Disclaimer: Weder die Figuren, noch die darauf basierende Handlung meiner Fanfiction, gehören mir. Die Rechte an Harry Potter liegen ganz alleine bei Joanne K. Rowling. Ich verdiene hiermit kein Geld.
A/N: Oh, oh, oh... Ja... mir war ja schon immer klar, dass sich doch so ein paar Rechtschreib- und Grammatikfehler in der FF befinden (ich komm dann einfach nicht mehr zum Durchlesen xP), doch das es sich dann um solche Groben handelt xP. Auf jeden Fall habe ich mir die Ferien Zeit genommen und noch einmal genau über ein paar meiner Stories drübergelesen und diese auch verbessert. Da ich leider keine Beta habe, ist es wahrscheinlich noch immer nicht perfekt, doch ich hoffe, dass zumindest das Schlimmste beseitigt wurde :).
Jetzt aber zu euren Reviews. Wie immer habe ich mich unheimlich darüber gefreut. Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn man merkt für wen ich schreibe und warum ich das tue. Hoffentlich verstehen auch die Schwarzleser unter euch das irgendwann. Ich bitte euch inständig, hinterlasst mir doch ein Review...

BdW: Danke für die Blumen :g: und vor allem für dein Review ;). Mit deiner Vermutung liegst du gar nicht so falsch D.

dramine: Keine Sorge, näher als im letzten Kapitel werden sich Hermione und Ron nicht mehr kommen. Im nächsten wird dann entgültig ein Strich unter die Sache gezogen. Ich kann eigentlich auch nicht wirklich nachvollziehen was JK veranlasst die beiden zusammenzubringen. Nicht weil ich Ron ätzend find, ich mag ihn ganz gerne - doch eine Beziehung zwischen den beiden würde die Freundschaft zwischen Harry, Ron und Hermione total auf den Kopf stellen (wenn nicht sogar zerstören) und das ist es meiner Meinung nach einfach nicht wert. Obwohl mir auch klar ist, dass eine Beziehung zwischen Hermione und Draco ihre Freundschaft genauso strapazieren würde.

Samy Deamon: Ja, klar, du und überlegen :lol:. Ich glaub dir das nicht wirklich ;P. Danke für dein Review! Ach ja, da fällt mir noch ein: DV und FFs lesen? Das gehört sich aber gar nicht :kopfschüttel und zwinker:!

Viel Spaß beim Lesen, hegdl, die Tanya


Mortal Sin – Das erste Treffen

Ein leises Rascheln ertönte. Hermiones Herz hüpfte aufgeregt auf und ihr Magen zog sich krampfhaft zusammen.
„Was machst du da?", wollte plötzlich jemand wissen.
Erschrocken riss sie ihre Augen auf und in gleichen Moment nahm sie die Hände vom Oberkörper, während sie herumwirbelte.


„Malfoy!", stieß Hermione erschrocken hervor.
Der Puls ihres Herzens schoss auf einmal drastisch in die Höhe und sie merkte, wie sich eine leichte Röte der Verlegenheit über ihr Gesicht zog. Wie konnte sie auch nur bei so einer peinlichen Aktion ausgerechnet von Malfoy erwischt werden?
Schnell aber fasste sie sich wieder und schüttelte leicht mit dem Kopf. Nebensache, sagte sie sich und damit hatte sie auch Recht. Es war Nebensache. Die Hauptsache war eher die Frage, was er eigentlich hier wollte – seit letzter Besuch war keine sechs Stunden her!

„Was willst du?", wollte Hermione auch schon sofort wissen und blitzte ihm kühl entgegen. „Hatten wir nicht erst die Ehre?"
„Eigentlich schon und ich dachte auch, dass wir uns nicht so schnell wiedersehen werden, aber da hat sich eben etwas geändert." Schnell sprang er von ihrem Fensterbrett in ihr Zimmer und lehnte sich gegen dieses.
Hermione musste schlucken. Erst jetzt viel ihr auf, wie unwohl sie sich fühlte mit Malfoy zusammen in einem Raum zu sein und auch kam ihr erst jetzt der Gedanke, dass vielleicht Harry oder Ron unerwartet reinplatzen könnten.

Schnell schloss sie die Tür ab und lehnte sich dagegen. „Okay", seufzte sie. „Darf ich dann auch mal erfahren, was sich geändert hat, sodass du dich gezwungen siehst mich nochmals aufzusuchen? Malfoy, ich kenne diese Leiher schon." Hermiones holte tief Luft und äffte ihn mit nie gesagten Worten nach. „Pass auf! Du kannst du Welt vernichten!"
Hermione zog ein Grimasse und versuchte ruhig zu wirken, doch in Wahrheit bebte wieder ein innerer Orkan in ihr. Sie versuchte aber den ganzen Ärger hinunterzuschlucken. Etwas sagte, dass es unfair war, ihren ganzen Frust an Malfoy auszulassen, doch das war ihr im Grunde genommen auch egal. Malfoy, war eben Malfoy, da konnte es einem nicht besonders Leid tun.

Malfoy stand jedoch vollkommen gelassen an ihrem Fensterbrett und sah sie kritisch mit nachdenklicher Miene an. Schließlich schüttelte er den Kopf. „Du musst die Sache ernst nehmen.", meinte er scharf. „Das ist kein blöder Witz!"
„Ernst nehmen?" Hermiones Stimme verfiel in einen unglaublich hohen Tonfall. Schnell stieß sie sich von der Tür ab und trat mit wütendem Blick auf ihn zu. „Weißt du wie Ernst ich das alles nehme? Ich habe deinetwegen...!"
Dann jedoch stockte sie. Die Worte wollten nicht enden. Sie schluckte schwer und sah ihn einfach nur benommen an, während sie die Bilder von Rons Gesicht wieder in ihren Erinnerungen sammelten.

„Was meinetwegen?", wollte Malfoy wissen. Noch immer war seine Miene finster. Hermione jedoch nahm ihn nicht wahr. Kopfschüttelnd und wie in Trance wandte sie sich von ihm ab und ließ sich auf Bett fallen, dann sah sie einfach nur geradeaus.
Nicht so, wie man eine gute Freundin mag, sondern wie jemand, der für einen zählt."
Der Kloß saß schwer in ihrem Hals, aber keine Tränen wollten hervorbrechen, denn eine Blamage vor Malfoy, war das letzte was sie jetzt noch gebrauchen konnte. Auch aber schaffte ihre Stimme es nicht zu einem Wort.

„Meinetwegen?", hakte Malfoy weiter. „Granger! Du wolltest was sagen!"
Langsam sah Hermione auf. „Nein.", flüsterte sie mit erstickter Stimme.
Malfoy atmete tief durch und schüttelte abermals den Kopf. „Hör zu, wir müssen diese Macht in dir-"
„Nein!" Dieses Mal waren die Worte Hermiones jedoch nicht mehr so leise, denn jetzt schrie sie beinahe. Schnell war sie aufgesprungen und funkelte ihn nun voller Zorn an. „Es ist keine Macht in mir! Ich habe es versucht, doch nichts ist geschehen! Verstehst du? Du irrst dich! Es gibt sie nicht, verdammt noch mal! Es gibt sie nicht!"

Schweigen trat ein, in der er sie nur in aller Seelenruhe ansah. Hermione aber fühlte sich noch nie so hilflos, wie in diesem Augenblick. So sehr wünschte sie sich, er würde jetzt vielleicht so etwas wie „Du hast Recht" sagen, doch nichts der Gleichen kam.
Stattdessen sagte er überhaupt nichts.
Ihre Stimme zitterte, als sie wieder das Wort erhob. „Sag-"
Ein plötzliches Geräusch ließ die beiden doch erschrocken zusammenzucken. Schnell wirbelte Hermione herum und schon war auch die energische Stimme Ron zu hören. Dieser stand auf der anderen Seite ihrer abgeschlossenen Tür und schlug wild unter „Hermione! Mach auf!"-Rufen auf diese ein.

Sie konnte Ron nichts erwidern. Zu aufgewühlt war sie von der ganzen Situation und ratlos, was sie jetzt tun sollte. Draco aber verstand und noch ehe sich Hermione versah, sprang er wieder auf das Fensterbrett und verschwand in die dunkle Nacht hinaus. Gerade noch rechtzeitig, denn im nächsten Moment zersprang die Tür unter einem lauten Knall. Zerbrochene Holzsplitter schossen in alle Richtungen, sodass sie gerade noch rechtzeitig hinter ihrem Bett in Deckung gehen konnte, um nicht verletzt zu werden.

„Hermione?", ertönte wieder Rons Stimme.
Er hastete in ihr Zimmer und als er sie hinter dem Bett entdeckte, ließ er sich neben ihr fallen und drückte sie an sich. Es dauerte ein paar Sekunden bis Hermione begriff was geschehen war und bis sie das Gespräch mit Malfoy fürs erste aus ihren Gedanken bannen konnte. Ron hatte doch tatsächlich eben ihre Tür zerstört und auch noch, ohne dafür einen ersichtlichen Grund zu haben!

Als ihr diese Erkenntnis wie ein Schleier vors Gesicht fiel, drückte sie ihn von sich und funkelte ihn verständnislos an. „Was soll das?"
Genauso wie sie nicht, schien aber auch Ron nicht zu verstehen. Er zog die Braune empor. „Du hast geschrien! Ich dachte-"
„Du dachtest?" Wütend sprang Hermione auf und betrachtete den Schaden den er angerichtete hatte. Überall lagen die Holzsplitter in ihrem Zimmer verstreut und zu allem Überfluss erschien nun auch noch ein ziemlich verschlafener Harry im Türrahmen. Er fuhr sich durch sein rabenschwarzes Haar und sah ihnen erstaunt entgegen.

„Kann mir mal einer von euch verraten, wieso ihr um zwei Uhr morgens so einen Krach veranstaltet?", wollte er angespannt wissen. Sein Blick viel auf die Holzsplitter Hermiones Tür und sofort verschwand die Müdigkeit aus seinem Gesicht. "Was zum Teuf-"
„Wir?", unterbrach Hermione ihn jedoch mit hoher Stimme, dann lachte sie kalt auf. „Das war die Idee unseres klugen Rons!"
Ron erhob sich langsam vom Boden, wollte auf sie zugehen, blieb aber dann auf halben Wege stehen. Schuldbewusst und immer noch ziemlich irritiert sah er sie an, Hermione achtete aber überhaupt nicht darauf.

„Er hatte gedacht er müsse den großen Helden spielen und mal eben meine Tür in die Luft gesprengt!", schrie sie weiter. Inzwischen hatte ihre Stimme eine hysterischen Tonfall angenommen und ihr Blick ruhte nun nur noch auf ihm. „Kannst du mir vielleicht mal verraten, wie du auf solch eine kluge Idee kommst? Du hättest mich auch mitsprengen können oder diese bescheuerte Tür hätte es geschafft mich umzubringen!"

„Ich... ich" Ron suchte immer noch ein wenig ratlos nach Worten. In dem Blau seiner Augen konnte man pure Verzweiflung lesen. „aber du hast doch geschrien.", erklärte er schließlich hilflos.
„Ja und? Ich schreie jetzt auch und deswegen sprengt Harry auch nicht meine Tür!"
„Vielleicht... weil es sie nicht mehr gibt?", meinte Ron kleinlaut und zuckte mit den Schultern.
Sie konnte nicht anders, als ihn kopfschüttelnd anzufunkeln. Im Moment fiel ihr nichts ein, um Ron weiter zur Schnecke zu machen. Auch hatte die Müdigkeit es geschafft zwei drittel ihres Körpers vollkommen in beschlag zu nehmen. Nun wollte sie nichts weiter, als einfach nur ins Bett und schlafen.

Das gleiche schien auch Harry zu denken. „Mann, ihr habt Probleme.", murmelte er schlaftrunken und verschwand wieder aus dem Türrahmen, um zurück in sein Zimmer zu gehen.
Stille trat zwischen Hermione und Ron ein. Ron war der Erste, der sie brach. „Tut mir Leid.", entschuldigte er sich.
Wieder blieb ihr nichts anderes übrig als mit dem Kopf zu schütteln. Erschöpft griff sie nach ihrem Zauberstab, den sie sich in die Jeans gesteckt hatte, und deutete mit der Spitze auf den Boden. „Reparo"

Langsam krochen die Holzsplitter über den Fußboden aufeinander zu und setzten sich zusammen, bis am Ende die feste weiße Holztür vollkommen komplett war und sich wie von selbst in den Scharnieren des Türrahmens einhackten.
„Wenn ich die Tür zusperre hat das einen guten Grund.", erklärte sie dem reumütigen Ron schließlich. „Ich will nicht, dass du sie dann mit irgendeinem Zauber aufbrichst und erst Recht will ich nicht, dass du sie explodieren lässt."
Ron nickte. Kurz schluckte er, warf einen nachdenklichen Blick auf das Fenster, aus dem vor fünf Minuten Draco verschwunden war und sah sie dann wieder an. „Ich wollte noch mit dir reden, wegen eben."

Hermione schüttelte den Kopf. „Nicht mehr heute. Ich bin müde."
Er wollte den Mund aufmachen, um etwas zu erwidern, schloss ihn aber sofort wieder, als er ihre warnendeMiene sah, und gab kampflos auf.
„Okay, gute Nacht."
„Nacht"
Für einen kurzen Moment hatte Hermione die Vermutung, er wollte ihr einen kurzen Kuss geben, doch er schien sich anders zu besinnen und ging entschlossen an ihr vorbei. Vor der Tür, mit der Hand auf dem Knauf, blieb er noch einmal stehen und sah sich zu ihr um. „Hermione?"
„Mh?", erwiderte sie nur.
„Eben... na ja," Er stockte. „kurz bevor du geschrien hast, da... ich dachte ich hätte dich reden gehört."

Eine kurze Stille trat ein. Rons Blick war durchdringend und ihr war nicht entgagen, dass in seiner Stimme auch eine Spur von Misstrauen gelegen hatte.
Schnell schüttelte sie den Kopf. „Du denkst zu viel Ron, ich habe nicht geredet. Anscheinend ist er für dich auch besser, wenn du dich endlich schlafen legst."
Ron zog kurz die Augen zusammen, nickte dann aber ergeben und verließ ihr Zimmer. Hermione sah mit trüben Blick auf die Tür, die langsam ins Schloss fiel, ging dann sofort hinüber zum Fenster und beugte sich hinaus um irgendetwas erhaschen zu können. Vor ihr lag aber vollkommene Dunkelheit und Stille, vermischt mit dem sanften Rauschen des Meeres. Von Malfoy fehlte jede Spur. Auf einmal jedoch entdecke sie etwas kleines weißes, zwischen den Eisenstangen des Fensterrahmens stecken.

Vorsichtig griff sie danach und zog es heraus. Es war Zettel. Sofort wusste sie auch, dass er von Malfoy war. Seine Schrift war ihr noch allzu gut von der ersten Nachricht bekannt.

Hotel Belmare.
13.00 Uhr.


Die Anspannung in Hermione war enorm. Ihr Herz schlug hart gegen ihren Brustkorb, während ihre Hände nervös ineinander griffen und sie versuchte ihren rechten Fuß ruhig zu halten, der ständig aufgeregt auf und ab wippte. Wie er es immer tat, wenn sie ziemlich angespannt war.
Ihr war bewusst, diese ganze Situation war vollkommen hirnrissig und doch war sie hier. Im Hotel Balmare. Aufgerecht warf Hermione einen Blick auf ihre Armbanduhr. Sie zeigte 12.50 Uhr an, das bedeute, sie hatte noch zehn Minuten bis Malfoy kam. Zehn Minuten, um von hier zu verschwinden.

Trotzdem aber blieb sie sitzen. Sie schaffte es nicht aufzustehen. Da war eine lästige Eigenschaft namens Neugier, die ihr einen Strich durch die Rechnung machte. Obwohl sie recht wenig geschlafen hatte, hatte sie sich heute doch schon ziemlich früh aus dem Haus gemacht und Harry und Ron nur eine kurze Nachricht hinterlassen, mit der Erklärung, sie wäre in der Stadtbibliothek. Das würde der letzte Ort sein, an dem sie freiwillig nach ihr suchen würden, genauer gesagt würde es der letzte Ort sein, an dem Ron freiwillig nach ihr suchen würde.

Auch jetzt war sie nicht im geringsten in Stimmung ihm irgendetwas über ihr seltsames Verhalten am Strand zu erzählen. Okay, seltsam war ihr Verhalten nicht gewesen. Ron hatte es schlicht und einfach so aufgefasst, dass sie zu prüde sein, um es sofort mit ihm zu treiben. Ja, so primitiv dachte er sicher nicht, doch die noch immer lodernde Wut in ihrem Inneren ließ sie so darüber denken. Sie richtete diese Wut aber nicht gegen Ron und auch nicht gegen Malfoy, sondern ganz alleine gegen sich selbst.

Die Kraft von der Malfoy gesprochen hatte, machte ihr Angst. Mehr als Angst sogar und genau das war der Punkt. Wegen dieser Angst konnte sie nicht mit Ron zusammen sein. Es gab kein anderes Hindernis, als ihre Angst.

Schnell schüttelte Hermione den Kopf um sich wieder auf etwas anderes zu konzentrieren und warf einen weiteren Blick auf ihre Uhr. Inzwischen zeigte diese 12.58 an. Zwei Minuten. Hermione musste schlucken. Wieder kam ihr der Gedanke ans Abhauen in den Sinn und immer noch wippte ihr rechter Fuß auf und ab. Plötzlich erhob sie sich langsam aus den roten Polstern der unbequemen Couch und ihr Herz zog sich vor lauter Aufregung nur noch weiter zusammen.

Komm, ein paar Schritte!, rief eine Stimme in ihrem Kopf. Ein paar Schritte und du bist aus dem Hotel.
Erneut musste Hermione schlucken und drehte sich zum Ausgang um. In diesem Moment war es ihr, als würde jemand ihr Herz mit der bloßen Hand zerdrücken. Genau genommen war dieser Jemand Draco Malfoy, der soeben in diesem Augenblick durch die Tür kam und dessen Blick sich sofort mit ihrem traf. Hermione konnte nicht mehr zurück.


Sie fühlte sich ausgelaugt und müde. Es war eigentlich nur ein beißendes Gefühl, dass es schaffte sie bei Bewusstsein zu halten und nicht zuließ, sie ins Land der Träumenden davon gleiten zu lassen.
Von Sekunde zu Sekunde, mit jedem neuen Rattern des Zuges und jedem neuen Wort des Junges vor ihren Augen, der ununterbrochen mit seiner Mutter über die Geschwindigkeit des Zuges diskutierte, wurde der Zorn in ihrem Inneren größer.

Die Landschaft zog wie ein Traumbild an ihr vorbei. Es war eine der Schönsten, die sie je gesehen hatte. Dieses Land in seiner vollen Pracht. Schon immer wollte sie es erleben. Doch eigentlich eher am Strand mit nichts weiter als einem dünnen Bikini am Körper, während die bewundernden Blicke der Männer auf ihr hafteten und die neidischen ihrer Frauen sie am liebsten aufspießen wollten.

So war es eigentlich geplant gewesen, doch ganz bestimmt nicht, dass sie nun in dieses unbekannte Land fahren musste, um das zu beschützen, was ihr Lieb und Teuer war, das, was nur ihr allein gehörte, damit es ihr niemand nahm.
Tief in ihr schwor sie sich, dass die Diebin ihre gerechte Strafe bekommen würde. Niemand, nein, niemand würde es schaffen, ihr ihr Hab und Gut zu nehmen. Niemandem gelang es, sie in den Schatten zu stellen. Einfach niemandem!


„Wollest du vielleicht gerade verschwinden?", fragte Malfoys Stimme wissend.
Er war auf Hermione zugekommen und sah ihr mit einem durchdringenden kalten Blick entgegen.
Hermione musste schlucken. Sie wusste, dass er ihre Angst förmlich riechen konnte. Schnell beschloss sie aber seine Worte zu ignorieren und setzte ein feste Miene auf. „Ich bin hier, weil ich Antworten von dir will und nicht, weil ich nach einem kleinen Small-Talk suche."

Gleichzeitig zitterten ihre Hände, als sie diese Worte von sich gab und Hermione griff mit der einen Hand fest um das Lederband ihrer weißen Tasche, während sie die andere in ihrer vorderen Jeanstasche versenkt hatte und darin Halt suchte. Der neugierige Blick, den ihnen unterdessen der kahle Portier zuwarf, machte dieses Treffen nicht gerade besser. Malfoy schien das auch zu denken, zumindest befand er den alten Mann hinter seinem Tresen für lästig.
„Komm, ich will ungestört mit dir reden.", meinte er.

Hermiones Herz verkrampfte sich unter diesen Worten noch mehr und sie meinte schon einer halben Panikattacke nahe zu sein, als Malfoy bei diesem einen Schlüssel abholte und die knarrenden Treppen zu den Zimmern emporstieg. Es dauerte ein paar Sekunden bis sie im folgen konnte. Letztendlich hatte sie die Wahl zwischen Malfoy und dem Portier und sie schämte sich dafür, doch Malfoy war ihr wesentlich lieber. Trotzdem aber wuchs ihre Beunruhigung von Sekunden zu Sekunde.

„Hier... wohnst du also?", fragte sie mit nervöser Stimme, als Malfoy seinen Schlüssel in das Schloss der Tür mit der Nummer 13 steckte.
Sie erwartete keine Antwort. Es war mehr wie eine Feststellung, doch eigentlich hatte sie von einem Malfoy mehr Luxus erwartet. Sie war nahezu überrascht gewesen, als sie vor dem baufälligen alten Haus ankam und es hatte sie wirklich viel Überwindung gekostete überhaupt hineinzugehen, weil sie glaubte, sie hätte sich vollkommen verlaufen. Der Portier hatte sie dann aber darüber aufgeklärt, dass sie hier richtig sei.

Hermione fragte sich aber, warum ein Junge mit solch reichen Eltern, wie seine es waren, in einem dreckigen kleinen Muggel-Hotel unterschlupft suchte. Allerdings hätte sie auch nicht erwartet ihn vor ein paar Tagen in der letzten Gosse verletzt vorzufinden. Anscheinend hatte sich in seinem Leben wirklich einiges geändert.

„Ich bin auf der Flucht.", erklärte Malfoy schließlich, so als hätte er in ihren Gedanken gelesen, als sie gemeinsam das Zimmer betraten. „Da kann ich mir nicht mehr leisten."
„Vor dem Ministerium?", entkam es Hermione sofort.
Ihre Augen wanderten dabei neugierig in dem Zimmer umher. Es lag vollkommen im Dunklen. Draco hatte die Jalousien und Vorhänge geschlossen, so musste er das Licht anknipsen, damit die beiden überhaupt etwas sahen. Als das Licht das Zimmer durchfluchtete konnte Hermione sehen, dass es nur aus einem Schlafzimmer mit Bad bestand. Ein großes schwarzes Doppelbett war in der Mitte vorzufinden und ein kleiner Schrank stand in der Ecke. Sonst gab es in dem Zimmer nichts. Rein gar nichts, bis auf ein paar von Malfoys Klamotten, die er auf dem Bett ausgebreitet hatte.

„Ja auch."
Malfoy setzte sich auf sein Bett und betrachtete Hermione neugierig, die unschlüssig an der Tür stand und noch immer umhersah.
„Du kannst dich gerne setzten, wenn du willst.", meinte er schließlich.
Sein Tonfall hatte immer noch etwas Kälte und auch Härte, doch fand Hermione es ungewöhnlich, dass ein Malfoy einem Schlammblut wie sie es war, einen Platz auf seinem Bett anbot. Man konnte es fast als „nett" bezeichnen.

Hermione aber schüttelte ablehnend mit dem Kopf und lehnte sich gegen die Wand neben der Tür. Sie würde lügen, wenn sie erklären würde, dass sie das Ganze nicht mehr als beunruhigte. Es war etwas anderes, wenn er sie bei sich zu Hause überraschte. Dort gab es immer noch die Möglichkeit auf Hilfe, sollte er ihr etwas antun wollen. Hier aber bezweifelte sie, dass jemand überhaupt mitbekam, wenn um Hilfe geschrien wurde. Auch die Tatsache, dass sie eine gefährliche Macht in sich tragen sollte, vor der Malfoy anscheinend Angst hatte, beruhigte sie recht wenig.

Schnell zwang sich Hermione diese Gedanken aus dem Kopf zu bannen und schenkte wieder Malfoy ihre Aufmerksamkeit, der sie neugierig betrachtet hatte und wahrscheinlich sehr wohl wusste, dass sie ihm nicht im geringsten traute.
„Vor wem bist du noch auf der Flucht, wenn nicht alleine vor dem Ministerium?", hakte Hermione dann weiter. Sie wollte die Chance nutzen, wenn Malfoy schon so bereitwillig von sich erzählte.

„Ist doch vollkommen klar, Voldemort natürlich.", entgegnete er.
Das sah sie aber nicht so. Er sagte es, als wäre es das Logischste auf der Welt. Sie jedoch begriff rein gar nichts. Verwundert zog Hermione eine Braune empor. „Du bist ein Todesser, Malfoy. Wieso solltest du vor Voldemort auf der Flucht sein?"
Auch Malfoys Braune wanderte nach oben. In seinem Blick war Spott zu erkennen. Er mühte sich nicht, diesen in seiner Stimme zu unterdrücken. „Wohl doch nicht so scharf in Denken, wie alle immer behaupten, was?"

Verärgert verschränkte Hermione die Arme vor der Brust. „Wie soll ich wissen, was du und dein blöder Lord für Streitereien habt?"
„Schon vergessen was vor ein paar Wochen passiert ist?"
„Wie könnte ich, du wolltest Dumbledore töten."
„Genau. Ich wollte."
Schweigen trat ein. Wieder musste sich Hermione fragen, wieso er es dann nicht tat. Sie war sich aber sicher, dass sie auch dieses Mal keine Antwort darauf bekommen würde.

Also ließ sie es gleich bleiben und wartete darauf, bis Malfoy selber wieder das Wort erhob.
„Aber ich habe es nicht getan und seit dem Tag stehe ich bei ihm nicht gerade hoch im Kurs. Um es mit anderen Worten zu sagen, nachdem ich versagt hatte, hat er mich eingesperrt."
Die letzten Worte klangen bitter. Hermione lauschte ihn neugierig. Es war durchaus interessant Malfoy so zu erleben und noch viel interessanter war, dass er ausgerechnet ihr das alles erzählte.

„Einen Monat lang habe ich darauf gewartet wieder in die Freiheit zu können. Einen Monat habe ich nur nach einer Chance gesucht, abzuhauen. Ich hätte nicht geglaubt, dass es so einfach gehen würde. Der zuständige Wachmann an diesem Tag war unvorsichtig gewesen und ich konnte mir seinen Zauberstab schnappen. So ist es mir gelungen meine Zelle aufzubrechen, ihn zu überwältigen und zu fliehen. In meinen Augen ist es immer noch wie ein Traum. Ich bin frei, obwohl sie alle hinter mir her waren. Alle. Keiner aber hat es geschafft mich zu bekommen."

Während seiner Erzählung hatte Malfoy mit starrem Blick auf den Boden gesehen, so als würde er meilenweit von der Wirklichkeit entfernt sein. Hermione hatte ihn neugierig beobachtete, wie sich seine Gesichtzüge langsam veränderten und Verletzung und Hass in ihnen übrig blieb. Sie wusste nicht wirklich warum, doch in diesem Moment vergaß sie zum ersten Mal ihre Angst vor Malfoy.

„Wieso hat Voldemort dich eingesperrt?", brach es dann schließlich doch aus Hermione heraus. „Ich meine... er hätte dich doch gleich-" Sie stockte. Die nächsten Worte würden taktlos sein, das konnte sie ihn unmöglich wirklich fragen.
Malfoy allerdings wusste schon längst worauf sie hinauswollte. „Wieso er mich nicht sofort tötete, nach meinem Versagen?"
Langsam nickte sie.
Wieder breitete sich ein bitteres Lächeln über seinen Lippen aus. „Voldemort ist kein Mensch mehr. Er ist ein Monster. Wenn jemand in seinen Augen versagt, wird er nicht getötet, sondern eingesperrt in einen Kerker voller Wartender. Sie warten alle. Darauf, irgendwann von ihm geholt und getötet zu werden. Viele aber warten vergebens, sie werden nie zum Tag des jüngsten Gerichts geholt, denn er hatte sie dann schon längst vergessen. Niemals hätte ich geglaubt, dieser Hölle schon nach einem Monat entfliehen zu können, aber ich hatte mir vorgenommen es zu tun, als ich zum ersten mal die Mauern erblickte."

Hermione schwieg. Sie wusste nicht wirklich was sie darauf sagen sollte. Einen Malfoy zu trösten, gehörte nicht unbedingt zu ihrem Spezialgebiet, aber brauchte er überhaupt Trost?
Sein Blick war eisern, die Miene starr und fest. Bei näherem Betrachteten seines Gesichtes konnte sie feststellen, dass dieser Junge vor ihr, gewiss nicht daran dachte sich von Voldemort wieder gefangen nehmen zu lassen und erst Recht nicht wieder auf seine Seite übertreten würde. Sie spürte den dringenden Wunsch sich neben ihn zu setzten und seine Hände zu nehmen, die das einzige Zeichen dafür waren, dass er sichtlich nervös wirkte, weil sie so fest sie konnten, ineinander griffen. Doch Hermione rührte sich nicht von der Stelle. Es gelang ihr noch nicht diesen Wunsch auch in die Tat umzusetzen, denn dafür fehlte ihr einfach das Vertrauen zu Malfoy.

„Wieso erzählst du mir das alles?", wollte sie dann nach ein paar Sekunden wissen.
Zum ersten Mal seit ein paar Minuten hob er wieder den Kopf und sah ihr in die Augen. Silbern glitzerten sie ihr entgegen. Eine Farbe, die ihr bis jetzt noch gar nicht in seinen Augen aufgefallen war. Die kühle Kälte in ihnen existierte immer noch, doch Hermione konnte deutlich die Wunden in der Seele des Jungen erkennen.
„Deswegen, weil du es wissen willst.", entgegnete er. „Aber mach dir keine großen Hoffnungen, du wirst nicht mehr von mir zu hören kriegen. Ich will nur, dass du begreifst, dass ich nicht auf Voldemorts Seite stehe. Heute bist du nur hier, weil ich beschlossen habe, dir deine Kräfte zu nehmen."


TBC