass es regnete.
„Mein Gott, komm rein. Ich hole dir ein Handtuch. Willst du einen Kaffee oder Tee?"
„Sara, ich bin einfach nur etwas nass geworden. Kein Grund zur Panik."
„Ich tendiere immer dazu viel zu reden, wenn ich aufgeregt bin."
Sie lief ins Bad und holte ein großes Badetuch aus dem Schrank. Dann holte sie tief Luft und ging zurück ins Zimmer.
Grissom hatte inzwischen seine Jack ausgezogen und schüttelte das Regenwasser ab. Wortlos nahm er das Handtuch und trocknete seine Haare ab.
„Ich mache uns einen Kaffee."
Nach einer Weile drehte sie sich zu Grissom um und reichte ihm eine Tasse.
„Warum bist du hier? Brauchst du mich?"
„Ich muss mit dir reden."
Verdammt, dachte Sara. Was sollte das bedeuten?
Sie setzte sich und wartete ab.
TBC
