So nach LANGEM Warten hier das 7. Weltwunder! Viel Spaß!
7. Kapitel – Das Land der Erde
Lara sah ihrem Helikopter nach, der sie unweit vom Berg Bolivar abgesetzt hatte. Es war eine kleine Fläche, die nicht viele Bäume aufwies, auf der sie sich gerade befand. Der Fluss Orinoco war etwas weiter weg. Doch da wollte Lara nicht hin. Sie wollte zum Berg Bolivar. Alister hatte herausgefunden, dass die Dinkas nicht weit von ihm gelebt haben und so auch ihr Tempel nicht weit weg sein sollte.
„Am besten du hältst dich östlich. Wenn alles gut geht solltest du in etwas einer Stunde am Berg ankommen." Sagte Alister in Laras Headset.
„Ok. Wird Zeit, dass wir den Regenwald etwas unsicher machen.", meinte sie und machte sich auf den Weg.
Der Weg verlief ohne weitere Strapazen. Hie und da begegnete Lara einem wilden Tier, doch die waren mit einigen Schüssen beseitigt.
Nach einer knappen Stunde, war Lara nicht weit vom Berg entfernt. Sie konnte schon die Spitze sehen, aber da vernahm sie ein eigenartiges Geräusch. Es klang wie Geheule von einer großen Horde Wölfe.
„Hört ihr das Jungs?"
„Und wie wir das hören. Am besten du umgehst dieses Rumgedudle.", sagte Zip.
„Ich glaube ich werde ihm folgen…", meinte Lara gedankenversunken.
„Tu es nicht. Du wirst es bereuen.", hörte sie Alisters Stimme, die wie sooft besorgt klang.
„Ach komm schon. Ich liebe das Unbekannte.", erwiderte die Archäologin und folgte dem Geheule, das anscheinend kein Ende nahm.
„Aber La-"
„Lass stecken Alister. Die Lady hört nicht auf uns…"
Ohne ein weiteres Wort konzentrierte sich Lara auf das Geräusch, das allmählich lauter wurde.
Gleich bin ich da…
Als das Geheule genau zu vernehmen war, suchte Lara Schutz hinter einer kleinen Buschgruppe.
„Ach du scheiße…", hörte sie ihren Computertechniker.
„Ich weiß was du meinst. Anscheinend leben unsere Dinkas noch.", sagte die junge Frau, die immer noch in ihrer geduckten Haltung verharrte.
„Lara ich würde mich da fern halten. Die Dinkas sind Allesfresser. Das heißt sie essen auch Menschen…nur leider diese, die sie nicht kennen.", bangte Alister.
„Das heißt, ich könnte schon bald auf ihrer Speisekarte stehen.", erwiderte die Archäologin und war nun hinter einem Baum, der ihr bessere Sicht auf das kleine Dorf bereitete.
Sie sah tanzende Menschen, die festlich geschmückt waren.
„Warum hab ich immer das Glück fremde Stämme zu treffen, wenn sie gerade ein fest feiern?", flüsterte Lara in ihr Headset.
„Ich weis nicht….Schicksal!", hörte sie Zip.
„Lara…bitte hör auf uns und geh da weg!", sagte Alister mit schon fast flehender Stimme.
„Alister bitte. Vielleicht können wir etwas über den Tempel herausfinden."
Doch das waren die letzten Worte, die die Archäologin sagen sollte. Denn im nächsten Moment sackte sie zusammen und verfiel in einen tiefen Schlaf.
Als Lara langsam wieder zu sich fand, merkte sie, dass sie auf etwas Weichem lag. Sie kniete sich hin und schaute sich um. Sie befand sich in einem geräumigen Zelt, das aus einem Gerüst aus Stöcken und Ästen bestand und mit Lederstücken bedeckt war. Von draußen vernahm sie Geheule, welches ihr schon bekannt war und viele Stimmen, die durcheinander sprachen. Als sie wieder voll bei Bewusstsein war, wollte Lara ihre Waffen ziehen, doch die waren nicht an ihrem Gürtel. Auch ihr Headset war verschwunden.
Im nächsten Moment begriff Lara.
Der Stamm hatte sie gefangen genommen, als sie zusammengebrochen war und sie dann von ihrem Spielzeug getrennt. Sie musste ihre Waffen und ihr Headset finden und dann so schnell wie möglich verschwinden.
„Hätte ich doch auf die beiden gehört…", flüsterte sich die junge Frau zu, doch im nächsten Moment hörte sie Schritte, die sich ihrem Zelt näherten.
Sofort legte sie sich wieder hin und tat so, als ob sie noch schlafen würde.
Es waren wohl zwei Leute des Stammes, die das Zelt gerade betreten haben.
„Onana jesteta spia?"
„Takatak! Dube hibreja atek! Onana ii oskata."
"Wagule."
Es waren zwei junge Männer, die gerade ein Gespräch miteinander geführt hatten. Einer hatte das Zelt auch schon verlassen, aber der andere näherte sich Lara.
Diese Gelegenheit musste sie nutzen.
Der Mann legte Lara ein gut duftendes Stück Stoff auf die Stirn, doch im nächsten Moment stand die Archäologin blitzschnell auf und versetzte dem Dinka einen Schlag ins Genick.
Der Mann sackte zusammen.
Tut mir Leid…aber was sein muss, muss sein!
Lara schlich langsam zum Zelteingang und schaute nach draußen. Anscheinend hatte niemand aus dem Stamm die kleine Auseinandersetzung mitbekommen. Sie schaute sich nochmals um und sah, dass die Eingeborenen aufgehört haben zu tanzen, aber immer noch festlich angezogen waren. Wahrscheinlich war das nur der Anfang des Festes gewesen. Da sah sie vier Männer, die einen großen Kessel aus Ton brachten. Da hätten sicher drei Menschen reingepasst. Währenddessen verteilte eine Frau etwas trockene Äste auf eine runde Fläche, die mit Steinen abgegrenzt war.
Die vier Männer stellten dann den großen Kessel auf die nun mit Laub bedeckte Fläche und dann wurde diese auch angezündet. Zwei weitere Frauen füllten Unmengen von Wasser in den Topf und hinzu kamen noch einige Früchte.
So entstand eine Art Vorbereitung auf ein großes Festmahl.
Lara bemerkte wie sich zwei Männer des Stammes auf den Weg zu ihrem Zelt begaben.
Da dämmerte es der Archäologin.
Dieser Topf, das Feuer und die Früchte…jetzt fehlte nur noch sie.
Nein…Lara wollte nicht als Malzeit der Dinkas enden. Wenigstens nicht Kampflos.
Die Männer traten in das Zelt und Lara versetzte dem Ersten gleich einen Schlag in das Genick. Auch dieser Schlag saß, sodass der Eingeborenen sofort hinfiel. Der Zweite begriff was vor sich ging und lief hinaus, noch bevor Lara ihn KO schlagen konnte.
Tollkühn aber zugleich etwas unsicher lief Lara aus dem Zelt.
Schon verfolgte sie eine Horde wild gewordener Stammesmitglieder.
Die junge Frau rannte so schnell wie sie ihre Beine tragen konnten. Sie lief Richtung Dschungel und es schien ihr zu gelingen der Horde zu entkommen, doch dann hing sie mit einem Mal in der Luft in einem Netz gefangen.
Na toll…wutendbrand wurde sie von zwei Eingeborenen runter geholt und anschließend zum Kessel gebracht.
Gemeinsam mit einem Mann des Stammes stand Lara auf einem kleinen Podest über dem Kessel.
Du hast es zumindest versucht, ging es der Archäologin durch den Kopf, während sie mit verzerrtem Gesicht in den mit Wasser gefüllten Kessel starrte.
„Kamatscha! Nabogi naparut eslada!", schrie der Mann, der hinter ihr stand.
„Nabogi naparut eslada!" wiederholte der Rest des Stammes, der sich um den Kessel gesammelt hat.
Lara konnte nichts verstehen, doch eins war sicher. Sie würde in diesem Kessel enden.
„Nabogi!", schrie der Eingeborene hinter ihr und schupste die Archäologin ins Wasser.
Dieses war aber zum Glück noch nicht allzu heißt, sodass Lara vielleicht noch ein Fluchtplan einfallen könnte.
Der Stamm begann nun wieder zu tanzen und rhythmisch auf Trommeln zu hauen.
Der Kessel war so tief, dass Lara nur auf Zehenspitzen stehen konnte. Es war fast wie in der Sauna…nur feuchter.
Da kam der Archäologin eine Idee. Sie hatte so was ähnliches schon mal in einem Film gesehen.
Sie tauchte unter und stieß sich mit voller Kraft vom Topf ab, sodass der Kessel langsam zu schwanken anfing. Sie wiederholte das einige Male und ihr Plan schien aufzugehen. Das Wasser plätscherte schon aus dem Gefäß und löschte so auch das Feuer unter ihm. Als sie sich gerade wieder abstieß, fiel der ganze Topf und Lara wurde samt Wasser hinausgespült.
Geschafft…
Doch da war ja noch der Stamm. Er geriet in Aufruhr und alle des Stammes fingen wieder an rumzuheulen. Lara überkam wieder der Zweifel, doch da sah sie einige Menschen aus dem Dschungel auf das Dorf zulaufen.
Auch die Dinkas bemerkten das und richteten ihre Aufmerksamkeit auf die Menschenhorde, die immer näher kam.
Das könnte die Gelegenheit für Lara sein.
