Disclaimer: Weder die Figuren, noch die darauf basierende Handlung meiner Fanfiction, gehören mir. Die Rechte an Harry Potter liegen ganz alleine bei Joanne K. Rowling. Ich verdiene hiermit kein Geld.


Mortal Sin – Unklare Absichten

Es war wie ein Peitschenhieb der Hermiones Körper durchfuhr. Ihr Herz zog sich zusammen und sie spürte Angst in sich aufkeimen. Der Mann war kein geringerer als Draco Malfoy und schien sie ebenfalls erkannt zu haben...


Erschrocken schrie Hermione auf und fiel rücklings hart auf den Boden. Noch immer aber starrte sie voller Entsetzten in die grauen Augen Malfoys. Er sah ziemlich mitgenommen aus. Ein leichter Bartansatz hatte sich in seinem Gesicht gebildet, es war von Wunden gezeichnet, seine Lippen waren rissig und bluteten etwas, während unter seinen Augen schwere schwarze Augenringen lagen.
„Granger...", keuchte er.

Seine Stimme klang kühl, doch Hermione merkte in ihrer Panik nicht, dass er auch etwas erleichtert klang. Fieberhaft hatte sie ihre Tasche gepackt und kramte nun wild nach ihrem Zauberstab, jedoch fand sie ihn einfach nicht. Erst dann fiel ihr ein, dass sie ihn im Ferienhaus liegen gelassen hatte, weil sie der Meinung gewesen war, dass sie ihn sowieso nicht brauchen würde.
Die Angst in ihr wuchs und wuchs. Schnell kroch Hermione noch etwas zurück.

„Hilf mir...", murmelte Malfoy dann plötzlich.
Hermione musste schlucken. Für einen Moment zweifelte sie an ihrem Verstand. Der Junge aus Slytherin, ein gesuchter Todesser, der Dumbledore töten wollte, bat sie eben wirklich um Hilfe? Derjenige, der sie mehr als alles andere hasste und wegen ihrer Muggel-Abstammung als „nicht würdig" zu leben bezeichnete?

Malfoy streckte zitternd seine Hand nach Hermione aus. Als er diese auf ihr Bein legte, führ sie erschrocken zusammen. „Bitte.", wisperte er und verlor dann das Bewusstsein.
Hermione fühlte sich, als wäre sie in einem schlechten Film gelandet. Einerseits wollte ihr Herz ihm helfen, aber ihr Verstand sprach dagegen. Würde Malfoy sie denn nicht vielleicht hinterhältig töten, wenn es ihm dann besser ginge? Aber andererseits, wenn sie ihn nun hier liegen ließe, würde sie dann verkraften, dass sie möglicherweise für seinen Tod verantwortlich sein könnte?

Abermals musste Hermione schlucken. Vorsichtig beugte sie sich zu dem Slytherin, als würde sie jeden Augenblick damit rechnen, von ihm hinterhältig angegriffen zu werden und legte seinen Arm über ihre Schulter. Unter der Last Malfoys richtete sie sich auf.
Hermione konnte nicht glauben was sie da tat. Sie wollte allerdings auch nicht groß darüber nachdenken...


Langsam strich Hermione Draco die Haare aus dem Gesicht. Er lag bewusstlos in ihrem Bett und diese Gelegenheit nutze sie, um ihn zu verarzten. Je schnell es erledigt wäre, desto besser. Dann könnte er wieder verschwinden und Harry und Ron brauchten davon nichts zu erfahren.
Ihr war jedoch sehr wohl klar, dass dies nicht mehr heute Abend sein würde. Bei Licht sahen seine Wunden noch viel schlimmer aus, als in der Dunkelheit und zum ersten Mal fragte sich Hermione, wieso er eigentlich so verletzt war.

Könnte es vielleicht sein, dass er auf der Flucht vor einem Auror war oder sich ein Duell mit einem seiner Opfer geliefert hatte?
Ihr rannte sein Schauer über den Rücken. Bis jetzt hatte sie Malfoy noch nie als Mörder gesehen. Schon immer war ihr klar gewesen, dass es gefährlich sein könnte, wenn man sich mit ihm anlegte, doch der Gedanke daran, dass er vielleicht Menschen getötet haben konnte, schien fast unvorstellbar.

Schnell versuchte Hermione diese Hirngespinste aus ihrem Kopf zu bannen. Stattdessen griff sie nun nach dem feuchten Schwamm und reinigte mit einer speziellen Zaubermixtur seine Wunden im Gesicht und auch auf seinem Oberkörper.
Sie fühlte sich äußerst unwohl, denn eine Tatsache, die sie nie wirklich wahrhaben wollte, drängte sich langsam in ihr Bewusstsein. Malfoy sah gut aus. Verdammt gut sogar.

Schon immer hatte er eine magische Ausstrahlung besessen, die vor allem die Mädchen in den Bann gezogen hatte. Er war der Böse schlecht hin und auf einer ganz eigenen Art ein Böser, wie er bis jetzt selten in Erscheinung trat. Auch wenn Mädchen von außen so taten, als wären sie vollkommen empört und zu tiefst verletzt über sein Verhalten, gab es doch etwas in ihnen, dass sie den Wunsch verspüren ließ, dieser Böse würde sich alleine für sie ändern.

Hermione war davon nicht ganz ausgeschlossen. Besaß aber so viel Verstand um zu verstehen, dass dieser Wunsch eine reine Fantasie-Vorstellung war. Niemals würde sie Draco Malfoy ändern und erst recht nicht für sie. Auch wollte sie gar nicht, dass er sich für sie änderte...
Je länger Hermione sich das durch den Kopf gegen ließ, desto alberner kam sie sich vor. Schnell zwang sie sich also wieder einen klaren Verstand zu bekommen.


Harry und Ron kamen erst um drei Uhr morgens wieder ins Ferienhaus. Hermione hatte schon längst die Lust verspürt schlafen zu gehen, aber sie konnte nicht, denn das Risiko war zu groß, dass einer der beiden vielleicht noch in ihr Zimmer kommen würde.
Gott bewahre sie davor, wie sie reagieren würden, wenn sie Draco Malfoy in ihrem Bett liegen sahen. Dabei hatte sie nicht so sehr Angst um sein Leben, sondern eher um das von ihr.

So saß sie stattdessen übermüdet und ziemlich genervt in einem der Wohnzimmer-Sessel und las ein Buch, dessen Buchstaben sie fast nicht mehr entziffern konnte, als ein recht angetrunkener Ron und etwas erschöpfter Harry ins Zimmer kamen.
„Das war der Hammer!", rief Ron begeistert und drehte sich im Kreis.
Hermione betrachtete ihn über ihren Buchrand hinweg nachdenklich. Wenn er schon so drauf war, dann musste diese Nacht echt der Hammer gewesen sein und sie konnte sich auch schon vorstellen in welcher Form. Missgelaunt zwang sie sich wieder dazu ihren Blick auf die Seiten zu richten.

Urplötzlich jedoch nahm Ron ihr das Buch aus der Hand und schleuderte es unter dem lauten Protest Hermiones unachtsam auf einen anderen Sessel.
„Sag mal Minschn, wieso bisssde denn so schnell gegangn?", wollte er verständnislos wissen und hickste dabei etwas. „'s war doch soo lustig."
„Mir war schlecht.", erwiderte Hermione knapp. „Nenn mich nicht Minschn."
Mit finsterem Blick funkelte sie ihn an. Durch den Alkoholeinfluss schien dieser aber nicht zu merken, wie eifersüchtig sie war. Na ja, eigentlich schien er das sowieso nie mitzubekommen.

„Ich glaub wir sollten ins Bett gehen.", gähnte Harry und warf einen Blick auf die Uhr.
„Hast du eigentlich auf uns gewartet?", wollte er dann zu Hermione gewandt wissen. Ihr war bewusst, dass er einem Streit zwischen Ron und ihr aus dem Weg gehen wollte, darauf ließ sie sich aber nicht ein. Sie war müde, verletzt und enttäuscht. Die Wut musste einfach raus.
„Musst ich ja wohl.", meinte sie spitz. „Immerhin dachte ich mir schon, dass Ron sturzbetrunken heimkommen würde und irgendjemand muss ihn ja wieder nüchtern kriegen."
Eine schnelle Ausrede, die jedoch einen wahren Kern zu haben schien. Ron aber verschränkte die Arme vor der Brust und schmollte. „Isch habe bloßs Schpaß gehabt."

„Von deinem Spaß will ich nichts wissen.", entgegnete Hermione ihm. Schnell sprang sie auf und baute sich mit wütendem Blick vor ihm auf. „Du bist ein Arschloch, Ronald!"
Ron wusste nicht wie ihm geschah. Noch eher er sich versehen hatte, bekam er eine saftige Ohrfeige von Hermione. Diese rannte dann aus dem Wohnzimmer und ließ ihn und Harry alleine zurück.
„Was... was hat s'e denn?", murmelte Ron verdattert.
„Frag dich das selber. Ich kann sie aber verstehen.", meinte Harry aber nur und ging ebenfalls.


Müde und ziemlich mitgenommen kam Hermione am anderen Morgen in die Küche. Sie hatte die Nacht, oder besser gesagt, das was davon übrig geblieben war, in einem der Gästezimmer verbracht, mit denen sich Harry, Ron und sie nicht die Mühe gemacht hatten, diese zu entrümpeln - geschweige denn zu putzen.
Daher war das erste was sie an diesem Morgen, mit anderen Worten angebrochener Mittagszeit brauchte, eine Tasse Kaffee.

Nachdem sie diesen gemacht hatte und die warme Flüssigkeit ihre Kehlen hinunterrannte, fühlte sie sich auch schon viel wohler. Immer noch beschäftigten sie aber zwei große Themen, von denen sie wünschte, es würde sie nicht geben: Ron und Draco.
Hermione hatte sich vorgenommen mit Ron erst mal kein Wort zu wechseln. Es mochte kindisch sein, aber das war ihr egal. Sie war eine Gryffindor und hatte ihren Stolz.
Draco jedoch konnte sie nicht ignorieren. Als Hermione heute Morgen einen vorsichtigen Blick in ihr Zimmer geworfen hatte, musste sie feststellen, dass dieser immer noch seelenruhig in ihrem Bett lag. Was aber würde geschehen wenn er aufwachte?

Wenn sie ehrlich war, brannte sie darauf zu erfahren, was vorgefallen war. Jedoch bezweifelte sie, dass er darüber ein Wort verlieren würde. Vielleicht wäre das dann auch besser, denn Hermione hatte nicht wirklich Lust dazu in dieses ganze Chaos mit hineingezogen zu werden. Auch weigerte sie sich strikt, überhaupt daran zu denken, dass sie schon mitten drin sein konnte.

Ein Knarren der Treppe und das ungleichmäßige Trampel kündigte Hermione an, dass nun einer der Jungs ebenfalls aus dem Bett gefunden hatte. Es war Harry. Rons Auftauchen um diese Uhrzeit hätte sie auch ziemlich verwundert, immerhin musste der erst mal seinen Kater auskurieren.
Jedoch sah auch Harry nicht fit aus. Wie immer stand sein Haar zerstrubbelt in alle Richtungen, aber seinem Gesicht war deutlich die Müdigkeit anzukennen und Hermione vermutete das er sich wahrscheinlich vornahm, nicht mehr so spät ins Bett zu gehen.

„Morg'n", gähnte er verschlafen, nahm sie ebenfalls eine Tasse von Hermiones Kaffee und setzte sich zu ihr. Nach einem großen Schluck verzog er angewidert das Gesicht und stellte die Tasse neben sich.
„Wie wär's mit Milch und Zucker?", fragte Hermione im sarkastischen Tonfall und deutete auf die zwei Kännchen die am Tisch standen.
Harry griff nach einer und versuchte das ungenießbare Gemisch erträglicher zu machen.

„Ist Ron denn nicht schon wach?", wollte er dann nach einem weiteren angenehmeren Schluck wissen.
Hermione schüttelte den Kopf. „Wundert dich das etwa?"
„Es ist gestern nichts zwischen ihm und dem Mädchen passiert."
Hermione zuckte mit den Schultern. „Das interessiert mich nicht im geringsten."
Ihr war aber bewusst, dass Harry sie durchschaut hatte. Natürlich war es ihr nicht egal. Eigentlich hatte es sie brennend interessiert, wie weit Ron gestern Abend gegangen war oder besser gesagt, wie weit das Mädchen ihn gehen lassen hatte.

„Hat sie ihn dann wenigstens abblitzen lassen?", wollte sie spitz wissen und kaum waren die Worte über ihre Lippen, wollte sie sich auch schon auf die Zunge beißen.
So schnell konnte die ungerührte Fassade brechen, wenn man Hermione Granger hieß.
Harry zögerte für ein paar Sekunden und meinte dann: „Nein."
Hermione musste schlucken. „Er?", fragte sie vorsichtig.
Nun schüttelte Harry den Kopf.
„Ich brauch noch 'nen Kaffee.", wisperte sie stockend und griff noch einmal zur Kanne.


Ron schlief fast den halben Nachmittag durch und Hermione befand das auch für besser. Letztendlich musste sie sich eingestehen, dass es ziemlich schwer werden würde ihm auszuweichen. Einerseits wollte sie ständig in seiner Nähe, andererseits sich auch den Schmerz einer unerwiderten Liebe ersparen. Es war so dumm von ihm, was suchte er denn eigentlich? Es gab niemanden auf der Welt, der besser zu ihm passte als sie. Die beiden ergänzten sich in jeder Lebenslage und noch dazu war sie eine Hexe und wusste von der Zauberwelt bescheid. Bei ihr würde er nicht ins kalte Wasser springen müssen, um zu sagen, dass er ein Zauberer ist und auch würde sie ihn dann nicht als verrückt abstempeln.

Frustriert öffnete Hermione die Tür zu ihrem Zimmer. Inzwischen hatte sie sich den Mut zusammengekratzt um Malfoy zu begegnen. Das einzige was sie aber vorfand, war ein leeres zerwühltes Bett. Für einen Augenblick rutschte ihr das Herz in die Hose und sie konnte auch schon das Bild vor Augen sehen, indem sich Harry und er begegneten. Dann aber fiel ihr Blick auf ihr offenes Fenster.
Langsam schritt sie auf dieses zu, schob die weißen Vorhänge zur Seite und sah hinaus. Keine Spur war von Malfoy zu sehen, aber Hermione hatte nichts anderes erwartet.

Plötzlich bemerkte sie allerdings einen kleinen weißen Zettel. Er lag auf ihrer Bettdecke und sah ziemlich mitgenommen aus. Mit schnellen eleganten Lettern standen ein paar Worte darauf:

Nimm dich in Acht – das meine ich ernst.

Hermione wusste das es Dracos Schrift war, sie hatte sie schon oft auf Aufsätzen gesehen und genau das machte sie auch auf einmal so wütend. Sie hatte ihm geholfen und ihn verarztet, aber was machte er? Er haut urplötzlich ab und hinterlässt einen Zettel, auf dem noch so etwas wie eine Morddrohung stand. Wütend warf sie den Zettel in die Ecke, hastete aus ihrem Zimmer und ließ laut krachend die Tür zufallen. Von Angst war in diesem Augenblick keine Spur. Er sollte nur kommen, sie war bereit.


Draco beobachtete nachdenklich wie Granger einen Blick aus ihrem Fenster warf und schließlich den Zettel fand. Gerne hätte er ihr das selbst gesagt, doch bis auf die Tatsache das er sie immer noch nicht leiden konnte, würde sie ihm auch nicht glauben, wenn er ihr davon erzählen würde.
Langsam kam er hinter den fein gepflegten Büschen hervor und zog sich das Cap, die er sich von dem Wiesel entledigt hatte, tiefer ins Gesicht. Auch ein weißes Hemd hatte er sich von ihm geborgt und dieses Gefühl auf seine primitiven Klamotten zurück greifen zu müssen, hatte schon einen gewissen Ekelfaktor in ihm geweckt.

Nichts ähnelte mehr seinem Leben, dass er noch vor einem Jahr geführt hatte. Zwar streng erzogen und kontrolliert, aber gut behütet, im besten Umgang und mit dem Feinsten vom Feinsten. Die Behütung war Vergangenheit, nun wurde er bereits auf der ganzen Welt als Verbrecher gesucht; Granger, Potter und Wiesel konnte man auch kaum zum besten Umgang zählen und erst recht nicht gab es nun das Feinste vom Feinsten. Wenn er nur an seinen neuen Klamotten heruntersaß, fühlte er sich bestätigt.

Allerdings wusste er, dass ihm keine andere Wahl blieb und er sich auch dafür entschieden hatte. Was ihn aber am meisten beeindruckte, war die Reaktion von Granger. Draco konnte aber nicht genau sagen, ob er es als gutmütig oder einfach nur unheimlich naiv bezeichnen konnte. Er hätte ihr nichts getan und würde auch nicht, doch sie hatte das nicht gewusst, sondern rein nach Gewissen gehandelt. Wenn er nun wirklich auf der falschen Seite gestanden wäre, hätte er leichtes Spiel mit ihr gehabt.


Es war eine Welt, die sie noch nie zu Gesicht bekommen hatte. Erstickte Schrei waren durch die brennende Hitze zu hören. Überall konnte man Flammen sehen und spürte schon recht, wie die Menschen ihren Qualen erlagen.
Viele bekämpften sich gegenseitig. Purer Hass blitzte in ihren Augen, während sie auf Schwächere einschlugen und die Gier nach dem Überleben schien so stark, dass sie Opfer Anderer lieber in Kauf nahmen.

Plötzlich konnte sie einen Schmerz spüren, der sich unheimlich schnell in ihr ausbreitete. Wie Säure brannte er sich durch ihre Haut, bis auf die Knochen und schien selbst diese noch zu zersetzen. Neben den Schreien pochte der eigenes Herzschlag lautstark in ihren Ohren. Dann schrie sie, schrie einfach nur noch um ihr Leben...

„Hermione!", rief eine Stimme weit entfernt. „Hermione, wach auf!"
Jemand hielt Hermione an den Schultern gepackt und schüttelte sie kräftig durch. Erschrocken schreckte sie auf und sah in das besorgte Gesicht ihres rothaarigen Freundes Ron.
Sie saß aufrecht in ihrem Bett, schweißgebadet und noch immer spürte sie einen Schmerz, von dem sie aber nicht wusste woher er ruhte.

„Oh mein Gott...", murmelte Ron erleichtert und fiel ihr um den Hals.
Wenn Hermione noch ein paar Sekunden Zeit gelassen worden wäre wieder wach zu werden, dann hätte sie diese Situation genossen, doch sie stand einfach noch viel zu sehr unter Schock.
„Du hast geschrien wie am Spieß!", erklärte er dann schnell. „Ich dachte schon du würdest sterben oder so etwas. Ist alles okay mit dir?"

Sie schluckte schwer und nickte dann. „Danke, dass du mich aufgeweckt hast. Länger hätte ich das wahrscheinlich nicht mehr ausgehalten."
Irritiert zog er die Braune empor. „Was nicht mehr ausgehalten?"
Langsam griff sie sich an die Stirn und fuhr sich durch das lange braune Haar. „Diesen Schmerz."
„Wer?", rief er hastig. Hermione hörte wie Panik in seiner Stimme aufstieg. „Hat dir irgendjemand etwas getan?"
„Nein.", erwiderte sie. Für einen kurzen Moment huschte ihr Gedanken zu Malfoy. Doch den verwarf sie dann so schnell wieder, dass sie nicht mal länger darüber nachdenken konnte. „Ich hab einfach nur ziemlich böse geträumt."

Ron erwiderte nichts. Für ein paar Sekunden blieb er ungewöhnlich still. Hermione wusste aber, dass er seine Worte sorgfältig wählte, weil er keinen Streit von Zaun brechen wollte, wofür sie auch gleich den Grund erfuhr.
„Soll ich vielleicht ein bisschen bei dir bleiben?", fragte er zögerlich und fügte dann schnell hinzu: „Nur damit du nicht wieder schlecht träumst. Ich kann auch auf dem Boden schlafen."
Am liebsten hätte sie ihm „Ja!" entgegengeschrien, zwang sich aber dann dazu, die Kontrolle nicht über sich selbst zu verlieren.

„Würdest... würdest du?", wisperte sie und staunte dabei über ihre eigenen Worte.
Auch Ron staunte. Er weitete die Augen, nickte schnell und meinte: „Natürlich."
Hermione lächelte ihn glücklich an. Ihr Herz fühlte sich von Sekunde zu Sekunde mit mehr Wärme und die Schmerzen waren fast nicht mehr zu spüren. „Danke, Ron."
„Nichts zu danken."
Langsam stand er von ihrem Bett auf, wollte sich ein Kissen von Hermiones Stuhl neben, wurde aber dann von ihr zurückgehalten.

„Du muss nicht auf dem Boden schlafen. Das Bett ist groß genug für uns beide."
Mit einem amüsierten Blick sah sie, wie Ron die Röte langsam ins Gesicht stieg. „Meinst du wirklich da?", fragte er und deutete neben Hermione auf das Bett.
Diese nickte.
„Wir beide?"
„Natürlich, wir sind doch keine Kinder mehr."
„Eben deshalb.", murmelte Ron leise, wurde aber von Hermione nicht verstanden.

Langsam kam er wieder hinüber zu ihr und kroch unter die Decke. In Hermiones Innerem tobte ein Vulkan der Gefühle. Sie spürte wie Rons nackte Beine ihre streiften und ein unheimliches Kribbeln in ihrem Bauch begann. Es waren nur die Beine und trotzdem waren sie sich doch so nahe wie noch nie zuvor...
„Gute Nacht, Ron.", murmelte Hermione schläfrig.
„Gute Nacht."


TBC