THE NEXT BEST THING

Disclaimer: Die Charaktere und das Harry Potter-Universum gehören mir nicht. Ich beabsichtige nicht das Copyright zu verletzen und mache hiermit kein Geld.

Danke an Maegwin für den Kommentar! Ich hoffe, dass das Kapitel schon deinen Erwartungen entspricht. *grins*

Harry hielt inne - - er musste sich selbst daran erinnern, dass er hier war, um Malfoy zu überzeugen ihm zu glauben, nicht um einen Streit zu gewinnen.
Er atmete einmal tief ein, um sich zu beruhigen, bevor er wieder sprach.

„Ich habe keine Ahnung was dir heute passiert ist", begann er, „also versuche nicht mir dafür die Schuld zu zuschieben. Alles was ich weiß ist, dass ich seit einem Jahr an einem Fall arbeite, bei dem eine Bank Geld für ehemalige Todesser wäscht. Ich habe erst heute erfahren, dass die Stiftung, für die du arbeitest, verdächtigt wird daran beteiligt zu sein. Und als meine Chefin herausgefunden hat, dass wir uns treffen, hat sie mich beschuldigt den ganzen Fall zu versauen und mich dann davon abgezogen."

Er wartete auf eine Antwort, aber Malfoys Gesichtsausdruck blieb ungerührt, so als hätte er ihm kein Wort geglaubt.
Harry biss frustriert die Zähne zusammen.

„Komm schon, Draco. Ich kann nichts dafür, dass du gefeuert wurdest! Ich bin heute Abend hergekommen um nach dir zu sehen, weil du alle meine verfluchten Eulen zurückgeschickt hast. Pansy war high und wusste nicht was sie tat, als sie sich an mich ranmachte. Und das ist alles. Es ist nichts passiert."

„Bist du fertig?", fragte Malfoy ohne den Sarkasmus in seiner Stimme zu dämpfen.

„Ja", antwortete Harry.

Er war unsicher, was er sonst darauf sagen sollte.

„Gut, denn nun bist du an der Reihe zu zuhören", fing Malfoy an.

„Ich wurde heute gefeuert, weil irgendjemand von Randkings eine private Eule an den Direktor der Stiftung geschickt hatte und ihm berichtet hatte, dass das Ministerium Untersuchungen anstellt. Und obendrein hat er irgendwie erfahren, dass ich dich treffe und er hat mich deshalb vor allen Kollegen beschuldigt mit dir zusammenzuarbeiten und für die Regierung zu spionieren. Und als ich ihm erzählt habe, dass das alles nur ein Zufall sei, sagte eine andere Person, dass er gehört hat, wie du jemanden in einem Pub erzählt hast, dass du überhaupt nicht an mir interessiert bist. Du sagtest, dass du eigentlich an Pansy Interesse hättest und mich nur benutzen würdest, um sie und die Stiftung gleichzeitig zu kriegen."

„Das ist nicht…", fing Harry an, aber hielt dann inne.

Er wollte nicht länger lügen.
Es würde dem Ganzen an diesem Punkt nicht helfen.
Er seufzte und ließ seinen Zauberstab etwas sinken.

„Ich wusste nichts über die Verbindung zu Randkings, aber ich gebe zu, dass es anfangs um Pansy ging. Ich hatte gehört, dass du ein Playboy bist und dass sie sich an deine Ex-Lover ranmacht. Also dachte ich, ich versuch es."

„Sieht so aus, als hättest du bekommen, was du wolltest", grollte Malfoy.

„Aber ich habe meine Meinung geändert", sagte Harry.

Langsam hörte er sich etwas verzweifelt an, aber es kümmerte ihn nicht.

„Ich habe dich kennen gelernt und… ich dachte vorher immer, dass ich hetero bin, aber nun weiß ich, dass ich es nicht bin. Seit mehr als einer Woche geht es nicht mehr um Pansy. Es geht um dich und mich."

Malfoy verdrehte die Augen. „Das ist lächerlich, Potter. Erwartest du wirklich, dass ich das glaube? Ich bin nicht blöd, weißt du."

„Ich habe nicht - -", setzte Harry an, aber Malfoy schnitt ihm mit einem boshaften Blick das Wort ab.

„Ich habe alles verloren, Potter. Ohne diesen Job habe ich nichts. Niemand sonst wird mich einstellen. Niemand sonst wir über meinen verfluchten Namen hinwegsehen. Ich werde diese Wohnung und alles in ihr verlieren und es ist deine Schuld!"

Er schubste Harry weg und stolzierte zu seinem Zimmer ohne ihm wenigstens einmal einen bösen Blick über die Schulter zu zuwerfen.

„Also bleib und fick Pansy oder geh. Es kümmert mich nicht. Aber lass mich gefälligst einfach in Ruhe."

Er schmiss die Tür hinter sich zu und Harry fühlte ein Zwicken in seiner Brust.
Er ging zu Malfoys Tür und presste seine Stirn dagegen, wobei er gleichzeitig seine Augen zupresste.
Er bedeutete Malfoy etwas.
Es musste so sein – warum hätte er sonst das Zimmer verlassen ohne ihn zu verhexen oder ihn zu schlagen?
Das hätte er vor Jahren getan, als sie sich verachtet hatten.
Vielleicht hieß es aber auch nur, dass sie beide erwachsen geworden waren.

Harry schluckte seinen Frust hinunter.
Wenn er jetzt weggehen würde, wäre alles vorbei und er würde Malfoy wahrscheinlich nie wieder sehen.
Das war die einzige Chance, die er hatte, um es zum Laufen zu bringen.
Und er realisierte, dass es genau das war, was er wollte.
Er wollte es sogar versuchen, obwohl es sich von allem, was er bisher je getan hatte, unterschied und auch obwohl er wusste, dass es schwierig werden würde.
Er konnte nicht einfach gehen.

Er holte tief Luft und drückte die Tür auf.
Im Zimmer war es dunkel und leise und für einen Augenblick fragte er sich, ob Malfoy disappariert war.
Er trat durch die Tür uns schloss sie hinter sich.

„Draco?"

Er hatte das Wort kaum herausgebracht, als er schon von Malfoys Händen, die sich um seinen Hals gelegt hatten, gegen die Tür geworfen wurde.

„Sieht so aus, als wäre ich nicht der Einzige, der nicht zuhören kann", zischte Malfoy.

Der Raum füllte sich mit einem schwachen Licht und ließ so Malfoys Konturen in einem scharfen Relief erscheinen.
Er wirkte beinahe unheilvoll.
Harry hatte immer noch seinen Zauberstab in der Hand und das war ein Beweis dafür wie wütend Malfoy war, weil er es nicht bemerkt hatte.

Harry konzentrierte sich und mit einem Gedanken und einem Wedeln, waren ihre Positionen vertauscht und Malfoy war von Ranken aus rotem Licht an den Hand- und Fußgelenken an die Tür gefesselt.

Er starrte Harry mit offenem Mund an.
Er war zu überrascht um wütend zu sein.
Harry drehte den Zauberstab zwischen seinen Fingern und legte ihn dann auf das Nachtkästchen – weit außer Reichweite.
Er holte tief Luft und atmete langsam aus; unsicher was er als nächstes tun sollte.
Er war zu weit gegangen um nun umzukehren.

„Du hast mich deine Frage nicht beantworten lassen", sagte er.

Malfoy antwortete nicht, sondern sah ihn nur finster an.

„Ich sehe, dass du mir zuhören wirst", fuhr Harry fort. „Gut. Du hast gefragt, warum du mir glauben solltest. Ich kann nicht sagen, dass ich dir dass übel nehme, nach dem, was du gesehen hast, als du rein gekommen bist. Aber es wäre nichts passiert, auch wenn du nicht gekommen wärst. Ob du das glaubst oder nicht ist unwichtig."

Malfoy gab ein Schnauben von sich und ließ seinen Kopf gegen die Tür fallen.
Harry trat weiter vor, nahe genug, um Malfoy zu berühren, obwohl er es noch nicht tat.

„Ja, ich habe auf der Party mit dir geflirtet um ihre Aufmerksamkeit zu kriegen, und ja, ich bin mit dir nach Schottland gegangen, weil ich sie wieder sehen wollte. Aber dann hast du mich geküsst."

Harry machte eine Pause und lehnte sich vor – nah genug, um Malfoys Duft einzuatmen, den er mittlerweile schon mit Malfoy assoziierte.
Er war holzig und komplex.
Harry platzierte seine Hände neben Malfoys Körper und seufzte.

„Danach war ich neugierig. Also bin ich immer gekommen, wenn du mich eingeladen hast. Ich habe mir selbst und meinen Freunden vorgemacht, dass ich das tat, um an Pansy ranzukommen. Aber das ist nicht wahr."

Er rieb seine Nasenspitze an Malfoys Hals und – unfähig sich selbst abzuhalten – platzierte einen leichten Kuss unter seinen Kiefer.

„Es ging um dich. Ich habe von dir geträumt. Ich habe sogar an dich gedacht, wenn ich mir einen runtergeholt habe."

Bei diesen Worten schien Malfoy das Atmen aufgehört zu haben.
Er sagte immer noch nichts, aber seine Gliedmaßen entspannten sich in der magischen Umklammerung.

„Es ist mir egal, ob du mir glaubst oder nicht", fuhr Harry fort, wobei er nur noch wisperte.
„Denn als du mich in diesem Club berührt hast, war es nicht mehr möglich umzudrehen.
Letzte Nacht hast du mich Dinge fühlen lassen, dich ich nie zuvor gefühlt habe. Und dann hast du nicht mal zugelassen, dass ich dich auch berühre."

Harry ließ eine Hand an Malfoys Seite hinunter gleiten und genoss das Gefühl der Hitze, die durch den Stoff sickerte.

„Aber ich wollte dich berühren, obwohl ich noch nie wirklich einen anderen Mann berührt habe. Ich habe noch nie jemandem einen geblasen. Ich wurde noch nie gefickt. Willst du wirklich, dass ich das alles mit jemand anderem mache?"

Er legte eine Hand auf Malfoys Wange und drückte ihn nach unten. Er sah ihm in die Augen.

„Wenn ich nur Pansy vögeln wollte und wollen würde, dass du gefeuert wirst, wäre ich dann jetzt in deinem Zimmer?"

Malfoy beantwortete sie Frage nicht. Stattdessen schloss er seine Augen.
Nach einigen Sekunden öffnete er sie wieder und blinzelte Harry an.

„Küsst du mich jetzt, oder was?"

Harry zog eine Augenbraue hoch.

„Bittest du mich gerade dich zu küssen?"

„Nein", wisperte Malfoy mit herausforderndem Blick.

Harry erwog auf eine wirkliche Bitte zu warten, aber er war sich nicht sicher, ob das passieren würde, also küsste er Malfoy.
Der Kuss war weich und etwas feucht, und fast schmerzhaft langsam.
Aber Harry genoss es, weil Malfoy zurückküsste – trotz seines augenscheinlichen Widerstrebens.
Tatsächlich war er bemerkenswert kooperativ für jemanden in seiner Situation.

Ein Bild von Malfoy, wie er gegen eine Tür gepresst wurde, kam ihm in den Sinn und ein Rausch von Begierde ließ ihn beinahe stöhnen.
Er zog sich zurück, um zu Atem zu kommen und ließ seine Stirn auf Malfoys Schulter fallen.

„Oh Potter, Zunge? Wie sensationell!"

„In den letzten Wochen hatte es den Anschein, dass du es sehr genossen hast", meinte Harry, wobei er ihn ansah.

„Das war als ich vorsichtig einen heterosexuellen Mann verführt habe", erwiderte Malfoy.

„Ich hab mir Zeit gelassen."

Harrys Augen verengten sich.

„Du wusstest, dass ich hetero war?"

„Natürlich. Es war furchtbar offensichtlich. Pansy und ich haben sogar eine Wette darüber abgeschlossen."

Harry schnaubte: „Eine Wette?"

„Ja", antwortete Malfoy mit einem selbstgefälligen Grinsen. „Sie hat die Wohnungsmiete darauf gesetzt, dass ich dich nicht innerhalb eines Monats ins Bett kriege. Fühlst du dich jetzt furchtbar jämmerlich und benutzt?"

Oh nein, was hat Malfoy da bloß gemacht? Wie wird Harry reagieren?

Also bis zum nächsten Mal!!!