Erbe Hogwarts´ Teil 37
Alles wird anders
Der nächsten Morgen brach an und als Sirius und Severus die große Halle betraten, sahen sie erschrocken zu dem alten Mann, der in deren Mitte stand.
Es war Albus Dumbledore, wer auch sonst, der gerade mit einem der Auroren sprach, die sich versammelt hatten.
„Ah, da ist er!", rief der Ex- Schulleiter und deutete auf Severus, der nur noch blasser wurde. Der Vampir hatte seinen einen Arm um den anderen gelegt und den Druck verstärkt, versuchte ihn so zu beruhigen.
„Scht... er tut dir nichts!", flüsterte Sirius und sah ernst nach vorne zu den Männern, die sich ihnen näherten.
„Was kann ich für Sie tun?", erkundigte er sich mit kalter Stimme und wartete, bis sie vor ihnen stehen blieben. Der Black- Snape ahnte, dass seine Befürchtung zur Wahrheit geworden war. Wieso auch hatte er den Teufel an die Wand malen müssen!
„Wir sind hier, um Mr. Severus Snape abzuholen!", raunte einer genervt und sah die beiden vor ihm stehenden Männer an.
„Sie sind Mr. Snape?", wandte er sich dann an Severus, der nicht wusste, was er tun sollte. Eigentlich war er ja immer gefasst, aber momentan war er alles andere als das.
„Ich würde gerne wissen, warum sie meinen Mann sprechen wollen?"
Nicht nur Albus schaute jetzt verwirrt, sondern auch die Auroren. Aber das hielt nicht lange an, denn der alte Schulleiter mischte sich ein.
„Was soll das heißen, dein Mann?"
„Das heißt, dass wir verheiratet sind, was sonst!"
Innerlich wurde auch Sirius langsam unruhig und er fragte sich, wo sein Patenkind eigentlich so lange blieb!
Deimos? Ich brauche deine Hilfe, rief er gedanklich und flehte regelrecht darum, dass sein Ruf erhört wurde.
Während der Weißbart den Kopf schüttelte und über die verheirateten Männer lästerte, hatte der Ministeriumsmensch anders im Sinn:
„Wir werden ihn in Untersuchungshaft nehmen, da man uns mitteilte, er stehe auf der Seite von Du- weiß- schon- wem."
Es bedurfte dem Vampir eine Menge Beherrschung, um dem Auroren nicht an den Hals zu springen. Zwar war seine Anschuldigung nicht falsch, aber trotzdem... Man konnte ihm doch nicht einfach seine Fledermaus entführen!
„Wenn sie dann mitkommen würden", meinte der Mann, der deutlich älter war und nach Severus´ Arm gefasst hatte. Der zuckte zusammen und sah dann das böse Gesicht, das der ehemalige Schulleiter machte. Sein Blick glitt zu Sirius, den er Hilfe suchend anschaute.
„Los jetzt, wir haben nicht ewig Zeit!", meckerte einer der anderen Auroren und kam näher, um den noch freien Arm des sich sträubenden Lehrers zu packen.
Sirius wollte eingreifen, als man seinen Partner aus der Halle schleppen wollte, doch da öffnete sich die Flügeltür mit einem lauten Knall und Deimos Slytherin- Gryffindor erschien.
„Ich sehe es nicht gerne, wenn man meine Lehrer so behandelt, also lassen sie ihn sofort los!", forderte der Schulleiter und sah mit eisigen Augen zu den Auroren. Die mussten schon schlucken, noch nie hatten sie einen Menschen so schauen gesehen. Doch einer räusperte sich, nachdem er sich gefasst hatte.
„Sie sind?", stellte er die Gegenfrage nicht ganz so kalt, aber dafür bemüht gleichgültig zu klingen.
Deimos nahm keinen Anstoß daran, überging das geflissentlich und wiederholte seine Forderung mit Nachdruck:
„Sie lassen jetzt Severus los, oder ich werde sie eigenhändig aus meiner Schule werfen!"
Die Ministeriumsleute lachten amüsiert auf und ahnten nicht, dass das der größte Fehler war, den sie hätten tun können. Kälte legte sich um sie.
„Es ist nicht klug, sich mit dem Leiter dieser Schule anzulegen. Hiermit erteile ich ihnen Hausverbot! Ich will sie nie mehr in Hogwarts sehen!", zischte er und das mit so gefährlicher Stimme, dass die Auroren den Mann losließen, der zwischen ihnen gefangen gewesen war.
Gleich darauf spürten sie einen Sog, der sie erst vom Boden anhob und dann mit einer immensen Geschwindigkeit durch das Eingangsportal nach draußen schleuderte.
Sirius war sofort zu Severus gerannt und hatte ihn in die Arme geschlossen. Die Schüler und anderen Lehrer hatten nur zusehen können, viel zu verwirrt und verängstigt waren sie gewesen.
Deimos wandte sich an die in der Halle befindlichen Personen.
„Wenn das nächste Mal Leute vom Ministerium hierher kommen, will ich augenblicklich darüber informiert werden!", donnerte er, so dass viele den Kopf einzogen.
Draco, der sich das Ganze von weiter weg angesehen hatte, trat nun neben ihn und beruhigte seinen Schatz.
„Lass uns essen", sagte er dann und führte den aufgebrachten Schulleiter an seinen Platz.
Draco saß, trotzdem er noch Schüler war, neben ihm am Tisch. Eine Sache, die es zuvor wohl noch nie gegeben hatte. Allerdings vermuteten viele, dass es daran lag, dass sie verheiratet waren.
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Es war mittlerweile Nachmittag und Deimos hatte sich während der Schulstunden die Unterlagen angesehen, die Dumbledore im Büro gestapelt hatte. Was er mit dem Weißbart anstellen wollte, wusste er auch noch nicht. Aber eines stand fest: er würde auf jeden Fall bestraft werden!
Nun aber waren die Professoren im Lehrerzimmer versammelt und warteten, dass ihr Schulleiter erschien.
Das tat er dann auch wenige Minuten später. Als die Tür hinter ihm geschlossen war, wartete er gar nicht erst mit seiner Rede, sondern begann sofort – alles andere war doch verschwendete Zeit!
„Wie ich schon gestern sagte, wird sich hier einiges ändern. Und da ich mir sicher bin, dass sie alle wissen, dass Tom alias Voldemort mein Bruder ist, wird auch klar sein, dass mitunter auch Todesser angestellt werden. Ich will aber gleich von vorne herein sagen, dass ich dafür sorgen werde, dass sie sich benehmen. Außerdem wird es wohl eher jemand von den Ranghohen sein, von daher dürfte es sowieso keine Probleme geben."
Deimos hatte seinen Platz nun erreicht und setzte sich auf den großen Stuhl, der dem Schulleiter zustand.
Minerva McGonagall schürzte die Lippen und erhob sich aus ihrem Sessel.
„An wen haben sie gedacht? Ich meine, wir wissen ja noch nicht mal, was für neue Fächer es geben soll!"
Deimos lächelte.
„In der Tat und ich habe nicht vor, ihnen das zu verschweigen. Aber immer eines nach dem anderen, nicht?"
Severus und Sirius, die neben dem jungen Schulleiter saßen, beobachteten die restlichen Professoren. Sie waren sich beide nicht ganz sicher, ob man ihnen trauen konnte. Zwar waren sie selbst schon von einigen unterrichtet worden, aber was hieß das schon?
„Ich werde unter anderem das Fach Dunkle Künste einführen, da die Schüler zwar lernen sich dagegen zu wehren, aber keine Ahnung haben, um was es sich handelt. Und meines Erachtens ist es notwendig, dass man seinen Feind und die von selbigem kommenden Flüche kennt."
Die Professoren waren über diese Ansprache und die darin enthaltene Wahrheit wirklich erstaunt. Natürlich hatten sie alle mitbekommen, dass Deimos der Bruder des gefürchteten dunklen Lords und zudem auch noch Harry Potter war.
Aber niemals zuvor hatte er SO geredet.
Deimos schien ihre Gedanken erraten zu haben, was einige von ihnen leicht rot werden ließ und der junge Schulleiter grinste nur selbstgefällig – hatte er doch erreicht, was er vor gehabt hatte.
„Außerdem wird Duellieren ein fester Bestandteil des Unterrichtes. Wahrsagen hingegen wird abgesetzt. Niemand braucht es und die wenigen, die es lernen wollen, können das dann in einem außerschulischen Kurs tun."
Trelawney sah schockiert aus und stand mit flatternden Tüchern auf.
„Das können sie doch nicht tun! Mein Unterricht hat doch so vielen geholfen! Und auch ihnen, immerhin hab ich sie vor dem Grimm gewarnt und so oft vor ihrem grausigen Tod!", begehrte sie auf und starrte den jungen Direktor durch ihre dicken Brillengläser an.
Der junge Direktor sah die Frau an, als wolle er sagen, dass dieser Grimm im Gegensatz zu ihr das harmloseste Wesen der Welt war – nämlich Sirius! Wobei man den eigentlich nicht unbedingt so bezeichnen konnte, eher schwer verknallt, listig und manchmal nervig.
„Wie schon eben erwähnt, bleibt die Möglichkeit, dass sie eine AG leiten. Aber Wahrsagen wird nicht mehr unterrichtet. Außerdem war dieser Grimm Sirius, der ja bekanntlich mein Pate ist. Jedenfalls sieht es mit den magischen Geschöpfen anders aus. Wir werden das Fach aufteilen – Hagrid wird weiterhin unterrichten, allerdings nur noch Lichtwesen."
Hagrid sah Deimos an und wusste nicht, was das nun zu bedeuten hatte. Allerdings schien das auch den Rest zu betreffen.
„Da wir ja nun Lichtwesen haben, sollten auch die der dunklen Seite nicht fehlen", erklärte der Dunkelhaarige weiter.
„Und was wäre für dieses Fach besser geeignet, als ein dunkles Geschöpf?", fragte er süffisant grinsend.
Severus zog seine obligatorische Augenbraue nach oben. Man merkte ihm nichts mehr von dem Vorfall am Morgen an – allerdings war nicht nur er davon überzeugt, dass da noch mal was kommen würde.
„Sirius wird Lehrer für dunkle Wesen."
Gemeinter riss die Augen auf und schüttelte dann vehement den Kopf. Das war doch nicht wirklich Deimos´ Ernst!
„Und ein Nein akzeptiere ich nicht, Siri. Außerdem werde ich Remus bitten, den Verteidigungsunterricht zu übernehmen. Und, Sirius, ja, du darfst ihm helfen!", erklärte er gleich, bevor der Black- Snape noch mal etwas entgegnen konnte.
Allerdings fragten sich die anderen Lehrer, was das für eine Anspielung mit dem dunklen Wesen sein sollte?
„Eine Frage, was meinten sie damit, dass dieses Fach von einem schwarzmagischen Geschöpf unterrichtet werden soll? Nur, weil Mr. Blacks Namen Schwarz bedeutet, heißt das doch nichts!"
Das war von Madam Sprout gekommen, die bei solchen Dingen immer sehr misstrauisch war. Doch anscheinend schien das Deimos nicht aufzuhalten, denn er lächelte nur wieder so mysteriös.
„Nun, mein lieber Pate ist ein Vampir. Damit dürfte die Frage beantwortet sein. Außerdem sollte ich vielleicht noch sagen, dass Severus und Sirius seit Weihnachten verheiratet sind, genauso wie Draco und ich. Von daher wäre es vielleicht angebracht, wenn sie mit den dreien abklären, wie sie genannt werden möchten."
Ein breites Grinsen lag auf den Zügen des jungen Mannes, als er die verwirrten und dann langsam geschockten Gesichter sah. Es war wirklich zu komisch, wenn man die so beobachtete. Schließlich konnte man nicht jeden Tag einen so fassungslosen Lehrer sehen!"
„Wann werden sich die neuen Lehrer hier befinden?", fragte McGonagall, die sich als erste wieder im Griff hatte und interessiert den unechten Potter ansah.
„Nun, ich hoffe, dass sie noch diese Woche ausgesucht werden können und dass ab nächster Woche der neue Unterrichtsplan eingeführt werden kann. Spätestens übernächste Woche sollte dann alles einen normalen Gang haben."
Die Frau wirkte noch skeptisch, aber sie schwieg.
„Sollen wir zu Tom gehen und Leute zusammensuchen, die geeignet wären?", fragte Sirius, der nicht miterleben wollte, dass noch mal Ministeriumsleute auftauchten, weil sie seinen Schatz entführen wollten.
„Hm... ja, geh zu ihm und erzähl ihm, was passiert ist. Da Lucius sich ja ständig über das Ministerium aufregt, kannst du ihm ausrichten, dass ich ihn hier sehen will. Wen du sonst mitbringst, ist mir egal. Es sollten bloß keine Idioten sein!"
Der Black grinste und verbeugte sich spielerisch.
„Aber klar, eure Hoheit!"
„Idiot!", schimpfte Deimos bloß und winkte den anderen dann weg. Der war schon dabei Severus am Arm zu fassen und ihn mit sich zu ziehen, als das dem Schulleiter auffiel.
„Nein, ihn lässt du schön da!", meinte er nur ernst und nickte dann zum Ausgang.
„Was! Warum das denn?"
„Wenn du dir um Dumbledore und das Ministerium Sorgen machst, dann ist das unbegründet. Oder denkst du wirklich, ich lasse mir meinen stellvertretenden Schulleiter einfach entführen?"
Einheitliches Keuchen wurde hörbar. Selbst Severus starrte den Jüngeren an und konnte nicht fassen, was er da gehört hatte.
„Das war ein Scherz!"
„Nein!"
Minerva stand abrupt von ihrem Stuhl auf.
„Das meinen sie nicht ernst! Ich bin die vertretende Schulleiterin!"
Deimos sah sie abwägend an und schüttelte schließlich grinsend den Kopf.
„Nun, dann würde ich sagen, dass sie das die längste Zeit waren. Es ist an der Zeit Severus dafür zu belohnen, dass er Hogwarts solch gute Dienste geleistet hat."
Nicht nur die Verwandlungslehrerin war schockiert, sondern auch einige andere Lehrer. Manchen war es schlichtweg egal.
„Hiermit ist die Versammlung auch aufgelöst. Sie können ihren Verpflichtungen weiter nachkommen."
Deimos erhob sich, winkte Sirius und Severus mit sich und verließ das Lehrerzimmer.
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Der Vampir grinste immer noch von einem Ohr zum anderen und konnte am Ende doch nicht verhindern, dass er seinem Mann um den Hals fiel, ihn einmal durchknuddelte und schließlich sagte:
„Ich bin ja so stolz auf dich!"
Deimos hatte das amüsiert beobachtet und dann den anderen angewiesen, endlich seinem Auftrag nachzukommen.
„So, und wir werden uns jetzt um den Weißbart kümmern", stellte der Jüngere der Zurückgeblieben klar und schritt voran.
Severus folgte und war sich nicht sicher, ob das gut ausgehen würde.
Was hatte der Ex-Schulleiter womöglich noch als Ass im Ärmel, von dem sie nichts wussten?
„Sorgst du dich?", erkundigte sich Deimos, der natürlich die Gemütsveränderung mitbekommen hatte.
„Na ja, sollte ich nicht? Schließlich wollte er mich nach Azkaban schicken!"
„Stimmt, aber das habe ich verhindert, oder?"
Grummelnd stimmte der Tränkemeister zu.
„Außerdem haben Dementoren nicht gerade viel entgegenzusetzen, wenn ein großer Drache angreift. Und selbst die Auroren würden alt aussehen. Von daher wäre es doch sinnlos, wenn sie dich überhaupt dorthin bringen würden, oder?"
Severus starrte den anderen von der Seite an und war wirklich dankbar dafür, dass der Junge ihn nicht mehr hasste. Wahrscheinlich wäre er aufgeschmissen gewesen, hätte er nicht Sirius´ Hilferuf gehört.
Aber nun war er doch neugierig, was der junge Prinz mit dem ehemaligen Schulleiter dieser Schule vor hatte.
Und er war sich ziemlich sicher, dass es nicht unbedingt schön war.
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Tom, der mittlerweile alles von Sirius berichtet bekommen hatte, musste zugeben, dass ihm gefiel, was sein kleiner Bruder da tat. Und es ließ auch die anderen nicht kalt, die sich das angehört hatten.
Doch, dass Deimos darauf bestanden hatte, dass auch Lucius unterrichten sollte, war dann zu viel des Guten gewesen. Jedenfalls für den blonden Mann. Allerdings war sein Protest erstickt, als er das sehr breite und wirklich Unfug vorprogrammierte Gesicht seines Freundes Tom sah.
Da wäre es dann wohl doch besser, wenn er mit ginge, nicht dass sein ach so großer Meister noch seinen eigenen Ruf vergeigte! Das konnten sie sich ja wohl keinesfalls leisten!
Außerdem hatte er so ein gutes Auge auf seinen Sohn und vielleicht durfte er ja der Stellvertreter werden?
Noch wusste ja niemand, dass dieser Posten schon vergeben war...
Genau! Und ahnt ihr, wer den Posten bekommt? Ja? Nein? Sagt es mir!
Joa, außerdem nähert sich diese FF dem Ende! Mit 41 Kapiteln wird sie abgeschlossen sein. Aber keine Angst, ich habe schon neue auf Lager und Letum wird auch noch einiges bekommen.
Was meint ihr zu diesem Kap?
Pys-Puma
