Kapitel 19 – Höhen und Tiefen
Durch das Fenster sah sie viele weiße Landschaften und Bergspitzen, die bis in den Himmel reichten. Lara saß gerade im Flugzeug und genoss die Aussicht. Mit dem Laptop auf ihren Oberschenkeln erhielt sie den Kontakt mit dem Croft Manor. Über einen Chat, den Zip programmiert hatte, konnten sie sich bequem unterhalten.
Lara: Alsiter, konntest du schon etwas in den Büchern finden?
Alsiter: Noch nicht. Es sieht zwar nach wenig aus, aber da befinden sich Massen an Büchern. Ich und Twarain sind schon eifrig auf der Suche.
Lara: Und was ist mit dem Splitter?
Alister: Da wir ihn nicht herausholen können, behindert das unsere Erörterung natürlich drastisch. Aber wir geben unser Bestes.
Lara: Ok. Ich zähl auf euch Ach übrigens; echt toll dieses Programm Zip ;-)
Zip: Danke! Man(n) tut , was man(n)kann g
Lara: Oh, ich kriege gerade einen Anruf. Moment!
„Lara Croft."
„Hallo Miss Croft."
„Oh, Miss Nicklson. Wie schön von Ihenen zu hören.
„Die kann ich über sie nicht gerade sagen Miss Croft. Ich habe Ihnen doch gesagt, dass Sie mich regelmäßig über den Stand der Dinge informieren sollen. Warum haben Sie das nicht gemacht?"
„Es tut mir Leid, aber wir alle waren wohl zu beschäftigt mit der Suche nach Hinweisen auf unser Artefakt."
„Na immerhin bemühen Sie sich. Da freut mich. Wo sind Sie denn gerade?"
„Ich bin auf dem Weg nach Himalaya zum Tempel des Arun. Dort soll sich anscheinend die weiße Kugelhälfte befinden. Ich hoffe ich werde fündig."
„Schön schön schön. Wie hat Ihnen eigentlich meine Party gefallen? Es tut mir Leid, dass ich nicht kommen konnte, aber mir ist etwas dazwischen gekommen."
„Die Party war anfangs sehr gelungen, jedoch gab es später ein großes Durcheinander und…Oh, ich sehe gerade, dass wir gleich landen. Sobald ich etwas Neues weiß, melde ich mich sofort bei Ihnen."
„Tun Sie das. Auf Wiederhören Miss Croft."
Ich hab ja ganz vergessen, dass ich sie anrufen sollte. Naja…dachte sich Lara.
Lara: Das war Nicklson! Später mehr! Ich muss weg. Tschau
Alister: Bye.
Zip: Bis später!
Als Lara den Flughafen von Lugtha um 11Uhr hinter sich gelassen hatte, fuhr sie mit einem Schneemobil, das sie sich in einem Geschäft geliehen hatte zum Berg Shisha Pengrne. Denn dort sollte sich auch der Tempel des Arun befinden.
Mit Vollgas fuhr sie durch die Schneelandschaften.
Dabei hatte sie ihre Standartoutfit, wenn es in Schneegebiete ging. Einen blauen Pullover und eine warme Parkerjacke darüber, eine warme schwarze Hose, feste Stiefel, schwarze Lederhandschuhe und ihre Ausrüstung.
Die zwei 9-mm Pistolen, das LPS, einen Rucksack mit Verbandszeug, Munition und Wasser. Natürlich auch ihren Gurt mit Fernglas, Granaten und ihrem Haken.
„Endlich sind wir da", sprach sie in ihr Headset.
„Der Berg Shisha Pengrne. Über 8010 Meter. Einer der vielen gigantischen Berge im Himalayagebirge.", erläuterte Alister.
„Dann machen wir uns mal auf den Weg.", sagte Lara und Parkte im Schneemobil in einer kleinen Höhle, die sich am Fuß des Berges befand.
„Dieses Gebirge ist gigantisch. Ich weiß nicht mal, wo ich hier anfangen soll. Dieser Berg scheint unendlich hoch zu sein."
„Einfach der Nase nach. Irgendwann werden wir schon auf etwas stoßen.", munterte Zip sie auf.
„Aber nicht, dass du einfrierst. Hier unten ist das Wetter noch ganz gut. Aber je höher du gehst, desto mehr Stürme werden dich sicher erwarten!", bemerkte Alister.
„Keine Angst. Ich schaff das!"
„Wow, schaut euch mal diese Aussicht an.", sagte Lara.
Mittlerweile war sie schon ein ganzes Stück gegangen, doch von dem Tempel war nichts zu sehen.
„Echt klasse! Pass aber bloß auf, dass du nicht ausrutschst. Wer weiß, was da unten auf dich wartet.", hörte man Zip sagen.
„Und das Gebirge und die Hänge des Berges werden auch immer steiler. Sei vorsichtig.", sprach Alister.
Lara befand sich auf einer ebenen Fläche, die sich rund um den Berg schlängelte und so verschiedene Formen annahm. An manchen Stellen war sie groß und flach. An anderen wiederum steil, klein und unpassierbar.
Die Archäologin bog gerade nach links auf einer etwas größeren Fläche, als sie vor zwei Höhleneingängen stand.
„Oh. Was jetzt?", fragte Alsiter.
„Nimm einfach den Rechten. Rechts ist immer gut.", schlug der Hacker vor.
„Na gut. Dann nehmen wir den Rechten.", erwiderte Lara und ging auf den rechten Eingang zu.
Sie musste ihr LPS einschalten, als es in dem Durchgang zu dunkel wurde.
Wo das wohl hinführt? Ging es ihr durch den Kopf.
Nach langem Gehen, konnte sie ein helles Licht erkennen. Da sie nicht mehr länger in diesem dunkeln Tunnel sein wollte, lief Lara zu dem hellen Licht.
Als endlich wieder Sonnenstrahlen ihr Gesicht berrührten, schaute sich die junge Frau um.
Sie war auf einer kleinen Plattform, die gute Sicht auf ein riesiges Tal gab.
Dieses Tal schien nur aus Eis und Schnee zu bestehen.
Gewaltige Gletscher zogen sich über einen hügeligen Untergrund und tausende Bergspitzen ragten seitlich von diesen heraus.
Weiter unten konnte man eine große Kerbe in einem der Gletscher erkennen.
Je weiter man nach hinten schaute, desto mehr und mehr Nebel versperrten einem die Sicht.
Lara stand fast an der Spitze des Gletschers, der bei dem Berg Shisha Pengrne anzufangen schien.
„Gut, und was machen wir jetzt?", fragte Zip.
„Das wüsste ich auch gerne. Hast du nicht vielleicht irgendwelche Karten von diesem Gebirge?", wollte Lara von ihrem Computerfachmann wissen.
„Moment. Unser Satellit kann uns sicher paar nützliche Bilder liefern.", antwortete er und fing an in die Tasten zu hauen.
„Ah, da haben wir ja was. Unser Berg Shisha, paar Gletscher, wieder Berge, Schnee...Eh, kannst du da was erkennen Alister?", murmelte Zip.
„Naja, leider nicht viel mehr als du Zip.", hab der Historiker von sich.
„Ja gut. Dann werden wir wohl so zu recht kommen müssen.", sagte Lara und nahm ihr Fernglas zur Hand.
Lara schaute nach unten und konnte nur einige Einkerbungen und Steine auf einem steilen Hang erkennen.
Dann schaute sie nach vorn und zoomte ran. Mehr als viele Bergspitzen konnte sie dort nicht erkennen.
Sie wand sich nach rechts und zoomte dann soweit, bis es nicht mehr ging.
„Jungs, ich glaube…ARGH!", stöhnte Lara auf.
Die Archäologin fiel nach vorne und verlor dabei ihr Fernglas.
„Lara, was ist los?!", kam es von beiden Männern.
„Ich…ich weiß nicht. Da war was und…", sagte sie immer noch erschrocken.
Plötzlich hörte sie ein Knacken. Die Plattform drohte runter zufallen.
Schnell stand Lara auf und drehte sich um, doch im nächsten Moment verlor sie den Boden unter den Füßen.
Sofort suchte sie nach einer Kante, um sich festzuhalten. Rechtzeitig erblickte sie eine und griff sofort nach dieser. Sie hörte, wie geräuschvoll die Schneemasse nach unten fiel und den steilen Hang beschädigte.
Ihr Adrenalin stieg und ihre Wangen wurden warm. Sie versuchte den Höhleneingang mit einem gekonnten Sprung zu erreichen, doch da hörte sie ein seltsames Krähen.
Sie schaute über ihre linke Schulter und sah, wie ein mächtiger Eisvogel auf sie zugeflogen kam.
„Lara, verschwinde da, bevor er dich mit seinem Schnabel aufspießt!", schrie Zip.
Die Archäologin stieß sich mit ihren Beinen ab, und sprang nach oben, kurz bevor der Vogel in das Eis mit seinem gewaltigen Schnabel eindrang.
Als die Lara wieder nach unten fiel, streckte sie ihre Beine aus und versuchte mit voller Kraft den Vogel mit diesen zu treffen.
Es gelang ihr auch und der Schnabel des Tieres brach ab.
Als der Vogel im Sturzflug nach unten flog, warf Lara ihren Haken aus, Dieser drang in das Eis ein und konnte so das Gewicht aushalten.
Lara machte es sich an der Eiswand in der gewohnten Stellung bequem und musste erstmal wieder ihre innere Ruhe finden.
Als ihr Herz wieder halbwegs normal schlug, meldete sie sich zu Wort.
„Unglaublich. Was war das?"
„Wichtig ist, dass du es überlebt hast. Pass bloß auf, dass dieses Vieh nicht noch mal zurückkommt.", sprach Alister.
„Und mein Fernglas?"
„Das finden wir sicher", sagte Zip, „Aber schau dir mal diesen Schnabel an."
„Ja, du hast Recht.", sagte Lara.
Sie streckte ihre Hand nach dem Schnabel und berührte ihn mit den Fingerspitzen.
Sie hatte gedacht Kälte zu spüren. Doch der Schnabel war angenehm warm. Sie konnte viele kleine Zähne im Schnabel erkennen und an der abgebrochenen Spitze ein Muster, das Fell ähnelte.
„Unfassbar, dass es so was gibt.", flüsterte sie.
„Lara, hast du vorher nicht etwas gesehen?", fragte Alister.
„Achja…stimmt. Da drüben.", Lara zeigte mit ihrem linken Finger nach links zu dem Krater.
„Ich habe da etwas glitzern sehen.", fügte sie hinzu.
„Gut, dann würd ich mich mal da auf den Weg machen.", bestimmte Zip.
„In Ordnung. Aber es wird nicht einfach.", erklärte Lara und bereitet sich auf eine große Kletterei vor.
Sie studierte das Gebirge und suchte sich einen Weg nach unten. Glücklicherweise waren auch hier viele Risse und Kanten, an denen sie sich gut festhalten konnte.
Für den Anfang entschied sie sich auf eine Plattform etwas weiter links unter ihr zu springen. Dazu seilte sie sich langsam auf Höhe der Plattform ab. Sie nahm etwas Schwung und landete auf dem Eissockel. Den Haken löste sie aus dem Eis mit einem kräftigen Ruck.
Lara schaute sich wieder um und sah einige Risse an dem vereisten Hang, der senkrecht nach unten führte.
Sie schaute weiter und sah, dass sie über diese Risse zu einem kleinen Loch in der Eiswand gelangen konnte.
Nach einem kurzen Aufwärmen, griff die Archäologin nach der Kante auf Augenhöhe und stützte sich mit den Beinen ab. Sie hangelte nach links bis zum Ende, nahm Schwung, stieß sich mit den Beinen von der Wand ab und griff dann sofort nach der anderen Kante.
Dies wiederholte sie zweimal, bis sie zu einer größeren Entfernung zwischen zwei Furchen kam. Die zu erreichende Furche war etwas tiefer.
Lara schaute, ob es noch einen anderen Ausweg geben könnte, doch sie musste es schaffen.
Sie griff fester in die Kante und schlug mit dem rechten Schuh ein kleines Loch in die Wand, um sich dann besser abzustoßen.
Wieder nahm sie Schwung, stieß sich mit voller Kraft mit dem rechten Schuh ab und versuchte die andere Kante so schnell wie möglich zu greifen. Mit der rechten Hand konnte sie gerade noch Halt finden und zog die Linke schnell nach oben, um sich mit beiden Händen halten zu können.
Der Boden des Loches bildete eine gerade Linie, sodass Lara sich nur nach links hangeln musste und sich dann in das Loch hochzog.
Sie setzte sich hin und fuhr sich mit der Hand über den Kopf und Stirn.
Nach einer kurzen Erholung ging es auch schon weiter.
Die Grabräuberin sah, dass sich unter ihr eine schiefe Plattform befand.
Gegenüber von dieser ragten einige dünne Eissockel hervor, die wie weiße Säulen aussahen.
Sie waren überall verstreut, doch wenn man sie richtig nützen würde, würde man zu einer ebenen Fläche gelangen.
Schon sprang Lara nach unten zu der Schneeplattform.
Gleich nachdem sie gelandet war, fing sie an in Richtung der Schneesäulen zu rutschen.
Im letzen Moment, sprang sie zur ersten Säule, auf der sie gekonnt landete.
Wieder musste sie an ihre Turnhalle im Croft Manor denken, in die sie vor kurzem etwas Ähnliches einbauen lies, nachdem sie von einer kleineren Reise zurückgekehrt war und solch ein Hindernis überwinden musste.
Lara streckte ihre Arme auseinander, um die Balance halten zu können. Als sie ihren Weg mehrmals durchgegangen war, sprang sie zur nächsten Säule und auch dieser Sprung gelang ihr.
Da die nächste Säule vor ihr zu weit weg war, drehte sie sich vorsichtig nach links und sprang dann zum nächsten Sockel. Dann drehte sie sich um 90° und landete auf der nächsten Säule.
Nur noch zwei…dachte sie sich.
Doch da hörte sie wieder das Krähen.
Sofort stieg ihr Puls ins Unermessliche.
Was, wenn sie runterfallen würde?
Ihre Hände fingen an zu schwitzen und Lara schaute in alle Richtungen, um die kommende Gefahr zu orten.
Plötzlich verlor sie die Balance und kippte nach hinten. Schnell streckte sie ihre Arme nach oben, um den Sockel zu greifen.
Noch immer schlug ihr Herz schnell und ihre Hände waren schon ganz nass.
Als das Krähen immer lauter wurde, hangelte sie sich schnell um den Sockel herum, drehte sich nach hinten und sprang dann zum nächsten Sockel.
Auch dieser war sehr kalt, sodass sie schnell handeln sollte.
Da spürte sie, wie etwas an ihrem Rucksack zog.
„Mistvieh!", schimpfte sie und wackelte mit ihrem Rücken hin und her, um den Vogel los zu werden.
Für einen kurzen Moment, ließ das Tier ab.
Sofort hangelte Lara rechtsrum und sprang dann auf die rettende Plattform.
Mit einem stöhnen stand sie auf und sah schon, wie sich der Vogel wieder näherte.
Lara wich mit einer Rolle nach hinten dem Angriff aus und holte ihre Pistolen aus dem ledernen Halfter.
Augenblicklich, fing sie an auf das Eistier zu schießen.
Dieses blieb jedoch unversehrt und richtet den Schnabel auf die Archäologin.
„Lara, der Kopf!", kam es von Zip.
Zwischen den Augen des Tieres war ein kleiner schwarzer Stein.
Sogleich zielte Lara zwischen die Augen des Vogels und noch bevor er die junge Frau erreichen konnte, zersplitterte er in tausend Eisstückchen in der Luft.
„Na endlich.", sagte Lara und kniete nieder.
„Das war echt klasse. Doch bis zum Ziel ist es noch weit.", sagte Alister.
„Wir müssten irgendwie über den Gletscher kommen.", sprach Lara und schaute sich um.
„Hey, wer sagts denn." Sie drehte sich um und streckte ihre Hand nach dem Fernglas aus.
„Und, was habe ich gesagt?", erwiderte Zip stolz.
Lara schaute durch das Fernglas zu der besagten Stelle.
Jetzt konnte sie einige Konturen sehen. Es sah aus wie eine riesige silberne Kugel, die sich ebenfalls ein Stück über dem Krater auf einer Plattform aus Eis befand.
Sie steckte das Fernglas an den gewohnten Platz und stand auf.
Da vernahm sie ein Knarzen.
„Was ist das?", fragte Alister.
Lara drehte sich nach hinten und sah, wie sich an der Kante zwischen Plattform und Eiswand Risse bildeten.
„Oh nein….", kam es von Lara, doch im nächsten Moment, fiel sie samt Eisscholle in die Tiefe Richtung Gletscher.
Schnell rammte sie den Haken in das Eis, und machte das Seil so kurz wie möglich. Sie kniete sich hin, um nicht von der Plattform zu Fallen.
Nach kurzer Zeit, landete sie samt Eisscholle auf dem Gletscher mit einem dumpfen Geräusch. Der Aufschlag, wurde dank dem weichen Schnee etwas gedämpft.
Gerade, als Lara den Haken wieder lösen wollte, fing die Scholle an sich zu bewegen.
Sie schaute nach oben, und sah, wie eine Lawine auf sie zukam.
„Scheiße Lara! Was machen wir jetzt?", fragte Zip voller Angst um seine Arbeitgeberin.
„Einen kühlen Kopf bewahren mein Lieber.", sagte Lara mit einer kämpferischen Stimme.
Schon rutschte die Eisscholle den Gletscher hinab.
Die junge Frau stelle sich auf die Plattform und behielt sowohl die Lawine hinter sich als auch das, was vor ihr war im Auge.
Die Scholle wurde immer schneller und es sah so aus, als würde sie die Schneemaße hinter sich abhängen.
Da bemerkte Lara, dass sie direkt auf den Krater zurutschte.
Nur noch einige Meter und sie würde in die Tiefe stürzen.
Lara versuchte den Haken aus dem Eis zu lösen, doch er steckte fest.
Wieder begann ihr Herz zu rasen.
Als sie merkte, dass alles sinnlos war, stürzte sie im nächsten Moment gemeinsam mit der Eisscholle in den tiefen Krater.
Wow…5 Seiten in Word, bisher mein längstes Kapitel!Ich hoffe ihr wisst das zu schätzen -lol-
Ja ja.. da stürzt Lara in die Tiefe! Die Arme! -heul-
