"Also, ich wurde von Dumbledore geschickt, dass ich-"

"Entschuldigen Sie, aber wer ist Dumbledore?", fragte Mrs. Evans.

„Oh Verzeihung, er ist der Schulleiter. Und der beste Zauberer, den ich kenne. Er möchte, dass ich mit Lily in die Winkelgasse gehe um ihre Schulsachen zu besorgen."

„Winkelgasse?", fragte Lily neugierig. Dieser Mann wurde von der Schule geschickt. Damit er mit ihr ihre Schulsachen einkaufte. Sie war total nervös.

„Ja, das ist unsere Einkaufsgasse. Dort werden wir dir alles, von Schulumhängen bis zum Zauberstab, holen können."

Lily strahlte über das ganze Gesicht.

Es war kein Traum. Bald würde sie auf eine ganz andere Schule gehen. Sie würde zaubern lernen. Und andere Leute treffen.

„Oh ja... das muss ich unbedingt Claire erzählen!"

Hagrid drehte seinen Kopf so schnell zu ihr, das ein Knacksen vernehmbar war.

„Claire? Du weißt, das du NIEMANDEM erzählen darfst, wohin du gehst! Dasselbe gilt für deine Eltern!

Das ist ganz wichtig! Falls jemand, also ein Muggel rauskriegt... oh Gott, daran will ich gar nicht denken!"

„Okay, ich werde versuchen, ihr nichts zu sagen", sagte Lily kleinlaut.

„Du wirst es nicht nur versuchen, du wirst es mir versprechen! Und NIE, NIE, NIE mit jemand anderem als deinen Eltern, oder deiner Schwester Petunie -...".

„Petunia!" korrigierte die Mutter.

„Ja, wie auch immer, Petunie darüber reden, verstanden?"

Lily nickte.

„Wann wollen Sie denn mit meiner Tochter diese Sachen kaufen gehen?"

„Nun ja ich wäre für jetzt gleich, aber ich muss selbst erst noch etwas erledigen, ich würde dann in einer Stunde Lily abholen wenn Ihnen das recht ist." Er schaute Rose erwartungsvoll an.

„Au ja, Mom. Das wäre klasse".

„Okay."

„Okay, dann komm ich in einer Stunde wieder her", sagte Hagrid und stand auf.

„Wir sehen uns. Auf Wiedersehen". Dann drehte er sich um und ging zur Tür hinaus.

„Lily, ich kann es immer noch nicht fassen", sagte ihre Mutter.

„Ich auch nicht. Das wird bestimmt klasse. Aaaaaah ich freu mich so!", rief Lily begeistert.

„Ich freu mich auch für dich, Schatz." Mrs. Evans ging in die Küche um ein Glas Wasser zu trinken.

Lily blieb auf dem Sofa und schwelgte in ihren Gedanken, bis es klingelte.

War das etwa schon wieder Hagrid? Sie rannte zur Tür und riss sie auf.

„ Hagri-, ... oh Hi Claire", rief Lily leicht enttäuscht.

„Hey Lily! Alles Gute zum Geburtstag!", sagte Claire und umarmte Lily.

„Danke. Komm doch rein", antwortete diese.

Die beiden gingen in Lilys Zimmer und quatschten ein bisschen.

Lily bekam von Claire einen schlichten, silbernen Ring und passende Ohrringe mit smaragdgrünen Steinchen.

„Wow Claire. Danke! Das ist total schön!"

„Kein Problem", erwiderte Claire, sie war tief in eine Zeitschrift versunken und hatte nicht einmal hochgeguckt als Lily die Ohrringe anhatte.

„Ah, ich muss heute noch unbedingt meine Nägel machen", murmelte sie vor sich hin.

Lily zog eine Augenbraue hoch.

Claire war schon immer ein wenig eingebildet.

Sie war schlank, hatte lange glatte blonde Haare, und grau-blaue Augen.

Sie sah verdammt gut aus. Kam aus Frankreich. Sie zogen vor 4 Jahren her, und sie und Lily waren in derselben Schule. Sie verstanden sich anfangs nicht so berauschend, aber nun waren sie beste Freundinnen.

„Was machst du heute noch?", fragte Lily.

„Och, ich weiß noch nicht. Ich muss jetzt gleich wieder gehen, da ich noch Französisch lernen muss. Und sonst keine Ahnung. Wollen wir noch etwas zusammen machen?"

„ Ähm..." ´oh Mist jetzt darf ich mich nur nicht versprechen. Warum sag ich's ihr nicht einfach? Och manno... nur weil ich es diesem Hagrid versprochen habe. Der hat auch wenn ich's mir so überlege ganz schön panisch reagiert, als ich gemeint hab, dass ich das Claire unbedingt erzählen muss...´

„Lily?", fragte Claire und wedelte mit ihrer Hand vor ihrem Gesicht rum.

„Ähm, was ? Oh sorry.. ähm nun ja ich geh mit meiner Mutter weg."

Notlüge war erlaubt. Was hätte sie auch anderes sagen sollen? Warum hatte sie nur damit angefangen?

„Zeig mal die Briefe, die du gekriegt hast", forderte Claire sie auf.

Briefe? Oh nein! Sie durfte auf gar keinen Fall den Brief von Hogwarts finden. Lily schaute sich panisch suchend im Zimmer um. Wo war dieser blöde Brief eigentlich?

„Wer schreibt denn einen so förmlichen Brief? ´Sehr geehrte M. Lily Evans´

Aus Schottland? Wer wohnt denn bitte in Schottland?"

Claire drehte sich fragend zu Lily um. Lily starrte auf den Brief in Claires Händen.

„Ähm nun ja, weißt du, das ist eine Anfrage, ob ich auf diese Schule gehen möchte."

War ja nicht gelogen.

„In Schottland?", fragte Claire zweifelnd.

„Ja, ich weiß auch nicht, warum. Vielleicht hat meine Mom dort eine Anfrage gemacht. Du weißt doch, sie mag Schottland".

„ Aha.. Nun ähm-,"

„Claire? Deine Mutter möchte das du rüber gehst!", rief Rose.

„Schon gut, ich komme." Sie legte den Brief zurück auf Lilys Schreibtisch.

„Ciao Lily!"

„Ciao." Und Claire verließ Lilys Zimmer.

Sie ließ sich erleichtert auf ihr Bett fallen und starrte an die Decke.

Hoffentlich hatte sie das geglaubt.

Am Abend wurde sie von Hagrid zur U-Bahn Station gebracht, und dann verschwand er. Lily musste sich ziemlich zusammenreißen, dass sie nicht irgendein Buch oder ihren Zauberstab hervor holte und ihn sich ansah.

Was sie am meisten fasziniert hatte, war, dass die Bilder in den Büchern sich bewegten. Und die Leute einfach aus dem Bild liefen! Das war der Hammer! Sie konnte es nicht glauben. Während der ganzen Fahrt träumte sie von Hogwarts.

So, dass sie fast ihre Haltestelle verpasste.

Zu Hause ging sie sofort in ihr Zimmer und schaute sich die Bücher an.

Sie war fasziniert. Und hoffte, dass sie nicht gleich aufwachte, so, dass das alles nur ein Traum war.

Die ganzen nächsten Tage lag sie auf ihrem Bett und las ihre Bücher.

Sie war schon ganz ungeduldig, hatten die anderen Schüler auch Menschen, oder wie, Hagrid sie nannte, Muggel, als Eltern? Wenn nicht, dann konnten sie alles schon oder?

Sie lernte vorsichtshalber schon ein wenig über die Geschichte von Hogwarts, und die Geschichte der Zauberei.

Seit ihrem Geburtstag meldete sich Claire gar nicht mehr. Das wunderte Lily ein wenig, aber so hatte sie wenigstens Zeit, sich die neuen Sachen genauestens und ungestört, wenn man von dem ständigen Hereinplatzen ihrer Schwester, die sie dann mit bösen Blicken beschoss und dann, ohne ein Wort zu sagen, wieder aus dem Zimmer rauschte, absah.

Am 31.8 fand sie beim Packen ein ziemlich dunkles und nicht besonders auffälliges Buch.

Es war eins ihrer Zauberbücher, um genau zu sein ihr Zaubertrankbuch. Das hatte sie sich ja noch gar nicht angeguckt. Sie setzte sich auf ihr Bett und blätterte durch das Buch. Es war sehr interessant, was man alles falsch machen konnte, wenn man nur einmal in die falsche Richtung umrührte, stellte sie fest. Dieses Fach würde verdammt schwer sein. Aber wenn Lily ehrlich war, würde sie dieses Fach wahrscheinlich am meisten interessieren.

Sie war sehr in dieses Buch versunken, sodass sie gar nicht bemerkte, wie es klopfte. Erst als die Tür einen Spalt weit aufging, schreckte sie hoch.

„Lily? Claire ist da!", sagte ihre Mutter.

„Okay, einen Moment, ich muss grad noch die Bücher wegpacken."

Ihre Mutter schloss die Tür und Lily stopfte hastig ihr Buch in den Koffer und nachdem sie sich versichert hatte, dass nichts Auffälliges mehr herumlag, schloss sie den Koffer und prompt kam auch schon Claire herein.

„Lily.. du gehst wirklich auf dieses Internat?", schniefte sie.

Erst jetzt merkte Lily, das Claire Tränen in den Augen hatte.

„Och Claire... ich meine, du gehst doch auch weg. Nach Frankreich, auf dieses Internat, oder?"

„... Ja", schniefte sie. „ Aber wir schreiben uns Briefe, okay?"

„Ja klar!" Hoffentlich gibt es da eine Post, dachte Lily zweifelnd.

Die Freundinnen lagen sich schluchzend in den Armen.

„Wann hast du Ferien?", fragte Lily.

„Ich hab... ähm Weihnachtsferien, an Halloween ein paar Tage frei. Dann im Februar, wo man dann für die Prüfungen lernt. Und dann von Mai bis Juli. Glaub ich zumindest. Na ja, das ändert sich irgendwie immer. Weil, nun ja, je nach ..." Klassenstufe" gibt es verschiedene Prüfungstermine."

„Och Mensch."

„Wieso, wann hast du?"

„Ähm Weihnachten, Ostern und dann Sommerferien, ab Anfang - Mitte Juli und dann halt immer am 1.September wieder Rückfahrt."

Sie sahen sich traurig an.

„Tja… Sehen wir uns dann nächstes Jahr?"

„Ich denke schon… aber wir schreiben auf alle Fälle!"

„Oh Claire, ich vermiss dich jetzt schon."

„Ich dich auch, Lily"

Sie umarmten sich noch einmal und dann ging Claire nach Hause.

Lily legte sich traurig in Ihr Bett.

Sie schlief recht schnell ein und träumte von einem riesigen Schloss, und einem riesigen See davor.