Disclaimer: Weder die Figuren, noch die darauf basierende Handlung meiner Fanfiction, gehören mir. Die Rechte an Harry Potter liegen ganz alleine bei Joanne K. Rowling. Ich verdiene hiermit kein Geld.
A/N: Schaut doch mal bei den FFs von thelittleginnygirl vorbei!


Mortal Sin – Auf Prüfstand

Es musste wohl eine der heruntergekommensten Gegenden in dieser griechischen Stadt sein. Hier wimmelte es nicht nur so von Dreck, sondern auch von allerlei Gesindel. In fast jeder Ecke konnte man Obdachlose sitzen sehen, die sich zwischen alten Zeitungen und toten Ratten ein gemütliches Plätzchen eingerichtet hatten, während in den etwas belebteren Straßen ziemlich freizügig gekleidete Damen in die Autos von reichen oder weniger reichen Männern stiegen, die es ziemlich nötig zu scheinen haben.

Abermals musste sich Draco fragen, was er nur falsch gemacht hatte, um in diesem Drecksloch zu landen und abermals kam die Erkenntnis: einfach alles.
Und das sogar im wahrsten Sinn des Wortes. Man konnte sogar sagen, er hatte sich schon bei seiner Geburt mit der falschen Familie eingelassen. Früher oder später musste es einfach so kommen - oder auch nicht. Ja, eigentlich hatte er sogar sein Schicksal selbst in der Hand gehabt. Viele Male. Immer wieder aber hatte er nicht nur in den Augen seines Vaters versagt, sondern auch in seinen eigenen.

Ihm war schon längst klar, warum er eigentlich wirklich versuchte Potter, diesem Schlammblut und dem Wiesel zu helfen. Nicht nur deswegen weil er Angst – und er musste wirklich zugeben, dass es sie besaß – vor Voldemort hatte, sondern auch, weil er es einfach nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte.
Schlimme Dinge würden geschehen und wenn er diese nicht verhindern konnte, dann würde er es einfach nicht aushalten. Vielleicht hatte sein Vater Recht. Vielleicht war er wirklich durch de Einfluss von Hogwarts und Dumbledore so weich geworden, doch letztendlich konnte er auch nichts mehr daran ändern. Es war nun eben so.

Mit schnellen Schritten ging er in das heruntergekommene Muggel-Hotel, in das er sich einquartiert hatte und trat an die Rezeption. Der kleine ziemlich kahle Portier, der in seiner schwarzen Uniform unheimlich schäbig aussah, nickte ihm zu, drehte sich um und suchte an dem Schlüsselbrett den richtigen Schlüssel für sein Zimmer heraus, den er ihm dann unter einem schmierigen Lächeln in die Hand drückte.
„Ihren Schlüssel, Kirie 1 Malfoy.", meinte er in schlechtem Englisch.
Draco nickt ihm nur halbherzig zu und nahm ihn entgegen. Zu gerne würde er sich etwas besseres leisten wollen, doch das ließ seine momentane Situation nicht zu. Immerhin war es sogar schon ein Wunder, dass er überhaupt in einem Hotel, sofern man diese Bruchbude als eines bezeichnen konnte, wohnen konnte.

Zwar hatte er herausgefunden, dass es in dieser Stadt auch eine Zauberbank gab, von der er jederzeit Gold von seinem Konto hätte abheben können, doch war es auch mit Risiko verbunden. Je größer die abgehobenen Geldbeträge sind, desto größer wurde die Chance, dass sein Vater dahinter kommen konnte und das konnte er nun ab wenigsten gebrauchen.
Soeben wollte sich Draco von dem Portier abwenden, wurde aber dann im letzten Moment mit einem „Ach, Kirie Malfoy" zurückgehalten.
„Ich vergaß vollkommen", erklärte er entschuldigend. „Sie haben Besuch."
Erstaunt hob Draco die Braune und sogleich beschleunigte sich sein Herzschlag auf das dreifache der normalen Geschwindigkeit. Bevor er jedoch fragen konnte, wer es war, hallte auch schon eine altbekannte Stimme durch die kleine Eingangshalle.
„Schön dich wiederzusehen, Sohn."


Mit trauriger Miene saß Hermione im Sand des menschenleeren Strandes. Es war bereits finster und sie konnte nur noch die Umrisse des weiten Meeres erkennen, merkte jedoch, wie die Wellen sanft ihre Füße umspülten und leise dazu rauschten, als würden sie eine Lied singen. Es musste jedoch ein Trauriges sein, so wie sich Hermione jetzt fühlte.
Dieser Tag war einer der Schlimmsten, den sie jemals hat durchmachen müssen. Zum einen war da die Sache mit Ron und zum anderen war wieder einmal Malfoy im Spiel, wobei sie das letztere am meisten mitnahm.

Sie wollte ihm nicht glauben, weigerte sich mit Händen und Füßen dagegen, doch tat sie es, obwohl es vollkommen unverständlich war. Sie war Hermione Jean Granger, eine Muggelgeborene, die zufällig einen Brief von Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei erhalten hatte. Die Macht der Hexerei war ihr nicht in die Wiege gelegt worden. Wieso sollte sie dann ausgerechnet eine Gefahr für die Welt darstellen?
Obwohl man es nicht wirklich einen Zufall nennen konnte, dass sie einen Brief von Hogwarts bekam. Sie hatte ihn deswegen gekriegt, weil es irgendetwas in ihr gab, was dazu in der Lage war, alte Kräfte heraufzubeschwören...

Je länger Hermione drüber nachdachte, desto undenkbarer und doch auch klarer wurde es ihr. Schließlich spürte sie nur noch einen pochenden Schmerz in ihrem Kopf und den starken Drang, sich ins warme Bett zu legen und einzuschlafen. Der Gedanke an weitere Träume schrecken sie jedoch ab und brachten sie dazu, sitzen zu bleiben.
Sie wollte nicht schon wieder so etwas erleben und so langsam wuchs in ihr auch die Vermutung, dass vielleicht sie für das ganze verantwortlich sein konnte, woran nicht zuletzt Malfoy Schuld war.

Leichte Schritte hinter Hermione ließen sie aufhorchen und rissen sie somit aus ihren Gedanken. Sie musste sich nicht umsehen, um zu wissen wer es war. Schon immer wusste sie wie es klang, wenn Ron sich bewegte. Immer ein wenig träge und langsam.
Über seine Anwesenheit konnte sie sich aber nicht wirklich freuen. Zum ersten Mal wünschte sie sich, er möge verschwinden.

Den Gefallen tat er ihr aber nicht, sondern setzte sich stattdessen zu ihr in den Sand und sah auf die das Meer hinaus. Eine lange Stille entstand zwischen ihnen, in der Hermione es auch nicht wagte, ihm einen Blick zu schenken.
„Hermione...", begann er dann schließlich zögerlich und wandte sich ihr zu. „Vielleicht sollten wir noch einmal reden, über das... was... ähm... heute passiert ist."

Innerlich schrie etwas in ihr auf. Sie wollte nicht reden! Sie wollte nicht einmal seine Stimme hören und erst Recht nicht wollte sie den Mund aufmachen! Heute war schon zu viel geredet worden und zu viel gesagt worden, was sie verarbeiten musste. Sollte es denn wirklich noch mehr werden? Konnte sie nicht einfach in Ruhe gelassen werden?
Jedoch schaffte Hermione es nicht ihren inneren Konflikt Ron preis zu geben. Stattdessen schüttelte sie einfach nur den Kopf. „Ron... nein.", erklärte sie matt. „Ich kann nicht mehr. Lass mir heute einfach mal meine Ruhe. Morgen-"

Hermione machte Anstalten aufzustehen, doch Ron hielt sich am Handgelenk fest und zog sie wieder zurück in den Sand. „Bitte.", fügte er hinzu.
Wiederwillig blieb sie sitzen. Gerne hätte sie etwas mehr Wiederstand gezeigt, doch dazu fehlte ihr im Moment auch einfach nur die Kraft.
Obwohl es dunkel war, konnte sie die Konturen seines Gesichtes erkennen und auch, dass er ihr sanft in die Augen sah. Vorsichtig beugte er sich zu Hermione vor und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht, die er zuvor hineingefallen war. Als seine Hand ihre Haut berührte, zuckte sie erschrocken zusammen und beugte sich automatisch etwas zurück. Diese Geste schmerzte. Überhaupt tat es einfach diese ganze Situation.

„Entschuldigung." Er nahm seine Hand wieder zurück. „Ich... es tut mit Leid."
Die leise Vermutung keimte in Hermione, dass die zweite Entschuldigung nicht für eben war, sondern eine tiefere Bedeutung hatte. Jedoch hatte sie das schon vorrausgesehen. Überhaupt war ihr klar, was das alles wirklich sollte. Es lief einfach wie in jedem zweiten Drama ab, in der die Liebe einer Person von der anderen nicht erwidert wurde. Gleich würde er ihr erklären wie sehr er sich wünschen würde, dass sie trotz allem gute Freunde blieben. Darauf konnte sie aber verzichten. Sicher wollte sie Ron als Freund nicht verlieren, wenn es aber sein musste, nahm sie es jedoch in Kauf, um nicht zu leiden.

Die Zeit der entgültigen Trennung zwischen ihnen rückte sowieso mit jedem Tag näher. Noch ein Schuljahr, dann würden sie alle sowieso getrennte Wege gehen. Harry, Ron und auch sie. Sie würden neue Freunde kennen lernen und egal wie sehr sie sich gegenseitig beteuerten, dass sie sich nie aus den Augen verlieren würden, würde es dennoch geschehen. Versprechen werden nämlich gebrochen. Man konnte sie noch so ehrlich und ernst meinen. Nichts gab es, was man halten konnte.
Der Verlust von Rons Freundschaft würde weh tun, doch sie konnte es verkraften und irgendwann... irgendwann würde der Schmerz vergehen.


Erschrocken wirbelte Draco um. Er wusste, er hatte es nicht mit irgendeiner Täuschung oder einem Trugbild zu tun. Vor ihm stand wirklich sein Vater, Lucius Malfoy.
In der Zeit seiner Gefangenschaft bei Voldemort hatte er erfahren, dass sein Vater wieder auf freiem Fuße ist. Begegnet waren sie sich jedoch noch nicht. Normalerweise verzieh der Dunkle Lord seinen Leuten nicht oft. In dem Falle seines Vaters war es jedoch schon in gewisser Art und Weise zur Gewohnheit geworden. In Dracos Inneren machte sich aber keine Wiedersehensfreude darüber breit. Er liebte seinen Vater, hasste ihn aber dafür was er getan hatte und auch jetzt noch tat. Vor allem aber hasste er ihn dafür, dass er es war, der seine Familie mit dem Fluch Voldemorts belegt hatte. Wegen ihm würden sie nie wieder aus dem Teufelskreis kommen.

Im Moment konnte er jedoch nicht den Hass in seinem Herzen spüren, sondern einfach nur blanke Panik, die ihn ergriff. Seine Finger hatten sich so krampfhaft um den kleinen Schlüssel in seiner Hand geschlossen, so dass es schon schmerzte, während sein Herz nun wie wild gegen seinen Brustkorb schlug und das Pochen in den Ohren wiederhallte.
Es dauerte ein paar Sekunden bis er seine Stimme fand und selbst da konnte er nur ein ersticktes „Vater..." von sich geben.
„Also ich hätte etwas mehr Begeisterung von dir erwartet.", meinte Lucius Malfoy tadelnd und trat auf ihn zu. „Immerhin ist es – wenn ich mich nicht irre – mehr als ein Jahr her."

Draco atmete tief durch. Die einzigen Gedanken die ihm durch den Kopf jagten waren: Aus. Schluss. Vorbei. Er hat mich.
Niemals hätte er damit gerechnet, dass Voldemort ihn finden würde und erst Recht nicht, dass er seinen Vater schickten würde, um ihn zu erledigen. Obwohl es denkbar gewesen wäre. Vielleicht dachte er, ihm würde die Tatsache ausgerechnet von seinem Vater erledigt zu werden, noch einen weiteren letzten Schlag verpassen.
Im selben Augenblick, indem er sich innerlich aufgab, schrie jedoch plötzlich auch etwas anderes in ihm auf. So leicht würde es seinem Vater und Voldemort nicht machen! Kämpfen, bis zuletzt!

Die Unsicherheit aus seinem Gesicht schwand. Draco wusste, dass er Portier die Szene interessiert beobachtete. Allerdings war ihm auch bewusst, dass er wahrscheinlich schnell zum Opfer werden würde, wenn die beiden hier ein Duell austrugen.
So ruhig er konnte, schritt er an seinen Vater vorbei hinaus aus dem Hotel. Wie zu erwarten war, folgte er ihm. Kaum ließ Lucius Malfoy die Tür ins Schloss fallen, hatte Draco auch schon seinen Zauberstab gezogen und gegen ihn gerichtet. Die Augen seines Vaters richteten sich interessiert auf seinen gezuckten Zauberstab und lächelte dabei überheblich, selbst zog er jedoch nicht.

Dies alles verunsicherte Draco etwas. Trotzdem mühte er sich aber, diese Unsicherheit nicht Überhand gewinnen zu lassen. „Los mach schon!", schrie er ihm entgegen. „Bringen wir es endlich hinter uns."
„Was soll denn das?" Lucius Malfoy schüttelte leicht tadelnd den Kopf. Noch immer war das Lächeln nicht von seinen Lippen gewichen. „Denkst du wirklich, ich würde gegen meinen eigenen Sohn genauso respektlos den Zauberstab richten, wie du es eben mit deinem Vater machst?"
„Vor dir brauch ich keinen Respekt zu haben.", knurrte Draco. „Wieso bist du dann hier, wenn nicht deswegen? Wie hast du mich überhaupt gefunden?"

Lucius lehnte sich, statt auf seine Frage zu antworten, gelassen gegen die Wand des Hotels und betrachtete die Gegend mit einer interessierten, doch auch angewiderten Miene. „Nett hast du es hier.", ließ er nach ein paar Sekunden des genaueren Studierens vernehmen. „Ich kann jedoch nicht verstehen, wie du dieses Loch gegen unser Leben eintauschen konntest."
„Ich habe nichts eingetauscht. Man hat mir genommen und um mir nicht noch mehr zu nehmen, bin ich abgehauen. Und jetzt sag mir endlich, was du von mir willst!"
Die Wut in sich konnte Draco fast nicht mehr in Zaum halten. Er kannte diese Art, mit der ihm sein Vater meist begegnete. Oft spielte er Situationen herunter, die er jedoch, im Gegensatz zu ihm, bitterernst meinte.

Lucius richtete seinen Blick wieder auf ihn. Das Lächeln verschwand aus seinem Gesicht und zurück blieb kalte Härte. „Nimm endlich dieses Ding runter!", bellte er.
Draco zögerte kurz, entschied sich aber dazu den Zauberstab vorsichtig sinken zu lassen. Er wusste, dass sein Vater es nicht nötig hatte, ihn anzulügen. Wenn er wirklich nicht auf einen Kampf aus war, dann musste es wohl so sein, denn diesen Kampf hätte er sicher gewonnen. Sein Wissen über die Schwarze Kunst war größer als das von Draco und er würde sicher nicht die Skrupel besitzen, dieses auch anzuwenden. Auch nicht gegen seinen eigenen Sohn.


„Ron", begann Hermione entschlossen. „So nett ich deine Entschuldigung auch finde, bitte komm zum Punkt. Ich bin müde und will eigentlich nur noch meine Ruhe haben."
Ron senkte kurz den Kopf, dann sah er wieder auf und lächelte matt. „Ich kann verstehen, dass du sauer auf mich bist. Ich hab mich ja auch benommen wie ein Idiot. Das ganze Jahr über. Die Sache mit Lavender und dann das heute Morgen, dabei..."
„Komm zum Punkt!", unterbrach sie ihn energisch. Sie hatte nicht wirklich Lust die ganzen Geschehnisse vom letzten Schuljahr noch einmal in Zeitlupe vor ihrem inneren Auge zu sehen. Es war schmerzlich genug auch nur daran zu denken.

Er atmete tief durch und sah sie dann gequält an. „Bitte mach es mir doch nicht so schwer."
„Schwer machen?", wiederholte Hermione ungläubig. „Diese ganze Situation ist für mich doch auch schwer, da ist es mir egal, wie sehr du es leicht haben willst."
„Nein, das meinte ich nicht."
„Wie dann?"
Wieder trat eine kurze Stille ein. Auf einmal aber griff Ron dann nach ihrer Hand und zog Hermione näher zu sicher heran. Bevor diese überhaupt reagieren konnte, spürte sie den leichten Druck seiner Lippen auf ihrer und wie in ihrem Körper ein inneres Feuerwerk ausbrach. So schnell wie das jedoch geschah, verging es wieder.

Erschrocken riss sie sich von Ron los und blitzte ihm mit einer Mischung aus Wut und Verzweiflung entgegen. „Was glaubst du eigentlich was du da tust? Willst du mir etwa noch mehr weh tun?"
Ron schüttelte aber schnell den Kopf. „Nein, das war nicht meine Absicht!", versuchte er schnell klar zu stellen.
„Warum tust du das dann? Das heute Morgen hat gereicht, Ron!"
„Hermione, ich glaub ich mag dich."
Die Worte waren so schnell hervorgeschossen, so dass sie sie erst ein paar Mal in Gedanken wiederholen musste. Das Feuerwerk kam zurück, wenn auch nicht in der vollen Stärke wie eben.

Er erkannte schnell, dass Hermione ein „Glauben" nicht reichte. Verlegen sah er zu Boden. „Ich weiß... ich mag dich. Sehr sogar, Hermione.", flüsterte er. „Nicht so, wie man eine gute Freundin mag, sondern wie jemand, der für einen zählt."
Es waren die schönsten Worte, die Hermione jemals aus Rons Munde gehört hatte. Die Wut und Verzweiflung verschwand. Zurück blieb einfach nur Freude. Zwar hatte er ihr nicht in die Augen gesehen, trotzdem wusste sie, dass er es ehrlich meinte.
Sanft legte sie ihre Hand auf seine und beugte sich zu ihm vor. Ron hob den Kopf und in diesem Moment trafen sich erneut ihre Lippen und verschmolzen zu einem Kuss, der nun auf purer Gegenseitigkeit beruhte.


„So ist es gut.", lächelte Lucius wieder. „Es lässt sich doch gleich viel besser reden, ohne dem anderen den Zauberstab auf die Brust zu setzten."
Draco erwiderte darauf nichts, sondern blickte ihm einfach nur angespannt entgegen, wartend darauf, dass er endlich mit der Sprache herausrückte. Wenn sein Vater ihn aufsuchte, musste es einen Grund haben. Sehnsucht nach seinem Sohn traute er ihm nicht wirklich zu.
Lucius erkannte die Ungeduld im Gesicht seines Sohnes und genoss es. Jedoch stieß er sich dann auf der Mauer wieder ab, trat ein paar Schritte auf ihn zu und streckte ihm die Hand entgegen.

Etwas verwirrt sah Draco auf diese hinab. Er konnte sich nicht vorstellen, was Lucius damit bezweckte. „Was soll das?", fragte er schließlich kühl und ignorierte sie.
Das Lächeln auf dem Gesicht seines Vaters wurde breiter. „Der Dunkle Lord will dir eine zweite Chance geben, mein Sohn.", erklärte er. „Du hast das Privileg deine Ehre und somit auch die Ehre der Malfoys wiederherzustellen."
Erneut sah Draco wieder hinab auf die ausgestreckte Hand seines Vaters. Eine kleine Stimme in seinem Kopf schrie förmlich danach die Hand zu ergreifen, sein Herz jedoch pochte immer noch wild gegen seinen Brustkorb und er hatte das Gefühl, dass sich die Schläge von Sekunde zu Sekunde beschleunigten. Wie eine Warnung, ja nicht das Falsche zu tun.

„Wie soll die zweite Chance aussehen?", hackte Draco dann vorsichtig weiter. „Noch einen Menschen umbringen und sehen, ob ich es dieses Mal schaffe?"
Lucius zog die Hand zurück und lächelte süffisant. „Wir wissen, dass du Kontakt zu Potters Schlammblut aufgenommen hast, Draco. Du kannst sie jederzeit benutzen um an Potter zu kommen und diesen entgültig zu erledigen. Außerdem ist es dir dann jederzeit möglich das Mädchen an uns auszuliefern."
„So soll sie also aussehen?"
Draco würde lügen, wenn er nicht ernsthaft daran interessiert wäre. Im Gegensatz zu Dumbledore, brachte er Potter echten Hass und Zorn entgegen und vielleicht konnte er es dieses Mal schaffen...

Erneut reichte ihm Lucius die Hand. Erwartung blitzte in seinen Augen. Das Pochen in Dracos Ohren hatte es schon geschafft, ihm vollständig den Gehörsinn zu nehmen. Wie benebelt sah er auf die Hand herab, während er merkte, wie seine eigene immer feuchter wurde.
Auf einmal jedoch wandte er sich von seinem Vater ab und im selben Moment konnte er überhaupt nicht glauben, was er eben getan hatte. Die zweite Chance in den Wind geschlagen, sein Schicksal aber somit besiegelt...
„Soll so deine Antwort aussehen?", fragte Lucius hinter ihm scharf. „Ist es dir etwa egal, dass er Dunkle Lord dein Versagen und deine Flucht vergessen wollte? Nicht zu vergessen mit der Tatsache, dass du dich anscheinend mit dem Feind verbündet hast?"
„Du und dein dunkler Lord," Draco warf wieder einen Blick über die Schulter und verengte die Augen. „ihr könnt mich mal."

Lucius Malfoys Gesichtszüge wurden kalt. „Wie du willst.", zischte er zornig, mit angespannter Stimme.
Im selben Moment war ein „Plopp" zu vernehmen und er war disappariert. Noch immer viel es Draco schwer zu glauben was eben geschehen war. Noch viel ungläubiger war allerdings, dass sein Vater trotzdem keinerlei Anstalten gemacht hatte, ihn umzubringen, obwohl er das Angebot ausgeschlagen hatte. Was bezweckte Voldemort denn damit?


TBC

1 Nach meinen Informationen, die griechische Anrede für „Herr". Sagt mir bitte, wenn ich mich irre!