6. Geschenke

Am nächsten Tag beim Frühstück erfuhr Harry, das er noch sehr viel über die Vampire und Elben lernen muss.

Die praktischen Übungen sollten erst stattfinden, wenn er erwacht ist. Davor sollte er soviel wie möglich über die Bräuche, Riten und Allgemeinen Lebensart der Vampire und Elben lernen.

Am Vormittag war Elbenkunde dran.

Sein Lehrer, ein alter, vornehmer Elb namens Thales machte ihm innerhalb von 5 Minuten klar, das er nichts wusste.

Sie begannen mit der Gesellschaft der Elben.

Es gab da die Hochelben, die immer das Fürstenhaus stellten und denen Harry offiziell angehörte.

Er erfuhr, das er der einzige direkte Nachfahre der Fürstin war und deshalb mit Prinz angesprochen wird.

Da er nur ein Halbelb war, würde er den Thron nur besteigen dürfen, wenn er eine Elbin heirate. Und eine Elbin musste er heiraten, da er der letzte Erbe war.

Harrys Freude über diese Lebensplanung hielt sich in Grenzen.

Ansonsten gab es noch Dunkelelben, Waldelben, Grottenelben, Lichtelben und viele mehr.

Bald schon schwirrte ihm der Kopf.

Im Kriegsfall würde der Fürst die Armee anführen oder dessen Erbe, mit anderen Worten Harry.

Nach 2Stunden hörte Thales mit dem erzählen auf, und er eröffnete dem entgeisterten Harry, das die Elben eine eigene Sprache sprächen und er sie selbstverständlich lernen müsste.

Nach dem Mittagessen war dann Vampirkunde dran.

Erfreulicherweise schien dort der Stoff für ihn leichter und vor allem musste er keine neue Sprache erlernen.

Seine Lehrerin war Cilla, die ihm eine Menge erzählte.

So erfuhr er, das fast alle Vampire die Animagusform einer Fledermaus beherrschten, da es in den Genen lag.

Andere Animagusformen waren dann meistens ein Wolf oder (seltener) eine Eule.

Nur die Shoudo durften eine Fledermaus im Wappen haben, weil sie alle Vampire symbolisiert und man sich so als Herrscher der Vampire zu erkennen gibt.

Shoudo mussten (im Gegensatz zu den Quarra) jede 2 Generation einen Vampir heiraten.

Da dies bei Harry einmal ausgefallen sei, musste er eine Vampirin heiraten.

Harry hatte darauf entsetzt erklärt, das er schon eine Elbin heiraten müsse. Aber Cilla winkte nur ab und meinte, dass nur Vampire und Menschen zählen.

Danach bekam er von ihr eine Liste mit fast 4000 (!!!!!) Wappen der verschiedenen Clans Europas zum auswendig lernen (in der restlichen Welt waren sie nicht so verbreitet).

Als sie sein entsetztes Gesicht sah, lachte sie ihn aus und erklärte ihm das er nur die wichtigsten wissen müsse.

Der Abend war der Allgemeinbildung über Zaubersprüche und -formeln vorbehalten.

Dort wurde er vom Grafen, einer Frau und der Fürstin abwechselnd persönlich unterrichtet,

da es viele Geheimnisse es in diesem Bereich gab.

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Die Tage flogen nur so an Harry vorbei und er machte, laut seinen Lehrern, enorme Fortschritte.

Oftmals schlief er um Mitternacht über einem Buch ein, nur um wieder zum Frühstück geweckt zu werden.

Thales und Cilla waren sich nur in einem einig, wenn Harry zu spät kam, dann hieß das eine Arbeit von einer Pergamentrollelänge über das Thema das gerade behandelt wurde.

Harry machte dies nichts aus, er liebte den Unterricht und saugte die aller kleinste Kleinigkeit noch wie ein trockener Schwamm auf.

Eines Abends, nach einem Tag voller Unterricht, ging er zu Abendessen mit deiner Familie.

Aber als er den Speisesaal öffnete war da niemand.

Verwundert sah er sich um. Hab ich mich in der Zeit geirrt?'

Ein Blick auf seine Uhr sagte ihm, das dem nicht so war und er sich eigentlich sogar um 5Minuten verspätet hat.

Ein zweiter Blick durch den Saal, ließ ihn am Tisch inne halten. Dort lag ein zusammengefalteter Zettel.

Neugierig nahm er ihn in die Hand und klappte ihn auf.

Harry,

wenn du den Brief gefunden hast, komm bitte so schnell wie möglich in die Festhalle.

Deine Großeltern

Verwundert las er ihn noch mal durch und dann noch ein drittes mal.

Es blieb dabei. Der Brief ergab keinen Sinn.

Warum sollte er in die Festhalle kommen? Und warum hatten sie ihm nicht geschrieben was los ist? Und wieso hat ihn keiner der Diener den Brief gegeben, wie sonst immer?

Fragen über Fragen. Er kam zu dem Schluss, das er sie Antwort wohl nur im Festsaal erfahren würde und so machte er sich auf den Weg.

Vor der Tür des besagten Saales blieb er stehen und starrte sie an.

Auf dem Weg hierher war er keiner Menschenseele begegnet und auch sonst war alles ruhig geblieben, zu ruhig.

Normalerweise war immer etwas los, ob sich nun die Gärtner stritten oder ein Zauberspruch schief gegangen war, immer hörte man Menschen - bis jetzt.

Kurz entschlossen öffnete er die Tür mit einem Ruck und hoffte endlich antworten zu erfahren, aber auf das was er traf war er nicht vorbereitet gewesen.

"HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ZUM GEBURTSTAG, HARRY!"

Vor ihm standen Lady Sarah, Graf Alucard und Serleana und grinsten ihn an. Um sie herum hatten sich Cilla, ihr Freund, Thales und überhaupt anscheinend jedes Lebewesen des Schlosses versammelt.

Oben an der Decke hing am Kronleuchter quer über den Ballsaal ein Banner auf dem stand:

#ZUM 16 ALLES GUTE HARRY#

und hinten standen lange Tische mit Essen und Trinken.

Insgesamt eine perfekte Überraschungsfete, vor allem wenn das Geburtstagskind so überrascht war wie Harry.

Völlig überrumpelt stand er immer noch an der selben Stelle und starrte die Gesellschaft an. Langsam drangen die Worte zu ihm durch.

Geburtstag? Er? ER hatte im Juni, aber das es heute ist....'

Doch die Leute achteten gar nicht auf die Verwirrung und überhäuften ihn mit Glückwünschen.

"Alles Gute!"

"Bist jetzt fast erwachsen!"

"Viel Glück fürs neue Jahr!"

Schließlich erlöste Lady Sarah den immer noch überraschten Harry und führte ihn zu einem Tisch ihn der Ecke.

Auf dem standen mehrere Geschenke.

"Oh Gott! Ist das alles für mich?" fragte er entsetzt.

"Sicher. Oder glaubst du etwa für den Weihnachtsmann?" meinte Alucard belustigt.

"Komm schon, pack aus!" feuerte ihn Cilla an.

Unsicher ging er auf den Tisch zu und nahm sich das erste Geschenk.

Es hatte die Form eines Buches und Harry zerriss das Papier schnell. Hervor kam Elben und ihre Magie' von Ferrial Volerssan.

Erfreut blickte er auf. Wer hatte gewusst das er sich besonders für die Naturmagie interessiert?'

Doch bevor er fragen konnte trat Thales hervor: "Das Geschenk ist von mir."

Harry bedankte sich überschwänglich und wandte sich dem nächsten Geschenk zu.

Es war eine Silberkette mit einem wunderschönen (wie er fand) silbernen Drachenanhäger. Fasziniert beobachtete er wie die Augen, je nach Licht von einen anderen Rot ton annahmen und dem Drachen so immer eine andere Ausstrahlung gaben.

Das Geschenk bekam er von Cilla und ihrem inzwischen festen Freund.

Er packte noch mehr Geschenke aus, so war da eine magische Schreibfeder der du nur diktieren musst, ein Tagebuch und einen magischen Dolch mit mehreren Zaubern.

Schließlich waren nur noch drei Briefe übrig und auf jedem stand in roter Schrift:

Geheim!

Er nahm die drei Briefe und wusste nicht was er mit ihnen tun sollte. Da sah er Serleana an einer Tür winken und er folgte ihr hinaus. Sie standen in einem Nebenraum mit mehreren Sitzecken.

Dort erwarteten ihn auch schon seine anderen zwei Verwandten.

"Nun kannst du einen Brief öffnen." Erklärte ihm Sarah.

Neugierig öffnete er den ersten Brief.

Scharf schneidend für den Feind

Helfend beschützend für den Freund.

Zum 16 Geburtstag schenke ich dir das Schwert Lebenstreue. Es ist ein besonderes Schwert, das sich seinen Besitzer selbst aus sucht und dann bis in den Tod bei ihm bleibt.

Der Legende nach sollen alle Fähigkeiten des Trägers verstärkt werden.

Die Schwertscheide ist mit einem Rückholzauber belegt, den nur du aktivieren kannst.

Ich wünsche dir viel Glück mit dem Schwert und für dein neues Lebensjahr.

Alucard.

Harry starrte Alucard einfach fassungslos an und fiel ihr dann um den Hals. So ein tollres Geschenk hatte er doch nicht verdient!

Er hielt ihm jedoch nur stumm die Schwertscheide entgegen und wartete das er sie nahm.

Er tat ihm den Gefallen und bestaunte erst mal die Scheide. Sie war aus Holz und Leder gefertigt, aber das Holz schimmerte schwach in vielen Farben.

Wenn das ein gewöhnliches Holz ist, fresse ich einen Besen!'

"Das ist Labor, eine höchst seltene Baumart selbst bei den Vampiren." Hörte er Alucard leise erklären.

Er nickte und riss sich mühsam von dem Anblick los und zog das Schwert aus der Scheide.

Es gab kein anderes Wort als: "Schön..."

Auf den ersten Blick war es ein ganz gewöhnliches Schwert, aber auf den zweiten sah man die Brillanz im Schliff, in der Bauart des Griffes und im Material.

Es war auf seine einfache Art und Weise schön.

Er steckte es zurück und fiel Alucard nochmals um den Hals.

"Danke! Das ist einfach wunderbar!"

"Ich muss zugeben ein wenig Selbstsucht war auch dabei."

Als er ihn fragend ansah, seufzte der Graf und erklärte genauer:

"Dieses Schwert ist seit Generationen in unserer Familie und wurde immer vom Grafen auf seinen Sohn weitergegeben. Nur wer das Schwert aus der Scheide heraus ziehen konnte, war ein rechtmäßiger Graf. Es war also ein Test."

"Trotzdem, danke. Bin ich jetzt der rechtmäßige Grafenerbe?"

"Ja."

"Ah ja."

Die Fürstin war leicht ungeduldig geworden und unterbrach das Gespräch:

"Ist ja schön und gut, aber unsere Geschenke fehlen noch! Harry, öffne bitte den nächsten Brief."

Er nickte und tat wie geheißen.

Gegen den fliegenden Tod hilft nichts,

außer einem Schutz ohne Gegners Sicht.

Die Elben waren schon immer Meister des Bogenschiessens und im Rüstungen fertigen. Deshalb schenke ich dir einen Bogen aus Ebenholz der sein Ziel angeblich noch nie verfehlt hat und immer genug Pfeile hat.

Doch Waffen sind nicht alles und so schenke ich dir noch ein Kettenhemd aus der Werkstatt Amuniers, das es dich auf ewig schütze.

Serleana

Sie gab ihm eine große Schachtel. Als er sie öffnete, lag darin ein pechschwarzer Ebenholzbogen und eine Kettenrüstung.

Zuerst nahm er den Bogen. Er passte sich wie angegossen in seine Hand ein und Harry bekam das Gefühl mehr in der Hand zu halten, als ein lebloses Stück Holz. Fast meinte er einen Herzschlag zu vernehmen, tat das dann aber als Irrtum ab.

Nach mehreren Minuten legte er schweren Herzens den Bogen zurück und nahm die Rüstung in seine Hand.

...und ließ sie vor Verblüffung gleich wieder fallen.

Er hörte wie Serleana leise lachte und wahrscheinlich sah er tatsächlich umwerfend komisch aus.

Als er das Hemd nehmen wollte, hatte er vergessen das es eine magische Rüstung war und hatte das Gewicht von mehrere Kilo angenommen. Aber tatsächlich war sie so leicht wie sein Umhang gewesen und er wäre fast hintenüber gestürzt.

Leicht rot geworden hob er die Rüstung auf und sah sie sich an.

Sie lag leicht, fast fliesend in seiner Hand und wog so gut wie nichts. Auf den glänzenden Ringen brach sich das Licht und lies das Kleidungsstück auf leuchten.

Vorsichtig, um nichts kaputt zu machen strich er drüber. Das Material war glatt und weich und warm und hart....Harry konnte es nicht beschreiben.

Ehrfurchtsvoll strich her nochmals darüber und sagte dann zu Serleana:

"Dieser Amunier muss ein wahrer Meister sein. Von so etwas hab ich noch nicht einmal gehört! Was ist das für ein Material? Es ist...unbeschreibbar."

Serleana lächelte glücklich, das es ihm so gut gefiel und antwortete:

"Ich weiß es nicht. Dieses Geheimnis hütet der Schmied wie seinen Augapfel, aber es wird gemunkelt das es das legendäre Material Mithril."

"Danke Serleana!" rief Harry und fiel ihr überglücklich ebenfalls um den Hals.

"Ist schon gut Harry, ich hab es gerne getan."

"Aber das musste doch teuer sein!" meinte er besorgt.

Sie lachte: "Unbezahlbar sogar! Nein, Amunier schmiedete es umsonst, als er hörte für wen es

ist."

Fröhlich öffnete er den dritten Brief und fragte sich ob das auch eine Waffe sei.

Gefürchtet zu recht an jedem Ort,

gehorcht nur des Meisters Wort.

Ich wollte dir etwas schenken, was dir nützt und gleichzeitig etwas was dich unterstützt. So habe ich mich auf die Suche gemacht und bin auf Kithara gestoßen..

Sie war in einem Tiergeschäft in der Nokturngasse ein gesperrt und mit einem Schild Vorsicht, hochgefährlich!'.

Ich fragte nach und erfuhr das sie eine besondere Schlange ist, die Fähigkeiten' hat.

Es ist auch bei Tieren ähnlich wie bei Menschen, manche haben eine besondere Begabung und können übernatürliche Dinge tun.

Mehr will und kann ich dir nicht erzählen.

Alles Gute zu Geburtstag wünscht Sarah

Rasch sah er hoch und entdeckte wie sie auf eine Ecke des Raumes zuging und dort stehen blieb. Neugierig folgte er ihr und entdeckte ein circa zwei Meter großes Terrarium.

Und in ihm lag eine pechschwarze Schlange, die augenscheinlich schlief.

Er lächelte seine Urgroßmutter an: "Ich weiß nicht was ich sagen soll, außer Danke. Das ist ein wundervolles Geschenk!"

Und schon war er ihr um den Hals gefallen.

Danach widmete er sich wieder der Schlange. Sie schien noch recht jung zu sein, obwohl sie schon 80cm maß und auch sonst nicht gerade einen zimperlichen ein Druck machte.

Er entschloss sich den ersten Schritt zu machen und sprach in Parsel:

~Hi, Kithara.~

~Wer ssspricht da?~

Sie lispelte leicht und sprach das Ssss immer verlängert, schlangenartig eben. Harry lächelte.

~Ich. Mein Name ist Harry und ich bin dein neuer Besitzer.~

Nun öffnete sie ihre goldenen Augen und sah ihn an:

~Du kannsssst die Sssschlangensssprache? Dann bisssst du ein Parssselmund!~

~Ja, ich bin einer. Ich hoffe dir macht das nichts aus. Angeblich hast du ja auch besondere Talente.~

Sie wiegte den Kopf leicht hin- und her und sah in prüfend an.

~Esss issst der Traum einer jeden Sssschlange einem Meissster zu gehören. Wassss meine Fähigkeiten betrifft................mein Gift isssst tödlich für Muggel und Zauberer mache ich zu einem Ssssquib.~

~Das ist doch recht beachtlich!~

~Danke...ähm Meister?~

~Ja?~

~Darf ich auf ihren Arm klettern? Es ist ein wenig kalt.~

Harry lächelte. Kithara gefiel ihm auf Anhieb und so streckte er als Antwort nur den Arm aus.

Dankbar rollte sie sich um seinen linken Arm und verharrte dann dort.

Harry hingegen richtete sich langsam auf und streifte seinen Ärmel über sie Schlange. Dann drehte er sich zu Lady Sarah um und umarmte sie einfach.

Leicht rot geworden meinte sie: "Es freut mich Harry, das ihr euch versteht. Aber wir müssen zurück in die Halle, man erwartet uns schon sicherlich."

Harry nickte, doch dann fiel ihm etwas ein: "Was ist mit den Geschenken von Ron und Hermine? Dem Schulbrief?"

Die drei Erwachsenen sahen sich kurz an und der Graf fing an zu erklären:

"Die Burg ist magisch geschützt. Es können hier nur Eulen landen, auf denen ein spezieller Findezauber gesprochen wurde. Die restlichen Eulen werden umgeleitet zu einem kleinen Landsitz und von dort werden dann in circa zwei Stunden die Geschenke kommen."

"Wow. So was hatte noch nicht einmal Hogwarts!"

"Das ist ja auch eine Schule und dort sind entsprechend viele Eulen, dort geht das nicht. Aber nun rasch in die Halle, wir wollen mit der Feier beginnen."