Und schon geht's wieder weiter ;-)

Ich hoffe, dass es so spannend bleibt, wie bisher!

Kapitel 22 – Aus Ein wird Drei

„Nicht schlecht, nicht schlecht."

„Wer ist da?!", sagte Lara und blickte durch die Halle.

„Was denn? Erkennst du meine Stimme etwa nicht mehr?", wurde ihr geantwortet.

Lara schaute um eine große Säule herum.

„Sollte ich?", fragte sie.

„Ah, wie ich sehe hast du den blauen Schlüssel. Das freut mich.", sprach die Stimme.

Sofort zog Lara den Schlüssel an ihre Brust und musterte die Halle skeptisch.

„Sei doch nicht so misstrauisch. Jetzt können wir das Tor doch öffnen."

Lara meinte etwas Hellgrünes aufleuchten gesehen zu haben. Schnell lief sie auf die Stelle zu.

„Hab ich dich!"

Lara wurde an ihren Schultern gepackt und blickte hoch.

„Jason!", sagte sie erschrocken, „Was willst du denn hier?"

„Das Selbe wie du würde ich mal sagen Lara.", sprach Jason und schaute die junge Frau mit seinen dunkelblauen Augen an.

Lara riss sich aus seinen Armen los und musterte in misstrauisch.

Sie sah, dass er in der rechten Hand den selben Schlüssel wie sie hatte, nur, dass seiner einen hellgrünen Diamanten als Griff hatte.

„Woher hast du den?", fragte sie Jason.

„Ich war im Gang der 1000 Rätsel. Ich bin mir sicher, dass das eine gute Entscheidung war.", sagte er und schaute auf Laras Verletzungen.

„Weichei.", erwiderte Lara spöttisch.

Jason setzte eine skeptische Miene auf.

„Nun gut. Ich würde mal sagen, dass du mir jetzt deinen Schlüssel gibst, damit ich das Tor öffnen kann. Ich hoffe, dass wir so einer Meinungsverschiedenheit, wer nun das Tor öffnen darf entgehen können.", sagte er, lächelte kurz und schnappte dann nach Laras Schlüssel.

„Nichts da", sagte sie und wich einen Schritt zurück.

„Lara gib mir jetzt einfach den Schlüssel oder, oder –„

„Oder was? Willst du mich etwa umbringen?", fragte Lara und musterte Jason von oben nach unten.

„Nicht ganz", antwortete er und kam auf Lara mit einem hohen Tempo zugerast.

Lara konnte gerade noch ausweichen, indem sie über Jason sprang.

„Du hast es ja nicht anders gewollt.", warnte Lara und stellte sich in Kampfposition.

„Keine Waffen. Ein fairer Kampf.", entschied Jason und schaute zu Lara.

„Ich schätze, dass ich so und so im Vorteil liege. Durch deine Verletzungen bist du ziemlich geschwächt meine Liebe.", stellte er fest und lächelte kurz auf.

„Dann kennst du mich wohl noch nicht.", meinte Lara und sprach sich in Gedanken Mut zu.

Schon im nächsten Moment kam Jason wieder auf sie zugerannt.

Er streckte seinen linken Arm aus, um den blauen Schlüssel zu erwischen. Lara wich mit einem Seitwärtssalto aus und steckte dabei den Schlüssel in ihre Jacke.

Als sie landete schlug Jason mit seinem Fuß in ihre Richtung. Schnell duckte sich Lara nach unten und versuchte Jason mit ihrem linken Fuß in die Kniekehle zu schlagen.

Doch er wich gekonnt aus und reichte dann Lara seine Hand.

„Deine Hilfe brauche ich nicht.", erwiderte sie auf seine Geste und stand mit einem eleganten Rückwärtsflickflack wieder auf.

„Nicht schlecht. Wo hast du das gelernt? Im Zirkus?"

„Ha ha ha, sehr witzig du Steinblock.", antwortete Lara unberührt.

Jason lachte kurz auf und holte dann mit seinem rechten Arm aus.

Lara bückte sich leicht nach links und kickte dann mit ihrem rechten Bein in Jasons Bauch.

Sie wunderte sich, was für harte Bauchmuskeln er doch hatte.

Doch da durchfuhr sie wieder der Schmerz ihrer Wunde.

„Das tat nicht sehr weh Liebes.", sprach er und drehte sich zu ihr um.

Lara schloss für einen kurzen Augenblick ihre Augen und spürte, wie Jasons Faust sie in den Rücken traf. Sogleich fiel Lara auf den Boden.

„Ich hab doch gleich gesagt, dass deine Verletzungen dich behindern werden.", sprach er zu Lara und es schien so, als ob in seiner Stimm ein Hauch Mitleid zu erkennen war.

Doch da traf Jason ein starker Tritt ins Gesicht vom Boden aus.

Er taumelte nach hinten.

Sofort stand Lara auf und nutze die Chance um Jason eine Reihe weiterer Schläge zu verpassen.

Sie schlug ihm mit ihrer Faust ins Gesicht und verpasste ihm einen kräftigen Tritt in die Brust.

Jason wich immer weiter nach hinten und hustete auf. Er legte seine Arme schützend vor das Gesicht.

Wieder trat ihm Lara in die Brust und versetzte ihm dann einen Kinnhacken.

Jason fiel zu Boden.

„Na, zu viel versprochen?", fragte sie spöttisch.

Jason hustete kurz.

„Nicht schlecht, aber ich bin noch lange nicht fertig.", erwiderte er und streckte seine Hände nach Laras Wunde aus.

Er drückte auf den Verband so stark, dass Lara ein heftiger Schmerz durch den ganzen Körper fuhr.

„Du Scheißkerl!", schrie sie auf und sank zu Boden.

„Man tut, was man kann.", meinte Jason nur und setzte sich auf Lara drauf.

Er öffnete ihren Parker und suchte dann nach dem Schlüssel.

Lara schlug mit den Beinen umher und versuchte mit den Händen Jasons Arme wegzubekommen, doch er war einfach zu stark.

Mehrmals berührte er sie unangenehm an der Brust, bis er den Schlüssel gefunden hatte.

Er hielt ihn Lara vors Gesicht.

„Danke Süße.", sagte er nur und steckte den Schlüssel in seine Hosentasche.

„Du kannst mich mal.", erwiderte Lara und spuckte Jason ins Gesicht.

„Nana, das gehört sich nicht für eine Lady.", sagte er kopfschüttelnd und wisch sich mit seiner Hand über das Gesicht.

Dann packte er die junge Frau an den Armen und ging von ihr runter. Er zerrte die Archäologin zu einer der Säulen und band sie an diese, sodass Lara ihre Arme nicht mehr bewegen konnte.

„Mach es dir bequem, ich bin gleich wieder da.", hauchte er ihr ins Ohr und ging dann zu dem silbernen Tor.

Lara spürte, wie der Zorn in ihr stieg und stieg. Sie könnte diesen Mann nur so mit Schimpfwörtern übergießen, doch sie brachte kein Wort raus.

Lass die was einfallen, lass die was einfallen…murmelte sie.

Schon nach wenigen Augenblicken hatte Lara einen Plan.

Sie fing an das Seil an der scharfen Kante der Säule zu reiben.

Als Jason den blauen Schlüssel in das linke Loch steckte, hatte sich Lara schon fast befreit.

„Ich habs!", freute sie sich, als sie das Seil durchtrennt hatte.

Sie drehte sich langsam in Jasons Richtung und sah, wie er gerade den grünen Schlüssel in das vorgesehene Loch steckte. Er drehte beide Schlüssel zweimal nach innen. Dann stellte er sich vor das Tor auf eine Druckplatte. Schon nach wenigen Sekunden war ein lautes Knarren zu hören und das Tor öffnete sich, indem es sich in zwei Teile teilte, die dann in den Wänden verschwanden.

Langsam schritt Jason durch das Tor.

Doch da sah er, wie eine Gestalt links von ihm vorbeiraste.

„Hey! Was soll das?", fragte er laut.

„Ich hole nur das, was mir zugesteht!", schrie ihm Lara zu und rannte in die Mitte des großen weißen Raumes.

Sofort lief Jason ihr hinterher.

„Da ist sie, die weiße Hälfte.", staunte Lara und hielt vor einem runden Tisch, der so weiß war wie die Unschuld selbst an.

Auf ihm befand sich ich in einer kleinen Mulde eine durchsichtige Kugelhälfte.

Das ganze wurde von einem hellen Lichtstrahl, der von der Decke kam beschützt.

„Die weiße Hälfte der Àvla.", sprach Lara gebannt und betrachtete das Artefakt von allen Seiten.

Die junge Frau streckte schon ihre Hand nach dem Artefakt, als Jason diese packte.

„Glaubst du nicht, dass das zu einfach ist?", fragte er.

„Auf einmal wieder auf meiner Seite?"

„Ich will nur nichts riskieren.", antwortete er und schaute der jungen Frau tief in die Augen.

Sie erwiderte den Blick für einen kurzen Moment, als ihr etwas Seltsames hinter Jason auffiel.

„Pass auf!", sagte sie und duckte sich.

Etwas Schwarzes flog über die Köpfe der beiden hinweg.

„Was war das?", fragte Jason völlig perplex und schaute sich im Raum um.

Lara nutze die Chance und streckte ihre Hand wieder nach der weißen Kugelhälfte aus, als das schwarze Etwas wieder an ihr vorbei flog und samt der weißen Kugelhälfte verschwand.

„Mist!", ärgerte sich Lara und schaute nach oben.

„Da ist es!", sagte Jason.

Lara schaute nach oben und sah, wie ein schwarzer Fleck an den Wänden hochkletterte.

Schnell warf Lara ihren Haken in seine Richtung aus und zog sich so schnell wie möglich hoch. Als sie die Gestalt schon fast erreicht hatte, holte Lara Schwung und sprang auf die mysteriöse Gestalt zu.

Sie packte sie an den Füßen, doch ehe sie etwas weiter tun konnte, schüttelte der Feind seine Beine, sodass Lara loslassen musste und nach unten fiel.

Sie sah, wie die Gestalt über ein Loch nach draußen gelang und dann von einem Hubschrauber geholt wurde und samt diesen verschwand.

Sie vergaß ganz, dass sie fiel und landete unerwartet in Jasons Armen.

„Das ging ja noch mal gut!", sagte dieser und schaute Lara beschützerisch an.

„Gut? Das ging gut?!", erwiderte Lara verärgert und riss sich von Jason los.

„Wir wissen nicht wer oder was das eben war. Die weiße Hälfte ist weg und dazu kommt, dass sie vielleicht in falsche Hände geraten ist!"

„Nun beruhig dich doch. Sei froh, dass wir beide noch am Leben sind. Wer weiß, was dieses Etwas noch hätte anstellen können.", sagte Jason.

Lara schaute Jason unverständlich an.

„Sag mal, ist dir das Artefakt eigentlich wichtig oder spielst du nur? Vielleicht verbirgst du aber auch etwas vor mir, dass ich nicht wissen sollte?", fragte Lara indem sie ihren Ton Wort für Wort sank und sich Jason langsam Schritt für Schritt näherte.

„Das einzige was ich weiß ist, dass ich jetzt für meinen Teil verschwinde.", antwortete er und holte einige Haken und ein Seil aus seinem Rucksack.

„Gut, dann geh doch. Aber eins sage ich dir. Wenn jemand von uns beiden das Artefakt bekommt, dann bin das ich.", flüsterte Lara Jason zu und kam ihm erwartungsvoll noch näher, sodass sie die Wärme seine Körpers schon spüren konnte.

Jason legte seine Arme um Laras Taille und schaute abwechselnd auf ihren Mund und ihre Augen.

Lara tat es ihm gleich und näherte sich seinen Lippen.

„Oh nein Süße. So was zieht bei mir nicht. Noch nicht…", sagte Jason belustigt und löste sich mit einer ruckartigen Bewegung von Lara.

„Man sieht sich.", waren seine letzten Worte, als er von seinem Seil in hohem Tempo hochgezogen wurde und dann auch durch das Loch verschwand.

Lara wusste nicht mehr was sie denken sollte.

Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Wollte sie so wirklich nur an Informationen kommen oder steckte mehr dahinter?

Sie rieb sich mit ihren Händen über das Gesicht, um auf andere Gedanken zu kommen.

„Zeit hier zu verschwinden.", sagte sie sich.

Sie holte ihre Pistolen und schoss damit auf ihren Haken, der immer noch in der Eiswand steckte. Er löste sich und fiel in Laras rechte Hand.

Erneut warf sie ihn wieder hoch und zog sich dann an ihm nach oben. Sie streckte ihre Hände nach dem Loch aus, nahm Schwung und zog sich dann hoch. Oben angelangt löste sie ihren Haken wieder aus der Eiswand und steckte ihn an den gewohnten Platz.

„Endlich draußen!", freute sie sich und atmete tief ein.

Da hörte sie seltsame Stimmen in ihrem Ohr.

„-- nichts passiert!"

„Ich tu doch schon mein Bestes!"

„Lass mich mal ran!"

Lara konnte es nicht glauben.

„Zip? Bist du das? Hey ich bins, Lara! Hörst du mich?", sprach die Archäologin in ihr Headset.

„Lara? Lara! Yeah! Alister, ich hab es geschafft! Ich hab Lara wieder belebt!", schrie Zip in Laras Ohr.

„Oh mann, bin ich froh dich zu hören Zip.", sagte Lara freudestrahlend.

„Hallo Lara. Zum Glück bist du noch wohlauf. Was war denn los?", fragte Alister.

„Ich habe keine Ahnung, aber meine Gedanken schlagen gerade Purzelbäume. Es wäre nett, wenn ihr mir mal einen Hubschrauber bringen würdet.", sprach Lara.

„Würden wir ja gerne, aber wo bist du denn überhaupt?", fragte Zip.

Lara holte ihr Fernglas und erkundete die Gegend um sie herum.

„Jungs, ihr werdet es mir nicht glauben, aber ich bin nur ein paar hundert Meter über dem Flughafen von Lugtha."

Ohja, ein Kapitel, dass viele Fragen offen lässt was?

Ich hoffe, dass es euch trotzdem gefallen hat!

Ich warte wieder gebannt auf TOLLE reviews!

Eure lara4ever