Kapitel 5
''Ginny! Was machst du denn hier? Ich freue mich so, dich zu sehen. Wie geht's dir?"
"Hey Mione, gut geht's...", Virginia seufzte. Sie hatte sich in ihrer Mittagspause spontan dazu entschieden, ihre beste Freundin Hermione Granger zu besuchen.
"Hey Ginny, was ist denn mit dir? Du wirkst so bedrückt. Hat es etwas mit dieser Malfoyfamilie zu tun?", Hermione blickte argwöhnisch und besorgt zugleich. Ginny wusste, dass Hermione es als sehr gefährlich und geisteskrank ansah, zu der berüchtigten Todesserfamilie zu ziehen und das auch noch freiwillig! "Ach es ist alles so kompliziert! Du weißt gar nicht wie kompliziert... kann ich mich setzen?" Sie wartete die Antwort gar nicht erst ab und setzte sich in einen schwarzen, weichen Ledersessel.
"Dann erkläre es mir.", forderte Hermione und setzte sich Ginny gegenüber.
Virginia holte tief Luft und dann sprudelte es förmlich aus ihr heraus: "Draco Malfoy hat, glaube ich zumindest, versucht mich zu küssen." Sie blickte Hermione aufgebracht an, diese schwieg und wollte ihren Ohren nicht trauen: "Wie bitte?"
"Ich glaube Draco Malfoy wollte mich küssen.", wiederholte Ginny. "Das habe ich schon verstanden.. aber, aber.. hat er es nur versucht? Oh Gott.. Ginny, wo bist du da nur wieder reingeraten?"
"Ich.. ich weiß nicht. Aber das ist noch gar nicht alles..", Hermione sah sie bestürzt an: "Noch nicht alles? Es kann noch schlimmer kommen? Oh nein, oh nein..."
"Naja, Blaise Zabini woll –"
"Zabini ist auch da?", Hermiones Augen wurden immer größer.
"Ja, naja egal, er hat mir auf jeden Fall einen Zettel mit seiner Adresse hinterlassen. Ich weiß nicht weswegen und.. verdammt! Mione, was soll ich denn tun?"
Die Frau schüttelte nur resignierend mit ihrem Lockenkopf. Ginny sah sie erwartend an, denn sie war wirklich verzweifelt und erhoffte sich einen weisen Rat von ihrer besten und obendrein noch klügsten Freundin. "Virginia Weasley, du wirst die Sache selbst regeln müssen. Du bist eine erwachsene Frau und bitte pass auf dich auf... Du weißt ich halte nicht besonders viel von Gerüchten, doch ich fürchte die Gerüchte um Zabini und Malfoy sind wahr."
"Welche Gerüchte?", Ginny tat unschuldig. Natürlich hatte sie von den Gerüchten gehört. Aber warum sie, warum? "Du weißt genau was ich meine, Ginny." Hermione lächelte sie warm an.
"Musst du noch arbeiten oder hast du heute den ganzen Tag frei?", Ginny erwachte aus der Starre. "MIST! Ich habe die Zeit vollkommen vergessen! Wie spät ist es? Zu spät.. ich, ich muss los." Sie ging schnellen Schrittes hinüber zu Hermione, welche sich erhoben hatte, um ihre Freundin zum Kamin zu begleiten und gab ihr einen Kuss auf die Wange. "Wann kommst du mal wieder?", "Ich weiß nicht. Ich melde mich bei dir.", sie winkte Mione noch einmal kurz zu, ehe sie in den grünen Flammen verschwand.
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Blaise Zabini seufzte schwer, es war bald Mitternacht und er saß immer noch in der Bibliothek. Er gähnte, reckte und streckte sich und beschloss, dass es für den heutigen Tag genug des Guten war. Er stand auf und verließ die Bibliothek. Auf dem Weg zur Eingangshalle begegnete er Narcissa Malfoy.
"Blaise, Sie sind noch hier?"
"Ähm ja, bitte entschuldigen Sie, aber ich denke ich sollte lieber schnell gehen und Entschuldigung nochmals."
"Wann kommen Sie morgen?"
Baise sah sie verwundert an: "Ich denke nach dem Frühstück.", sie zog die Stirn kraus, "Wenn Sie wollen, kann ich auch später kommen..", fügte er hastig hinzu. Das Letzte was er wollte war Mrs Malfoy zu verärgern.
"Nun, mir schwebt da ein anderer Gedanke vor. Bleiben Sie, solange Sie recherchieren, bei uns als Gast wohnen. Ich stelle es mir sehr anstrengend vor, so spät in der Nacht immer nach Hause apparieren zu müssen." Blaise wollte widersprechen, doch ihm bot sich keine Gelegenheit.
"Folgen Sie mir, Blaise." Sie führte ihn in den 2. Stock zu einem Zimmer, das an Dracos Zimmer angrenzte. Narcissa Malfoy öffnete die Tür und erklärte ihm, dass er vorerst entspannen sollte.
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Ginny war kaputt, vollkommen fertig von diesem Tag. Sie fragte sich, ob sie jetzt immer so geschafft und ausgelaugt sein würde. Innerlich freute sie sich schon auf ein entspannendes und wohltuendes Bad. In träumerischen Gedanken versunken, nahm sie das dumpfe Klopfen, welches von der Tür herführte nur sehr benommen wahr. "Ja?", rief sie zur Tür. Diese öffnete sich und Narcissa Malfoy betrat ihr großes Zimmer. "Guten Abend Ms Weasley, die Arbeit erwartet Sie bereits." Ginny sah die ältere Frau und guckte auf die Uhr. Es war schon Mitternacht durch. Diese Frau hatte es darauf angelegt sie fertig zu machen. Sie seufzte und verzweifelte ein wenig. Sie musste sich dieser Frau fügen und hörte, was sie zu sagen hatte. "Wir haben unerwartet einen Gast bekommen. Bringen Sie ihm Handtücher, heizen sie das Badezimmer, bringen Sie ihm etwas zum Trinken, ein Aperitif und Morgen früh wecken Sie ihn bitte pünktlich zum Frühstück. Der Gast schläft im Zimmer 219." Mit diesen Worten drehte sich Narcissa um und ließ Ginny allein zurück. Krampfhaft versuchte sie sich an die ganzen Aufgaben zu erinnern, es fiel ihr aber etwas schwer, da sie normalerweise schon längst im Reich der Träume wäre. Sie atmete noch einmal schwermütig, ehe sie sich auf den Weg zur Bar machte, um dem Gast einen Cognac zu bringen.
Zehn Minuten später stand sie schwerbeladen mit Handtüchern und dem ‚Aperitif' vor Zimmer 219. Sie verfluchte sich selbst, denn in diesem Moment fiel ihr ein, dass sie ja hätte Magie nutzen können. Leise öffnete sie die Tür und ging schnurstracks zum schweren Eichentisch, um das Getränk abzustellen. "Bringen Sie ihm Handtücher, heizen sie das Badezimmer vor..." Die Worte hallten in ihrem Kopf und sie wünschte sich doch nichts sehnlicher, als endlich in ihrem Bett zu liegen. Hätte Virginia gewusst, dass sie mitten in der Nacht arbeiten müsse, hätte sie ihre Arbeitskleidung nicht ausgezogen und weiterhin ihren Zopf getragen. So schlurfte sie mit ihrer offenen und wilden Haarmähne durch die Gegend. Ich muss morgen mit Mrs Malfoy reden und endlich klären, welche Vorbehalte die Frau gegen mich hat.
Sie stieß die Badezimmertür auf, legte die weichen, großen Handtücher auf den Badeschrank und widmete sich dem großen, marmornen Kamin. Der Gast saß wahrscheinlich noch mit Mr Malfoy in dessen Arbeitszimmer. Sie nahm ihren Zauberstab und entfachte ein Feuer im Kamin.
Plötzlich vernahm Virginia ein Räuspern. Wie von der Tarantel gestochen sprang sie auf und drehte sich um, nur um gleich darauf zu erröten. In der großen, runden Badewanne lag niemand anderes als Blaise Zabini. Auf einmal hellwach fing sie an zu stottern: "Zabini.. was machst du denn hier?"
"Das Gleiche könnte ich dich fragen, Weasley!", er grinste sie frech an. "Wolltest du mich beobachten, sehe ich das richtig?" Ginnys Gesicht verfärbte sich noch mehr, aber auch ihr Blut begann zu kochen. Was bildete sich dieser eingebildete Fatzke eigentlich ein!
"Zabini, würde ich dich beobachten wollen, was sehr unwahrscheinlich ist, würde ich mich wohl geschickter anstellen." Sie schenkte ihm einen besonders giftigen Blick.
"Da wäre ich mir nicht so sicher, für so clever halte ich dich nicht." Warum war er so ein gottverdammter Slytherin? Warum musste er sie immer wieder reizen, immer wieder den Stock nehmen und in der Wunde rumstochern?
"Halt die Klappe, Zabini!"
"Ach, wenn du hier schon so rumstehst.. Meine Haut weicht sich langsam auf. Könntest du mir bitte ein Handtuch geben!"
"Was?"
"Ein Handtuch!", er verdrehte genervt die Augen und streckte seine Hand verlangend aus. Ginny stapfte zum Badeschrank und rupfte ein großes Handtuch aus dem Stapel. Unwirsch drückte sie es Blaise in die Hand. Dieser saß inzwischen aufrecht in der Badewanne, so dass sie gute Sicht auf den muskulösen Oberkörper hatte. Blaise bemerkte ihr Starren: "Weasley, ich kann ja verstehen, dass dich mein Prachtexemplar von Körper völlig aus der Fassung bringt, aber könntest du dich bitte umdrehen!"
Ginny blickte sofort weg und drehte sich schon fast zu schnell um. Wie peinlich das doch alles war. Warum sie? WARUM? Sie hörte das Wasser plätschern, als Blaise aus der Badewanne stieg und dann hörte sie ein Räuspern und Blaise meldete sich wieder zu Wort: "Könntest du das Wasser aus der Badewanne lassen?", wütend drehte sie sich um. SEIN Dienstmädchen war sie schließlich nicht. Doch der Gast ist König und so blickte sie, den nur-in-ein-Handtuch-gewickelten, Blaise zornig an. Sie ging zur Badewanne, bemerkte jedoch nicht die Wasserpfützen, welche der junge Mann beim Ausstieg hinterlassen hatte. Sie beugte sich über die Badewanne, rutschte aus und fiel ins Wasser. Sie fluchte laut, denn sie war klitschnass. Sie hörte hinter sich ein Lachen und ein "La merda accade." Sie war kurz vor einem Zusammenbruch. Was für ein Scheißtag, was für ein scheiß Italiener.
SORRY! Ich weiß, ich wollte schnell weiter schreiben und ich hatte auch erst noch ne anderes Kapitel geschrieben, aber das war so verdammt schlecht -kopfschüttel- ist echt besser dieses hier. Auch wenn komisch. Hoffe ihr habt die Lust nicht verloren und reviewt! O.O
Naja noch mal nen fettes DANKE an alle lieben netten Reviewer und an mein Julchen, welches wieder sofort bereit war, dass kapitel zu betan und die mir immer nen bissel Feuer unterm hintern gemacht hat -seuf- Danke Jule :)
