Kapitel 15 – Der Verräter
Der Gang war vollkommen dunkel. Nur der Mond, der durch die Fenster am anderen Ende des Ganges schien, spendete etwas Licht.
Der Weg schien frei.
„Nein! Moment!" warnte Zip, als Lara in Richtung Fenster gehen wollte.
„Kameras!" sagte er.
Sofort lehnte sich Lara gegen die Tür und schaute dieses Mal genauer hin.
Weiter links im Gang befand sich eine Kamera, die sich durch ein kleines rotes Lämpchen bemerkbar machte.
Lara ging in den Kontrollraum zurück und begab sich wieder zum Schalterpult.
„Mist…Wie kann ich diese Kameras deaktivieren?"
„Das wird wohl nicht gehn", gab Zip enttäuscht hinzu, „Die Kameras werden anscheinend von woanders gesteuert. Moment – Ah! Der Raum befindet sich im 13. Stock. Wir sind hier im 20., also dem Obersten."
„Glaubst du es lohnt sich die Kameras auszuschalten?" fragte Alister.
„Das wird sich noch ergeben." Erwiderte Lara und begab sich wieder nach draußen.
„Viel Glück." Kam es vom Hacker.
Na dann mal los! Du wirst es schon schaffen. Munterte sich Lara in Gedanken etwas auf.
Da die Kamera sich nicht vom Fleck rührte, wollte es die Archäologin mit der Pistole versuchen.
Sie zielte und traf nach einem Schuss.
Applaus war aus dem Headset zu vernehmen.
Lara ging nach rechts.
Da bei den Fenstern nur ein Weg nach links führte, folgte sie diesem.
Sie kam zu einem kleinen Treppenhaus.
Lara lief nach unten, bis sie im 16.Stock angekommen war.
Da sah sie, wie ein Wachmann auf eine Tür mit einem Blitz darauf zuging.
„Gleich haben wir wieder Strom." Sagte er freudig.
Die Archäologin dachte nicht lange nach und rannte zu dem Wächter.
Mit einem präzisen Handschlag brachte Lara den Mann in Ohnmacht.
„Gut so!" kommentierte Zip.
Die Frau schob den Gefallenen in eine Ecke und begab sich dann wieder ins Treppenhaus.
Dort befand sich aber eine Kamera, die Lara nicht bemerkt hatte. Schon ging der Alarm los.
Lara reagierte schnell, und lief zur nächstgelegen Tür im 15.Stock – eine Besenkammer.
Von draußen vernahm sie Schritte.
„Los los los! Sucht den Stock ab." Rief jemand von draußen.
Lara schätze, dass es drei Personen waren.
Plötzlich ging die Tür des kleinen Raumes auf.
Vor ihr erkannte die Archäologin einen glatzköpfigen Mann, dem sie reflexartig mit der Faust ins Gesicht schlug.
Der Wächter stöhnte auf.
Sofort wurden die anderen aufmerksam und kamen zu ihm.
Noch mal verpasste Lara dem Mann einen kräftigen Tritt in den Bauch und anschließend einen präzisen Schlag mit der Hand in den Nacken.
Der Wächter sackte zusammen.
Sie stieg aus der Besenkammer und sah links von ihr zwei Männer, die auf sie zukamen. Lara sah keinen anderen Ausweg und zog ihre Pistolen.
Nach einigen Schüssen fielen die Feinde zu Boden.
Durch den Lärm der Pistolen und des Alarms gelockt, hielt der Aufzug an und ein weiterer Wächter kam auf die junge Frau zu.
Blitzschnell wich Lara nach links aus, um dem Schlag des Mannes zu entkommen.
Sie rollte sich am Boden ab und schnappte sich dabei den Knüppel des bereits gefallen Wächters.
Mit voller Wucht schlug sie dem Wächter in das Genick. Doch er wich aus.
Er packte sie am Arm und renkte ihn unsanft aus.
Lara beugte sich trotz Schmerz nach vorne und versuchte ihren Gegner über sich fallen zu lassen.
Es gelang ihr.
Beim Fallen, lies der Mann Laras Arm los und landete auf dem Rücken. Dann versetzte die Frau ihm mit dem Knüppel einen weiteren Schlag, der ihn in Ohnmacht brachte.
Sie zog ihre Waffe und schoss auf die Kamera.
„Ab in den 13. Stock. Ich halte diesen Alarm nicht mehr aus." Sagte Alister.
Ohne ein weiteres Wort lief Lara wieder zum Treppenhaus.
Unterwegs liefen ihr einige Wächter entgegen. Da es aber schnell gehen musste, entschied sich Lara für die Pistolen und erschoss jeden Gegner, der ihr zu nahe kam.
Na endlich! Ging es der Grabräuberin durch den Kopf, als sie die Tür zum Kamerakontrollraum erblickt hatte.
Doch vorher kam ihr noch einer der Wachmänner entgegen.
Ohne lang zu überlegen zielte sie auf den Mann und tötete ihn.
„Die Chipkarten." Forderte der Hacker auf.
Lara holte die drei Karten aus ihrem Rucksack und probierte alle durch.
Bei der zweiten öffnete sich die Tür.
Schnell ging sie hinein und schloss die Tür hinter sich.
Die Archäologin war klitsch nass. Überall war sie voller Schweiß und ihre Beine und Arme schmerzten. Sie nahm den Ärmel ihres Jacketts und wischte sich den Schweiß von ihrem Gesicht ab.
Da ertönte eine Stimme aus einem Mikrofon, das an der Wand angebracht war.
„Alle Gäste werden sofort evakuiert. Ein Eindringling befindet sich im Tour de roi. Alle Gäste sofort evakuieren!"
„Was eine Frau nicht alles anstellen kann…." Philosophierte Zip.
Als Lara sich einigermaßen wieder erholt hatte, begab sie sich zu dem Schalterpult, das sich in dem Raum befand.
Auf den Bildschirmen erkannte sie alle Stöcke des Hochhauses.
Die Geschosse 16 bis 13 waren voller lebloser Leichen.
Lara wandte ihren Blick von diesen Bildschirmen ab, denn sie konnte diese Bilder nicht ertragen.
Sie sah sich weiter um und erkannte, dass sich im 10. Stock einige Treppen außerhalb des Gebäudes befanden, die bis zur Straße führten.
„Das könnte unsere Rettung sein." Meinte Alister.
Da fiel Lara jemand in einem der Bildschirme auf.
„Jason!" rief sie.
„Da, er ist im 14. Stock! Ich muss zu ihm!"
Schnell betätigte sie den Knopf, um die Kameras auszuschalten. Im nächsten Moment verschwanden die Bilder.
Lara lief aus der Tür, geradewegs zum Treppenhaus.
Sie musste ihr LPS einschalten, da es schon ziemlich dunkel war.
Als sie auf den Stufen zum 14. Stock stand, sah sie, wie etwas Beiges auf dem Weg nach unten war.
Schnell änderte sie ihre Richtung und lief hinterher.
Sie vernahm Schüsse und dumpfe Geräusche.
Stock für Stock musste sie über blutige Leichen und leere Waffenmagazine laufen.
Nach langem Laufen, war sie im 10. Stock angelangt.
„Lara, es hat keinen Sinn ihm hinterherzulaufen! Geh durch die Tür nach draußen und verschwinde von hier!" riet Zip.
„Aber…"
„Kein Aber! Los!"
Die Archäologin gab nach und lief zur Tür.
„Sie ist verschlossen." Sagte sie und holte sogleich die Schlüssel aus ihrem Rucksack.
Es klappte beim ersten Versuch.
Lara öffnete die Tür und ein kalter Wind wehte über ihren ganzen Körper. Schnell wurde ihr kalt.
Trotz dessen, begann sie die Treppen hinunter zu laufen.
Es war ziemlich hoch, doch sie bemühte sich nicht hinunter zu sehen.
Da schlug die Tür im 10. Stock auf und sie hörte Schritte.
Jason! War ihr erster Gedanke.
Sie drehte sich um ein Mann im Beigen Outfit kam ihr entgegen.
Lara hatte mit ihrer Vermutung Recht. Es war Jason, der ihr entgegen kam.
„Wo warst du?" fragte Lara.
„Es tut mir Leid." Waren seine Worte.
Da schuppste Jason Lara unerwartet auf den Boden.
Erschrocken fiel sie hin. Noch bevor Lara reagieren konnte, verlor sie jeglichen Halt und stürzte in die Tiefe.
Jason rann die Treppen weiter runter.
„LARA! Verdammt tu was!" schrie Zip in ihr Ohr.
Blitzschnell warf Lara ihren Magnethaken aus, in der Hoffnung, er würde irgendwo Halt finden.
Sie hörte ein Schnalzgeräusch und wurde abrupt im Fallen gestoppt.
„Gott sei Dank…" sprach Alister.
Lara war jetzt nur noch einige Meter über dem Boden. Sie schätze, dass sie nun auf Höhe des 6.Stockes war.
Da ihr Haken an dem Treppengeländer Halt gefunden hatte, holte sie nur wenig Schwung und landete dann sicher auf der Treppe.
Von Jason war keine Spur.
Sie lief weiter runter, bis sie endlich wieder normalen Boden unter den Füßen hatte.
Um sich etwas auszuruhen, lehnte sie sich gegen eine Mülltonne und setzte sich hin.
Im nächsten Moment hörte sie Stimmen.
„Wir fahren zurück nach Montmartre, dann sehen wir weiter."
„Jawohl."
Lara erkannte die zwei Stimmen.
Sie schaute um die Mülltonne herum und sah, wie Dean Grew und Jason in ein schwarzes Auto stiegen.
Mistkerl…dachte sich Lara.
„Mistkerl!" schimpfte Zip.
„Lara, ich schlage vor, du kommst nach Hause und dann besprechen wir das ganze." Riet Alister.
„Es tut mir Leid, aber das müssen wir auf später verschieben." Antwortet die junge Frau kämpferisch.
„Aber…"
„Nein! Was glaubst du, wie viel Zeit wir dadurch verlieren? Bis dahin könnte ganz Paris zerstört sein oder Schlimmeres! Ich muss ihnen folgen."
Lara schaute sich um und fand ein Motorrad, das neben dem Hochhaus geparkt war.
Sie setzte den Helm auf, startete den Motor und machte sich auf den Weg nach Montmartre.
Ich finde, das ich das Kapitel etwas besser hätte gestalten könne oder? -mitaugenroll-
Bitte um Reviews!:-)
