Date: 15. Dezember
Author: Mystical_Harmonie
Category: Shortstory
Characters: Albus Dumbledore, Ronald Weasley
Genre: Humor
Rating: G
Disclaimer: Alles JKR, außer der Plotbunny, der ist meiner ;-)
A/N:
Es freut mich riesig endlich mal wieder einen Beitrag zum Adventskalender zu leisten, ich hoffe ihr habt Gefallen an meiner kleinen Story ;-)
Zur Story selbst kann ich nur sagen, dass sie im letzten Jahr aus einem Mangel an vernünftigen Adventskalendern in Irland entstanden ist, besser gesagt einen Mangel an Adventskalendern mit guter Schokolade, so dass ich mir aus Verzweiflung habe einen aus Deutschland schicken lassen ;-) Und dann habe ich mir einfach mal überlegt was passiert, wenn man mir meine Schokolade aus dem Adventskalender stehlen würde und heraus gekommen ist dies ;-) Viel Spaß!!
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Der „Adventskalenderdieb"
Es war unmöglich, Neville hatte sich so sehr auf die Adventszeit gefreut und nun das. Zum dritten Mal in Folge hatte er ein Türchen in seinem von seiner Großmutter selbst gebastelten Adventskalender geöffnet und nichts darin vorfinden können. Nein, eigentlich stimmte das gar nicht, denn genau genommen, war das Türchen, genau wie die Tage zuvor, schon geöffnet und alles was übrig blieb waren kleine Krümel aus Schokolade.
Zuerst hatte er ja Ron im verdacht gehabt, der ja bekanntlich alles in sich hinein stopfte, was er in die Finger bekam, aber dieser Verdacht hatte sich just in diesem Moment aufgelöst, da ein verzweifelt fluchender Ronald Weasley vor seinem Adventskalender stand und um Fassung rang, denn sein Türchen war ebenfalls geöffnet worden und nicht einmal Krümel hatte der Täter hinterlassen.
„WER war das?"
Das verzweifelte Gesicht Rons war einfach zu viel für Neville, es sah so aus, als wenn er jeden Moment anfangen würde wie ein kleines Kind zu weinen, dem man gerade den Lolly gestohlen hatte, so konnte er sich ein Lachen nicht mehr verkneifen.
Sofort kam Ron wütend auf ihn zu gerannt.
„Du findest das wohl komisch, vielleicht warst du es ja!" damit funkelte er Neville wütend an.
„Ron komm mal wieder runter, Neville hat doch selbst nichts in seinem Adventskalender, wir sollten uns alle beruhigen!" mischte sich nun Harry ein.
„Ganz recht, was hätte ich also davon?" traute sich nun Neville endlich sich selbst zu verteidigen.
„Was du davon hättest, das ist doch ganz einfach, weil in deinem Adventskalender nichts drin ist, hast du meinen geplündert!"
Er konnte es nicht fassen, was Ron ihm da unterstellte war einfach unfassbar. Ohne ein weiteres Wort dazu zu sagen, stürmte er Wütend aus dem Zimmer, so etwas musste er sich nicht anhören.
Harry war fassungslos über die Reaktion seines besten Freundes. Es ging hier doch lediglich um ein dummes Türchen in einem Adventskalender, davon gab es doch bis zum 24 Dezember noch genug, er hatte kein Verständnis für dieses Theater, wie auch, er selbst besaß ja keinen Adventskalender, dafür war er doch viel zu alt, oder?
Er hoffte das ganze würde sich bis zum Abend gelegt haben. Doch Ron und Neville wechselten kein Wort miteinander. Vielleicht würde ja eine Mütze Schlaf Wunder wirken und dazu ein Türchen des Adventskalenders. Doch an Ausschlafen war nicht zu denken, denn kaum war die Sonne aufgegangen, konnte man einen Tumult aus dem Gemeinschaftsraum vernehmen, der nichts gutes verhieß.
„Du bist doch hier das Vielfraß, gib es doch zu, du hast meinen Kalender geöffnet!" kam es aus einer Ecke des Gemeinschaftsraumes. In der anderen Ecke hörte man eine Erstklässlerin weinen, die sich schon so auf die Belgische Schokolade gefreut hatte, die ihre Mutter ihr jedes Jahr in den Adventskalender tat.
„Was zum Henker..?" Harry war sich nicht sicher was hier vor sich ging und auch Neville und Ron begriffen langsam, dass sie nicht die einzigen waren, die einem Adventskalenderraub zum Opfer gefallen waren.
„RUHE!" war es nun Ron, der wundersamer Weise als erster wieder einen klaren Kopf hatte.
„Ich bin mir sicher, dass gegenseitige Beschuldigungen nichts bringen, wie es scheint, sind wir alle Opfer dieser Adventskalenderdiebstähle, wir sollten alle Ruhe bewahren und gemeinsam überlegen wann das ganze angefangen hat!"
Neville betrachtete seinen Freund argwöhnisch von der Seite, gerade er redete davon das gegenseitige Beschuldigungen nichts brachten, dabei war er doch gestern der erste, der damit begonnen hatte.
Auch Harry betrachtete diese Szene sehr amüsiert. Wie ernst Ron das ganze doch nahm, hier handelte es sich doch bloß um ein paar Süßigkeiten, wie konnte man um Merlins Willen so ein Theater darum machen.
Nach einer Stunde voller Diskussionen waren sich die Gryffindors einig, das dieser Diebeszug am zweiten Dezember begonnen hatte und das dieser jemand wohl in der Nacht „arbeitete" da die Türchen direkt nach dem Aufstehen schon leer waren. Über die Verdächtigen waren sie sich aber noch nicht ganz einig. Sie würden am liebsten den Slytherins den schwarzen Peter zuschieben, aber sie hielten es für vollkommen unmöglich, das diese ohne das Wissen der fetten Dame in den Gryffindorturm gelangt waren und auch wieder hinausgekommen waren. Also vielen die anderen Häuser schon mal aus der Verdächtigen Liste.
Jedoch beschloss man die ganze Angelegenheit erst einmal für sich zu behalten, es konnte kein gutes Licht auf Gryffindor werfen, wenn sie sich gegenseitig eines Diebstahls verdächtigten.
Doch was sie an diesem Morgen in der Großen Halle erwartete war mehr als unglaublich. Kreuz und quer über den Tischen machte man sich Vorwürfe und beschuldigte einander gegenseitig die Adventskalender geplündert zu haben. Ganz vorne Weg ereiferte sich Draco Malfoy, das es eine Schande wäre, dass man den Adventskalender eines Malfoys entehrt hatte.
Anscheinend waren die Gryffindors nichts die einzigen, die bestohlen worden waren. Aber wie war der Süßigkeitendieb in die einzelnen Gemeinschaftsräume gelangt ohne aufsehen zu erregen?
Ron war das gesamte Frühstück über abwesend und grübelte vor sich hin, wer denn dafür verantwortlich sein könnte. Harry war sich sicher, er hatte seinen Freund noch nie so angestrengt gesehen.
Hermine die jetzt erst sehr verschlafen zum Frühstück kam, da sie die gesamte letzte Nacht in der Bibliothek verbracht hatte, wunderte sich über den Tumult.
„Was ist denn hier los?"
Ron konnte es nicht glauben, das Hermine überhaupt nichts davon mitbekommen hatte.
„Wir wurden bestohlen!" teilte Ron ihr dann in einem mehr als dramatischem Ton mit.
Nun war es an Hermine große Augen zu machen, was um Merlins willen konnte gestohlen worden sein, das gleich alle Häuser so außer sich waren? Das schien interessant zu werden.
„Was denn?" war die nächste logische Frage darauf und als wenn Ron nur darauf gewartet hätte schilderte er ihr Haargenau, wie er am gestrigen Morgen zum ersten Mal entdeckt hatte, das man seinen Adventskalender geöffnet und seine Süßigkeiten gestohlen hatte.
Hermine sah ihn darauf nur skeptisch an und glaubte zu aller erst, er wolle sie auf den Arm nehmen. Doch als dann Draco Malfoy wie von der Tarantel gestochen mit den Worten „Niemand kommt mehr in die Nähe meines Adventskalenders, dafür werde ich sorgen!" aus der großen Halle stürmte, erkannte Hermine, dass es ihm vollkommen ernst war.
Das war dann auch der Moment in dem Hermine nicht mehr an sich halten konnte und in schallendes Gelächter ausbrach. Dafür erntete sie ungläubige Blicke von ihren Mitschülern, besonders aber einen sehr gekränkten Blick von Ron, der die ganze Angelegenheit gar nicht so lustig fand.
Harry hingegen konnte sich ebenfalls ein schmunzeln nicht verkneifen. Es war schon ein skurriles Bild, das die Bewohner des Schlosses an diesem Tag abgaben. Und es sollte noch schlimmer kommen.
In den ersten beiden Stunden hatten die Gryffindors zu ihrem Leidwesen Zaubertränke und als wenn diese Tatsache allein nicht schlimm genug wäre, hatte anscheinend die Laune ihres Zaubertranklehrers einen neuen Tiefpunkt erreicht, der die Gryffindors ganze 30 Hauspunkte kostete.
Sie konnte ja nicht ahnen, dass ihm die gleiche Laus über die Leber gelaufen war wie ihnen. Das einzige was Severus Snape durch diese schrecklich kitschige und fröhliche Weihnachtszeit half, ohne vollkommen durchzudrehen war seine Adventskalenderschokolade die er sich jedes Jahr zur Weihnachtszeit genehmigte, aber dieses Jahr hatte sich irgendjemand erdreistet und ihn bestohlen.
Natürlich verdächtigte er sofort die lästigen kleinen Schüler-Scharen, sein besonderes Augenmerk hatte er wie immer auf Harry Potter und seine Freunde, wenn jemand etwas ausheckte, waren meist sie es. Doch er konnte sich auch nicht wirklich erklären, wie sie hätten in seine Privaträume kommen sollen.
Je näher Weihnachten rückte, umso bedrückte wurde die Stimmung in Hogwarts, selbst die Lehrerschaft war betroffen.
Immer noch fragte man sich, wer der Übeltäter sein konnte. Kurz vor den Weihnachtsferien, beschloss Ron dann auf eigene Faust Wache zu halten, einweihen konnte er niemanden, schließlich konnte jeder der Dieb sein, da stellte selbst Harry keine Ausnahme da, denn er war ja auch der einzige Gryffindor, der keinen Adventskalender besaß.
Nun saß Ron schon mehrere Stunden in seinem Versteck und nichts war passiert, langsam aber sicher wurde er müde und würde seine Augen nicht mehr lange aufhalten können. Doch plötzlich war da ein Geräusch. Wo kam das bloß her? Noch immer war nichts zu sehen. Doch dann öffnete sich die Tür zum Gemeinschaftsraum und Ron konnte seinen Augen nicht trauen, herein kam niemand anders als Albus Dumbledore. Vor Schock stolperte Ron aus seinem Versteck und landete quer auf dem Boden. Das war mal wieder typisch Ron, peinlicher ging es ja wohl nicht!?
Ron wollte sich gerade für seinen Auftritt bei Dumbledore entschuldigen, als ihm auffiel, das dieser ihn gar nicht bemerkte, sondern wie mechanisch auf die Adventskalender zuging und anfing diese ihren Inhalts zu entledigen.
Er kannte diesen Gesichtsausdruck und dieses Verhalten nur all zu gut, das hatten sie damals auch mit Percy mitgemacht. Unglaublich, aber Albus Dumbledore war ein Schlafwandler und dazu noch einer der Süßigkeiten aus Adventskalender stahl. Nun konnte auch Ron endlich etwas komisches an dieser ganzen Situation finden.
Er hielt es für besser nicht gleich alle Gryffindors aus ihren Betten zu holen und hier einen Massenauflauf zu veranstalten, immerhin sollte man mit Schlafwandlern vorsichtig umgehen. Er beschloss dem Schulleiter unauffällig zu folgen, na ja was hieß unauffällig, Dumbledore konnte ihn in seinem Zustand sowieso nicht sehen, aber sicher war sicher, immerhin gab es ja noch Filch.
Bei Dumbledores Abstechern die in die Privaträume der Lehrer und in die Gemeinschaftsräume der anderen Häuser hielt Ron dann doch Abstand und wartete draußen auf den Mann, sonst würde man ihm am Schluss noch einen Strick daraus drehen. Nach mehreren Stunden in denen Ron schon ab und an die Lust verspürt hatte sein Vorhaben aufzugeben, war Dumbledore nun endlich an sein Ziel gelangt. In seinem Büro öffnete er eine Versteckte Tür und was Ron dort zu sehen bekam, ähnelte seiner Meinung nach dem Paradies. Zu viele Süßigkeiten hatte er wirklich noch nie auf einmal gesehen. Dumbledore musste wirklich jeden Adventskalender im Umkreis von 10 Kilometern leer geräumt haben.
Nachdem Dumbledore dann seine Beute versteckt hatte war er auch schon auf den Weg in seine Privaträume um sich wohl endlich schlafen zu legen. Ron beschloss nun auch erst einmal ins Bett zu gehen und gleich am nächsten Morgen oder besser gesagt in wenigen Stunden ein Gespräch mit Dumbledore zu führen.
„Aufstehen Ron , wir kommen sonst zu spät zum Frühstück!" rüttelte Harry seinen Freund wach, doch vergebens, dieser schlief tief und fest und nicht einmal kaltes Wasser konnte ihn aus diesem Zustand bringen. Egal was er versuchte Ron schlief seelenruhig weiter. Irgendwann gab er es dann auf, sollte er schlafen, Unterricht würde er keinen verpassen, es war schließlich Sonntag.
Gegen Mittag, nachdem Ron den fehlenden Schlaf der letzten Nacht nachgeholt hatte, machte er sich gleich auf den Weg zu Dumbledores Büro um mit ihm über das Schlafwandeln zu reden.
„Oh Mr. Weasley, was führt sie zu mir?" begrüßte der alte Mann Ron freundlich und bot ihm sogleich ein Zitronendrop an, was Ron jedoch dankend ablehnte.
„Ich bin hier, weil ich weiß wer die Adventskalender leert, Sir!" versuchte Ron sich erst einmal vorsichtig voran zu tasten.
Dumbledore zog überrascht eine Augenbrauen in die Höhe. Nun war er aber mal gespannt, was der junge Weasley ihm zu sagen hatte.
Ron schilderte ihm genau, was gestern Nacht vorgefallen war und nachdem er sich vergewissert hatte, das dieser wirklich die Wahrheit sprach und alle die Süßigkeiten in seinem Schrank fand, wurde Dumbledores Gesicht plötzlich ganz rot vor Verlegenheit.
„Das kommt alles nur davon, das Madam Pomfrey mir Süßigkeiten Verbot erteilt hat, mein Unterbewusstsein scheint sich da verselbstständigt zu haben. Oh ist mir das peinlich, das tut mir alles so unendlich Leid...was soll ich denn jetzt den ganzen Schülern sagen?"
Ron sah regelrecht wie Dumbledore mit seiner Verlegenheit kämpfte. „Vielleicht müssen sie das gar nicht Sir, ich hab da So eine Idee...."
Am nächsten Morgen war die Stimmung nicht besser als in den Vorherigen Tagen, vielleicht wäre sie das gewesen, wenn Hogwarts Bewohner in ihre Adventskalender geschaut hätten, denn in der letzten Nacht, hatte der „Dieb" nicht zugeschlagen.
Und als sie in die große Halle kamen, konnten sowohl Schüler als auch Lehrer ihren Augen nicht trauen. Überall auf den Tischen waren große Schüsseln mit Süßigkeiten verteilt, die Zweifelsohne aus den Adventskalendern stammten. Niemand wusste woher sie kamen und wie sie wieder aufgetaucht waren, aber das war nun nebensächlich. Die Stimmung war von einer zur anderen Sekunde wieder in eine allgemein fröhliche Weihnachtsstimmung umgeschlagen. Auch Severus Snape hatte diesmal nichts dagegen, denn vor ihm stand eine riesige Schüssel Schokolade, die ihn dafür schon entschädigen würde.
Niemand achtete darauf wie Dumbledore dem jungen Ronald Weasley verschwörerisch zuzwinkerte, nicht einmal Harry und Hermine wussten davon, aber das war nicht schlimm, denn schließlich brauchte jeder seine Geheimnisse. Mit sich und seiner Tat zufrieden verdrückte nun auch Ron endlich etwas von den Süßigkeiten und grinste vor sich hin. „Einer der Gründe , warum ich die Weihnachtszeit so sehr liebe!" konnte man noch hören, bevor er sich vollends in das Süßigkeiten Getümmel stürzte.
Der einzige der schmollend in der Ecke hockte war Draco Malfoy, denn er teilte nun mal nicht gerne. Aber wen kümmerte schon ein schmollender Draco Malfoy, wenn Weihnachten gerettet war?
