Ich bezweifle ja, dass es noch Leser gibt, die auf dieses neue Kapitel gewartet haben. Aber lasst euch eins sagen. Das warten hat sich gelohnt, wie ich finde. Ich musste erst eine einsame Studentin werden in einer fremden Stadt, um wieder von der Muse geküsst zu werden und jetzt, ein Jahr später, die Fortsetzung. Das Ende ist auch schon so gut wie verfasst. Es sieht also so aus, als wenn ich euch nicht mehr auf die Folter spannen werde. Verzeiht mir. Ich hoffe, es hat euch nicht den Spaß an der Geschichte verdorben.
Achja, ich muss noch dazu sagen, dass ich anfangs Kari-Ann total vergessen habe, nachdem ich die Geschichte so lange liegen lassen habe. Leichte Charakterveränderungen konnte ich nicht verhindern.

Zum Schluss noch mal mein Dank an alle reviewer. Alleine ihr habt mich schließlich überzeugt, weiter zuschreiben!

Kapitel 6

Auf dem Weg nach Mos Eisley klärte Qui-Gon Siri über den Sachverhalt auf.

„Das einzige, was wir also wissen, ist der Name Cliegg Lars und dass er ein Farmer ist."

„Auf jedem anderen Planeten wäre es genug, um eine Person zufinden, aber hier könnte sich das schwieriger gestalten", stellte Siri fest.

„Richtig. Wir müssen also an Informationen gelangen ohne danach zufragen."

„Habt ihr bereits eine Idee, wie wir das hinbekommen können?"

„Nein. Aber ich habe so das Gefühl, als wenn sich eine Lösung findet wird."

Kari-Ann fühlte sich reichlich verloren und einsam, wie sie so hinter den beiden Jedi hertrottete. Sie wusste absolut nicht, wo man irgendeinen Farmer, geschweige denn, einen Farmer namens Lars finden könnte. So hatte sie sich das ganze nicht vorgestellt. Sie wollte doch helfen, Obi-Wan zu finden und nicht nutzlos hinterher laufen.

Da sie kurz davor waren Mos Eisley zu betreten sagte Qui-Gon noch schnell:

„Und achtet auf tieffliegenden Toydarianer. Sie reagieren aggressiv, wenn man ihnen nicht ausweicht."

Siri fragte sich, warum er sie darauf so explizit hinwies. Sie war jetzt schon lange genug Padawan, um sofort zuerkennen, dass man hier jeder Schwierigkeit aus dem Weg gehen sollte. Kari-Ann hingegen schien sich die Warnung zu Herzen zu nehmen und hielt so gleich Ausschau.

Auf dem Weg durch die Stadt fiel Qui-Gon der rege Warentransport auf der Strasse auf. Irgendwo hier musste eine Art Markt stattfinden. Er folgte unauffällig einem von Eopies gezogenem Wagen mit Gemüse. Auf einem Planeten wie diesem musste Farmgelände rar sein. Vielleicht konnte er auf dem Markt erfahren, wo sich Farmgelände befand.

Siri hatte bereits damit gerechnet, dass der Jedi-Meister dem Wagen gefolgt war, um einen Markt zu finden. Doch der Anblick des Marktes überraschte sie dennoch. War es in der einen Straße soeben noch leer gewesen, so tummelte sich um die nächste Ecke alles, was die Rassenvielfalt und der Markt dieser Galaxie zu bieten hatte. Der Marktplatz war packend voll. Von Sklavenhändlern bis zu Feinkosthändlern, von Bettelarmen Taschendieben bis zu (im wahrsten Sinne des Wortes) stinkreichen Ganoven war alles anzufinden.

Die beiden Jedi schlichen sich mit höchster Aufmerksamkeit durch das Gewusel. Qui-Gon hatte gerade einen Händler ins Auge gefasst, den er in ein Gespräch verwickeln wollte, als ihn jemand ansprach.

„Seid Ihr es wirklich?"

Qui-Gon drehte sich zu der Stimme, dessen Besitzer freudestrahlend seine Hand nahm.

„Ihr seid es wirklich! Ich kann es kaum glauben, unversehrt und frei wieder zurück aus Jabbas Palast?", fuhr der Mann leise fort, den Qui-Gon nun als denjenigen erkannt hatte, der ihm und Obi-Wan in Jabbas Palast verholfen hatte.

„Ja, aber glaubt mir, Jabba hat einen guten Preis für die Sklaven bekommen, die Ihr ihm als Ausgleich für Eure Schulden gegeben habt." Mit einem Zwinkern des Jedis verschwanden die Sorgenfalten des Mannes, die sich gebildet hatten, wieder.

„Dann freue ich mich um so mehr, Euch wiederzusehen! Aber wo habt ihr euren Gefährten gelassen?", fragte dieser, während Qui-Gon sich und seinen Gesprächspartner unauffällig vom Markt wegführte.

„Wir wurden leider getrennt ‚verkauft'. Ihr könntet mir jetzt vielleicht bei der Suche helfen."

Das freundliche Lächeln wich einem ängstlichen Blick.

„Keine Angst. Ich verlange nicht viel von Euch. Ich brauche nur ein paar Informationen."

Die Angst war noch immer nicht ganz gewichen

„Auch Informationen können mich hier in Schwierigkeiten bringen", antwortete er unsicher.

Siri folgte den beiden gemeinsam mit Kari-Ann derweil unauffällig. Siri unterhielt sich mit Kari-Ann, ohne die beiden Männer aus den Augen zu verlieren, und erfuhr so mehr über das Mädchen.

„Ich habe nicht vor, Euch in Schwierigkeiten zubringen. Zudem bezweifle ich, dass Cliegg Lars Euch verfolgen lässt, wenn Ihr mir sagt, wo er wohnt."

„Tut mir leid. Ich kenne keinen Cliegg Lars." Nach einer Pause, die Qui-Gon absichtlich nicht unterbrach, fügte er hinzu: „Aber mein Vater hat mal jemanden gekannt, der Lars hieß und eine Farm in der Nähe von Mos Eisley betrieben hat. Aber Lars' gibt es hier eine Menge."

„Dennoch werden wir uns einmal in Mos Eisley umhören. Habt vielen Dank. „

Mit diesen Worten ließ Qui-Gon den Mann alleine und die beiden Jedi machten sich auf den Weg zurück zum Raumschiff. Zurück in der einsamen Wüstenei außerhalb der Stadt, wagten sie wieder, sich zu unterhalten.

„Jede gute Tat wird doch immer wieder belohnt", stellte Qui-Gon befriedigt fest.

„Das war der Mann, als dessen Sklaven ihr euch an Jabba verkaufen lassen habt, nicht wahr?", hakte Siri nach. Der Meister nickte. „Was habt ihr herausgefunden?", fragte sie weiter.

„Nun, er kannte zwar keinen Cliegg Lars, wusste aber von einem Farmer namens Lars, der einst seine Farm in der Nähe von Mos Eisley hatte", antwortete Qui-Gon.

„Aber wenn Mos Eisley so weit weg ist, dass wir mit dem Raumschiff hinfliegen, ist es dann nicht ziemlich unwahrscheinlich, dass es der Farmer ist, den wir suchen?

Qui-Gon lächelte: „Ich weiß nicht, wo genau Mos Eisley liegt, aber das wird uns das Navigationssystem sicherlich zeigen. Zudem haben viele Farmer hier einen Speeder, der es ihnen erlaubt, große Distanzen zu überwinden." Siri entging wirklich nichts. Da es weiter nichts zu bereden gab, verfielen sie ins Schweigen. Die Gedanken des Jedi Meisters schweiften wieder zu seinem Padawan. Über ihr Band konnte er nur entfernt seine Präsenz spüren. Er war zu weit weg, um ihn zu kontaktieren. Er machte sich große Sorgen um den Jungen. Auch wenn sie schon öfter voneinander getrennt waren, beunruhigte ihn die nicht gegenwärtige Präsenz seines Schülers und das Wissen, dass Obi-Wan dringend Hilfe benötigt hatte.

Im Schiff angekommen suchte Qui-Gon mit Hilfe des Computers die Gegend ab. Tatsächlich wurde eine weitere Stadt in mitten kleinerer Siedlungen angezeigt. Die Distanz schien auch nicht zu groß für einen Speeder zu sein und er entschloss sich, die Stadt anzufliegen.

Nach einer unruhigen Nacht und wenig Schlaf, versuchte Obi-Wan sich am nächsten Morgen aufzurichten. Bevor er sich jedoch mit seinen Händen hochstemmen konnte, stand auch schon Shmi in der Tür

„Das solltest du lieber lassen." Geschlagen ließ Obi-Wan die Hände wieder sinken. Shmi betrat das Zimmer und machte sich daran, die Wunden neu zu verbinden.

„Wie geht es den beiden Babys?", fragte Obi-Wan sie. Er wollte eine Unterhaltung mit ihr beginnen, um etwas mehr über seine Situation zu erfahren.

„Sehr gut. Sie schlafen im Raum nebenan.", antwortete sie.

„Mir scheint, wir beide haben echt Glück gehabt, hier gelandet zu sein."

„Ja, Cliegg ist wirklich ein lieber Mann. Er behandelt weder dich noch mich wie einen Sklaven. Er hält glaube ich auch nicht viel vom Sklavenhandel. Ich habe sofort ja gesagt, als er mich gefragt hat, ob ich seinen Sohn mit aufziehen möchte." Shmi hatte nun den alten Verband komplett entfernt und machte sich daran, die Wunden zu versorgen. Das Brennen der Heilmittel erschien Obi-Wan ein Hauch von Nichts im Vergleich zu der Prozedur vom Vortag. Dennoch griff er nach der Macht.

„Du bist sehr tapfer gewesen gestern. Ich hatte schon Angst, dass ich dich nicht halten könnte, wenn du dich windest, aber du hast dich kein Stück gewunden." „Ich habe gar nicht gemerkt, dass du mich festgehalten hast", stellte Obi-Wan fest. „Kein Wunder, du warst ja abgelenkt genug", entgegnete Shmi: „Aber seit gestern hat sich dein Zustand sehr verbessert. Wenn alles gut verläuft, kannst du bereits in wenigen Tagen deine Arbeit auf dem Feld aufnehmen." Obi-Wan bekam ein schlechtes Gewissen, als er daran dachte, dass der gute Mann ohne ihn klar kommen würde müssen. Alles Geld der Welt würde ihm nichts helfen, wenn niemand die Arbeit verrichten konnte, die auf der Farm anfiel.

Schließlich war Shmi fertig mit dem Verband. Im Gehen sagte sie noch: „Und denk dran. Bleib still liegen."

Als Obi-Wan dann wieder sich alleine überlassen war, schweiften seine Gedanken zu Qui-Gon. Er war auf jeden Fall noch auf dem Planeten, das konnte Obi-Wan spüren. Aber war er immer noch in Jabba's Palast? War Zyrd in Jabbas Palast?

Aber Obi-Wan machte sich auch Sorgen um Kari-Ann. Qui-Gon würde die Mission sicherlich nicht gefährden, nur um sie zu retten. Dennoch machte Obi-Wan sich Hoffnungen. Hin wieder hatte Qui-Gon schließlich die Tendenz, Menschen zu helfen, obwohl es nicht Teil der Mission war.

Kari-Ann hatte die ganze Nacht nicht schlafen können. Eigentlich hatte sie auch überhaupt nicht schlafen wollen, als sie gestern in einiger Entfernung von Mos Eisley gelandet waren. Sie wäre am liebsten gleich losgegangen, um Obi-Wan zusuchen. Aber die Jedi waren anderer Meinung gewesen. Es sei zu spät, sagten sie, in der Dunkelheit würden sie nichts erreichen. Daraufhin hatte sie vorgeschlagen, den Umkreis der Stadt mit dem Raumschiff abzusuchen. Da hatte sie Qui-Gon nur angelächelt, sich zu ihr herunter gekniet und ihr erklärt, warum sie so vorsichtig sein mussten. Ein Teil von ihr hatte es verstehen können. Aber der andere wollte immer noch nicht aufgeben.

Draußen konnte sie sehen, wie die erste Sonne aufging. Noch nie hatte sie beobachten können, wie die Sonnen aufgehen. Sie hatte zwar hin und wieder das Tageslicht gesehen, jedoch nie die aufgehende Sonne. Sie erfreute sich solange an dem Anblick, bis die zweite aufgehende Sonne es so hell werden ließ, dass sie nicht mehr hinschauen konnte.

Sie stand vom Sofa auf, das ihr Nachtlager gewesen war, und verdunkelte die Fensterscheibe. Als sie kurz zum Fenster hinaussah, sah sie eine Gestalt um das Raumschiff schleichen.

Als die dick umhüllte Gestalt in ihre Richtung sah, erschrak sie so sehr, dass sie sich einen Aufschrei nicht verkneifen konnte. Sie hatte zwar von Tusken Raiders gehört, aber noch nie einen gesehen.

Alarmiert vom Schreien und den Angstgefühlen der kleinen Twilek kamen erst Qui-Gon und gleich darauf Siri aus ihren Quartieren gestürmt, die Hand zum Lichtschwert greifend.

„Was ist los Kari-Ann", fragte Qui-Gon, als er erkannt hatte, dass keine direkte Gefahr bestand. Kari-Ann, die Hand vom Mund gleiten lassend, ging wieder zum Fenster.

„Da waren Monster!", sagte sie und zeigte aus dem Fenster. Wären sie nicht machtsensitiv gewesen, hätten beide Jedis es für eine Gespenstergeschichte gehalten. Aber so konnten sie eindeutig die Tusken spüren. Ohne aus dem Fenster zu schauen ging der Jedi Meister ins Cockpit und startete die Maschinen.

Nach einem kurzen Anfahren der Maschine deaktivierte sie sich wieder und sprang nicht wieder an. Qui-Gon öffnete die Rampe und stürmte mit seinem Lichtschwert hinaus. Siri folgte seinem Beispiel. Die Räuber waren schnell vertrieben und die beiden Jedi widmeten sich dem Schaden am Schiff.

„Einige Komponenten sind irreparabel beschädigt. Wir müssen sie ersetzten", stellte Siri fest.

„Ich werde zusammen mit Kari-Ann nach Mos Eisley gehen und mich umschauen. Deine Aufgabe wird es sein, das Schiff vor mehr Übergriffen zu schützen."

„Ja, Meister Jinn."

Kari-Ann sah in dem Augenblick verunsichert die Rampe herunter: „Sind sie weg?"

„Ja, meine Kleine. Was hältst du davon, wenn wir einen kleinen Ausflug nach Mos Eisley machen?", fragte Qui-Gon sie. „Gehen wir jetzt endlich Obi-Wan suchen?", wollte sie wissen. „In erster Linie müssen wir erst mal die Ersatzteile für unser Schiff finden, aber wenn wir schon mal dort sind, können wir uns natürlich auch nach der Lars Farm umhören."