Disclaimer: Weder die Figuren, noch die darauf basierende Handlung meiner Fanfiction, gehören mir. Die Rechte an Harry Potter liegen ganz alleine bei Joanne K. Rowling. Ich verdiene hiermit kein Geld.
Mortal Sin – Wenn die Vernunft regiert
Das Feuerwerk, in Hermiones Inneren, hatte solche Ausmaße
angenommen, dass ihr Körper beinahe vor Glück zu
explodieren drohte. Die sanfte Hitze kroch wie ein feines Kribbeln in
ihrem Körper entlang, während sie und Ron dabei waren sich
zu küssen. Vorsichtig drückte er sie in den Sand hinunter
und Hermione könnte spüren, wie die leichten Wellen des
kalten Wassers langsam ihr Haar umspülten, doch es war ihr
egal.
Sie stieß einen glücklichen Seufzer aus, als sich
ihre Lippen voneinander lösten und sie sich wieder in die Augen
sahen. Ein kleiner Gedanke an heute Morgen huschte ihr in die
Erinnerungen, doch dieses Mal war sein Blick nicht beklommen und
voller Entschuldigungen.
„Ich bin so ein Idiot", wisperte er leise, nah an ihrem
Gesicht und lächelte matt. Hermione huschte ebenfalls ein
Lächeln über die Lippen. „Schön das du das bemerkt
hast.", entgegnete sie ihm, schlang ihre Arme sanft um ihn und zog
ihn hinunter, sodass ihre Lippen sich erneut trafen.
Während
dieser leidenschaftlichen Küsse glitten Rons Hände langsam
an ihrem Körper hinunter und verfestigten sich in ihrem Hintern,
dass sie etwas lachend den Kuss abbrechen ließ.
„Was ist?" Verwundert hob Ron den Kopf, damit er ihr besser in
die Augen sehen konnte.
„Na ja", gluckste sie. „Du bist der
erste Junge, der mir an den Hintern fasst. Es ist komisch..."
Ein
Grinsen zog sich über sein Gesicht. Er festigte den Griff etwas.
„Gut komisch oder schlecht komisch?"
„Nichts von
beidem."
Dies irritierte ihn erneut und er wollte schon seinen
Griff zurückziehen, wenn Hermione im letzten Moment nicht nach
seinen Händen gefasst hätte und sie festhielt. „Es ist
wunderbar.", wisperte sie und zog ihn wieder zu sich in den Sand
herab.
Ein zischendes Getuschel erfüllte den Raum, als Lucius Malfoy die Halle betrat und auf dem Weg, durch die Menge der schwarzen Gestalten, zu Lord Voldemort schritt. Die Augen seines Lords betrachteten ihn aufmerksam mit neugierigem Blick, schafften es aber vollkommen gelassen zu wirken. Langsam hob er die Hand und mit einem Mal verstummte das Getuschel seiner übrigen Todesser. Unruhige Stille trat ein, als sich Lucius vor Voldemort niederkniete und den Blick auf den Boden richtete.
„Mylord, ich habe getan was Ihr von mir verlangtet.", erklärte
er mit ergebener Stimme und sah dann zu ihm auf.
Ein Lächeln
breitete sich auf dem entstellten Gesicht Voldemorts aus. Erneut
brach ein leichtes Zischen unter den Todessern aus, dieses Mal
verstummte es aber nach ein paar Sekunden von selbst. Genauso wie ihr
Lord schenken sie ihre ganze Aufmerksamkeit Malfoy senior.
„Wie
ich sehe, ist das eingetreten, was ich erwartet hatte. Er ist nicht
hier.", stellte er leise fest.
Deutlich war die bedauernde Miene seines Untergebenen zu sehen und
man konnte auch erkennen, dass seine Augen ihn bittend entgegensahen.
„Ja, Mylord."
Voldemort nickte. Das Lächeln auf seinem
Gesicht wurde zu einem Grinsen. Hämisch und gehässig. „Du
solltest dir an deinem Sohn ein Beispiel nehmen, Lucius."
Irritiert
hob Lucius die Braune und schluckte fast unmerklich, bevor er fragt:
„Mylord, wenn ich fragen dürfte, wieso? Mein Sohn hat versagt,
er ist nicht würdig."
„Natürlich ist er nicht
würdig.", entgegnete ihm Voldemort scharf. „Doch er wird
sich trotzdem als große Hilfe erweisen. Diese zweite Chance war
nur eine gutmütige Geste meinerseits. Letztendlich ändert
das aber nicht daran, dass dein Sohn nicht diese Aufgaben erledigt,
die ich für ihn vorgesehen hatte."
Voldemort entging nicht, dass die Verwirrung Lucius durch seine Erklärung noch größer wurde. Auch auf den Gesichtern der anderen Todesser in der Halle war Stirnrunzeln eingetreten. „Lass es mich dir so erklären.", begann er also schließlich. „Wenn dein Sohn auf meine zweite Chance eingegangen wäre, dann wäre im Endeffekt das selbe daraus geworden, wie nun – da er abgelehnt hat – daraus werden wird. Ich wollte damit seine Loyalität testen. Die Treue mir gegenüber und die er sich selber entgegenbringt. Letztendlich hat seine eigene Treue gewonnen und ich weiß, dass er alles daran setzten wird, die dunkle Macht in dem Mädchen zu vernichten, wenn nicht sogar vollkommen zu entsaugen."
Augenblicklich wurden Lucius' Gesichtszüge fahl und er
blickte erschrocken drein. Die Gelassenheit seines Lords konnte er
sich nicht erklären. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte
er seinen Sohn sofort umgebracht, als er das großzügige
Angebot seines Meisters ausgeschlagen hatte.
Jedoch hatte sein
strikter Befehl gelautet: „Tu ihm nichts an!" und den hatte er
dann auch wohl oder übel eingehalten.
„Aber Mylord, wenn ihm das gelingt, dann-"
„Es wird ihm
aber nicht gelingen.", unterbrach Voldemort ihn entschlossen. „Man
kann eine Gabe, egal wie viel Unheil sie bringen wird, nicht einem
Menschen nehmen, ohne das man sie auf sich selbst überträgt
und selbst wenn sie dann in dem Inneren deines Sohnes stecken würde,
würden ich es immer noch schaffen sie zu erwecken. Hätte
dein Sohn mir dieses Mädchen allerdings ausgeliefert, dann würde
ihre Kraft jetzt in meinem Inneren ruhen, doch dem ist nicht so. Das
tut aber letztendlich nichts zur Sache, denn sie wird erweckt werden
und dann ist es vollkommen egal, wer sie in sich trug."
Lucius nickte langsam. Unschwer war zu erkennen, dass er immer
noch nicht ganz begriff was Voldemort damit bezweckte, doch er
unterließ es weiter danach zu fragen. Langsam beugte er wieder
seinen Kopf hinab, wie man das immer tat, wenn man um Entlassung bat,
weil man nichts mehr zu berichten hatte.
„Gut, du kannst
gehen.", meine Voldemort.
Abermals verneigte sich Lucius und
schritt den Weg zurück durch die Todesser. Kurz bevor er aber
die Halle verlassen konnte, wurde er noch einmal von Voldemort
gerufen. Erschrocken wirbelte er herum. Ein Grinsen war auf das
Gesicht des Dunklen Lords getreten. „Ach und Lucius? Bring mir die
Freundin deines Sohnes."
Abermals nickte Lucius. „Ja, Mylord.
Unter ihren leidenschaftlichen Küssen, konnte Hermione das Klirren eines Gürtels hören und begriff, dass er dabei war, sich seiner Hose zu entledigen. Eine leichte Panik stieg in ihr auf und sie konnte spüren, wie sich automatisch ihr Inneres verkrampfte. Nicht das es ihr erstes Mal war, doch sie wusste, dass sie ihr erstes Mal mit Ron bestimmt nicht so erleben wollte. Eigentlich hätte es ja nicht romantischer sein können. Tiefe Worte und leidenschaftliche Küsse im heißen Sand Griechenlands, als die Sonne schon längst hinter dem Horizont versunken war, doch dieses Abenteuer wollte sie nicht so schnell mit ihm erleben.
In diesem Moment schossen ihr plötzlich Worte durch den Kopf,
dessen Bedeutung sie für kurze Zeit vollkommen vergessen hatte.
Du könntest jeden von uns töten. Potter, Weasley und
noch viele mehr, eingeschlossen dich natürlich.
Sie
wusste nicht wieso sie plötzlich daran denken musste, doch sie
waren auf einmal da und genauso hart traf sie auch die Botschaft, die
plötzlich ihr Herz daraus schloss.
Eben wollten Rons Hände sie auch des weißen Tops
endledigen, doch Hermione reagierte noch rechtzeitig um dies
verhindern zu können. Schnell streckte sie ihre Hände aus
und stieß ihn damit unsanft von sich. Er fiel zurück in
den Sand und sah sie verwundert, dann entschuldigend an, während
sie fast verzweifelt seinen Blick erwiderte.
„Ich... ich kann
nicht.", wisperte Hermione schließlich beinahe lautlos.
Ron
nickte schnell. „Ich versteh das, Hermione. Wir können damit
warten. Du hast zwar gesagt, dass du keine-"
„Nein!", unterbrach sie ihn hastig. Ihre Stimme war lauter
geworden und auch ein bisschen hektischer. Noch ohne ihn eines
Blickes zu würdigen sprang sie so schnell sie konnte auf und
rannte zurück zum Strandhaus. Ron konnte nicht anders, als ihr
überrascht hinterher zusehen.
Er sah nicht ihre Tränen
und wusste auch nicht, dass Hermione in diesem Moment ihre Liebe zu
ihm begrub und Malfoy verfluchte...
Als Hermione in ihr Zimmer stürzte konnte sie nichts anderes, als sich verzweifelt schluchzend auf ihr Bett zu werfen. Die Tränen flossen wie ein gebrochener Damm und ihr Herz schmerzte vor Kummer. Niemals im Leben hätte sie gedacht, dass so viel Liebe, wie ihr eben gegeben worden wahr, so unheimlich schmerzen konnte.
Sie mochte nicht daran denken, dass Malfoy vielleicht nicht Recht hatte oder sie nur hereinlegen wollte. Viel mehr hielt sie sich immer vor Augen, dass sie so das Leben von Ron schützen konnte. Sie würde ihn einfach viel zu sehr in Gefahr bringen, wenn sie ihn nicht sogar selbst tötete...
Es dauerte einige Zeit, bis sich Hermione wieder beruhigte. Die
Tränen waren getrocknet, doch noch immer war sie aufgewühlt,
jedoch froh darüber, dass ihr Ron nicht gefolgt war.
Vorsichtig
stand Hermione wieder von ihrem Bett auf und trat an den großen
Spiegel, der in ihrem Zimmer hing. Ein Anblick hinein ließ sie
erschaudern. Eine Siebzehnjährige mit zerzausten Haaren, blassem
Gesicht und geschwollen Augen sah ihr entgegen. Die Wimpern waren von
den Tränen zusammengeklebt und eine leichte Röte hatte sich
auch über ihrem Gesicht gebildet.
In diesem Augenblick fühlte sie sich hässlich. So hässlich wie noch nie zuvor. Kaum zu glauben, dass Ron überhaupt Interesse an ihr zu haben schien. Oder war das nur, weil ihr Körper wenigstens einiger Maßen in Ordnung war? Tatsächlich hatte er beeindruckende Rundungen und nirgends zu viel oder zu wenig. In ihren Augen reichte das aber nicht, um sich in Menschen zu verlieben. Sie liebte Ron nicht, weil er gut gebaut war und niedlich dreinblickte, wenn er in irgendeiner Lage steckte, die ihm ganz und gar nicht geheuer war, sondern sie liebte ihn für seine Art. Doch in erster Linie zählte doch immer das Aussehen, damit Menschen sich überhaupt näher kamen und nicht einfach auf der Straße uninteressiert aneinander vorbeigingen.
Würde denn jemals wieder ein Mann etwas für sie
empfinden? Für so ein hässliches Geschöpf wie sie? Und
würde sie überhaupt jemals lieben können, ohne den
anderen in Gefahr zu bringen?
Langsam löste sie ihren Blick
von ihrem Spiegelbild und sah hinab auf ihre Handflächen. In
ihren Augen war es immer noch unvorstellbar, dass neben ihrer
Hexenkraft tödliche Macht in ihnen fließen sollte.
Zögerlich sah sie wieder zurück zu ihrem Spiegelbild und
dann wieder auf ihre Hände. Schließlich legte sie diese
vorsichtig auf ihre Brust und schloss die Augen. Ein kleiner Teil in
ihrem Herzen wünschte sich, es mochte funktionieren, der andere
allerdings schrie laut: „Nein! Nein! Nein!"
Für einen Augenblick glaubte sie, es nicht schaffen zu können
und fast wäre sie in der Versuchung gewesen ihre Hände
wieder von sich zu nehmen, presste sie jedoch dann nur noch fester
gegen ihren Oberkörper.
In ihrem Zimmer herrschte vollkommene
Ruhe, und Hermione konzentierte sich angestrengt auf ihren Wunsch,
während sie die „Nein!"-Schreie in ihren Ohren ignorierte.
Mach mich schön!, wiederholte sie in Gedanken immer
wieder. Mach mich schön! Mach mich schön!
Sie wusste noch wie oft ihr diese Bitte durch den Kopf ging, weder wusste sie, wie lange sie nun vor dem Spiegel stand, als sie schließlich langsam wieder die Augen öffnete. Was sie dann sah, war Enttäuschung und Erleichterung zugleich, von denen beide Gefühle versuchten in ihrem Gesicht die Oberhand zu gewinnen. Dieses, als auch ihre Haare, ihre Augen, ihre Nase und ja, sogar ihre Ohren. Nichts, rein gar nichts hatte sich an ihr verändert!
Erleichterung jedoch verlor, genauso wie die Enttäuschung.
Stattdessen sah sie wieder beunruhigt auf ihre Hände herab. Es
ging ihr einfach nicht in den Sinn. Wenn sie eine Macht hatte, worin
lag sie dann? War sie etwa alleine zum Töten da?
Angestrengt
versuchte Hermione sich an ihre komplette Vergangenheit zu erinnern,
doch nicht ein Augenblick fiel ihr ein, in dem sie Tödliches auf
Mensch und Tier verübt hatte. Sie konnte das einfach nicht
erklären!
Vorsichtig biss sich Hermione auf ihre Unterlippe und betrachte noch immer gedankenverloren ihre Hände, bis sie sich schließlich ein weiteres Mal dazu entschloss es zu versuchen. Auch wenn dieses Mal die Erwartungen deutlich niedriger waren, ja sogar fast gar nicht bestanden, legte sie abermals ihre Hände auf ihren Oberkörper, schloss die Augen und konzentrierte sich. Wieder wiederholte sie ihre Bitte und drückte sogar nur noch fester gegen ihren Brustkorb. Mach mich schön! Mach mich schön! Mach mich schön!
Ein leises Rascheln ertönte. Hermiones Herz hüpfte
aufgeregt auf und ihr Magen zog sich krampfhaft zusammen.
„Was
machst du da?", wollte plötzlich jemand wissen.
Erschrocken
riss sie ihre Augen auf und in gleichen Moment nahm sie die Hände
vom Oberkörper, während sie herumwirbelte.
TBC
