Kapitel 16 – In Grews Villa
Die Fahrt führte Lara zu einer gigantischen Villa außerhalb Montmartres, die einen großen Garten hatte und prunkvoll beschmückt war. Außenrum war eine steinerne Wand rundum die Villa befestigt.
Lara parkte abseits und sah zu, wie die Limousine in den Garten durch ein metallenes Tor fuhr, das sich wieder langsam schloss.
„Wie kommen wir jetzt da rein?", fragte Alister.
„Unsere Eintrittskarte kommt schon.", sagte die junge Frau.
Ein Wächter näherte sich dem Eingang. Er stellte sich vor das Tor und sah auf ein kleines Codefeld, das sich auf der Mauer befand.
„Wieder Nachtschicht. Wie ich das hasse.", schimpfte er. Dabei fuhr er verräterisch über seine rechte Hosentasche.
Ok, dann kan´s ja los gehen, dachte sich Lara und schlich behutsam auf den Mann zu.
Sie erkannte nur einige Umrisse des Wächters, denn Licht spendeten nur zwei Lampen, die über dem Tor angebracht waren.
Gebeugt versteckte sich Lara hinter einem Busch, der nur einige Zentimeter von dem Mann entfernt war.
Als der Wächter ihr den Rücken zu wand, sprang Lara blitzschnell hoch, zog ihre Waffen und erschoss ihn. Sie konnte nicht riskieren, dass er aufwachen würde.
De Wachmann fiel tot um und wurde gleich darauf von Lara hinter den Busch geschliffen.
Die Archäologin durchsuchte seine Hosentaschen und wurde fündig. Ein Portemonnaie, dem sie einen Zettel entnahm, auf dem die Ziffern 90345 standen.
Sie packte die Hand des Toten und gab mit dieser die Zahlenkombination ein.
Das Licht blinkte grün und das Tor öffnete sich.
Lara steckte den Zettel in ihren Rucksack und betrat das Grundstück.
Sie versteckte sich hinter jedem Busch, der in der Nähe war, um nicht entdeckt zu werden.
Als sie dann neben der Eingangstür stand musste sie überlegen, wie sie reinkommen sollte.
„Lara, da oben.", sprach der Historiker.
„Ein offenes Fenster und daneben eine Regenrinne. Wie passend.", kommentierte sie und ging in Position.
Lara packte die Rinne und kletterte elegant an hier hoch, bis sie in Höhe des Fensters war. Ein sicherer Schritt und schon war sie auf dem großen Fensterbrett.
Sie schaute durch das offene Fenster und sah vor ihr eine gewaltige Eingangshalle, die mit einem tiefen Weinrot bestrichen war. Viele Bilder und kleinere Reliquien waren an den Wänden befestigt. Eine Treppe, wie Lara sie hatte, gab es hier nicht. Nur eine Wendeltreppe in der rechten Ecke des Raumes.
„Scheiße ist der Schuppen geil!", staunte Zip.
„Wenn er dir so gefällt, kannst du ja gleich einziehen.", erwiderte Alister.
„Ok, wenn du w…"
„Psst!", unterbrach Lara, "Seht doch. Da unten."
Neben der Wendeltreppe hielten sich Grew, Jason und ein Wachmann auf.
„Und wehe einer folgt uns!" konnte die Frau gerade noch vernehmen und sah dann, wie Dean mit Jason hinter einer Tür verschwanden.
Lara reagierte schnell.
Sie warf ihren Haken in Richtung Kronleuchter aus. Als er zugegriffen hatte, prüfte sie, ob das ganze ihr Gewicht auch aushalten würde.
Dann holte sie einmal Schwung auf dem Fensterbrett, indem sie etwas zurückwich und sprang
Lara stürzte auf den Wachmann zu.
Im nächsten Moment lies Lara das Seil los und sprang mit voller Wucht auf den Mann, der sofort umfiel.
Sie saß nun auf seinem Rücken und hielt ihm ihre Pistole gegen den Kopf.
„Da hast du wohl keine gute Arbeit geleistet was? Sag mir sofort, wo die beiden hingehen!"
„Yh…ich sag dir nichts! Wer bist du und was willst du hier?"
Sie packte nun seine Haare und zog seinen Kopf hoch.
Der Mann stöhnte auf.
„Ich bin die Begleitung von Jason McGonnerie und würde gern ein Wörtchen mit ihm reden. Also führ mich zu ihm, wenn dir dein Leben lieb ist.
„Schon gut schon gut…"
„Brav. Und jetzt aufstehen."
Die Frau ging von dem Wächter runter und legte ihre Pistole auf seinen Rücken. Seinen Hals umschlang sie mit ihrem Arm.
Der Wächter war nicht gerade der muskulöseste und war somit leichte Beute für die Lady.
Zusammen gingen sie zur Tür.
„Sie ist verschlossen.", murmelte er.
„Dann mach sie auf.", forderte Lara.
„Schon gut."
Er nahm einen Schlüssel aus seiner Jacke und sperrte die Tür auf.
„Schlüssel her."
Der Mann gehorchte.
„Wohin führt dieser Gang?" wollte sie wissen.
„In den Keller."
„Und was ist dort?"
„Das weiß ich nicht."
„Sprich!"
„Ich weiß es nicht ok!" protestierte die Geisel.
„Gibt es sonst noch was, das ich wissen müsste, um hier zu recht zu kommen?"
„Ich glaube nicht."
„Gut."
Lara drückte den Mann gegen die Wand.
„Hey, was wird das jetzt?", stöhnte er auf.
„Nur ein kleines Abschiedsgeschenk." ,antwortet Lara und drückte dann auf den Abdruck.
Ein dumpfes Geräusch ertönte und schon sank der Mann zu Boden.
„Musste das sein Lara?", fragte der Historiker, der gar nicht hinsehen konnte.
„Wir dürfen keine Zeugen haben Alister!", sprach Lara und folgte dem Gang weiter.
Ihr Anzug war schon total zerrissen und verstaubt von der ganzen Aktion. Doch das störte sie nicht weiter.
Da es immer dunkler wurde, schaltete sie ihr LPS an.
„Schon besser", sagte sie.
„Wie lang wollen wir denn noch so gehen?", jammerte Zip.
„So lang, bis wir auf etwas stoßen.", meinte die Frau.
Sie ging folgte dem gang weiter und stieß ab und zu auf Bilder von Grew und Ausgrabungsstätten.
Da fiel ihr ein rotes Licht in die Augen.
Sie bog um die Ecke und sah einen Gang, der über und über mit Lasern ausgestattet war.
„Ok…was geht hier ab?", sagte Zip erstaunt.
„Anscheinend hat Mr. Grew vorgesorgt." Sagte Lara.
„Sieh doch. Da ist Platz genug für eine Chipkarte.", sprach Alister.
„Eine Chipkarte, die wir nicht haben. Dann müssen wir eben so durch.", kommentierte die Grabräuberin und begab sich in Position.
Sie dehnte sich kurz durch, um ihre Muskeln aufzuwärmen.
Man weiß ja nie.
Der erste Laser war kein Problem. Einmal drüber gegangen und fertig.
Der zweite jedoch war bedrohlich nah und bewegte sich rauf und runter.
Lara atmete tief ein und rollte sich seitlich durch den zweiten Laser hindurch.
Bei dem dritten Hindernis machte sie eine Hechtrolle zwischen zwei Lasern hindurch.
Dann kam sie zu einem breiten Laserstreifen, der sich in die Länge zog. Lara sah keinen anderen Ausweg und musste irgendwie drüber springen.
Sie schätzte die Entfernung auf fünf Meter. Das müsste zu schaffen sein.
Sie ging so weit wie möglich nach hinten, konzentrierte sich und nahm dann Anlauf mit möglichst vielen kleinen Schritten. Kurz vor dem Laser sprang sie mit dem linken Bein kräftig vom Boden und machte dann eine elegante Flugfigur in der Luft. Sie landete mit einer Rolle nur wenige Zentimeter vom Ende des Lasers.
Da kamen viele kleine Laserstrahlen von oben. Blitzschnell wich Lara einen Schritt nach vorne aus.
Gerade noch rechtzeitig.
Nur noch eine Laserfalle trennte sie von einer Tür, die sie am Ende des Ganges sah.
Dieses Mal wurde es komplizierter. Ein Haufen von Lasern, die kreuz und quer angeordnet waren hinderten sie vor dem Weitergehen.
„Jetzt hilft nur noch Akrobatik!", meldete sich Zip.
Beim genaueren Betrachten erkannte die Frau doch eine gewisse Regelmäßigkeit in der Anordnung der Laser.
Erst kamen zwei Laser von rechts und links, dann zwei in der Mitte senkrecht und zwei waagrecht. Dann ging es wieder von vorne los.
Die Archäologin kroch durch die ersten beiden durch, ging durch die zwei senkrechten Lasern hindurch und vollbrachte dann einen Handstand über die zwei nächsten waagrechten Lasern.
Dann stand sie wieder vor den zwei schrägen Lasern.
Wieder kroch sie hindurch, ging an den zwei senkrechten vorbei und vollbrachte den Handstand über die letzten zwei Laser.
Da tauchte auf einmal einer von unten auf.
Blitzschnell sprang Lara hoch.
„Gut gemacht. Und jetzt zur Tür.", sagte Alsiter etwas angespannt.
Die Archäologin entspannte ihre Muskeln und machte sich dann auf zur Tür.
Sie war offen und grünliches Licht kam aus dem kleinen Spalt.
Lara kam näher.
Na endlich! Puh...man hab ich mir die Finger dafür wund geschrieben!
Na, schon gespannt, was hinter der Tür ist?
