Der erste Schultag
Der erste Schultag
Wie sie da erschöpft im Gemeinschaftsraum lagen, sah sicher komisch aus.
So dauerte es auch nicht lange und die ersten unterdrückten Lacher waren zu hören.
"Ron?" fragte Harry gepresst.
"Ja?"
"Könntest du bitte von mir heruntergehen?"
"Würde ich ja gerne, aber Hermine liegt auf mir."
Harry hatte das Pech gehabt, als ganz unten von dem lebendigem Sandwich zu liegen.
Er war stark, durchtrainiert und hatte zum Teil stabilere Knochen als Menschen, doch auch für ihn war die Haltung unbequem.
Er fühlte wie plötzlich ein Teil des Gewichtes verschwand und schlussfolgerte richtig, das Hermine aufgestanden sein musste.
Nun bewegte sich auch Ron und wenige Sekunden später stand auch Harry wieder.
Der sah sich jetzt erst mal um.
Der Gemeinschaftsraum war gut gefüllt und fast alle sahen zu ihnen hin.
Ginny wollte anscheinend wissen, was passiert war und lief zu ihrem Bruder.
"Woher kommst du Ron?"
"Von draußen. Wir haben uns in der Eulerei verspätet."
Ginny schien noch nicht befriedigt.
"Und warum seid ihr so.....ähm, reingekullert?"
Diesmal antwortete Harry:
"Wir wussten nicht das Passwort und haben einfach geraten. Leider kam dann Filch und hätte uns fast erwischt. Tut uns Leid Ginny, wenn wir dir Sorgen bereitet haben."
Der Erfolg war umwerfend.
Ginny war schon früher in seiner Gegenwart rot geworden, doch da hatte sich dann eigentlich gelegt, bis jetzt.
Kaum hatte er zu Ende gesprochen, da war sie rot wie eine Tomate geworden und stammelte:
"Nein, Harry.....ich...ich machte mir keine Sorgen..."
Hermine beendete die peinliche Szene indem sie Vorschlug sich an einen Tisch in der Ecke des Raumes zu setzen.
Froh nahmen sie an und bald hatte sich eine fröhliche Runde aus den Siebtklässlern gebildet.
Ein paar mal, kam die Rede auf Harry und sein Incognitojahr' wie sie es nannten, aber er wehrte immer ab.
Seamus entschuldigte sich für seine Verdächtigungen im Zug und Parvatil erzählte von ihren Ferien.
Erst als es Mitternacht schlug gingen die Schüler ins Bett.
Was bei Harry ein Problem war.
Er war das ganze vergangene Jahr nicht früher als 2Uhr ins Bett gegangen und brauchte auch nur so wenig Schlaf.
So wälzte er sich fast eine Stundelang, von einer Seite auf die andere und konnte nicht schlafen.
Erst um 1Uhr hatte er genug davon und beschloss sich seine Schulbücher anzusehen.
Dabei stellte er rasch fest, das er in den meisten Fächern voraus war.
Nur in Alte Runen hing er ein bisschen nach, was aber wohl daran lag das er erst ein Jahr lang Runen lernte.
Am weitesten voraus war er in Verwandlung, Zauberkunst und Zaubertränke, wie er zu seiner Überraschung feststellte.
Um Halb drei hörte er auf in seinem Alte Runen Buch zu schmökern und begab sich ins Bett.
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Schläfrig öffnete er die Augen.
Es war sechs Uhr. Genau die Zeit, an der er es sich angewöhnt hatte aufzustehen.
Ein Blick auf die Nachbarbetten bestätigte seine Vermutung, das er als einziges wach war. Die Vorhänge waren alle noch zugezogen.
Froh die Dusche alleine für sich zu haben begab er sich zu Bad.
30 Minuten später kam er fertig angezogen wieder heraus und fragte sich was er tun solle.
Lernen? Nein, habe ich erst gestern Abend gemacht.
Was kann ich sonst tun? Frühstück gibt es erst um Acht und die anderen will ich nicht aufwecken.
Raus gehen geht nicht, wegen der neuen Schulordnung, obwohl wegen der Früh wurde nichts gesagt...'
Gedacht, getan.
Er beschloss joggen zu gehen und sich dabei richtig auszutoben.
Auf dem Weg hinaus traf er niemanden. Es war als wäre das Schloss ausgestorben.
Kaum stand er draußen begann er zu laufen.
Drei Runden um den See, zum verbotenen Wald und wieder zurück, dann ein Abstecher ins Quidditchstadion.
Dort blieb er erst einmal und fing mit ein paar Auflockerungsübungen an gefolgt von Dehnungsübungen.
Damit fertig fing er an Karate-, Faust- und Schwertkampftrockenübungen zu machen.
Er sah nicht, wie ein Mädchen (aus der Sechsten) vorbei kam und verblüfft stehen blieb, dann aber im Höchsttempo zum Schloss zurück rannte.
Fertig mit seinem Morgentraining hörte er ein Gekicher und sah auf.
Was er sah, konnte er zuerst nicht fassen.
Auf den Tribünen saßen gut 10 Mädchen und sahen ihn an.
Es war deutlich zusehen, das sie schon länger da waren und es anscheinend genossen hatten.
Ganz cool, Harry. Das sind nur Fans.'
Eins der Mädchen kam jetzt die Tribüne herunter geklettert und lief auf in zu. Die anderen Mädchen folgten zögerlich.
Außer Atem kam sie bei ihm an und versuchte etwas zu sagen, aber sie keuchte dabei sehr.
Harry hatte Mitleid mit ihr und versuchte sie erst einmal zu beruhigen:
"Ganz ruhig. Atmet zweimal tief ein und aus, dann wird das schon wieder."
Dankbar sah sie ihn an und tat was er empfohlen hatte.
Ihre Freundinnen hatten die beiden derweil erreicht und sahen interessiert zu.
Sie hatte inzwischen wieder Luft und fragte:
"Hast du eine Freundin?"
Harry war platt.
Das war sein erster Schultag und jetzt die Frage! Und so direkt!
Und vor allem, was sollte er antworten?
Ja, das er verheiratet mit einem Drachen war und demnächst verlobt wird mit einer Elbin und einer Vampirin?
Nein, Das Mädchen würde in Ohnmacht fallen.
Also antwortete er:
"Nein, ich habe noch keine menschliche Freundin."
Das Mädchen schien das Wort menschliche' vollkommen zu ignorieren und starrte ihn nur glücklich an.
Dann wurde sie rot und rannte einfach davon, ihre Freundinnen hinterher.
Harry blieb ein wenig verblüfft stehen und joggte dann zu Schloss zurück.
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Zum Umziehen ging er nochmals in den Schlafsaal zurück.
Es war 7.45Uhr und wie er fand höchste Zeit zum Aufstehen.
Leider sahen das seine Freunde anders und so dauerte es fast eine Viertelstunde, bis er sie alle aus den Federn hatte.
Ron beschwerte sich noch, das Harry früher immer selbst verschlafen hätte, doch der antwortete nur:
"Das war früher! Ich bin seit 6Uhr wach. Los, STEH AUF!"
Während sich die anderen müde und gähnend anzogen, duschte er sich kurz und zog sich noch im Bad um (wegen den Narben).
Was zu einigen Fragen veranlasste.
Er erklärte daraufhin locker, er sei schon joggen gewesen, worauf er fassungslos angesehen wurde.
Gemeinsam betraten sie dann um 8.20Uhr die Große Halle zum Frühstück.
Auf ihren Plätzen lagen die Stundenpläne und Harry las ihn sich schnell durch:
Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag
7.00-8.30 Frühstück
9.00-
11.00 Verwand-lung Zauber-tränke Verteidigung
g.d.d.K. Zauberkunst Alte Runen Kräuter-kunde
11.00-
13.00 Geschichte
d. Zauberei Pflege mag.
Geschöpfe Kräuter-kunde Zauber-tränke Alte Runen Verteidigung
g.d.d.K.
13.00-14.00 Mittagessen
14.00-15.00 Zauberkunst Verwand-lung Geschichte
der Zauberei Pflege mag.
Geschöpfe Geschichte
d. Zauberei Duellierclub
15.00-16.00 (Projekt) Verwand-lung Zauberkunst Pflege mag.
Geschöpfe (Projekt) Duellierclub
19.00-
20.00 Abendessen
23.00-
1.00 Astronomie
(blickt bei dem Plan noch einer durch?! Dabei habe ich mir doch soviel Mühe gegeben *snüff)
"Ächz." Hörte er Ron sagen. "Wie sollen wir nachdem Unterricht auch noch unsere Hausaufgaben machen? Und den Duellierclub und Quidditch!
Und was soll das mit dem Projekt?!"
Seamus stimmte dem zu und bald war ein Chor der Verzweiflung zu hören.
Nach einer Weile fragte Dean:
"He, Harry. Wie findest du den Plan? Du hast bisher überhaupt nichts dazu gesagt."
Natürlich sahen ihn jetzt alle Gryffindorjungs neugierig an.
Harry entschloss sich, ehrlich zu antworten:
"Ich finde ihn erholsam. Man hat soviel Freizeit und Freiraum, kaum zu vergleichen mit meinem letzten Plan."
"Spinnst du? Das ist mörderisch!"
"Kaum. Höchstens stressig und seht mal auf die Uhr, wir müssen gehen."
Nach diesem Blick auf die Uhr liefen sie alle schnell zu dem Klassenzimmer, wo sie ihre erste Schulstunde mit Mc Gonagall haben würden.
Die meisten Schüler (Ravenclaw und Gryffindor) waren schon da und warteten.
Auch Hermine stand unter ihnen.
Kaum hatten Ron und Harry sie erreicht, redete Hermine auch schon los:
"Ich habe in Erfahrung gebracht, dass das siebte Jahr Verwandlung das schwerste sein soll.
Wir werden lernen ganze Möbel in Tiere zu verwandeln!
Harry, bist du sich das du das kannst?
Dieses Jahr sollen auch Test für Animagi gemacht werden, ich möchte unbedingt ein Animagus werden. Und Ihr?
Oh, Mc Gonagall!"
Zum Glück kam in diesem Moment die Lehrerin und unterbrach den Redeschwall.
Die Klasse strömte ins Zimmer und suchte sich die besten Plätze.
Das Trio nahm Plätze in der Mitte und wartete bis es ruhig wurde.
Mc Gonagall begann ihre Rede:
"Herzlich willkommen zu ihrem letzten Jahr.
Wie sie ja sicher wissen, werden sie dieses Jahr die UGZs schreiben.
Das heißt sie werden noch mehr lernen und arbeiten müssen.
Zudem werden in diesem Jahr die Magietests und die Animagitests gemacht.
Die Animagitests werden nach Weihnachten durch geführt, näheres ein anderes Mal.
Die Magietests werden hingegen an Halloween stattfinden. Kurz darauf werden die Projekte beginnen, bei denen die Talente festgestellt und verstärkt werden sollen.
Aber jetzt zurück zum Stoff.
Letztes Jahr haben wir schon größere Gegenstände verwandelt.
Sie werden sich sicher noch daran erinnern.
Auch haben wir zu Ende hin zwei Tiere in ein Ding verwandelt. Dies werden wir heute wiederholen."
Sie bückte sich und hob eine kleine Kiste vom Boden auf.
"Hier drin sind Regenwürmer.
Bitte nehmen sie sich jeweils zwei und transformieren sie sie dann in ein goldenes Armkettchen. Beginnen sie bitte."
Nachdem sich jeder seine Würmer geholt hatte, begann das Transformieren, oder zu mindest der Versuch.
Rons Armband war ein voller Misserfolg. Es war schlapprig und glitschig und die Farbe war schwankte zwischen Gold und Schlammbraun.
Ganz anders war Hermines Armband. Es war golden, zierlich und ohne Verzierungen, klassisch schön.
Auch die anderen brachten die unterschiedlichsten Variationen zusammen.
Amüsiert beobachtete er sie und erinnerte sich an seine eigenen ersten Versuche.
Es waren zwei Küchenschaben gewesen, die er in Ohrringe hätte verwandeln sollen.
Nach 2 Stunden hatten die Schaben gerade mal eine Öse an ihrem Hinterleib.
Fast drei Wochen quälte er sich mit der Aufgabe rum, dann hatte er es geschafft. Danach war er in der Lage gewesen erst 3, dann 4 und zuletzt sogar 10 Waschbären gleichzeitig zu verwandeln.
Seine Lehrerin war ganz stolz auf ihn gewesen, zeigte das aber nur indem sie sagte, dass das eines Shoudo würdig sei.
"MR POTTER!!! Würden sie bitte dem Unterricht beiwohnen."
Erschreckt kam er aus seinen Träumen zurück.
Vor ihm stand eine wütende Mc Gonagall, die gerade überlegen zu schien wie viele Punkte sie ihm abzog.
Auch die anderen Schüler sahen ihn an.
Wie lange war er weggewesen?
"Würden sie jetzt bitte ihre Würmer verwandeln? Sonst sehe ich mich genötigt ihnen Punkte ab zuziehen."
Und dich eine Klasse zurück zu versetzen.' Fügte Harry in Gedanken dazu.
Rasch fing er seine Regenwürmer ein, die sich davon machen wollten und hob den Zauberstab.
Mc Gonagall sah jeder seiner Bewegungen genau zu.
Anscheinend erwartete sie sein Versagen, wie auch der Rest der Klasse und seine Freunde.
Na wartet! Euch werde ich es zeigen.' Dachte er und sprach den Zauber.
Die beiden Regenwürmer verbanden sich und flochten sich zu einer Kette. Auch wurden sie länger und der Schwanz und der Kopf stießen wieder zusammen.
An dieser Nahtstelle wuchs eine unkenntliche Ausbuchtung, die immer härter wurde.
Die Regenwurmkörper wurden glatter und bekamen eine rot-goldene Farbe.
Das unkenntliche Etwas wurde immer blasser und weißer und man konnte bei näherem Betrachten einen Stein erkennen.
Nun konnte man nichts Regenwurmartiges mehr erkennen. Nur zwei, in einander gewundene, zierliche Ketten lagen auf dem Tisch, die sich an dem Mondstein trafen.
Die Transformation war abgeschlossen.
Vor ihm lag einen Damenarmband, das einer Königin würdig war.
"Bitte sehr." Sagte er höflich und hielt der Lehrerin das Schmuckstück hin.
Dabei überprüfte er die Beschaffenheit und das Gewicht. Alles war perfekt.
Das musste auch Mc Gonagall zugeben, die das Band ganze 5Minuten untersuchte, verfolgt von den bangen Blicken der Klasse.
"Mr. Potter, diese Arbeit ist brillant. Ich hätte es nicht besser machen können. 10 Punkte für Gryffindor!"
Erleichtert seufzte die Klasse auf und beglückwünschte Harry.
Mc Gonagall während dessen, gab das Armband zurück und lief weiter zum nächsten Tisch, um die Arbeit zu begutachten.
"Harry, das war fantastisch!" lobte ihn Hermine.
Und Ron stimmte zu:
"Von Herm ist man so etwas gewöhnt, aber von dir? Wo auch immer du warst, du hast was gelernt."
Auch am restlichen Schultag stellte sich das immer wieder heraus.
In Geschichte der Zauberei kannte er die Daten vom Sturz Grindelwalds und in Zauberkunst konnte er alle Zaubersprüche beim ersten Versuch.
Bis zum Abendessen hatte das die Runde gemacht und es fingen sich an, die ersten Harry- Potter-Fanclubs zugründen.
