Als Ginny dann endlich nach ihrem ersten Arbeitstag in Malfoy Manor entspannen konnte, musste sie an das Geschehene vom Abendessen denken.

Zugegebenermaßen war sie überrascht gewesen, ihre alten Mitschüler Blaise Zabini und Draco Malfoy wiederzusehen, aber dennoch nicht unangenehm. Die beiden Männer hatten sich seit Hogwarts nicht verändert, sie waren immer noch unbeschreiblich sexy.

Was sie jedoch verwunderte war dieses plötzliche Interesse des jungen Zabinis. Ihr wurde zwar öfters mal gesagt, dass sie hübsch sei, aber dass sich ein Slytherin für sie interessieren würde - damit hatte sie nicht gerechnet.

Was sie aber als unangenehm empfand war die Tatsache, dass Lucius Malfoy sie so merkwürdig lüstern und sie als sein Eigentum betrachtend angeschaut hatte.

Was erwartete dieser eigentlich von ihr? Sie war doch nur ein Dienstmädchen und das auch nur, weil sie für ihre Ausbildung ein Praktikum absolvierensollte. Sie lernte gerade als Krankenschwester im St. Mungos Hospital und auch wenn sie nicht verstand wieso sie gerade bei den Malfoys gelandet war (denn in dieser Familie war kein einziges Mitglied krank oder irgendwie gehindert am normalen Leben), so hatte sie sich am Anfang doch sehr glücklich geschätzt.

Sie blickte sich in ihrem neuen Zimmer um. Es war ziemlich groß und gut ausgestattet. Das Mobiliar bestand aus dunklem Holz und überall waren auch dunkelgrüne Samtvorhänge. An den Wänden hingen einige Kerzenleuchter, die den Raum in einem romantischen Licht erscheinen ließen.

Seufzend ließ sie sich auf das große Himmelbett fallen. Ihr Blick glitt zur Seite und sie sah den kleinen, zusammengefalteten Zettel, den ihr Blaise kurz bevor er verschwand mit einem verschmitzten Grinsen in die Hand gedrückt hatte, auf dem Nachttisch liegen.

Sie hatte ihn noch nicht gelesen. Zu dem Zeitpunkt fand sie die ganze Situation und Szenerie, die sich ihr dargeboten hatte, einfach nur absurd (was sich bis jetzt auch noch nicht wirklich verändert hatte).

Mit wilder Entschlossenheit streckte sie die Hand nach dem Zettel aus, ergriff ihn und las ihn sich im flimmernden Kerzenlicht durch.

Market Square 17, Apartment 31 c.

Sie las sich den Zettel nochmals durch.Was sollte das? Wollte Zabini wirklich, dass sie auch bei ihm arbeitete? Machte er sich über sie lustig, da sie jetzt, gewollt oder ungewollt, Hausmädchen bei den Malfoys war? Was bildete sich dieser arrogante Snob eigentlich ein?

Und ob sie ihm mal einen Besuch abstatten würde.. Dieser kleine, verwöhnte Bengel (LOL 33)..

Zorn flammte in ihren Augen auf. Ja, er würde das Temperament einer Weasley zu spüren bekommen - und wie.

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Draco Malfoy saß in seinem pompösen Arbeitszimmer im Ministerium für Zauberei.

Er grübelte über den gestrigen Abend bei seinen Eltern. Er konnte es nicht fassen, dass ausgerechnet die einst so verhasste Virginia Weasley auf einmal für seinen Vater arbeiten sollte. Wie tief wollte sie denn eigentlich sinken? Wie tief konnte ER denn eigentlich noch sinken, dass er sich auf eine solche Wette eingelassen hatte.. Nun ja.. Er hatte sie vorgeschlagen, aber sie war doch eine WEASLEY. Er verfluchte sich selbst dafür und noch mehr verfluchte er sich dafür, dass er sie so ungeheuer attraktiv fand. Aber was sollte er tun? Er wollte Blaise in nichts nachstehen, erst Recht nicht bei einer solchen Wette. Er wusste, dass sie beide bei Frauen so ziemlich die größten Renner waren. Doch so einen Tiefschlag, wie eine Wette um eine Frau, konnte er einfach nicht verkraften. Wollte er auch gar nicht, denn diese Frau war ein absoluter Traum und die ganze Sache gestaltete sich schwieriger, als erwartet. Was er brauchte war ein Plan. Er blickte sich in seinem Büro um und überlegte.

Weasley schien sich ihrer Attraktivität gar nicht wirklich bewusst zu sein. Sie hatte zwar ziemlich feuriges Temperament bewiesen, aber dennoch nicht so viel Selbstbewusstsein, wie er bei einer solchen Frau erwartet hätte. Vielleicht würde es doch einfacher werden.. Da war nur noch ein Problem – sein Vater. Wie sollte er sich an diesem vorbeispielen? Als er Blaise gesagt hatte, dass sein Vater nicht erfreut sein würde, wenn er seine Virginia mit jemanden teilen müsse, hatte er nicht gelogen. Im Gegenteil: sein Vater würde alle Männer umbringen, die es auch nur wagen, sie zu berühren. In seinem kranken Hirn dachte er schließlich, dass sie sein Eigentum wäre.

Draco schüttelte sich bei diesem Gedanken. Ihm wurde auf einmal wieder bewusst, wie sehr ihm seine Mutter Leid tat. Dieser alte, perverse Lustmolch, wie kann er das Mutter nur antun?

Er war entschlossen: er wollte diese Wette gewinnen. Also beschloss er kurzer Hand, wieder in sein altes Zimmer in Malfoy Manor zu ziehen. Das erschien ihm als ideal.

Da bin ich wenigstens in Weasleys Nähe. Blaise wird sich wundern. Er grinste fies bei diesem Gedanken. Ja er war sich fast sicher, dass er so den Sieg als seinen bezeichnen würde.

Aber das konnte nicht sein einziger Schlachtplan sein. Er brauchte Informationen über Ginny. Er musste einiges in Erfahrung bringen, damit er besser an sie herankommen würde. Und er wusste auch schon, von wem er diese Informationen erhalten würde: Harry Potter.

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Lucius Malfoy saß in seinem Arbeitszimmer und las in einem alten Buch, welches in Leder gebunden war. Er guckte auf die große, vergoldete Uhr an der Wand, als er plötzlich hörte, wie jemand in die Eingangshalle apparierte. Er wartete ab. Man würde ihn sicherlich gleich stören. Und tatsächlich: fünf Minuten später stand sein Sohn vor ihm.

"Was willst du Draco?", fragte Lucius kalt.

"Nun Vater, ich wollte wieder mein altes Zimmer beziehen." Er blickte seinen Vater unsicher an. Lucius erfreute dies immer zutiefst. Sein Sohn bewahrte zwar vor anderen immer diese kühle Maske, doch bei ihm, seinen Vater, fühlte er sich immer unwohl.. er hatte Angst vor ihm.

"Wieso solltest du das wollen, Sohn? Du hast ein eigenes und sehr großes Appartement in London. Warum willst du hier wieder einziehen?"

Draco hatte genau gewusst, dass er ihn das fragen würde und er hatte sich auch schon eine Antwort einfallen lassen: "Nun, für meine Arbeit im Ministerium muss ich etwas sehr wichtiges recherchieren. Dazu brauche ich deine.. chrm.. Bibliothek." Mit dem Räuspern wollte er seinem Vater näher bringen, welche Art von Bibliothek er genauer meinte.

"Was ist der Auftrag?", verlangte Lucius zu wissen und Draco erklärte es ihm.

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Eine halbe Stunde später zauberte Draco seinen Koffer groß, den er in weiser Voraussicht schon einmal hatte schrumpfen lassen. Er grinste zufrieden, denn bisher verlief alles wie geplant.

Er beschloss schnell noch Blaise zu schreiben, bevor es Essen gab. Als er in den Brief schrieb, dass er jetzt wieder in seinem Elternhaus sei, musste er lachen, bei dem Gedanken daran, wie Blaise wohl gucken würde.

1 : 0 für mich.

Freudig trat er auf den Flur, nur um zu bemerken, dass Ginny Weasley ihr Schlafquartier genau neben seinem hatte.

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Etwas weiter entfernt, im Appartement 31 c in der Market Square hörte man nur ein fluchendes Schreien: "DRACO, DU VERDAMMTER BASTARD!"


A/N: Huh, ich weiß, dass in diesem Chap sehr wenig passiert ist, aber ich hoffe das wird sich ändern.. Denn: Malfoy is back in da house.. -hihi- Ich weiß selbst noch nicht, wie es weitergehen soll.. Bin mal gespannt. xD Hoffe, dass es weiter so schnell voran geht. Deswegen gleich nochmal ein fettes DANKE an meine Beta-Jule, die sich dann immer sofort an das Chap setzt und es ausbessert, wenn ich mal kleine Fehlerchens hab. Superlieb! Und danke an alle Reviewer, ich finds schön, wenn die Story gelesen wird -seuf-

an Jean nin asar ahi smabell: Naja ich find Lucius und Ginny zusammen auch leicht ecklich, aber Ginny weiß auch gar nichts von ihrem -hust- 'Glück'.

Ansonsten kann ich nur sagen: Ich beeile mich -smile-

Bis zum nächsten Chap