Total durchnässt, vor Wut und Kälte zitternd, stieg sie aus der Badewanne. Dieser bescheuerte Blaise Zabini. Arrogant und narzisstisch. Wie sie solche Kerle hasste! Sie stampfte Blaise hinterher, dieser hatte sich lachend in sein Zimmer begeben. Benahm sich denn so ein Gentleman? Er hätte ihr wenigstens helfen sollen.

Als sie das Zimmer betrat saß Blaise in Boxershorts auf seinem Bett. Er guckte sie immer noch breit grinsend an.

"Hätte ich gewusst, dass du noch mit mir baden willst, wäre ich noch länger im Wasser geblieben, Weasley." Dieses süffisante Lächeln, dieser herablassende Blick seinerseits.. Virginia hätte es ihm am liebsten aus dem Gesicht geschlagen.

"Verdammt, lass mich in Ruhe! Was machst du überhaupt hier?", Ginny war einfach zu sauer, um ruhig sprechen zu können.

"Ich muss arbeiten. Das Gleiche könnte ich allerdings auch dich fragen, Weasley. Was machst du bitte hier im Haus der Malfoys?"

"Wenn es dir noch nicht aufgefallen sein sollte, ZABINI, ich arbeite ebenfalls hier."

"So tief gesunken?"

Ginny blickte ihn verwirrt an: "Wie meinst du das?", fragte sie ihn mit aggressivem Unterton.

"Habt ihr, also du und deine Familie, jetzt schon so wenig Geld, dass du bei euren größten Erzfeinden arbeiten musst? Gott, wie tragisch."

Ginny verstand und sie wurde wütender. So wütend konnte sie normalerweise nur Ronald Weasley, ihr Bruder, machen.

"DU VERDAMMTER SLYTHERIN! Nur weil wir laut deinen utopischen Tagträumen erfolglos bleiben sollen, heißt das nicht, dass wir das auch tun werden! Mag ja sein, dass du die Stelle deines Vaters bekommen hast, aber ich muss im Gegensatz zu dir mein Köpfchen anstrengen und werde es trotz alledem zu etwas bringen. Und nur weil ich nicht in einem goldenen Käfig aufgewachsen bin, so wie du und Malfoy, sondern in etwas ärmeren Verhältnissen, soll das nicht bedeuten, dass ich ein schlechterer oder unqualifizierterer Mensch bin als du! Im Gegenteil: ich weiß wenigstens, was es heißt geliebt zu werden!" Das alles sprudelte in einer solch hohen Geschwindigkeit und Lautstärke aus Virginia heraus, dass sie ersteinmal tief Luft holen musste. Ihr Kopf war rot angelaufen, sie sah Blaise nun direkt an. Dieser blickte sie aus unergründlichen Augen an, sagte aber nichts. Sie fühlte sich gut, da sie sich jetzt mal den ganzen Frust von der Seele gebrüllt hatte, aber jetzt kamen die Gewissensbisse.

Vielleicht habe ich es ja doch etwas übertrieben!

Ginny seufzte und Blaise sagte immer noch nichts. Ihr schlechtes Gewissen wurde größer.

"Es... es tut mir Leid, Zabini. Ich wollte dir nicht zu nahe treten."

Ginny kam sich absurd vor, wie sie mit klitschnassen Sachen und tropfenden Haaren vor einem ehemaligen Mitschüler aus Slytherin stand und ihn um Verzeihung bat. Dieser sagte immer noch nichts und bedachte sie immer noch mit diesem neutralen Blick.

"Na gut, ich geh dann mal lieber.", sagte sie. Sie wusste ehrlich nicht mehr weiter, nur schweigend dazustehen war jedenfalls nicht ihre Stärke. Gerade wollte Ginny sich umdrehen und mit hängenden Schultern zu Tür gehen, da hörte sie Blaises Räuspern: "Schon gut Weasley. Du musst dich schließlich auch mal abreagieren." Sie blickte ihn an: "Ehrlich?", jetzt lächelte er wieder selbstverliebt: "Sicher, kein Ding. Am besten du gehst jetzt.", er gähnte und streckte seinen muskulösen Oberkörper.

Ginny ließ sich das nicht zweimal sagen und verließ den Raum. Gerade als sie die Tür hinter sich schließen wollte, hörte sie noch Blaise murmeln: "Wie kann man ‚Miss Wet' schon böse sein!", Ginny errötete und schloss die Tür schnell hinter sich.

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Ginny legte sich in ihr Bett. Was für ein Abend! Sie blickte auf die Uhr, es war ein Uhr durch. Irgendwie musste sie lachen, wenn sie daran dachte, dass sie sich schon vor einer Stunde nichts sehnlicher, als in ihrem Bett zu liegen gewünscht hatte. Sie erinnerte sich, was sie tun wollte, bevor Mrs Malfoy ihr die unerfreulichen Aufgaben zuteilte.

Baden gehen.

Auch das schien ihr jetzt lächerlich und absurd, nachdem was sich eben bei Blaise abspielte. Aber das war ihr jetzt egal. Sie würde warm baden gehen und sich entspannen. Das war sie sich nach diesem Tag einfach schuldig. Sie schlurfte ins Bad, ließ heißes Wasser und ein nach Rosen duftenden Badezusatz in die Wanne, befreite sich von den nassen, kalten Sachen und legte sich ins Wasser. Sie seufzte schwer. So sollte man einen Abend ausklingen lassen. Erst baden gehen und dann ein Glas kalte Milch trinken. So hat sie es früher immer gemacht, wenn sie nicht schlafen konnte und so würde sie es heute Abend auch machen.

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Sie badete ausgiebig. Hätte sich ihre Haut nicht langsam aufgeweicht und wäre das Wasser nicht immer kälter geworden, so hätte sie noch Stunden baden können.

Endlich stand sie vor ihrer Zimmertür, nur ein kurzes, schwarzes Nachthemd tragend. Außerdem freute sie sich wie ein Kind auf die kühle Milch. So etwas entfachte immer nostalgische Gefühle in Ginny, denn sie sehnte sich heutzutage noch manchmal in die Zeit ihrer Kindheit zurück.

Mit einem Lächeln auf den Lippen öffnete sie ihre Tür und schlich sich auf leisen Sohlen zwei Stockwerke tiefer, in die Küche. Die Malfoys besaßen zwei Küchen, eine Großküche, in welcher nur die Hauselfen arbeiteten und eine, welche die Malfoys für sich nutzten. Sie wurde an und für sich nicht oft genutzt, nur der Kühlschrank war im Prinzip der wichtigste Gebrauchsgegenstand. Nun stand Virginia vor diesem wirklich großen Kühlschrank. Sie öffnete ihn und stellte wenige Sekunden später fest, dass er bis zum Bersten gefüllt war. Unglaublich, wer soll bitte solch Unmengen vertilgen? Sie nahm sich ihre Flasche Milch heraus und stellte diese auf die Küchenablage Mit dem Rücken zur Tür, suchte sie nach einem Glas. Als sie endlich eins fand, schenkte sie sich schon in großer Vorfreude darauf, die Milch ein. Plötzlich hörte Ginny ein Pfeifton hinter sich... so als ob ihr jemand hinterher pfeifen würde! Blitzschnell drehte sie sich um, sie selbst konnte gar nicht sagen, weswegen sie sich so schreckhaft benahm, denn schließlich tat Ginny ja nichts Verbotenes.

"Wusste gar nicht, dass du so heiß bist Weasley!"

‚Weasley' wusste gar nicht, wie sie darauf reagieren sollte.

"Ähm..."

"Nichts zu danken, wird nicht nochmal vorkommen." Draco Malfoy glänzte vor Ginny in seiner vollen Pracht und Arroganz und vor allem nur in einer Schlafanzughose gekleidet. In diesem Moment wurde ihr bewusst, wie leicht bekleidet sie vor ihm stand und wünschte sich nichts dringender als einen langen, dicken Mantel.

"Ich wollte mir nur ein Glas Milch holen.", erklärte sie, so als ob sie sich rechtfertigen müsse, in der Küche der Familie Malfoy zu stehen.

"Hab ich kein Problem mit. Im Gegenteil: ich genieße ja eine angenehme Aussicht."

Ginny verdrehte genervt die Augen. Erst dieser Blaise Zabini und jetzt auch noch Draco Malfoy. Schlimmer kann es ja gar nicht mehr kommen. HILFE!

"Wenn du meinst Malfoy.", antwortete sie etwas zu harsch und wandte sich wieder ihrer Milch zu.

"Tztztz.. nicht in diesem Tonfall Ms Weasley."

Ginny drehte sich so hastig um, als würde sie ein Blitz durchzucken. Auch Draco schien erschrocken. Im Eingang zur Küche stand Lucius Malfoy, einen seidenen schwarzen Morgenmantel tragend. Er lächelte süffisant und hob eine Augenbraue, während seine kalten Augen Ginnys Körper musterten. Jetzt wünschte sich Ginny einen großen, langen und dicken Mantel, wie nie zuvor.

"Entschuldigen Sie, Mr. Malfoy."

Mr. Malfoy lächelte sie halbherzig an und wandte sich seinem Sohn zu. "Draco, du solltest zu Bett gehen. Wenn du immer bis spät in die Nacht wach bleibst, wirst du ja nie mit deiner Arbeit fertig."

"Danke für deine Fürsorge, Vater.", antwortete dieser etwas spöttisch und verschwand aus der Küche, doch vorher warf er Ginny noch einen nicht definierbaren Blick zu. Draco Malfoy wusste wahrscheinlich, was sein Vater mit ihr vorhatte.

Jetzt war Ginny allein mit Malfoy Senior und sie bekam ein mulmiges Gefühl in der Magengegend.

"Nun Ms Weasley, wie wäre es, wenn wir einmal Ihr Benehmen am Arbeitsplatz besprechen würden?"

"Es ist doch aber schon spät...", Ginny war erschrocken. Lucius Malfoy sah sie schon wieder zu lüstern an. Was wollte er denn die ganze Zeit von ihr?

"Ich denke es wäre besser, wenn wir das Problem jetzt noch klären würden."

"Aber..."

"Nichts aber. Folgen Sie mir bitte."

Ginny tat wie geheißen, doch ihr wurde noch etwas schlechter, als ihr bewusst wurde, dass sie nicht in das Arbeitszimmer Malfoy Seniors gingen.

"Mr. Malfoy... Entschuldigen Sie, aber wo gehen wir hin!", ihre Stimme nahm einen schrillen Laut an. Der Angesprochene lächelte nur zuversichtlich und sprach etwas, von wegen seine Sorge sein lassen.

Mit hängenden Schultern und schrecklichen Gedanken trottete Virginia ihrem Chef hinterher. Was immer er auch vorhaben würde, sie wusste, dass es ihr unter keinen Umständen gefallen würde, denn sie spürte immer noch seinen lüsternen Blick auf ihrem Körper. Ginny schüttelte sich. ER IST VERHEIRATET!

Plötzlich erschien Narcissa Malfoy im Flur.

"Lucius, ich bin aufgewacht.. wo willst du denn hin?", sie sah Lucius mit einem quengelndem Blick an, dann fanden ihre Augen die Ginnys.

"Narcissa, Geschäfte."

"Um diese Uhrzeit?", sie sah ihn zweifelnd an, "Lass das Mädchen doch endlich schlafen gehen, ich habe sie doch heute schon so sehr mit Aufgaben belastet." Ginny glaubte sich verhört zu haben: Versuchte Mrs Malfoy gerade, Ginny zu helfen?

"Nun ja, es gab da eben einen Vorfall, den hätte ich noch gerne geklärt." Seine Stimme war schneidend kalt. Wäre Ginny an Narcissas Stelle gewesen, hätte sie den Mund gehalten und sich wieder ins Bett gelegt.
"Lucius, das kannst du auch morgen erledigen." Mrs Malfoy tat unwissend und naiv.

"Narcissa!"

"Ich kann doch sonst nicht schlafen..", quengelte sie weiter, "... und außerdem: Morgen ist sie dann unausgeschlafen und macht ihre Arbeit unbefriedigend.", sie blickte Ginny (gespielt) vorwurfsvoll an.

Diese Situation war vollkommen verrückt: nachts um drei stand Ginny mit den beiden Hausherren von Malfoy Manor auf einem dunklem Flur und es wurde darüber diskutiert, ob Ginny sich nun einem alten geifernden Lustmolch hingeben müsse oder nicht. Sie selbst hoffte natürlich, dass dieser Fall nicht eintreten würde und Narcissa glänzte auf einmal in einem engelhaften Licht vor ihr.

Lucius seufzte genervt und blickte seine Frau mit einem Blick an, der selbst Feuer gefrieren ließ. Dann wandte er sich an Ginny: "Ms. Weasley, gehen Sie ins Bett!", herrschte er sie an.

"Jawohl Sir. Schlafen Sie schön Mrs Malfoy, Mr Malfoy.", sie nickte den beiden zu und verschwand dann schnell in den anderen Flügel des Hauses.

Glück gehabt, dem Grauen nochmal entkommen!

Als sie dann endlich, schweratmend, in ihrem Flur einbog, erkannte sie einen Schemen, welcher an ihrer Zimmertür lehnte.

"Ich hab' was gut bei dir, Weasley.", hörte sie Draco sagen und als sie näher trat, erkannte sie ihn auch als großen, dunklen Schatten.

"Warum?", fragte sie gestresst. Würde dieser beschissene Tag denn nie ein Ende nehmen? Es war doch fast unmöglich: So viel, wie sie in den letzten drei Stunden erlebt hat, hat sie in den letzten drei Jahren nicht.

"Naja.. ich war versehentlich etwas zu laut, als ich in mein Zimmer gehen wollte."

Ginny blickte ihn verwirrt an. Sie verstand nicht und Malfoy erkannte das und erläuterte näher, was er damit meinte: "Durch den Lärm den ich verursacht habe, ist leider Gottes meine Mutter aufgewacht." Er seufzte schwer, als ob er sich das nie verzeihen könne.

In Virginias Kopf ratterte es und sie verstand was Malfoy meinte. Sie war ihm wirklich etwas schuldig, denn Draco war nicht rein zufällig dort entlang gelaufen: das Schlafzimmer seiner Eltern befand sich erstens auf der anderen Seite des Hauses und zweitens, ein Stockwerk weiter oben, als das seine. Er konnte also unter keinen Umständen ‚zufällig' daran vorbeigekommen sein, nur um dann ‚versehentlich' zu viel Lärm zu machen.

"Danke Malfoy.", sagte sie deshalb und nun war sie es, die schwer seufzte.

"Wird nicht wieder vorkommen. Keine Sorge, Weasley."

Sie sah ihn aus trüben Augen an. Virginia war viel zu müde, um zurück zu giften. Seine Spitzen gegen sie waren ihr um diese Uhrzeit vollkommen egal. Das einzige was sie jetzt wollte, war ein Bett.

"Gute Nacht, Malfoy. Wir sehen uns morgen.", sagte sie matt. Draco war überrascht. Kein nächtlicher Streit!

"Ich komm darauf zurück, du weißt ja, du stehst ab sofort in meiner Schuld." Ginny zuckte nur mit den Schultern, öffnete ihre Zimmertür und schloss sie wieder, dann legte sich endlich (ENDLICH!) in das große, weiche und warme Bett. Nach wenigen Minuten schlief sie auch schon.


Hodahi! Fröhliche Weihnachten!

Huh! Wieder mal nen Kapitelchen geschafft :) Steckt harte Arbeit drinne und diesesmal war anscheinend auch mein Betajulchen sehr, sehr doll beansprucht beim betan :)(Sorry, nächste mal mach ich gleich alles besser ;P) Ich hoffe, ich hab hier mit demKapitelauch gleich nen paar Sachen geklärt:

1. Narcissa ist gar nicht so böse und oll, immerhin hat sie der armen Ginny geholfen

2. Jetzt ist auch endlich Virginia bewusst, welche Absichten denn eigentlich Lucius hat und

3. Die Geschichte gestaltet sich immer komplizierter :( Aber wird schon alles -lol- (Mein Problem -hust-)

Dann mal wieder nen dicket Danke an die Reviewers.. Ich weiß nicht.. Darf ich eigentlich Reviewantworten geben! (Wegen diesem 'Reply'-Vieh!); nen Dankeschön an Jule und -hach- ja.. das wars auch erstmal mitm Danken, wa:)

Naja okay, ich setz mich dann auch schön fein ans nächste Kapitel, wünsch euch noch was tolles uuuund: Reviewt fein :)

Bis denne