Date: 2. Dezember

Author: Vivianne

Category: Shortstory

Characters/Pairing: Albus Serverus Potter, Draco Malfoy, Ginny Potter, Harry Potter, James Potter, Lily Potter, Scorpius Malfoy

Genre: Romance

Rating: PG13

Disclaimer: Nur die Idee ist von mir, die Charaktere habe ich mir von JKR ausgeliehen und werde sie auch nach Gebrauch wieder zurück geben.

(A/N): Ein Weihnachtsfest bei den Potters, mit einem ungeduldigen Albus und einem ausgefuchsten Harry

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Pottersche Weihnachten

Das Knacken der Holzscheite im Kamin wurde kaum wahrgenommen, viel zu vertieft waren die Anwesenden in ihre Gespräche. Ginny unterhielt sich angeregt mit Draco, Harry und Lily hörten gespannt den Geschichten von James zu und Albus stand am Fenster und beobachtete das Schneetreiben.

„Er wird schon bald da sein", vernahm Albus die Stimme seines Vaters und seufzte lautlos.

Er wusste doch selbst nicht, warum er nervös war. Bisher hatte Albus sich doch auch noch nie Sorgen gemacht, wenn Scorpius zu spät zu ihren Treffen kam, zumal dieser erst ein einer halben Stunde eintreffen sollte. Bisher war er meist auch mit seinem Vater gereist, doch seit der Scheidung von Noёlle vor einem knappen Jahr, besuchte Scorpius seine Mutter nur noch allein, wo er heute auch zum Mittagessen eingeladen gewesen war. Wie Scorpius diese Familienzusammenkünfte bei seiner Mutter und deren Eltern hasste, wusste Albus nur zu genau, hatte sich sein Freund doch die letzten Wochen in Hogwarts über nichts anderes mehr beklagt.

Hogwarts. Albus musste schmunzeln, als er an seinen ersten Abend vor mehr als sieben Jahren in den altehrwürdigen Gemäuern des Schlosses zurück dachte. Hatte er doch riesige Angst gehabt, dass der Hut ihn nach Slytherin schicken würde und dann, ja dann entschied sich eben jener Hut dafür, dass er nach Ravenclaw gehen sollte. James Gesicht sah er noch jetzt förmlich vor sich. Unglaube, purer Unglaube stand darin geschrieben. In Ravenclaw lernte er auch seinen besten Freund kennen. Wenn er sich recht erinnerte, so war auch Scorpius über die Wahl des Hutes recht erstaunt, war er doch davon ausgegangen als ein Malfoy vom Hut nach Slytherin geschickt zu werden. Doch ebene jener hatte ja schon immer seinen eigenen Kopf gehabt.

Abrupt wurde Albus aus seinen Gedanken gerissen, als er die Türglocke vernahm. Eilig verließ er das Wohnzimmer und öffnete die Eingangstür, um einen vom Schneesturm schon halb eingewehten Scorpius einzulassen. Wortlos nahm er seinem Freund den Mantel ab und ließ ihn mit einem Zauber trocknen. Schweigend begaben sich beide in Richtung Wohnzimmer.

Die Nervosität war von Albus abgefallen, dafür breitete sich in seinem Innersten ein wohliges Krabbeln aus. Vorsichtig ging Albus neben Scorpius her, darauf bedacht ihn nicht zu berühren. Doch jäh wurde er aufgehalten, als wäre er gegen eine unsichtbare Wand gelaufen. Als er zu seinem Freund schaute, sah er, dass auch dieser sich nicht mehr bewegen konnte. Jedoch nahm er umso mehr den betörenden Geruch des Moschus wahr, der von Scorpius aus ging. Fast wie von allein bewegte sich Albus Hand auf das Gesicht von Scorpius zu strich im zaghaft über die hohen Wangenknochen. Wie einen Blitzschlag durchfuhr es ihn, als er die Hand seines Freundes auf seiner Hüfte fühlte. Beide bemerkten nicht, dass die Stimmen im Wohnzimmer verstummt waren und alle wie gebannt auf die beiden Jugendlichen schauten, die in der Tür standen und über der ein Mistelzweig hing. So entging ihnen auch das schalkhafte Lächeln Harry Potters. Viel zu sehr waren sie von ihren eigenen Gefühlen überwältigt, die auf sie einströmten. Nur noch ihr Gegenüber schien zu existieren. Zögernd aber unaufhaltsam kamen sich ihre Gesichter immer näher und flüchtig berührten sich ihre Lippen, nur um sich sofort in die Augen zu sehen, um einen etwaigen Einwand zu erkennen. Doch konnten sie nur Neugierde und Zufriedenheit sehen. So zog Albus das Gesicht Scorpius näher zu seinem und küsste ihn erneut, nicht mehr so verzagt wie die erste Berührung. Intensiver wurde das Krabbeln in seinem Magen als Scorpius ihn auch näher zu sich zog. Eng umschlungen standen sie nun in der Tür und konnten nicht voneinander lassen.

Jäh wurden sie in die Gegenwart zurück geholt als James anfing Beifall zu klatschen. Lily versuchte seine Hände festzuhalten, doch ihr Bruder entwich ihr immer wieder.

Albus stand mit rot angelaufenem Gesicht nun im Wohnzimmer, noch immer die Hand auf Scorpius Schulter ruhend. Doch als er sah, dass ihn seine Eltern lächelten und Scorpius seine Hand suchte und drückte, fing er sich wieder etwas.

Sanft stützte sich Ginny auf Dracos Arm ab, als sie aufstand und den beiden jungen Männern entgegen trat.

„Willkommen Scorpius und Frohe Weihnachten", sagte sie und Scorpius musste wohl oder übel Albus loslassen. „Ich glaube für dich liegt noch etwas unter dem Baum."

Verwirrt sah Scorpius zu Albus, der nur hilflos mit den Schultern zuckte, und zu seinem Vater sah. Doch dieser lächelte ihn nur seltsam an.

Harry begab sich währenddessen in die Küche. Er war gerade dabei Butterbier aus dem Vorratsschrank zu holen, als er Hände auf seinen Hüften spürte.

„Was hast du mit dem Mistelzweig gemacht?", wurde er von einer dunklen Stimme gefragt. Genüsslich lehnte er sich gegen die Person hinter sich.

„Nur ein wenig verzaubert."

Er konnte den fragenden Blick förmlich spüren.

„Naja, die, die ineinander verliebt sind, nehmen nur noch sich selbst und den Gegenüber wahr. Alles andere", fuhr Harry fort, „verblasst sozusagen ein wenig. Und die Hemmschwelle sinkt etwas."

„Du bist unverbesserlich."

„Als wenn du das noch länger ertragen hättest. Schon den halben Sommer haben die beiden sich im Kreis gedreht", sprach Harry weiter und drehte sich um. „Was hättest du gedacht, wie das heute wieder gewesen wäre? Den ganzen Abend verstohlene Blicke. Al, der sich kaum traut ein Wort zu sagen und Scorpius, der sich dadurch ausgeschlossen vorkommt. Nee danke, ich wollte heute einen netten Abend verbringen."

Grade hob Harry seine rechte Hand um eine Strähne aus dem Gesicht seines Gegenübers zu streichen, als die Tür aufging und er sich hastig aus der Umarmung löste.

„Was braucht ihr beiden denn so lange?", fragte Ginny, die in der Küchentür stand.

„Harry konnte sich nicht entscheiden, welche Sorte Butterbier er holen soll", log Draco ohne rot zu werden und schritt an Ginny vorbei zurück ins Wohnzimmer.

Fragend sah Ginny ihren Mann an und schüttelte lächelnd den Kopf.

„Bringst du auch noch den Glühwein mit?", fragte sie beim Verlassen der Küche.

So saß Familie Potter nebst mittlerweile adoptierter Familie Malfoy bis in den späten Abend hinein am Tisch und unterhielt sich beim Fondueessen. James hatte sich derweil verabschiedet und würde wohl auch nicht vor dem Morgengrauen wieder zu Hause sein. Trotz ihres Protestes wurde Lily gegen Mitternacht zu Bett geschickt. Viel eher hatten sich Albus und Scorpius davon geschlichen. Schmunzelnd legte Harry einen Silencio über das Zimmer seines Sohnes, als er nochmals nach dem Rechten sah.

Langsam ging Harry die Treppe hinunter und blieb erstaunt stehen. Ginny und Draco standen in der Tür zum Wohnzimmer unter dem Mistelzweig und schienen die Welt um sich herum vergessen zu haben. Behutsam strich Draco Ginny eine Strähne aus dem Gesicht und näherte sich mit seinem Gesicht dem ihrem. Harry bemerkte, wie sie sich auf die Zehnspitzen stellte, um Draco entgegen zu kommen bevor sich ihre Lippen zu einem Kuss trafen. Lächelnd schritt Harry auf seine Liebsten zu, die sich immer leidenschaftlicher küssten.

"Ich hoffe, ich störe nicht", machte sich Harry bemerkbar als er mit jeweils einer Hand liebevoll über den Rücken von Ginny und Draco strich.

Wie in Trance lösten sich beide aus dem Kuss und sahen Harry tief in die Augen. Ginny senkte verlegen den Blick als sie eine Hand an ihrem Kinn spürte.

"Liebste", hauchte Harry an ihre Lippen. "Was ist? Du liebst doch uns beide."