Kapitel 24
Der letzte Tag der Konferenz war schneller gekommen als gedacht. Während der kurzen Zeit hatte sich bei den beiden die alte Vertrautheit eingestellt und Grissom stand kurz davor Sara zu bitten in Las Vegas zu bleiben.
Aber er hatte Angst vor einem Nein, Angst davor, dass sie ihre Karriere an die erste Stelle setzen würde. Und er hätte ihr nicht ein Mal einen Vorwurf machen können. Genauso hatte er in all den Jahren gelebt.
Er war nicht egoistisch gewesen, nein es gab nur nie ein Grund sein Verhalten zu ändern.
Brass hatte sich ein paar Mal auf der Tagung sehen lassen und immer waren Grissom und Sara zusammen. Er begann sich umzuhorchen und erfuhr von anderen Teilnehmern, dass die beiden sich schon vorher gekannt haben müssten. Zu diesem Ergebnis war Brass auch schon gekommen. Grissoms Verhalten war ungewöhnlich was diese Frau anbelangte. Er hatte ihn noch nie so entspannt gesehen.
Das Labor hatte noch eine CSI-Stelle frei und warum sollte er diese Stelle nicht Frau Dr.Sidle geben.
Aber die Zeit drängte und so entschloss sich Brass sofort zu handeln.
Grissom hielt in 30 Minuten einen Vortrag und obwohl Miss Sidle sicher daran teilnehmen wollte, musste er versuchen sie in dieser Zeit zu sprechen.
Sara freute sich schon auf Gils nächsten Vortag, seinen letzten auf der Konferenz.
Als sie Brass auf sich zu kommen sah, dachte sie sich nichts Besonderes. Vielleicht wollte er auch zu hören. Weit gefehlt. Ehe sie es sich versah, hatte er sie in ein Gespräch verwickelt und statt im Konferenzraum saß sie in der Cafeteria.
Brass lächelte als er ihre Blicke auf die Uhr sah.
„Miss Sidle, es ist schön Sie endlich etwas kennenzulernen."
Ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr er fort.
„Normalerweise falle ich mit der Tür nicht gleich ins Haus, aber die Zeit drängt. Was halten Sie davon nach Las Vegas zu ziehen."
Sara war geschockt. Sicher sie hatte darüber nachgedacht, aber Grissom hatte sie nicht gefragt und von selbst wollte sie ihn nicht ansprechen. Und nun dieses Angebot. Hatte er etwa Brass vorgeschickt? Das wäre überhaupt nicht in ihrem Sinn.
„Mister Brass", begann Sara.
„Jim."
„Jim, ich bin überrascht. Warum spricht Grissom nicht selbst mit mir? Es ist eigentlich nicht seine Art jemanden vorzuschicken."
„Sara. Ich darf Sie doch so nennen? Grissom hat mich nicht vorgeschickt. Ehrlich gesagt, er weiß noch gar nichts von meinem Angebot. Also was meinen Sie?"
Er sah Sara erwartungsvoll an.
„Oh. Das Angebot ist sehr verlockend. Aber es gibt ein paar Fakten, die Sie nicht kennen. Deshalb hat Grissom mich auch nicht gefragt."
„Fakten? Klären Sie mich doch einfach auf."
Jim lächelte sie an und hoffte auf …
„Nein, auch wenn Ihr Lächeln sicher seine Wirkung hat. Es ist nicht meine Art über Privates zu reden."
Brass verdrehte die Augen.
Die beiden passten wirklich perfekt zusammen. Anscheinend kam er hier wirklich nicht weiter.
„Gut. Belassen wir es dabei. Sie denken trotzdem über mein Angebot nach?"
Sara nickte.
„Dann will ich Sie nicht länger aufhalten. Sie wollen doch sicher zu Gils Vortrag."
Sara stand auf und nestelte an ihrer Handtasche.
„Gehen Sie. Ich mache das schon."
„Danke."
Jim sah ihr hinterher. Sie konnte es anscheinend nicht abwarten Grissoms langweiligen Vortrag zu hören.
„Wissenschaftler."
Er lies sich eine weitere Tasse Kaffee einschenken und überlegte was er nun machen sollte.
Was für ein Problem konnte es geben, dass Sara davon abhielt in Vegas zu arbeiten?
Wen konnte er fragen?
Plötzlich fiel ihm Catherine ein. Sie schien Sara schon länger zu kennen.
Vielleicht bekam er aus ihr mehr heraus?
Bei ihr würde sein Charme wirken plus sie redete gern.
Sara versuchte sich unauffällig in den Saal zu schleichen. Kein Chance. Grissom hatte die Tür im Blick und nur darauf gewartet, dass sie endlich kam. Als er sie sah, lächelte er einen kurzen Moment. Gut, nun konnte er sich voll auf seinen Vortrag konzentrieren.
Brass war zurück ins Labor gefahren und hatte sich auf die Suche nach Catherine gemacht. Er fand sie mit Nick und Warrick im Breakroom.
„Cath, kann ich dich sprechen?"
„Klar."
Sie griff nach ihrer Tasse und folgte ihm ins Büro.
„Was gibt es denn Jim ? Probleme mit einem Fall. Morgen ist Gil wieder hier. Dann wird es besser."
Das war genau der Einstieg den er gebraucht hatte.
„Ja, wir könnten wirklich Verstärkung gebrauchen. Und deshalb habe ich Sara Sidle eine Stelle angeboten."
„Was?"
Catherine war überhaupt nicht begeistert, dachte Jim.
„Ja. Warum auch nicht? Sie ist eine Kapazität und gut im Job."
„Sie ist nicht gut genug für Gil."
Der Satz kam so schnell und spontan, dass Brass nicht wusste, ob er richtig gehört hatte.
„Was meinst du damit?"
Catherine senkte den Blick. Mist, warum redete sie immer bevor sie nach dachte.
„Cath. Was weiß du was ich nicht weiß?"
TBC
