Erstmal vielen Dank an meiner reviewer. Ich hab mich riesig gefreut!
Leia-Skywalker-17: Dein Wunsch ist erhört worden
Morla- SyalNaomi FaryTale: Ich habe so gerechnet, dass Obi 25 war (eigentlich heißt es ja bloß mitte zwanzig) als Anakin 9 Jahre alt war. Das wäre dann eigentlich 16, aber die Beziehung zwischen Qui-Gon und Obi-Wan war mir zu dem Zeitpunkt einfach zu gespannt. Einen lieben knuddel zurück :o)
Silithiel: Das ist die Gefahr. Ich bin immer höchst unmotiviert bei sowas. Aber jetzt, wo ich es öffentlich mache, habe ich wenigstens etwas Druck. Da werde ich schon nicht aufhören.
An mein Schwesterherz: Vielen Dank, ich weiß es zu schätzen!
So, jetzt zu diesem Kapitel:
Ich habe es als ganz schön schwer empfunden, eine vierjährige sich ihrem Alter entsprechend verhalten zu lassen. Ich hoffe, es ist nciht völlig in die Hose gegangen.
Viel Spaß
Kapitel 2
Shmi war in einem ziemlich schlechten Zustand. Qui-Gon und Obi-Wan überließen ihr alle Nahrungskapseln, die sie bei sich hatten. Doch bevor sie ihr darüber hinaus helfen konnten, wurden sie von einem Gamorreanwächter aus der Zelle gerissen. Durch dunkel Gänge hindurch wurden sie direkt zum Sklaventreiber getrieben.
/Egal, was er auch machen sollte. Wehre dich nicht. Pass nur gut auf, dass er dein Lichtschwert nicht entdeckt/ riet Qui-Gon seinem Padawan über ihr Trainingsband.
Der Dug watschelte mit kritischem Blick um sie herum, zupfte hier und da und testete ihre Muskeln. Er grummelte dabei immer wieder etwas auf huttisch, was Obi-Wan nicht verstehen konnte, da er im Sprachunterricht noch nicht so weit war. Der junge Padawan hatte das dringende Bedürfnis, sich aus dieser entwürdigenden Situation zu befreien. Niederträchtiger hatte er sich nie gefühlt und fing bereits an, sich nach seiner Freiheit zu sehnen. Doch er hielt jeder Versuchung sich zu wehren stand. Schließlich war der Dug mit seiner Inspektion fertig. Er programmierte schließlich noch die Implantate und grummelte dem Wärter etwas auf huttisch zu.
/Wir werden in die Minen gebracht, Padawan. Elend wird dort groß geschrieben. Du kannst nicht jedem helfen, Obi-Wan/
Weiter ging es durch dunkle Gänge. Schließlich kamen sie an einem Lift an, der nicht gerade vertrauenswürdig aussah. Der Wärter drängte sie hinein und blieb selber zurück, während der Lift sie tief unter Tage transportierte. „Du solltest versuchen, deine Kräfte einzusparen, wo es geht. Vermeide aber, Aufmerksamkeit zu erregen." „Ja, Meister". Wie Qui-Gon sich das vorstellte, wusste Obi-Wan nicht. Er hatte bereits auf Bandomeer in einer Mine arbeiten müssen und wusste, dass die Wachen darauf gedrillt waren, das letzte aus den Sklaven zu holen. „Die Kunst liegt darin, sich an die Masse der Sklaven anzupassen. Nimm den Rhythmus der um dich rum arbeitenden Sklaven an."
Und schon öffnete sich der Lift. Zwei Gamorreanwächter standen bereit, um sie zu ihrem Arbeitsplatz zu bringen. Obi-Wan wurde von seinem Meister getrennt und in den Steinschlag geführt. Dort arbeiteten bereits ein paar Sklaven. Unter ihnen befand sich zu Obi-Wans entsetzen ein vierjähriges Twilek Mädchen. Doch Obi-Wan dachte schnell wieder an Qui-Gons Rat und widmete sich der Arbeit. Er fand erstaunlich schnell den Rhythmus der Sklaven und fiel tatsächlich nicht auf, ohne sich zu verausgaben.
Trotzdem konnte Obi-Wan seine Aufmerksamkeit nicht vom Mädchen ablenken. Es schien die Minenarbeit nicht gewöhnt zu sein und schien schon sehr schwach, ob wohl der Arbeitstag der Sklaven gerade erst mal zur Hälfte gelaufen war. Da merkte Obi-Wan, wie sich eine bekannte Persönlichkeit ihm näherte. Sein Meister schob die schwere Minenlore, die das Gestein aus den Minen transportiert.
/Hilf ihr nicht! Denk an das, was ich dir gesagt habe/
/Ja, Meister/
Obi-Wan fragte sich, warum sie der schwangeren Frau all ihre Nahrungskapseln überlassen hatten und jetzt das gesamte Elend um sie herum ignorierten. Dennoch arbeitete er stur weiter während das Mädchen Peitschenhiebe kassierte. Er nahm sich vor, sich am Ende des Tages um sie zu kümmern. Er fühlte sich irgendwie dem Mädchen verbunden. Sie war extrem ausdauernd, raffte ihre Kräfte immer wieder zusammen und schaffte es tatsächlich bis zum Ende des Tages. Er spürte, dass sie Macht sensitiv war.
Als sie zu ihren Schlafplätzen getrieben wurden, schlich sich Obi-Wan an ihre Seite. Bevor er sie aber auf irgendeine Art und Weise stützen konnte, schnauzte sie ihn an: „Versuche es nicht einmal!" Verwirrt fiel er ein wenig zurück, wo ihn sein Meister empfing. Der Padawan erwartete eine Tirade von seinem Meister für den Versuch. Doch Qui-Gon schien auf etwas anderes fokussiert zu sein.
/Ich werde versuchen, eine gehobenere Position zu erreichen. Wundere dich nicht, wenn ich eines Tages nicht mehr in der Mine arbeite. Halte Ausschau nach Zyrd. Aber denk daran, Überleben ist die wichtigste Aufgabe hier unten/
Damit verschwand sein Meister. Er wurde für die Nacht woanders hingebracht. Obi-Wan wurde in eine Sklavenschlafsaal gebracht. Er konnte Shmi nirgendwo entdecken und hoffte, das sein Meister sich um sie kümmern konnte. Erleichtert stellte er fest, dass er zumindest mit dem Twilek Mädchen zusammen war. Sie hatte ihn zwar abgewiesen, aber es klang nicht unbedingt bösartig. Doch er würde nicht wieder auf sie zukommen. Er würde warten.
Tatsächlich schlich das Mädchen des Nachts zu ihm. Sie legte sich neben ihn, um nicht aufzufallen. „Warum wolltest du mir helfen?" „Du schienst schwach zu sein" „Der Versuch hätte dich dein Leben kosten können! Was bist du? Irgend so eine Art Jedi?" „Möglich... Ich bin Obi-Wan Kenobi und du?" „Ich kann nicht deine Freundin sein. Das ist gefährlich!" Mit den Worten war sie verschwunden. Aber Obi-Wan spürte, dass sie ihn nur widerwillig ablehnte. Sie hatte das Verlangen nach einem Freund in dieser Misere. Er würde warten. Mit diesem Gedanken schlief er ein.
Am nächsten Tag schien das Mädchen seine Kräfte wieder versammelt zu haben. Aber schon während der Arbeit war für Obi-Wan zu sehen, dass sie den Tag dennoch nicht schaffen würde. Sie war einfach zu ausgelaugt. Obi-Wan sah zu, wie sie von Stunde zu Stunde schwächer wurde. Er musste einfach etwas unternehmen. Kurz bevor die Wachen bemerkten, dass das Mädchen nicht mehr arbeitete, hatte er die Idee. Er täuschte vor, das Gleichgewicht zu verlieren und mit dem Hammer über dem Kopf nach hinten zu kippen. Er achtete dabei darauf, auch ja die Schienen zu beschädigen, um so viel Aufmerksamkeit wie möglich auf sich zu ziehen.
„Das wirst du noch bereuen!" Mit den Worten schleppten die Wachen Obi-Wan davon. Das Mädchen blieb unbeachtet. Sie hatte Zeit gewonnen, um sich zu erholen, während die Wachen mit Obi-Wan beschäftigt waren.
Als die Wachen das größt mögliche Sklavenpublikum um sich rum hatten, rissen sie Obi-Wan seine Tunika vom Leibe und holen eine neunschwänzige Katze hervor.
„Seht, was passiert, wenn ihr einen Fehler macht!"
Zwei Wachen ergriffen Obi-Wan und der dritte mit der Peitsche schlug auf seinen Rücken ein. Einmal, zweimal, dreimal...
Als die Wachen mit ihm fertig waren, war sein Rücken blutig geschlagen. Sein Meister hatte zugesehen. Zusehen müssen, und nichts tun können. So wie Obi-Wan war, wurde er zurück an seinen Arbeitsplatz geschickt. Er ging aufrecht. Nicht einmal hatte er geschrieen. Tapfer nahm er die Arbeit wieder auf. Das Mädchen würdigte ihm keines Blickes. Wahrscheinlich war sie sauer. Zum Glück dauerte es nicht mehr lange, bis der Tag zuende war. Doch als sie anderen Sklaven zurück in die Unterkünfte getrieben wurden, ließ man ihn nicht gehen.
„Während deiner kleinen Vergnügungspause hast du nicht gearbeitet. Das holst du jetzt nach!" Und so raffte er sich noch einmal zusammen. Die Schmerzen wurden dank des entstandenen Schweißes immer unerträglicher. Doch schließlich hatte er es überstanden und wurde zurück in die Unterkunft gebracht.
Dort angekommen legte er sich auf den Bauch und begann, sich in eine tiefe Meditation zu begeben, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Doch bevor er wirklich tief in seiner Meditation versinken konnte, holte ihn eine Stimme zurück:
„Obi-Wan, wach auf. Obi-Wan? Alles in Ordnung?" Es war das Mädchen. Sie schien voller Sorge. „Ich brauche Schlaf, mehr nicht." „Deine Wunden müssen gereinigt werden. Ich geh Wasser holen." Wasser gab es glücklicherweise genug, dank eines Brunnens.
Das Wasser brannte höllisch in den Wunden und Obi-Wan war versucht, sie von der ganzen Sache abzuhalten. Doch er wusste ganz genau, dass es die Chancen auf eine Entzündungsfreie Heilung heben würde. Also biss er die Zähne zusammen und versuchte es mit Humor hinzunehmen.
„Erst die Wachen und dann das hier..." „Jammerst du etwa?" „Nein, ich habe nur etwas festgestellt." Doch sie wurde schnell ernst. „Du hast mir das Leben gerettet mit deiner Aktion." Der Schmerz flammte erneut unerträglich auf, so dass es Obi-Wan den Atem verschlug. „Ich heiße Kari-Ann." Wieder zu Atem gekommen fragte er: „Ist die Gefahr der Einsamkeit größer geworden, als die der Freundschaft?" „Ich will nicht länger alleine sein. Zuerst hatte ich Angst, aber jetzt nicht mehr." „Wo ist deine Mutter?" „Jabba hat sie bei einer Wette verloren..." „Das tut mir Leid."
Kari-Ann war inzwischen fertig mit der Säuberung. Nach einem Augenblick Stille fing sie wieder an zu sprechen: „Ab morgen arbeite ich nicht mehr in den Mienen." „Wieso?" „Ich arbeite sonst immer bei Jabba im Palast, aber ich bin gestolpert. Ich musste zur Strafe eine Woche Mienenarbeit machen. Morgen ist die Woche vorbei." Obi-Wan wurde hellhörig. Wenn sie in Jabbas Palast arbeitete, hatte sie vielleicht auch etwas über Zyrd gehört. „Hast du vielleicht schon mal etwas von einem Rodianer namens Zyrd gehört? Treibt er sich hier bei Jabba herum?" Kari-Ann legte ihre Stirn in Falten und dachte streng nach.
„Nein, ich kann mich an niemanden erinnern, der so heißt." Als sie Obi-Wans Entmutigung sah, fragte sie nach: „Warum? Wer ist das? Warum interessierst du dich für ihn?" Er durfte ihr nicht erzählen, dass er ein Jedi war und erst recht nicht von seiner Mission. Er musste sich schnell etwas einfallen lassen. „Ich habe gehört, dass er sich hier herumtreiben soll, weil er an Geschäften mit Jabba interessiert ist.", sagte er schnell und fügte dann einen Gedankensprung später hinzu: „Ich hatte gehofft, dass er nach einem Sklaven wie mir sucht. Alles andere ist besser als hier!" „Warum glaubst du, dass er ausgerechnet dich kaufen würde?" „Weiß nicht. Vielleicht sollten wir jetzt langsam mal schlafen. Ich brauche es dringend!"
Eigentlich war sie in ihrer Neugierde längst nicht befriedigt worden und sie war sich auch sicher, dass er ihr etwas verbergen würde, aber sie war selber Todmüde. So stimmte sie zu mit dem Gedanken ihn morgen weiter auszuquetschen. Sie würde schon herausfinden, was er vor ihr verbarg.
Am nächsten morgen ging es dann wieder in die Minen, ohne Kari-Ann. Über seinen Wunden hatten sich Krusten gebildet. Doch während der Arbeit riss eine nach der anderen wieder auf. Als die Lore zum Abholen des Gesteins Obi-Wans Platz erreichte, fiel ihm zum ersten mal auf, dass sein Meister sich nicht mehr in den Mienen befand. Er war jetzt ganz allein.
