Wie versprochen gibts schon wieder ein neues Kapitel.

Ich konnte es mir nicht verkneifen, noch ein bisschen Spannung am Ende aufzubauen.

Dass Kari-Ann älter wirkt, als ich angegeben hatte, wurde ja schon erwähnt. Aber es wäre ja auch doof, ihren Charakter jetzt noch zu verändern :o)

Kapitel 7

Kari-Ann war begeistert und zusammen machte sich das ungleiche Paar im einheimischen Outfit auf den Weg in die Stadt. Es dauerte zusammen mit der Kleinen doppelt so lang, aber nach einer Stunde waren sie schließlich angekommen. Mit der für Qui-Gon typischen Treffsicherheit fand er auch gleich den richtigen Laden. Der Besitzer, ein groß-gewachsener Twilek, begrüßte den Jedi-Meister, als er den Laden betrat.

„Wonach suchen Sie?"

„Ich habe hier eine Liste von Komponenten, die ich für die Reparatur meines Raumschiffes benötige." Qui-Gon gab dem Ladenbesitzer das Datapad, der sich dieses aufmerksam durchlas.

„Ja...Ja...Hab ich...einen Moment" Der Twilek verschwand kurz im Ladeninneren. Als er wieder kam, sagte er: „Ich kann Euch alle diese Teile verkaufen. Jedoch ist alles, was ich hier anbiete, gebraucht, wenn auch durchaus Funktionstüchtig. Wenn Ihr Neuware sucht, werdet Ihr hier nicht viel Glück haben."

„Das ist kein Problem. Aber ich würde sie gerne vorher sehen."

„Sicher. Aber womit wollt Ihr die Ware eigentlich bezahlen?"

„Ich habe tausend republikanische Kredit."

„Tut mir leid, aber mit republikanischen Kredit kann man sich hier nichts kaufen."

Qui-Gon überlegte kurz. Ob er bei dem Twilek einen Gedankentrick anwendet sollte. Aber im Grunde war es nicht so dringlich und der Ladenbesitzer schien ein hart arbeitender Mann zu sein, der es einfach nicht verdient hätte, so hintergangen zuwerden. Der Jedi war sich sicher, dass die Macht ihm eine andere Lösung präsentieren würde.

Als Qui-Gon gerade dabei war, den Laden zu verlassen, hörte er hinter sich Kari-Ann sprechen: „Entschuldigen Sie, Mister? Kennen Sie einen Farmer der Cliegg Lars heißt?" Qui-Gon drehte sich um und sah, wie der Ladenbesitzer sich zum Mädchen umdrehte und sie zum ersten Mal zu bemerken schien. Als er sich das Mädchen genauer ansah, schien sich etwas in ihm zu regen.

„Warum willst du das wissen, Kleines?", fragte er nur. Kari-Ann, nicht sicher, wie sie darauf antworten sollte, fing an, herum zudrucksen. Schließlich kniete sich der Ladenbesitzer zu dem Mädchen hinunter und sah sie sich genauer an.

„Wo ist eigentlich deine Mutter, Kleines?", fragte er schließlich etwas freundlicher.

„Jabba hat sie vor einem Jahr bei einer Wette verloren an jemanden von ganz weit weg", sagte sie. Qui-Gon fühlte Unsicherheit und einen Funken Hoffnung in dem Mann aufkommen. Schließlich fragte er: „Wie hieß deine Mutter?" „Laresii", antwortete Kari-Ann ohne nachzudenken.

Der Twilek stand auf. In seinen Augen glitzerte es verdächtig. Nach dem er sich wieder gefangen hatte, setze er sich auf einen Stuhl und fing an zu erzählen: „Vor ungefähr 10 Jahren habe ich eine Frau kenne gelernt, die wie keine andere war. Sie war gutmütig, humorvoll... einfach perfekt. Wir haben uns ineinander verliebt und zusammen diesen Laden aufgebaut. Wir waren unendlich glücklich zusammen." Das Lächeln, was bei den schönen Erinnerungen erschienen war, verschwand wieder. „Aber etwa vor fünf Jahren, als ich von einem Handel wiederkehrte... Sie war nicht mehr da. Die Nachbarn berichteten mir, dass Handlanger von Jabba einige Bewohner einfach so versklavt hatten. Darunter Laresii, meine Frau." Er unterbrach, um sich zusammeln. „Wir waren uns damals noch nicht ganz sicher, aber Sie glaubte schwanger zu sein. Aber du, Kari-Ann bist der lebende Beweis, dass es wahr war. Ich bin Ano-Kar und wahrscheinlich dein Vater."

Kari-Ann sah Ano-Kar verwirrt an und klammerte sich verängstigt durch den Informationsschwall an Qui-Gon fest. Der Jedi-Meister beschloss, der Offenheit von Ano-Kar zu folgen und erzählte, wie er auf Kari-Ann getroffen war und wie sie aus Jabbas Palast entkommen konnten. Jedoch hielt er es dennoch für besser, Ihm nicht zu erzählen, dass er Jedi Ritter war. Aber er erzählte von Obi-Wan, den er nun suchte.

„Cliegg Lars ist ein guter Freund von mir", erklärte Ano-Kar. „Wie kennen uns schon seit langer, langer Zeit. Ich wusste, dass er dringend nach Arbeitskräften suchte, sich aber keine leisten konnte." Er lachte kurz auf. „Und dann gewinnt der alte Glückspilz beim Rennen. Aber Sklaven? Von so was hält er eigentlich nur sehr wenig. Er muss schon sehr verzweifelt gewesen sein..."

In das Schweigen der beiden Erwachsenen mischte sich nun auch Kari-Ann ein, die sich ein bisschen erholt hatte. „Glaubt Ihr, Obi-Wan geht es gut?" „Ja, Kari-Ann. Cliegg ist ein guter Mensch. Er würde keinen Mensch, ob Sklave oder nicht, misshandeln."

Ano-Kar wurde klar, dass Kari-Ann sich ihm gegenüber nicht besonders schnell aufschließen würde. Dass er sie bei sich behalten wollte, war keine Frage. Die Ähnlichkeit mit ihrer Mutter war verblüffend. Doch das konnte er jetzt auf keinen Fall ansprechen. Sie würde nicht wollen. Für sie war er schließlich noch ein fremder Mensch.

„Eigentlich ist es schon wieder verdammt lang her, dass ich Cliegg gesehen habe. Wenn Ihr wollt, kann ich Euch hinführen.", beschloss er schließlich. So würde er in der Nähe seiner Tochter bleiben ohne aufdringlich zusein, dachte er sich.

So machten sich die drei auf den Weg zur Lars Farm. Unterwegs unterhielt sich Ano-Kar mit seiner Tochter über Laresii. Durch das Gespräch wurde Kari-Ann immer aufgeschlossener gegenüber dem Menschen, der vorgab, ihr Vater zusein. Schließlich erreichten sie die Lars Farm.

Erleichterung überkam Qui-Gon, als er spürte, dass Obi-Wan weit entfernt war vom kritischen Zustand, in dem er sich befunden hatte, als sie sich in Jabbas Palast getrennt haben.

Auf der Farm angekommen, kam den dreien eine Qui-Gon wohl bekannte Figur entgegen. Shmi Skywalker.

„Qui-Gon Jinn", begrüßte sie ihn. „Ich freue mich, Euch wohl auf zusehen."

„Shmi Skywalker. Es ist gut zusehen, dass es auch Euch besser geht. Wie geht es Eurem Sohn?", fragte Qui-Gon neugierig.

„Sehr gut, aber woher wisst Ihr...", aber Ano-Kar, der reichlich verwirrt war, unterbrach sie.

„Wer seid Ihr und wo ist Omala Lars?", fragte er, da er nichts vom Tod der Frau von Cliegg Lars wusste.

„Ist das der Name seiner Frau? Er hat ihn mir die gesagt", erwiderte Shmi nachdenklich und wunderte sich schließlich: „Wer seid Ihr eigentlich?" „Ich bin ein alter Freund von Cliegg. Wir haben uns jetzt schon seid längerem nicht mehr gesehen. Ich habe ihn nicht mehr in Mos Eisley gesehen, seit er die Schwangerschaft von Omala gefeiert hat."

„Cliegg sollte jederzeit zurück sein. Es ist besser, Ihr wartet auf ihn. Er möchte es auch sicherlich selber erzählen." „Was ist...", aber diesmal unterbrach Qui-Gon: „Wo ist Obi-Wan?" „Kommt mit", sagte sie nur und führte die drei zu dem Haus, in dem Obi-Wan untergebracht war.

Auf dem Weg dorthin, nahm Obi-Wan Kontakt auf.

//Meister?//

//Ja, mein Padawan Ich habe dich gefunden.//

//Ihr seid hier auf der Farm// stellte Obi-Wan fest.

//Wie geht es dir?// wollte Qui-Gon wissen. Auch wenn er spürte, dass Obi-Wan in einer guten Allgemeinverfassung war, wollte er es von seinem Schüler hören.

//Der Farmer und Shmi haben sich sehr gut um mich gekümmert. Meine Wunden sind so gut wie verheilt.//

//Das ist gut. Wir sind gleich da. Ich habe dir noch jemanden mitgebracht//

Obi-Wan hatte da so eine Ahnung //Kari-Ann?//

„Obi-Wan!" In dem Augenblick stürmte das kleine Mädchen um die Ecke und sprang Obi-Wan, der mittlerweile aufrecht saß in die Arme.

//Ihr habt sie befreien können, Meister!//

//Ja und unsere Mission ist auch erfüllt. Zyrd ist bereits auf dem Weg nach Coruscant//

Zufrieden lächelte Obi-Wan seinem Meister zu. Doch er verzog sein Gesicht leicht, als Kari-Ann bei ihrer stürmischen Umarmung unerwartet eine empfindliche Stelle am Rücken berührte.

„Lass mich mal sehen", forderte der Jedi seinen Padawan auf. Obi-Wan machte Anstalten, sich selber die Tunika über den Kopf zu streifen. Doch Qui-Gon hielt ihn davon ab und half ihm.

„Lass mal, ich kann das auch für dich machen." Qui-Gon sah, dass Obi-Wan noch nicht fit war und noch vorsichtig sein musste. Aber abgesehen davon war sein Padawan auf dem besten Weg. Er war wirklich gut versorgt worden.

Shmi betrachtete die Szene mittlerweile etwas misstrauisch. Sie hatte zwar von Anfang an spüren können, dass die beiden vertrauenswürdig waren. Aber jetzt war sie sich nicht mehr so sicher, ob es richtig war, Jinn auf das Farmgelände zulassen. Es sah ganz danach aus, als wenn er den Jungen wieder mitnehmen wollte. Aber was würde Cliegg dazusagen? Er brauchte diese Hilfskraft und hat sein Geld dafür ausgegeben. Ohne Obi-Wan hatte er keine Chance bei der kommenden Ernte. War das der Preis für seine gute Behandlung des Jungen?

In dem Augenblick kam Cliegg mit einem freundlichen Lächeln um die Ecke, dass jedoch im nu verschwand, als er Qui-Gon erblickte, der bei Obi-Wan saß. Schließlich hatte er die Situation erfasst und richtete sein Wort mit erhobener Stimme an Qui-Gon:

„Raus aus meinem Haus. Ich will hier keine elenden Sklaventreiber in meinem Haus sehen. Ihr könnt eure dreckigen Geschäfte woanders abwickeln. Raus hier habe ich gesagt! Aber dalli! Ich will Euch hier nie wieder sehen!"