So! Nach langer zeit geht es auch hier wieder weiter. Ich weiß, ich wollte eigtl. zwei Kapitel reinstellen, aber Schule geht voraus! Wünsche euch ein angenehmes Lesen und Reviews sind natürlich immer willkommen )
Kapitel 24 - Die Ausgrabungsstätte in Madonie
Die warmen Sonnenstrahlen über dem Strand von Palermo fielen auf den nassen Körper der Archäologin. Kleine Wassertröpfchen kullerten über den Feuerroten Bikini der jungen Frau. Normalerweise regnete es oft um diese Zeit auf Sizilien, doch Lara und die anderen Strandbesucher hatten Glück.
Lara wusste nicht, wie lange sie schon auf der Liege lag, aber ihr Durst verriet ihr, dass es wohl schon zu lange war. So stand sie auf und ging zu einer kleinen Cocktailbar, um etwas Erfrischendes zu trinken.
Kaum war sie angekommen, wollten ihr schon Dutzende Männer einen Drink ausgeben, jedoch lehnte Lara gekonnt ab und setzte ihre Brille auf.
Sie nahm auf einem der Barhocker Platz und bestellte ein Glas der Champagnerbowle.
Während die Archäologin es genüsslich leerte, sah sie, wie unzählige Menschen den Strand plötzlich verließen und zum Marktplatz, unweit vom Strand, liefen.
„Und schon ist der Traum von einem erholsamen Wochenende vorbei.", scherzte Lara in Gedanken.
Gleich darauf bezahlte sie ihr Getränk, packte ihre Sachen zusammen, zog ihre Jeansshorts und das blaue Tangtop an und lief den anderen Leuten hinterher.
Schon nach wenigen hundert Metern hatte sie den Strand hinter sich gelassen und war nun Mitten auf einem Markt. Nur schwer konnte Lara erkennen, was sich vor ihr abspielte. Vorsichtig quetschte sie sich durch die Menschenmassen, bis sie endlich gute Sicht auf das Geschehnis hatte.
Ein Archäologenteam versuchte den Markt zu verlassen, doch tausende Reporter und Schaulustige versperrten ihnen den Weg.
„Das ist er!", dachte Lara aufgeregt und kämpfte sich nun wild durch die letzten Menschenwände, die vor ihr standen.
Als sie es geschafft hatte, versuchte Lara so schnell wie möglich das Forscherteam einzuholen.
„Entschuldigung! Entschuldigen sie!", rief Lara, während sie sich um etliche Menschen rumschlängelte.
Einige der Reporter wurden auf sie aufmerksam und richteten die Kameras in ihre Richtung.
Lara lächelte kurz, versteckte ihr Gesicht jedoch dann hinter ihren Armen.
„Sind sie Ferdinand Bloom?", fragte Lara und stelle sich vor den kleinen Mann, der in Khaki gekleidet war.
Erschrocken blieb er stehen und blickte nach oben.
Ein kleines rundes Gesicht mit weißem Schnauzer schaute in das der Archäologin.
„Ja, der bin ich! Und jetzt gehen sie mir aus dem Weg, ich muss - "
„Ich muss auch vieles Mr. Bloom. Also bitte folgen sie mir.", sagte Lara und packte den Archäologen am Oberarm und zerrte ihn durch die Menschenmassen.
Mr. Bloom wehrte sich anfangs, doch schon nach kurzer Zeit war im klar, dass er Lara unterlag.
„Hier rein", forderte Lara und ging mit dem Mann in eine kleine Gasse.
„Ich glaub, dass wir hier für eine Weile sicher sind.", versuchte sie den Forscher zu beruhigen, doch dieser starrte nur geschockt in ihr Gesicht.
„Oh…natürlich.", stotterte Lara und richtete ihr Äußeres.
„Mein Name ist Lara Croft, Archäologin mit Leib und Seele. Sicher haben sie schon von mir gehört?", stelle sich die junge Frau kurz vor und reichte dem Mann ihre Hand.
Erst stand dieser noch reglos da, doch dann blühte er auf.
„L…, Lara Croft? Was…was für eine Ehre! Ich wollte Sie schon immer persönlich kennen lernen.", sagte er und reichte ihr auch die Hand.
„Das freut mich.", erwiderte Lara.
„Aber jetzt zum Wesentlichen. Ich habe gehört, dass Sie seit einigen Wochen im Regionalpark delle Madonie nach etwas suchen."
„Ehm….ja, das stimmt Miss Croft. Worauf wollen sie hinaus?"
„Nunja, ich würde gerne mitkommen, weil ich glaube, dass sich dort etwas befindet, dass in meinem Interesse ist."
„Hm…und was wäre das?", fragte Mr. Bloom.
„Das kann ich Ihnen wohl erst sagen, wenn ich mir sicher bin, dass es sich dort befindet."
„Also wenn Sie an römischer Geschichte interessiert sind. An mir soll es nicht liegen. Ich würde mich freuen, wenn Ssie mich und mein Team begleiten würden.", antwortete der Archäologe.
„Ich danke Ihnen. Wann würden wir dann zur Ausgrabungsstätte aufbrechen?", hakte Lara nach.
„Sobald wir den Rest meiner Leute aus diesem Menschengewirr befreit haben würde ich sagen…", sagte Ferdinand und blickte besorgt in Richtung des Marktplatzes.
„Haben Sie eigentlich Ausrüstung dabei, oder…? ", fragte er nach einiger Zeit und war sichtlich erstaunt, als er sich wieder in Laras Richtung drehte.
Sie hatte sich rasch umgezogen und trug nun ihr mintfarbenes Top, braune kurze Shorts, ihren Rucksack mit allen wichtigen Versorgungen und natürlich ihren Gürtel mit den Pistolenhalftern.
„Ich glaube ja.", lächelte Lara freundlich und zurrte ihre schwarzen Lederhandschuhe nach.
„Wie weit ist es denn noch?", fragte Lara und atmete die warme Luft, die ihr wegen der Geschwindigkeit des Jeeps um das Gesicht wehte, tief ein.
„Ich schätze, dass wir in einigen Minuten da sind.", antwortete Bloom und legte noch einen Gang zu, um die restlichen Autos seines Archäologenteams einzuholen.
„Sagen sie Mr. Bloom - "
„Nennen Sie mich doch Ferdinand Miss Croft.", unterbrach er Lara.
Diese nickte kurz und machte dem Archäologen klar, dass auch er sie duzen sollte.
„Also gut Ferdinand. Wonach suchen Sie eigentlich mitten im Regionalpark von Madonie?", fragte sie erneut.
Ferdinand machte kurz ein nachdenkliches Gesicht und beantwortete Laras Frage.
„Es ist so. Mein Spezialgebiet ist die römische und griechische Geschichte. Kurz gesagt – Die Antike. In Madonie soll sich unter der Erde eine Art Dianatempel befinden. Die Römer sollen einen goldenen Pfeil und Bogen angefertigt und diese dort der Göttin als Opfer dargebracht haben. Und genau diesen Schatz will ich finden."
„Interessant…", erwiderte Lara und wand ihre volle Aufmerksamkeit dann wieder der Umgebung zu.
Der Weg führte durch eine hügelige Landschaft, auf der hier und da kleine Baumgruppen zu sehen waren und auch einige Steinskulpturen und Felder sich erstreckten. Doch je näher sie ihrem Ziel kamen, desto gelber und ausgetrockneter wirkte die Vegetation.
„So, jetzt sind wir da Lara!", verkündete Ferdinand stolz und schloss die Tür des Jeeps mit einem lauten Knall. Auch Lara stieg aus und ging zu dem Rest des Teams.
Die Ausgrabungsstätte befand sich in einem kleinen Tal zwischen zwei Hügeln. Die Erde, die ausgegraben wurde, war genauso braun wie der Rest des Bodens um sie herum.
„So Leute. Heute müssen wir uns noch einige Meter weiter nach unten graben. Ich bin mir sicher, dass der Schatz hier irgendwo sein muss. Am besten…"
Lara hörte gar nicht mehr zu. Sie schmiegte ihre eigenen Pläne.
„Wenn ich hier nicht fündig werde, dann weiß ich auch nicht. Wenn ich Glück habe, könnte sich hier der Stab des Montek befinden. Am besten ich halte mich etwa abseits vom Rest der Truppe. Aber was soll ich Ferdinand bloß sagen?"
„Also gut! Dann ran an die Arbeit!", sagte Ferdinand und ging zu Lara.
„Wollen Sie nicht mit runter kommen Lara?"
„Oh, doch natürlich."
„Aber diese Waffen. Glaubst du wirklich, dass du sie brauchst?"
„Eine Frau geht nie ohne Accessoires aus dem Haus Ferdinand.", erwiderte Lara rasch und stieg die Leiter, die in das große Loch führte, hinab.
Ferdinand machte erst ein besorgtes Gesicht, folgte dann aber der jungen Frau.
Unten angekommen, gab er Ihr eine kleine Taschenlampe und ging voraus. Von vier kleinen Tunneln, die jeweils in eine der vier Himmelsrichtungen führten, wählte er den, der nach Süden zeigte.
Als das Licht der Nachmittagssonne nicht mehr zu erkenne war, betätigte Ferdinand einen Schalter, der einige Lampen, die an der Decke angebracht waren, zum leuchten brachte.
„Sind Sie bei ihrer Ausgrabung vielleicht auch auf etwas anderes gestoßen, Ferdinand?", fragte Lara, um die Stille zu unterbrechen.
„Ehm, was? Oh, eh…nein. Noch nicht. Aber ich bin mir sicher, dass hier etwas sein muss. Es gibt vier Tempel auf Sizilien, die seltsam ausgerichtet sind. Wenn man ein Lot von den Eingängen dieser Tempel zieht, schneiden sich diese vier Strecken genau im Herzen des Regionalparks delle Madonie. Und das soll was heißen Lara.", erklärte er ihr.
„Klingt logisch Professor."
Sie gingen noch um einige Kurven und Abzweigungen vorbei, bis sie in einer großen, unterirdischen Halle ankamen.
An den Wänden waren einige weiße Marmorplatten zu erkennen. Lara war sich sicher, dass es lateinische Inschriften der alten Römer sein mussten. Es gab auch weitere kleine Gänge, die aus der Halle rausführten. In der Mitte war ein runder Holztisch, auf dem sich viele Mappen und Karten befanden. Auch an Essen und Trinken mangelte es nicht.
„So, das wäre dann das Herz unserer Ausgrabung. Schau dich ruhig um Lara.", sprach Ferdinand und setzte sich auf einen Stuhl, der nahe am Tisch stand.
Währendessen ging die Archäologin zu der größten der Marmorplatten.
pro diana dea venati et lunae et silvae. nobis annus veniut sacrificium. te referre aureus arcus et arundo te servarent...
„Für Diana. Die Göttin der Jagd, des Mondes und des Waldes. Unsere Zeit ist gekommen dir Opfer zu bringen. Mögen dich dieser goldene Bogen und der goldene Pfeil bewahren…", übersetze Lara.
„Nichts über den Stab.", stellte sie enttäuscht fest, als sie alle Tafeln der Reihe nach übersetzt hatte.
„Vielleicht hätte ich doch nach Hong - Kong gehen sollen", dachte sich die junge Frau und drehte sich wieder zur Mitte der Halle.
„Ferdinand, wissen Sie, ob - Ferdinand?"
Von dem Archäologen war keine Spur.
„Wo ist er denn hin?", ging es Lara durch den Kopf.
Schnell machte sie sich auf zu einem der Gänge. Sie horchte hinein, doch von keinem der Tunnel war etwas zu hören.
Nun schaute sie auf den Boden, in der Hoffnung einige Fußspuren zu finden. Schon nach wenigen Blicken wurde sie fündig. Einige Fußabdrücke führten in einen kleine Tunnel, der ziemlich weit rechts lag. Der Gang war sehr klein und dunkel, so dass Lara sich ducken und die Taschenlampe, die Ferdinand ihr gegeben hatte, einschalten musste.
Seltsam…warum geht er einfach weg, ohne ein Wort zu sagen?
Nach einer kleinen Kurve konnte Lara sich auch wieder aufrichten. Sie schüttelte den Dreck von ihren Knien und schaute sich mit Hilfe der Taschenlampe um. Rechts von ihr befand sich ein Weg, dem sie sogleich folgte. Vorsichtig schritt Lara voran, wobei sie sich mit der linken Hand an der nassen Wand abstütze.
„Warum hab ich ausgerechnet diesmal mein LPS nicht dabei. Normalerweise – „.
Ein dumpfer Schlag holte Lara aus ihren Gedanken. Sie war sich sicher, dass es nicht weit von ihr gewesen ist.
Sie beschleunigte ihre Schritte und horchte immer noch angespannt. Von weitem konnte sie einen hellen Fleck erkennen. Sie ging immer weiter auf ihn zu, bis sie feststellte, dass das Licht von einem kleinen Raum ausging.
Sie schaute links um die Ecke und konnte ihn sehen.
„Nein, tu mir nichts! Das kannst du nicht machen….!"
„Ich kann machen was ich will. Du hast mir nichts zu sagen du alter Greis! Also rück schon raus mit dem Schatz."
Ferdinand war nicht allein. Da war noch jemand, aber wer?
„Sie gehört nicht dir! Du kannst sie nicht haben, das wäre viel zu gefährlich!"
„Gib sie mir Opa oder du wirst mit deinem Leben bezahlen."
Jetzt konnte Lara etwas erkennen. Die Lichtstrahlen, die von der Stehlampe ausgingen, schienen durch eine Art schwarzen Schleier. „Was ist das nur?"
„Niemals! Scher dich fort du Ungetüm!
„Jetzt reicht es mir!", schrie die Gestalt und holte zu einem Angriff aus.
Instinktiv griff Lara nach ihrer Pistole und schoss der Schleiergestalt in den Kopf, die daraufhin zu Boden fiel.
„Ferdinand! Flieh!", schrie sie dem Archäologen entgegen und lief in den Raum hinein.
Lara wusste nicht, was die Gestalt wollte, aber sicherlich nichts Gutes.
„Lara! Was machst du hier?", fragte der Archäologe entsetzt und lief zum Ausgang, doch die Gestalt hatte sich schon aufgerichtet und einen neuen Angriff gestartet.
Lara sprang über Ferdinand und flog geradewegs, mit den Beinen voraus, auf den Schleier zu.
Als sie meinte diesen zu treffen überkam sie ein Schwindelgefühl. Sie riss sich noch mal schnell zusammen und landete dann sicher auf ihren Füßen.
„Tja meine Liebe, so was tut mir nichts!", zischte die Kreatur und flog geradewegs auf den Archäologen zu.
Ha…wer oder was ist dieser Schleier? Und was passiert mit unseren Archäologen?
In Kapitel 25 werden viele Fragen beantwortet #g#
