Date: 4. Dezember

Author: Sarista

Category: Shortstory

Characters/Pairing: Lucius Malfoy

Genre: General

Rating: G

Disclaimer: Die Hintergründe, Charaktere und Inspiration lieferte JKRowling, außer der Idee an sich gehört mir nichts und ich will hiermit kein Geld verdienen.

(A/N): Ich wünsche allen Lesern fröhliche Weihnachten und immer schön dran denken: Lasst köchelnde Zaubertränke nie aus den Augen! ; )

Sarista

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Oh du entspannte Weihnachtszeit!

Lieber Vater,

ich bin wirklich enttäuscht von dir! Ich habe heute von Severus erfahren, dass du seine Einladung ausgeschlagen hast. Da bekommst du die Chance mit deinem besten Freund und deinem Sohn Weihnachten zu verbringen und du lehnst ab? Nicht nur, dass Mutter dieses Jahr Weihnachten in Frankreich verbringt und ich das Fest mit all den Idioten hier in Hogwarts verbringen muss. Nein, damit nicht genug, mein Vater weigert sich auch noch mir wenigstens Gesellschaft zu leisten!

Ich hoffe du bist zufrieden mit deinem einsamen Weihnachtsfest!

Dein dich ehrender Sohn

Draco

Lieber Draco,

Severus sollte dir davon eigentlich gar nicht berichten, aber wenn du es schon erfahren hast, kann ich auch meine Gründe erläutern – nicht dass du irgendein Anrecht darauf hättest sie zu verlangen, aber vielleicht beruhigst du dich damit wieder ein wenig. Ich werde meinen wohl überlegten Plan für Weihnachten – voller wichtiger und unaufschiebbarer Termine – nicht abwandeln um das Fest mit einem Haufen verrückter Schüler und ihrem durchgeknallten Direktor zu verbringen. Natürlich wäre es angenehm das Fest mit dir und Severus zu verbringen, aber meine Geschäfte gehen vor. Ich bin überzeugt, dass du auch alleine ein vortreffliches Fest verbringen kannst und wünsche dir dabei alles erdenkliche Vergnügen.

Dein wohlwollender Vater

Lucius

Severus, es war ja wirklich ein netter Versuch mich mit Draco zu erpressen, aber er hat leider nicht funktioniert! Ich schicke meine Frau doch nicht extra zu ihren Verwandten nach Frankreich um dann Weihnachten mit dem verrückten alten Dumbledore und seinen Muggelliebhabern zu verbringen. Viel Spaß mit all den Gryffindors und ein vergnügliches Fest wünsch ich dir,

Lucius

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„Jetzt noch ein wenig Krötengebein und dreimal umrühren – 1- 2- 3 – dann das Nashornmehl rein, die Temperatur senken und sofort das Menschenhaar dazugeben – Menschenhaar?"

Lucius starrte das Buch an. Sollte er sich wirklich ein Haar dafür ausreißen oder gar gleich mehrere? Nein, er würde lieber schnell welche aus seiner vergoldeten Bürste holen. Gut, dass er sie heute Morgen nicht gesäubert hatte.

Fünf Minuten später kam er fröhlich pfeifend mit ein paar Haaren zurück. Er las die Passage im Buch noch einmal nach. Da stand etwas von ‚Sofort dazugeben', aber das war bestimmt nicht so wichtig. Die paar Minuten machten schließlich keinen Unterschied. Wenn er jemals im Zaubertrankunterricht aufgepasst hätte, oder seinem besten Freund Severus mal zugehört hätte, wäre er sicher nicht so leichtsinnig gewesen, wie dumm von ihm.

Immer noch fröhlich summend gab er die Haare dazu, drehte sich zur anderen Seite um noch ein wenig Einhornhaar zu holen und bemerkte die leichte Farbänderung nicht. Ihm fiel auch nicht auf, dass die Temperatur gestiegen war, stetig weiter stieg.

„Jetzt noch schnell das Einhornhaar, vier mal umrühren – 1- 2- 3- 4 – und köcheln lassen."

Er beschloss, sich in den zehn Minuten schnell etwas anderes anzuziehen und die Muggelabwehrsysteme auf dem Balkon zu überprüfen. Severus hatte ihm zwar beigebracht einen Trank nie unbeaufsichtigt zu lassen – aber das hätte die Katastrophe auch nicht abgewandt, oder?

Unentschieden, was er nun anziehen sollte für sein ganz privates Weihnachtsfest, überprüfte Lucius noch in Unterwäsche die Muggelabwehrsysteme. Die meisten Zauber und Artefakte waren so alt wie Malfoy Manor, aber gerade letzte Woche hatte Lucius eine neue Wunderbox gekauft, die mit variablen Verwirrungssprüchen auf die Anwesenheit von Muggeln reagierte. Durch den starken Wind hatte sie sich leicht gedreht und Lucius schob sie, über die Brüstung des Balkons gelehnt, wieder zurück auf den ursprünglichen Platz.

Während Lucius da so hing, wackelte plötzlich das ganze Haus und er fiel in den Gartenteich. Den folgenden Knall hörte er nur sehr gedämpft, tauchte mühsam wieder an die Wasseroberfläche und wäre vor Schock beinahe gleich wieder untergegangen. Da wo einmal Malfoy Manor gestanden hatte, war nur noch ein großer Trümmerhaufen zu sehen.

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Frierend stapfte Lucius durch den verschneiten Park. Was sollte er jetzt bloß machen? Die Hauselfen waren alle auf Schulung, Narzissa in Frankreich und Severus und Draco beide in Hogwarts. So sehr er sich auch dagegen sträubte, er würde wohl versuchen müssen nach Hogwarts zu kommen. Aber wie?

Erst einmal musste er durch diesen verflucht großen Park. Er war immer gegen eine große Parkanlage gewesen, ein kleiner Kräutergarten reichte doch vollkommen aus!

Schnaufend und kaum noch frierend kam er endlich an einer Straße an. Zwischendurch hatte er ein altes Malset von Narzissa gefunden und sich ein Schild gebastelt, mit der Aufschrift ‚Hogwarts'.

Er als Malfoy und mehrfacher Millionär wollte TRAMPEN! Erst als er den Arm bereits ausgestreckt hatte, fiel ihm auf, dass man ihn wohl für einen Stricher halten würde. Hoffentlich sah ihn kein Bekannter.

Es war eine recht befahrene Straße und schon nach kurzer Zeit hielt ein Auto an. Trotzdem der drin sitzende Mann mehr als lüstern guckte und Lucius schon beim puren Gedanken an dessen Hintergedanken schlecht wurde, stieg er ein. Was sollte er sonst auch machen?

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Der junge Mann hatte sich als Alexander vorgestellt und er war ein Austauschzauberer aus Alaska. Ursprünglich wollte er zwar nach London, aber bei so netter Begleitung konnte er sich ruhig mal Hogsmeade angucken.

„Die sollen ja ganz tolle Hotels da haben", meinte Alexander breit grinsend, nachdem Lucius auf die kurze Vorstellung nicht antwortete. Das der Mann neben ihm bei diesem Satz noch ein wenig fester das selbst gebastelte Schild umklammerte, schien Alexander gar nicht aufzufallen.

„Ach? Wirklich?" Panik schwang in Lucius' Stimme mit.

„Ja. Ein guter Bekannter meinte, dass vor allem die Betten sehr viel nun ja aushalten, sehr robust sind und so ... du weißt schon was ich meine."

Es herrschte ein paar Minuten betretenes Schweigen. Das mit Sicherheit magisch verstärkte Auto fuhr mit über vierhundert Stundenkilometern über die Autobahn. Lucius versuchte sich von den dunklen Gedanken abzubringen, aber das Rausgucken strengte ihn noch viel mehr an. Besonders die im letzten Moment ausweichenden Autos beängstigten ihn sehr. Er musste sich diesen Alexander irgendwie vom Hals schaffen, aber ohne allzu deutlich zu werden, er wollte schließlich in Hogwarts ankommen. Ach, wenn er doch bloß den Zauberstab dabei hätte! Aber der war wohl in tausend Teile zersprengt worden. Mist!

„Warst du schon mal in Hogwarts?", nahm Alexander das Gespräch wieder auf.

„Sie, wenn ich bitten dürfte."

„Wie bitte?"

„Ich möchte, dass Sie mich Siezen", antwortete Lucius und verfluchte seine Stimme für das Zittern.

„Ohhh, darauf stehen ‚Sie', auf eine förmliche Anrede." Alexander grinste anzüglich. „Wie ‚Ihr' wollt, ‚Mister'"

Unruhig rutschte Lucius noch weiter weg von ihm. Alexander machte ihm Angst!

„Hier anhalten", schrie Lucius plötzlich und Alexander reagierte tatsächlich.

„Was ist denn?"

Da war Lucius auch schon aus dem Auto gesprungen und rannte zum Wald. Diese Stelle kannte er und von hier war es nicht mehr weit nach Hogwarts.

„Warte doch, mein Kleiner. Du hättest mir doch sagen können, dass du auf Freilandsex stehst. Ich kenn' auch ganz tolle Picknickplätze."

Lucius rannte nur noch schneller und hängte Alexander nach einer Weile ab.

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Vorsichtig guckte Lucius um die Ecke. Die Luft schien rein zu sein also wagte er sich auf Zehenspitzen schleichend weiter vor. Nur noch um zwei Ecken laufen … und schon hatte er der Zugang zu Serverus' Privaträumen erreicht, endlich! Lucius war mittlerweile völlig durchgefroren, er hatte immer noch nur Unterwäsche an und der unbedeckte Teil seines Körpers war dank der Flucht durch die Ausläufer des Verbotenen Waldes völlig zerkratzt. Er hatte Hunger und wollte eigentlich nur in ein bequemes Bett. So hatte er sich Weihnachten definitiv nicht vorgestellt.

Lucius überlegte gerade noch, welches Passwort Severus zurzeit hatte, als sich eine Hand auf seine Schulter legte.

„Kann ich Ihnen helfen, mein Junge?"

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‚Du musst positiv denken Lucius! Ok, du sitzt halb nackt im Büro von Dumbledore und durftest ihm die gesamte peinlich Geschichte des heutigen Tages erzählen, aber er hat wenigstens nicht laut gelacht und es ist warm hier. Genau. Einfach positiv denken! … So ein Mist! Ich sitze wirklich in der Scheiße!'

„Was gedenken Sie nun zu tun, Lucius?", fragte Dumbledore ihn und hielt ihm gleichzeitig ein paar Zitronenbonbons hin.

„Ich dachte ich könnte vielleicht die Weihnachtstage hier in Hogwarts verbringen. Ähm. Severus hatte es mir sowieso angeboten und Draco würde sich auch sehr freuen. Mit den externen Schutzzaubern von Malfoy Manor könnte ich das Haus wiedererrichten lassen bevor es jemand bem – ähm bevor die Ferien vorbei sind."

„Und was wollen wir beide Severus und Draco erzählen?"

„Nun ja, die Wahrheit, dass ich beschlossen habe die Weihnachtszeit doch mit Familie und Freunden zu verbringen."

„Aha."

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„Und deswegen habe ich schnell die Termine verschoben und bin nach Hogwarts gereist um mit euch Weihnachten zu verbringen", beendete Lucius seine kurze Begrüßung und sah aus den Augenwinkeln wie Dumbledore schmunzelnd nickte. Die anderen beiden würden hoffentlich annehmen, dass dieses Nicken Zustimmung und nicht Belustigung ausdrückte.

Es schien zu funktionieren. Severus guckte zwar noch ein bisschen skeptisch, aber Draco fiel ihm freudig um den Hals. So schlimm würde das Weihnachtsfest in Hogwarts schon nicht werden, immer hin besser als wenn er die Wahrheit hätte erzählen müssen.

„Lucius, ich wünsche Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und freue mich ganz besonders, dass Sie sich bereiterklärt haben, morgen bei der Hauselfenbackschulung die Schüler zu unterstützen", sagte Dumbledore lächelnd.

„Was bitte?"

„Na Sie sagten doch vorhin gerade, wie gerne Sie den Platz neben Severus beim Plätzchenbacken einnehmen würden, oder nicht?"

Lucius schluckte schwer, verbiss sich jeden Kommentar, ignorierte Severus skeptischen Blick und nickte einmal leicht.

„Dann hätten wir das ja geklärt! Ich sehe euch beide dann morgen so gegen acht Uhr für die Vorbereitungen. Einen schönen Weihnachtsabend wünsche ich und gute Nacht."

Oh du fröhliche Weihnachtszeit!