Ein kleines Vorwort.

Eigentlich sollte die Geschichte mit dem letzten Kapitel zu Ende sein. Aber irgendwie auch wieder nicht. Es ist manchmal recht schwer das zu erklären. Auf jeden Fall, es geht vorerst weiter.

Ich habe das Sahara ausgesucht, weil wir dort beim YTDAW-Fantreffen gewohnt haben. Und es ist wirklich so, dass ab Mittag die Achterbahn am/über und um den Pool entlang fährt. Komischerweise stören die Geräusche nach einer Weile nicht mehr. Außer man achtet darauf .


Kapitel 15

Sin City

„Verdammt, ich habe doch alles versucht. Was soll ich nur machen?", dachte Sara nicht zum ersten Mal

Und seit Grissoms Abreise hatte sich Sara wirklich mit allen Dingen abgelenkt – mit Arbeiten, mit Sport und zu guter letzt mit Alkohol. Nichts half. Sie konnte ihn einfach nicht vergessen. Seine Augen, seine Berührungen, sein Lächeln.

Verdammt!

Was hatte er nur mit ihr angestellt.

Wahrscheinlich hatte er sie längst vergessen. Sie hatte in den ganzen Monaten nichts von ihm gehört. Keine Antwort, kein Danke schön für seine Sachen, die sie ihm hinterher geschickt hatte.

So höflich hätte er wenigstens seien können.

Dabei hatte sie extra alles ins Labor geschickt, auch weil sie keine private Adresse hatte.

Sara fragte sich, ob Grissom in Las Vegas ein anderer Mann war. Mit all den schönen Frauen, dem Glitter und Flitter der Stadt, all den Abenteuern die sie bot.

Vielleicht hatte das Semester an der Universität eine Abwechslung für ihn dargestellt?

Sara hatte so viele unbeantwortete Fragen und es wurden täglich mehr.

Sie ging zu ihrem Schrank und holte ihre Reisetasche hervor. Sie würde sich vor Ort ein Bild machen. Als Wissenschaftlerin war es manchmal notwendig die Universität zu lassen.

Zwei Stunden später stand Sara am Flughafen und bestieg das Flugzeug nach Las Vegas. Die Reise konnte beginnen.


Las Vegas

Catherine wurde aus Grissom nicht mehr schlau. In den ersten Wochen nach ihrer Rückkehr hatte er sich immer mehr zurückgezogen. Dann folgte eine Phase in der er gut gelaunt und voller Elan durch das Labor lief.

Alle fragten sich wie lange das anhalten würde und wirklich, genauso plötzlich wie es angefangen hatte, hörte es auf.

Seit neuestem hatte Grissom die Sin City für sich entdeckt. Natürlich merkte man ihm im Labor nichts an, aber Brass fand seinen Mitarbeiter immer öfter in den Casinos.

So auch heute. Und diesmal war Brass an dem Punkt angekommen an dem er mit seinem Freund und Kollegen zu reden hatte. Er war immerhin der Chef eines guten Teams und aus Erfahrung wusste er, dass ein persönlicher Absturz schnell gehen würde.

So saß er an einem Morgen im Casino neben Gil Grissom und sah ihm zu wie er den zweiten Whiskey bestellte. Anscheinend genug um Brass Fragen zu beantworten.

„Ich sollte nicht trinken, Brass. Nur – an manchen Tagen kann ich einfach nicht schlafen und da hilft ein wenig Alkohol. Wenn ich die Augen schließe dann sehe ich sie. Irgendwie hatte ich mir das alles ganz anders gedacht."

„Was meinst du damit?"

„Ich habe von ihr geträumt und darauf gewartet, dass sie zu mir kommt."

„Wer, Gil ? Von wem redest du?"

„Von Sara. Sie ist nicht gekommen. Ich habe nichts von ihr gehört."

Oh, nun verstand Brass. Das war die Studentin von der Catherine gesprochen hatte. Sie war der Meinung, dass sie viel zu jung für Grissom sei.

„Ich wusste nicht, dass du noch Kontakt zu ihr hast?"

Grissom bestellte ein drittes Glas.

„Nein, wir haben nichts vereinbart, aber ich dachte … Ich habe von ihr geträumt."

Brass lächelte. Für einen Wissenschaftler wie Gil Grissom war ein Traum etwas Unwirkliches. Etwas was nicht bewiesen werden konnte. Und trotzdem - ein unerfüllter Traum war verantwortlich dafür, dass er unglücklich war.

„Gil, du weißt schon, dass ein Traum nicht wahr werden muss, oder?"

Grissom nahm einen weiteren Schluck bevor er die Frage seines Freundes beantwortete.

„Natürlich. Aber ich dachte, wenn man es sich ganz besonders wünscht …"

Grissom hörte auf zu reden. Er wusste, dass es sein Gerede eigentlich keinen Sinn machte. Der Alkohol löste nicht nur seine Zunge, er vernebelte auch seine Gedanken.

Plötzlich ging Brass Pager los. Bedauernd stand dieser auf.

„Gil, kommst du allein zurecht?"

„Natürlich."

Brass war sich da nicht so sicher als er das Casino verlies.


Sara hatte den erstbesten Hotelshuttle von Flughafen genommen und nun stand sie vor dem Sahara. Es war nicht so wichtig wo sie wohnte, es musste bezahlbar sein. Und sauber.

Obwohl das Hotel schon etwas älter war, sah es gut aus. Sara beobachtete fasziniert wie die Achterbahn anscheinend durch das Gebäude fuhr.

Hoffentlich lag ihr Zimmer nicht auf dieser Seite des Hotels.

Mit der Reisetasche in der Hand ging sie zur Rezeption und buchte ein Zimmer für eine Woche. Mehr Geld hatte sie nicht und die Zeit musste reichen um das Geheimnis der Stadt zu erkunden.

Ihr Reiseführer hatte empfohlen am Vormittag den Pool zu nutzen, da wäre es leer und noch nicht so heiß. Sie zog sich ihren Bikini an, ein T-Shirt und kurze Hosen darüber und machte sich auf den Weg. Fast konnte man meinen, dass sie eine normale Touristin war.


Grissom merkte, dass er langsam müde wurde. Mit dieser Menge kein Wunder und mit soviel Alkohol im Blut sollte er eigentlich gut schlafen.

Ohne von Sara zu träumen.

Langsam stand er auf und ging zum Ausgang des Casinos. Diese vielen Lichter und Geräusche, die die Automaten machen, gingen ihm heute besonders auf die Nerven.

Er sollte wirklich nichts mehr trinken.

Als er an den Fahrstühlen vorbei lief, öffneten sich die Türen und eine Gruppe von Menschen stürzte an ihm vorbei.

Touristen, dachte er kurz, bevor er stehenblieb.

Dann sah er Sara.