Date: 24. Dezember

Author: Cissylein

Category: Short Story

Characters/Pairing: Dumbledore, Snape, die Potters

Genre: Humor

Rating: G

Disclaimer: Die Charaktere und die Welt gehören Joanne, die Idee zur Story und eben jene mir.

A/N: Hier wird ein Zauber angesprochen um den es mal in meiner AK-Story von 2006 ging, "In Memoriam". Was genau der bewirkt, ergibt sich denke ich aus dem Kontext... ;)

Ich wünsche euch wunderschöne Weihnachten und einen guten Rutsch. :) War schön mit euch.


POTTER stand in großen Buchstaben an der Eichentür.

Hatte er etwa erwartet der berühmte Bezwinger Lord Voldemorts würde in Bescheidenheit leben? Wohl kaum.

"Denk daran, Severus, du hast versprochen nett zu sein."

Severus Snape seufzte tief und blickte seinen Mentor, Freund und ehemaligen Vorgesetzten von der Seite an. Wenn Dumbledore von "versprochen" redete, bedeutete dies in seinem Fall meist "erzwungen." Es wurmte den Zaubertränkemeister immens, dass dieser alte Knauser sogar nach ihrem Tod soviel Macht über ihn hatte. Wieso zum Henker tat er sich das eigentlich an?

Er blickte Dumbledore erneut an und die Zuneigung und Freundschaft, die er dem alten Zauberer gegenüber empfand, war Antwort genug.

"Ich bin mir sicher, dass sich vorallem Hermine über deine Anwesenheit freuen wird", sagte jener fröhlich.

Bei Snape begannen sämtliche Alarmglocken zu schellen. "Hermine?", fragte er vorsichtig.

Jetzt war es Dumbledore, der ihn von der Seite anblickte. Lächelnd. "Ja. Sie, Ronald Weasley und die Kinder werden auch anwesend sein. Habe ich das nicht erwähnt?"

"Nein", sagte Snape ruhig. "Das musst du wohl ... vergessen haben."

Zuneigung und Freundschaft verwandelten sich in etwas, das sich verdächtig nach Hass anfühlte.

Die Tür öffnete sich schwungvoll - und da stand er: Harry Potter. Verhasster Schüler, Plagegeist, Sohn seines größten Feindes, Sohn seiner großen, seiner einzigen Liebe...

Hätte er damals gewusst, dass er diesem Jungen, der, wie er zugeben musste, zu einem stattlichen Mann herangewachsen war, eines Tages noch einmal gegenüberstehen würde, dann hätte er sich im Augenblick seines Todes wohl anders verhalten. Jedes peinliche, traurige und bemitleidenswerte Detail seiner Vergangenheit ging ihm durch den Kopf - mit dem Wissen, dass auch Potter diese kannte und gesehen hatte. Snape spürte Scham in sich aufsteigen und hoffte, dass sie sich nicht in seinem blassen Gesicht widerspiegeln würde.

"Wow", sagte Harry Potter, nachdem er Dumbledore herzlich umarmt hatte, und streckte ihm die Hand entgegen. "Ich hätte niemals gedacht das einmal zu sagen aber: Ich freue mich Sie zu sehen, Professor Snape!"

Snape ergriff seine Hand nach einigem Zögern. "Die Freude ist ganz auf meiner Seite", log er, was seinem ehemaligen Schüler nicht entging."Und wie gut zu wissen, dass sich nichts geändert hat", lachte Harry. "Kommen Sie doch herein!"

Die Tür wurde geschlossen, Wintermäntel abgelegt und Begrüßungsfloskeln ausgetauscht. Auch Ginny ließ nicht lange auf sich warten, an der Hand ein kleines Mädchen, gefolgt von zwei Jungen.

"Miss Weasley", sagte Snape höflich und schüttelte ihre Hand. Wie konnten Sie so bescheuert sein und dieses Chaos von einem Zauberer heiraten? fügte er in Gedanken hinzu.

Ginny strahlte. "Potter, ich heiße jetzt Potter."

"Mrs ... Potter", wiederholte Snape gepresst.

"Und das sind unsere Kinder", verkündete Harry stolz. "Das hier", er zeigte auf das kleine Mädchen das sich jetzt von der Hand ihrer Mutter löste und schüchtern hinter den Beinen ihres Vaters verschwand, "ist unsere Lily."

Dumbledore lächelte glücklich.

Harry zeigte auf den Jungen der frech die Hände in die Hosentaschen geschoben hatte. "Das ist unser Ältester, er heißt ... James."

Snape starrte die Mini-Ausgabe seines Erzfeindes finster an.

"Und das hier", Harry schob einen Jungen mit großen, grünen Kulleraugen nach vorn, "Ist Albus Severus!"

Dumbledore seufzte glücklich, Snape verzog das Gesicht als hätte er Zahnschmerzen.

Albus Severus starrte zu den beiden hinauf und winkte sie schüchtern zu sich. Dumbledore beugte sich lächelnd zu ihm herab und nach einem mahnenden Blick folgte ihm auch Snape.

"Ihr seht gar nicht aus wie ich", flüsterte Albus Severus den beiden Zauberern ins Ohr.

Dumbledore kicherte, während Snape diesen banalen Kindergedanken wenig abgewinnen konnte.

"Und das ist auch besser so, glaub mir", gluckste Dumbledore und wuschelte dem kleinen Potter durchs Haar.

Lily lugte zwischen den Beinen ihres Vater hervor und starrte insbesondere Snape ehrfürchtig an.

"Bist du ein Geist?", piepste sie.

Snape lehnte sich zu der kleinen Lily herab. Er musterte sie ausgiebig. "Ja", sagte er dann mit seiner tiefen Stimme und ohne eine Miene zu verziehen.

Lilys Augen wurden noch größer ... und sehr feucht.

Dumbledore sah Snape über seine Halbmondbrille hinweg tadelnd an. Dann ging er zu ihr in die Hocke.

"Du muss keine Angst vor uns haben. Wir sind gute Geister. Ein Zauber erlaubt es uns heute hier zu sein. Ich habe deinen Vater durch diesen Zauber an Weihnachten schon einmal besuchen können. Und diesmal wollte auch Onkel Severus mitkommen."

Snape stöhnte.

"Er ist nicht so böse wie er aussieht", fuhr Dumbledore fort. "Nun ... nicht wesentlich."

Lily nickte langsam, fuhr sich mit der Hand durch die roten Locken und blickte Snape scheu von unten an.

"Ich glaube sie mag dich", flüsterte Dumbledore ihm zu.

"Lasst uns endlich in die Wohnstube gehen", sagte Ginny, "dort ist es gemütlicher. Ron und Hermine müssten auch bald kommen."

"Wieviele Kinder haben die?", knurrte Snape Dumledore zu.

"Zwei Stück", antwortete Dumbledore, "Hugo und Rose, sie sollen entzückend sein und die kleine Rose angeblich ganz nach ihrer klugen Mutter kommen."

"Na hervorragend", maulte Snape und folgte der Gemeinschaft als wäre dies der Gang zum Galgen.

Nur die kleine Lily blieb wie angewurzelt stehen, die Hand noch immer in ihren Haaren und schien sich nicht vom Fleck zu trauen.

"Was ist mit ihr?", fragte Snape mit gerunzelter Stirn und musste feststellen, dass er mit ihr allein im Flur war. Er stieß einen Fluch aus, den Lily Merlin sei Dank nicht hörte und seufzte tief.

"Möchtest du nicht mitkommen?", fragte er unbeholfen.

Lily nickte.

"Gut." Snape ging voran, doch als er sich umdrehte, stand Lily noch immer an der selben Stelle.

Allmählich machte sich Verzweiflung in ihm breit. Er war der letzte Mensch auf Erden der wusste wie man mit Kindern umging die zu jung für psychische Schikane waren.

"Daddy hat gesagt, dass du ihm gehelft hast", sagte Lily plötzlich leise. "Onkel Ronnie sagt, dass du ein hak- ein... hackennasig..... ein....", das Wort schien Lily zu erschöpfen. Ihr Gesicht wurde rot wie ihr Haar. "Daddy sagt, dass Ronnie Recht hat, aber dass du uns gehelft hast. Mein Bruder heißt wie du und der nette Opa. Und Daddy hat gesagt, dass du meine Oma gemocht hast. Meine Oma hat Lily geheißt. Ich heiße auch Lily."

Tief in Severus Snapes Herzen, in dem er Weihnachten hasste, Familienfeiern verabscheute und sich noch immer einzureden versuchte, dass Harry Potter das größte Unheil war, das ihm jemals widerfahren war - tief in Severus Snapes Herzen entfachte ein kleines Feuer, das ihn bis in die Seele wärmte und ihn lächeln ließ, ohne dass ein kleines Mädchen wie Lily es war, vor Angst davon laufen musste.

"Dein Vater hat Recht", sagte er ruhig und streckte ganz automatisch die Hand nach ihr aus.

Lily ließ schüchtern die Finger aus ihren Locken gleiten, tippelte zu ihm und legte ihre kleine Hand in seine große, vom Leben (und Tod) gezeichnete.

"Ich wusste, dass sie es schafft selbst einem Severus Snape das Herz zu erwärmen", flüsterte Dumbledore, der das ganze Geschehen durch einen Türspalt beobachtet hatte.

Harry lächelte. "Der Beginn einer wundervollen Freundschaft."

Snape verspürte zum ersten Mal so etwas wie Freude, Dumbledores "Wunsch" Folge geleistet zu haben und ihn zu diesem Weihnachstfest zu begleiten. Er tat natürlich sein Bestes dies nicht zu zeigen und glaubte auch, dass es ihm gelang.

Und zu seiner Verwunderung störte es ihn nicht, dass es schon wieder eine Frau, eine sehr kleine Frau, geschafft hatte, sein Herz zu erweichen. Auch wenn sie den einst so verhassten Namen trug. POTTER.


Publishers Note:

Liebe Leser und Nacktmullfreunde. Ich wollte mich an dieser Stelle noch für die jahrelange Unterstützung bedanken, die ihr uns habt zuteil werden lassen. Vielen Dank für eure Reviews. Wir haben uns über jedes einzelne gefreut.

Gleichzeitig wollte ich auch noch eine Ankündigung machen, denn mit diesem - unserem siebten Kalender - gehen wir Nacktmulle in den Frühruhestand.

Deshalb möchte ich mich nochmal bei allen Autoren bedanken, die in der ganzen Zeit mitgewirkt haben. Ihr habt mich (und natürlich die Leser!) zum Lachen, Weinen, Nachdenken und Schmunzel gebracht und wirklich alles aus dem Thema Weihnachten herausgeholt. Ihr habt teils ungewöhnliche Pairings eine weihnachtliche Romanze erleben lassen, Gedichte und Lieder vorgetragen, habt ganze Weihnachtsstücke aufgeführt und besonders oft unseren geliebten Zaubertränkemeister in die absurdesten Situationen gebracht. Ich danke euch allen von Herzen dafür, denn ohne eure Kreativität wäre die Adventszeit nur halb so schön gewesen.

Ein besonderer Dank gilt auch Maja, die als Erste die Organisation auf sich genommen hat und mich später darin eingewiesen hat Autoren fachgerecht in den Allerwertesten zu treten.

Vielen Dank Maja, denn ohne dich hätten die Nacktmulle wahrscheinlich nie das Licht der (Fanfic)-Welt erblickt.

Und nun bleibt mir nur euch einmal mehr ein wunderschönes Fest im Kreise eurer Lieben zu wünschen und dass ihr gut ins neue Jahr kommt und vielleicht ein paar unserer Schätze erneut besucht und sie euch auch dann noch zu bewegen wissen, denn das geschriebene Wort ist (fast) unsterblich.

Alles Liebe

Anna und Coram (Kitsune-to-Neko)

P.S.: Ich weiss ihr habt alle drauf gewartet hier ist eurer Weihnachtsteller mit Schokolade, Keksen und natürlich Kakao und Tee! *hinstellt*