THE NEXT BEST THING
Disclaimer: Die Charaktere und das Harry Potter-Universum gehören mir nicht. Ich beabsichtige nicht das Copyright zu verletzen und mache hiermit kein Geld.
So, das war eine lange Pause. Naja, da ich nun meine nächste Übersetzung hier poste, habe ich gedacht, dass ich dieser hier trotz der fehlenden Reviews beim letzten Kapitel noch mal eine Chance geben sollte.
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Harry
grinste Ron an, der eine halbe Maß hinunterstürzte, als wäre er am
Verdursten.
„Schlimmer Tag?"
Ron wischte sich mit einem
Ärmel über den Mund.
„So ungefähr. Nenn es geistige
Stärkung."
„Für was?"
Ron zuckte mit den Schultern und
nahm noch einen großen Schluck vom Bier.
„Gibt's
bei dir irgendetwas Neues? Ich hab dich in letzter Zeit nicht oft
gesehen."
„Nein, nicht wirklich", antwortete Harry, während
er sein eigenes Bier anstarrte.
„Ich habe gehört, dass du dich
mit jemanden triffst", sagte Ron, wobei er etwas zögerlich
klang.
Harry sah ihn überrascht an: „Hast du?"
Ron
seufzte und es sah so aus, als würde er sich nicht gerade wohl in
seiner Haut fühlen.
„Ich denke, ich verstehe warum du es mir
nicht erzählen wolltest. Ich meine, es ist nicht so, als hätte ich
es nicht gewusst, aber wir haben nie darüber gesprochen und - -"
„Du weißt was?", unterbrach ihn Harry, dem das Herz bis zum
Hals schlug.
Ron hielt seinen Blick fest auf sein halbvolles Glas
gerichtet.
„Du weißt schon. Dass du . . . Männer magst."
„Ich
bin nicht schwul!", erwiderte Harry etwas lauter, als er vorgehabt
hatte.
Einige Köpfe in der Nähe drehten sich zu ihnen und Harry
wimmerte.
Warum
waren sie heute nicht in eine Muggelbar gegangen?
Die meisten der
Leute hier wussten wer er war.
Ron zog seine Stirn kraus.
„Aber
. . . gehst du nicht mit Malfoy aus?"
„Leise, okay?",
zischte Harry und sah sich um. „Ich will nicht, dass das morgen im
Tagespropheten steht."
„Aber ist es wahr?", fragte Ron,
während er dem Barkeeper ein Zeichen für eine weitere Rund Bier
gab. „Ich habe gestern mit Seamus gesprochen und der trifft sich
mit Susan Bones, die mit Pansy Parkinson arbeitet und sie sagt, dass
du in letzter Zeit oft bei ihnen bist."
„Nur zweimal", sagte
Harry, als er endlich auf Ron einging.
Als er Rons hochgezogene
Augenbraue sah, fügte er hinzu: „Und es ist nicht Malfoy an dem
ich interessiert bin. Es ist Pansy."
Ron
schwieg und leerte sein Glas.
Er zahlte dem Barkeeper die nächste
Runde.
„Also . . . du bist an Pansy interessiert, aber du gehst
mit Malfoy aus?"
„Ja, genau."
Ron blinzelte. „Das ist
ziemlich abgedreht, Kumpel."
„Es ist eine lange Geschichte";
murmelte Harry.
Er leerte den Rest seines ersten Glases und ließ
das leere Glas über die Bar gleiten.
„Denkt nun jeder, dass ich
schwul bin?"
„Nun, wahrscheinlich jeder, der mit Susan
arbeitet", antwortete Ron. „Du weißt wie diese Abteilung ist.
Und Seamus - - nun, ich sag' nur, dass er nicht überrascht klang.
Und um ehrlich zu sein, Kumpel, ich selbst habe mir darüber auch
schon Gedanken gemacht."
Harry war froh, dass die Bar nur
schwach beleuchtet war, weil er wusste, dass er rot geworden war: „Du
. . . du denkst, dass ich schwul bin?"
Ron sah unangenehm
berührt aus.
„Nun, du weißt schon. Du hattest keine Freundin
länger als ein paar Wochen."
„Ich bin mit deiner Schwester
ausgegangen, Ron!"
„Vor fast 15 Jahren - - und daraus ist ja
nicht wirklich was geworden, oder? Seitdem hast du dich nicht mehr
wirklich verabredet."
„Ich
war etwas beschäftigt, falls du dich erinnern kannst", erwiderte
Harry. „Du weißt schon, die Welt retten und all das?"
Ron sah
etwas gequält aus.
Er trank von seinem Bier und es machte den
Anschein, als müsste er sich zwingen Harry in die Augen zu
sehen.
„Und ich war die ganze Zeit an deiner Seite. Und trotzdem
habe ich weitergelebt."
„Du hast keine Freundin."
„Nein,
aber ich hatte eine Reihe von beschissenen Beziehungen mit
egozentrischen Frauen, wobei ich bei jeder geglaubt habe, total in
sie verliebt zu sein. Es stellte sich heraus, dass alle psychisch
gestörte Schlampen waren, aber ich habe es versucht."
„Was
ist mit Hermine?", fragte Harry. „Sicherlich wirfst du sie nicht
über einen Haufen mit -"
„Du weißt, was ich für sie gefühlt
habe", schnappte Ron, „und wie sehr ich bereue, was passiert ist.
Aber hier geht es nicht um mich. Es geht um dich und die Tatsache,
dass du noch nie eine ernsthafte Beziehung hattest."
Harry
schürzte seine Lippen.
Seit Jahren redete er sich selbst ein,
dass er nur noch nicht die richtige Frau gefunden hat und dass das
das Problem war.
Oder, dass er sehr wählerisch war und das jemand
Besonderes auftauchen musste, der seinen hohen Ansprüchen genügen
würde.
Was, wenn das überhaupt nicht das Problem war?
Was,
wenn er bisher keine Frau gefunden hatte, die er wirklich liebte,
weil er tatsächlich keine Frauen mochte?
Er stieß den Gedanken
beiseite.
Er mochte immerhin Pansy.
Zumindest glaubte er, dass
er das tun würde, sobald er sie richtig kennen lernen würde.
Sie
könnte die Frau sein auf die er gewartet hatte.
Und
wenn alle dachten, dass er schwul wäre, wäre dies vielleicht von
Vorteil für ihn.
Je mehr Leute dachten, dass er schwul wäre,
desto mehr wäre auch Pansy davon überzeugt - - und umso mehr würde
sie ihn wollen.
Harry sah Ron wieder an.
„Ich arbeite daran,
okay? Tu mir in der Zwischenzeit einen Gefallen – wenn dich
irgendwer wegen diesem Schwulen-Klatsch fragt, widerleg es
nicht."
„Es nicht widerlegen?", wiederholte Ron ungläubig.
„Harry weißt du wirklich was du da tust?"
Harry
lächelte und hob sein Glas, um mit Ron
anzustoßen.
„Absolut!"
Malfoy
klopfte genau um 20 Uhr an Harrys Wohnungstür.
Harry runzelte die
Stirn, als er zur Tür lief, wobei er sich noch ein T-Shirt
anzog.
Aus irgendeinem Grund hatte er erwartet, dass Malfoy zu
spät kommen würde.
Sie apparierten zu einem öffentlichen
Apparierpunkt in der Gerrardstraße und liefen zu Ling, einem
Restaurant, das einem alten chinesischen Zauberer mit langem Bart und
nur einem Auge gehörte.
Lings Frau wies ihnen einen Platz zu.
Sie
humpelte und drehte sich immer wieder zu ihnen um, um sie finster
anzusehen.
Sie liefen an großen Aquarien vorbei, in denen
Kreaturen schwammen, die Harry noch nie vorher gesehen hatte, und sie
mussten durch den Kiefer eines riesigen Drachenkopfs steigen, um in
den Speisesaal zu gelangen.
Mr
Ling kam persönlich um ihre Bestellung aufzunehmen, wobei seine
Augen die ganze Zeit Harrys Narbe fixierten.
Malfoy bestellte für
sie, da Harry vorher noch nie hier gewesen war.
Ling grunzte
missbilligend und ging, als Mrs Ling mit einer Kanne dampfenden Tee,
zwei Tassen und einigen Bierflaschen zurückkam.
Sie murmelte
etwas auf Chinesisch, als sie kopfschüttelnd wegging.
„Sie ist
etwas verschroben, aber das Essen ist gut", sagte Malfoy, sobald
sie außer Hörweite war.
„Ich habe das Gefühl, sie billigt es
nicht", meinte Harry, während er sich selbst eine Tasse Tee
einschenkte.
„Was?", fragte Malfoy. „Uns? Da gibt es bisher
noch nichts, was nicht zu billigen wäre."
Er zwinkerte Harry
zu, als er sich auch Tee einschenkte.
Harry
widerstand dem Drang sich auf dem Stuhl zu winden und versuchte
stattdessen das Thema zu wechseln.
„Du arbeitest also für eine
private Stiftung?"
Malfoy nickte. „Es ist ein guter Job für
mich. Ich habe die Beziehungen und die sozialen Fähigkeiten dafür -
- das ist zumindest das, was ich ihnen erzählt habe, als sie mich
angestellt haben."
„Und ich nehme an, dass sie keine Fragen
gestellt haben?"
Malfoy schürzte seine Lippen. „Obwohl ich
mich während des Krieges ganz zurückgezogen hatte, machte mir mein
Familienname immer noch Schwierigkeiten. Im Gegensatz zum Ministerium
kümmert es die Stiftung nicht."
Harry fragte sich, ob Malfoy
wusste, dass sich Harry voll und ganz bewusst war, was er wirklich
während des Krieges getan hatte. Aber er dachte es wäre besser
nichts zu sagen.
Er trank stattdessen einen Schluck von seinem
Tee.
„Was
ist mit dir?", fragte Malfoy.
„Ich arbeite für das
Ministerium in der Steuerabteilung."
Malfoys Augen weiteten
sich: „Du bist Steuereinnehmer?"
„Oh nein", erwiderte
Harry grinsend. „Ich forsche bei zweifelhaften Firmen nach. In
letzter Zeit waren es hauptsächlich Banken. Also, keine Sorge, dass
ich wütend werde und dich prüfe oder so was."
„Richtig",
meinte Malfoy und lehnte sich in seinem Stuhl zurück.
„Aber
ich kann mir vorstellen, dass du weißt, mit wem du darüber sprechen
sollst."
Harry zuckte mit den Schultern und bevor sie das
Gespräch weiterführen konnten, bekamen sie ihr Essen.
Mrs
Ling dirigierte die dampfenden Teller mit einem Schwung ihres
Zauberstabs zu ihrem Tisch.
Dann überprüfte sie den Inhalt der
Teekanne, bevor sie sie mit ihrem Zauberstab antippte und erneut
füllte.
Harry lächelte sie an, aber sie warf ihm nur einen
finsteren Blick zu und humpelte davon.
„Freundlich", meinte
Harry.
„Und noch viel freundlicher, wenn man nicht viel
Trinkgeld gibt", sagte Malfoy, der gerade Reis auf seinen Teller
löffelte.
Das
Gespräch während des Essens drehte sich um Quidditch, einem Thema
bei dem Harry sich endlich entspannen konnte.
Er war überrascht,
dass Malfoy alle Spiele der großen Mannschaften verfolgte und nicht
nur genau so viele Bagatellen wie er kannte, sondern fast
enthusiastischer bei diesem Thema war als Harry.
Harry hatte
gedacht, dass ein schwuler Mann nicht an Sport interessiert wäre und
schimpfte sich selbst, weil er an den typischen Stereotypen gedacht
hatte.
Nach
den sechs Gängen und einigen Runden Tsing Tao verließen sie das
Restaurant und traten auf die belebte Straße, wo sie einige Muggel
erschreckten, die das Restaurant nicht sehen konnten.
„Oops",
murmelte Malfoy und zog dann an Harrys Arm, um ihn aus dem Weg zu
ziehen, weil gerade eine Gruppe Teenager vorbeilief.
„Das kann
man wirklich leicht vergessen."
Sie kämpften sich ihren Weg
durch die Menge Richtung Charing Cross Road, wo – laut Malfoy –
ein toller Club war, den er ausprobieren wollte.
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Also, dass war's für heute. Ich hoffe, dass es euch gefallen hat. Und dass nächste Mal treiben sich unsere zwei Süßen in dem Club herum… was da wohl so alles passiert?
Bis zum nächsten Kapitel!
